Unter Linken II

von Heiko Werning

„Unter Linken“, ein knallhartes Enthüllungsbuch von SPIEGEL-Schreiber Jan Fleischhauer, Jahrgang 1962 und Kind von von ihm sogenannten Linken, ist der Überraschungs-Bestseller der Saison und macht die Feuilletons mit sich voll. Die Geschichte des einsamen konservativen Widerstandskämpfers, der hilflos dem linksradikalen Mainstream in Deutschland ausgesetzt ist, hat den Nerv der Leser getroffen – und verlangt nach mehr. Der Reptilienfonds präsentiert exklusiv den Vorabdruck: „Unter Linken II – von einem, der aus Versehen noch konservativer wurde“.

1964:

Irgendwas stimmt doch nicht in diesem System. Heute Nachmittag im Sandkasten hat der Bruno mir einfach ein Förmchen weggenommen! Das ist dieser überall verbreitete linke Mainstream, Enteignungen, Eigentum als Diebstahl, es werden keine Grenzen mehr respektiert. Und was macht Mama? Sitzt auf der Bank und unterhält sich!

1968:

Mama sagt, dass ich den Giovanni nicht nur deswegen hauen darf, weil er ein Itaker ist. Wie immer: Die Linke verschafft sich den Schein des Höherwertigen, indem sie immer für die Interessen anderer eintritt, obwohl es natürlich vornehmlich um den Ausbau der eigenen Machtpositionen geht. So entstehen immer neue Minderheiten, deren Rechte man einfordern kann.

1969:

Mama sagt, ich solle Giovanni außerdem nicht einen Itaker nennen, obwohl er doch fraglos einer ist. Das Erstaunliche ist, dass jeder, der nicht links ist, als solcher sofort erkannt und entsprechend behandelt wird. Manchmal reicht schon ein falsches Wort, wie eben „Itaker“ statt „Italiener“.

1973:

Frösche aufgepustet. Alle geplatzt. Papa, dieser Gutmensch, macht extremen Stress. Die moralische Privilegierung ist wichtig für die Linke, besser zu sein als die anderen.

1976:

Mama und Papa, die linken Zecken, endlich aus dem Haus. Bisschen gefeiert mit den Kumpels. Bisschen Bier getrunken. OK, bisschen mehr Bier getrunken. Das mit dem vollgekotzten Teppich im Wohnzimmer wäre vielleicht nicht nötig gewesen. Aber dann, als Mama und Papa wieder da sind, geht’s ab wie in den Mainstreammedien. Ich solle mich nicht sinnlos besaufen, predigen sie. Ich glaube ja, dass die Diskrepanz zwischen Anschauung und Leben zu dieser Strenge und Grundgereiztheit führt, die den Linken immer so säuerlich erscheinen lassen.

1978:

Große Szene zu Hause: Papa ist fremdgegangen, Mama ist sauer, macht einen Riesenaufstand und verlangt eine Erklärung. Die Linke muss sich immer rechtfertigen, vor allem vor den eigenen Leuten.

1982:

Gesellschaftspolitisch und kulturell dominiert die Linke das Land seit den frühen Siebzigern. Und jetzt auch noch das: Helmut Kohl ist Bundeskanzler. Die linke Hegemonie über diese Gesellschaft ist wirklich total.

1986:

Mit einigen Kameraden von der Verbindung ein bisschen in der Innenstadt die Fidschis angepöbelt. Bisschen Humor zeigen, bisschen Spaß haben. Von Linken wird ja immer schon im zweiten Satz verlangt, dass ihnen das Lachen im Halse stecken bleiben müsse. Wir rufen auch im dritten Satz noch fröhlich: „Verpisst euch, ihr Scheiß-Ausländer!“ Wenn das Gefühl regiert, ist der Humor am Ende.

1996:

Heute erstmals dieses Internet gesehen. Auch dort: überall nur Links, Links, Links. Ich denke, ich muss da mal ein Buch drüber schreiben.


16 Kommentare zu "Unter Linken II"

  1. Wenn das Satire sein soll… puh. Es dauert nicht mehr lang und mein Compi schreibt bessere Texte. Kommt mal was Neues, Originelles oder weiterhin nur Nabelschau von Popliteraten und frohliches copy and paste?

    “… ich bin zu jung, um nur zu spielen, zu alt, um ohne Wunsch zu sein.”
    (nach J.W.v.G.)

  2. Satire? Wie kommen Sie denn darauf?

  3. @polyphem
    ich bin mir auch sicher, dass du das viel besser kannst. allein schon dein kommentar klingt spritzig und humorvoll. macht lust auf mehr!

  4. Witzig ist das bestimmt nicht. Ganz im Gegensatz zu Fleischhauers Büchlein, was ganz lustig und amüsant und vor allem flockig zu lesen ist. Euch Linken ist wohl der Humor abhanden gekommen?

  5. @Albert: ja, Humor ist und bleibt leider ein Privileg der Rechten. Am besten dokumentiert wird dies regelmäßig durch die führende rechtspopulistische Zeitschrift TITANIC. Der linksradikale SPIEGEL hingegen: Traurig! Und gelacht werden darf da freilich auch nur im Keller. Oder in (Fleischhauers) “Fäustchen”. Wie soll man da nicht aus Versehen konservativ werden?

  6. Ja – “Euch Linken”. Wer so was schreibt, der findet natürlich auch Fleischhauers bräsiges Zeug “flockig”.

  7. Satire sieht anders aus…einfach nur peinlich…

  8. Also Ich fands lustig. Und sehr treffend.

  9. Pingback: Mehr Kritik « Unter Linken

  10. Nur, damit weitere Missverständnisse aufkommen:
    Mein Kommentar bezog sich auf Fleischhauers Schwachwerk.
    Jetzt “linkt” (sic!) er sich auch noch hier ein.

  11. Nur daneben, Herr Werning, Ihr Text!

  12. Naja die Antwort auf das Buch von Herrn Fleischhauer entspricht voll dem Niveau der TAZ ; hab nichts anderes erwartet.

    Einfach schwach!

  13. Satire funktioniert halt nicht immer… aber Jan Fleischhauer hat ja selbst geschrieben, dass die Linke ein gespaltenes Verhältnis zum Humor hat. Hier eine Rezension zum Buch aus konservativer Sicht: http://www.buchtest.de/rezension/unter-linken.html

  14. Wie lustig und kreativ es doch ist, ein argumentativ nicht zu verachtendes Buch einfach so oft durch den Kakao zu ziehen bis es einen nicht mehr stört nichts intellektuell gleichwertiges als Kontra bieten zu können.

    Ein Glück, dass der akademische Nachwuchs heutzutage in Schattierungen zu denken weiss und eher auf Bildungsbürger wie Helmut Schmidt steht.

    Jedem TAZ-Leser, der doch so offen für neue Argumente ist empfehle ich Helmut Schmidts “Ausser Dienst”.

    Ansonsten muss man zu diesem Beitrag eigentlich nichts mehrschreiben, argumentativ gibt es ja nichts zu widerlegen.

    mfG
    Ein doooooooooooooofer Physiker

  15. Ich fand das Buch toll. Wenn Linke keinen Spass verstehen, sofern sie mal in den Spiegel schauen, hat Fleischhauer umso mehr recht.

  16. Ich finde linke echt knoechern

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