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vonJakob Hein 09.09.2010

Reptilienfonds

Heiko Werning über das tägliche Fressen und Gefressenwerden in den Wüsten, Sümpfen und Dschungeln dieser Welt.

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…der Thilo und sein Verlag haben geschafft, was sie wollten: Goldener Handschlag und ab in die Rente mit 65. Jetzt kann er in Ruhe Bücher gegen Hartz-IV-Empfänger, Simulationspatienten, Kinderschänder und Falschparker schreiben. Und immer wieder mit der Pose verkaufen: „Mir gefällt das ja auch nicht, aber irgendeiner muss doch mal diese unschöne Wahrheit aussprechen.“

Es stimmt, dass die Integration von Migranten in Deutschland miserabel funktioniert. Das hat übrigens einen Scheiß mit deren Religion zu tun, dafür umso mehr mit deren sozialer Schicht. Denn der einfache Fakt ist, dass arme Menschen in Deutschland zunehmend marginalisiert werden. Der Füllstand des Geldbeutels der Eltern entscheidet wie in keinem anderen Land über den Bildungsabschluss und damit über die Partizipation an der Gesellschaft. Das betrifft arme Christen ebenso wie arme Buddhisten, aber es betrifft eben auch die „Unterschicht“, die sich aus der verfehlten Gastarbeiterpolitik Deutschlands ergeben hat. Daran muss sich schon was ändern, denn Deutschland kann sich nicht leisten, einfach ein paar Millionen Menschen abzuschreiben. Die Rechnung ist doch ganz einfach: Entweder die Menschen können mitmachen oder sie müssen unterstützt werden. Wenn man ihnen nichts gibt, werden sie es sich holen, da die wenigsten die Würde haben, einfach sozialneutral zu verhungern.

Thilo Sarrazin polarisiert, seine Lösungen sind hirnrissig und sozialdarwinistisch und seine Debatte dient vor allem ihm selbst. Das Problem nicht gelungener gesellschaftlicher Integration ist eine gefährliche Wunde unserer Gesellschaft. Aber Sarrazin ist nicht der Arzt, der diese unschöne Wahrheit dem Patienten eröffnet. Er ist eher der Eiter, der aus dieser Wunde quillt.

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