Wir sind umzingelt von Leid, Katastrophen, Tod und Schmerz. Das ist keine besonders originelle Erkenntnis. Man kann wohl nur so halbwegs durchkommen, wenn man das alles in vernünftigem Maß verdrängt. Irgendwo in den westdeutschen Einfamilienhaus-Vororten geht das vielleicht am besten, hier im Wedding wird einem hier und da schon mal etwas nachdrücklicher auch ungewollt bewusst gemacht, dass es mehr gibt als hübsche Kaktusgärten und Sonnenterrassen, und wenn man mal richtig nach draußen kommt, in Länder, in denen es – bei allem Genörgel über den hier endemischen Wahnsinn – weit weniger kuschelig zugeht, und wenn man in diesen Ländern auch wirklich draußen rumkommt, wie man das als Reisender in Sachen Reptilien und Amphibien automatisch macht, dann muss man zwangsläufig seine Weltsicht ein wenig modifizieren und diversen Widersprüchlichkeiten sehr direkt unterwerfen.
Was aber nutzt das ständige Relativieren? Wenn Haiti zum Maß aller Dinge werden müsste, weil mehr Katastrophe wohl hoffentlich für eine… weiter lesen


