16.03.2010 von Heiko Werning

Das Erdbeben vom 27. Februar hat in Chile über 800 Menschen das Leben gekostet und großflächige Verwüstungen von Santiago und Valparaíso bis in die Araukarien- und Bíobío-Regionen des Landes angerichtet. Das Epizentrum lag bei der Stadt Concepción. Mit der Fachzeitschrift REPTILIA und dem Zoo Leipzig haben wir in Zusammenarbeit mit der Universität von Concepción ebendort eine Schutzstation für die bedrohten chilenischen Darwinfrösche (Rhinoderma darwinii) aufgebaut. Glück in der Katastrophe: Weder unsere wissenschaftlichen Mitarbeiter noch die Station selbst kam zu Schaden. Die chilenische Zoologin Johara Bourke, deren Doktorarbeit am Zoologischen Forschungsmuseum Alexander Koenig in Bonn von unserem Projekt finanziert wird, war zu einem Feldaufenthalt während des Bebens vor Ort und hat uns nun einige Bilder geschickt, die vielleicht eine etwas weniger abstrakte Vorstellung von der Situation vermitteln, während Chile weiterhin von heftigen Nachbeben erschüttert wird.
Zu einer Spendenmöglichkeit samt -aktion: siehe das Nachbarblog Latin@rama.
Dort auch weitere Einschätzungen und… weiter lesen
13.03.2010 von Jakob Hein
Friends und Family – Sie kennen es von der TUI, Sie werden es lieben beim Auswärtigen Amt! Guido Westerwelle verreist mit Freunden und Familie, na und? Vielleicht ist sein Lebensgefährte zufällig der bester Sport-Event-Manager (was auch immer das sein soll) und sein Bruder ein ausgewiesener Wirtschaftsexperte für Asien. Das Problem geht doch weit über die persönlichen Kreise Westerwelles hinaus, auch wenn er im Zentrum der Debatte verbleibt. Das Problem der Günstlingswirtschaft in Deutschland ist heute noch am wenigsten an verwandtschaftlichen Beziehungen festzumachen, vielmehr droht der Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung mit einer neo-feudalen Schicht zuzuwuchern, ein Phänomen von weitaus größerer Bedeutung als der Bruder vom Schwager eines Cousins des Außenministers.
Von allen OECD-Staaten ist Deutschland das Land mit der geringsten sozialen Mobilität. Ob die Eltern der Mittel- oder Oberschicht angehören, entscheidet in Deutschland wie in keinem anderen westlichen Land über Schulabschluss, Aufstiegschancen, späteres Einkommen. In logischer Folge vollzieht sich die Entwicklung… weiter lesen
03.03.2010 von Heiko Werning

Männchen des Chamäleons Furcifer timoni aus Madagaskar Foto: Jörn Köhler

Die venezolanische Tafelbergkröte Oreophrynella seegobini Foto: Philippe Kok
Niemand weiß, wie viele Tierarten es weltweit gibt. Nicht nur die Zahl der vielen Millionen unbeschriebener Insekten liegt völlig im Dunkeln, auch bei den Wirbeltieren werden ständig neue Arten entdeckt und wissenschaftlich beschrieben. Wie das Fachmagazin TERRARIA für seine März-Ausgabe durch eine aufwändige Erhebung der wissenschaftlichen Fachliteratur ermittelt hat, betragen die Zuwachsraten „neuer“ Spezies bei den Amphibien und Reptilien rund 150 Arten pro Jahr. 2009 wurden genau 310 Arten und Unterarten neu beschrieben: 163 Amphibien und 147 Reptilien. Lurche und Kriechtiere sind damit innerhalb der Landwirbeltiere die beiden am schnellsten wachsenden Gruppen. Im internationalen Jahr der Biodiversität 2010 sind nun etwa 6.600 Amphibien- und 9.100 Reptilienarten bekannt.

Westafrikanische Unterart des Prachtskinks: Lepidothyris fernandi harlani Foto: Philipp Wagner
Während die Amphibien… weiter lesen