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25.02.2010 von Heiko Werning
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Gunnar Heinsohns Welt: ein Uterus

von Heiko Werning

Gunnar Heinsohn ist Demograph. Das ist wahnsinnig praktisch, weil er damit praktisch alle relevanten Probleme der Welt erklären kann.
Kriege beispielsweise. Jahrhunderte lang grübelten Philosophen und Politiker über die Ursachen, Heinsohn erklärt es uns ganz einfach: Krieg entsteht nämlich durch einen Überschuss an Jungmännern in der Gesamtbevölkerung („youth bulge“), für die es keine gesellschaftliche Verwendung gebe und die deshalb halt in den Krieg zögen. Nun könnte man einwenden, dass es sich mit solchen statistischen Zusammenhängen verhalte wie mit den berühmten Drogensüchtigen, die sich alle einstmals mit Zahnpasta die Zähne putzten, aber das wäre unangebracht, vor allem deswegen, weil Heinsohns Kernthese schon bei oberflächlicher Prüfung einfach falsch ist, denn die Geschichte kennt reichlich Kriege ohne auffälligen „Jungmännerüberschuss“. Weshalb die Theorie auch vor allem Anhänger unter jenen findet, die auf Plausibilität und Logik ohnehin nichts geben, wie etwa der Popphilosoph Sloterdijk.
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