Archive for Januar, 2011

31.01.2011 von Heiko Werning
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Hört mal, Ihr Generäle!

von Heiko Werning

„Soldaten sind Mörder“ – viele Angehörige und Sympathisanten der Bundeswehr haben sich heftig gegen das berühmte Tucholsky-Zitat gewehrt, denn als Mörder wollten sie sich nicht pauschal beurteilt sehen. Wie sich allmählich herausstellt, hatten sie damit völlig Recht. Denn zum Mord gehört ja der Vorsatz, also eine einigermaßen geplante, zielgerichtete Handlung. Wenn man sich aber anschaut, was bei der Bundeswehr in letzter Zeit so los ist, kann man mit guten Gründen bezweifeln, dass ihre Vereinsmitglieder dazu überhaupt in der Lage sind.

In Afghanistan zeigen die Bundeswehr-Soldaten den Taliban jetzt mal, was `ne Harke ist, indem sie ihnen einfach zuvorkommen und ihre Kameraden gleich selbst umnieten. Die Deutschen müssen eben immer alles am besten können.

Möglicherweise war irgendein Sensibelchen in der Führungsriege der Meinung, dass Berichte über derartige Räuber-und-Gendarm-Spiele nicht so recht zum Helden-Image der bewaffneten Friedensstifter passen, jedenfalls hat irgendwer sich die Feldpost der Soldaten… weiter lesen

29.01.2011 von Jakob Hein
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Wer war zuerst da – Huhn, Ei oder Dioxin?

von Jakob Hein

Der Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung Prof. Dr. Dr. Andreas Hensel und der Leiter der Abteilung Lebensmittelsicherheit des Bundesinstituts für Risikobewertung Dr. Dr. Alfonso Lampen haben übereinstimmend versichern können, dass die Dioxin-Belastung in den Hühnereiern absolut lächerlich war. Selbst wenn ein erwachsener Mann ein Jahr lang täglich zwei Eier mit der höchsten gemessenen Belastung verzehrt hätte, wäre der Dioxingehalt dieses Mannes um nur 4 Pikogramm je Gramm Körperfett angestiegen. Insgesamt läge dieser Mann dann bei 14 Pikogramm je Gramm Körperfett, während vor zwanzig Jahren Erwachsene noch durchschnittlich 30 Pikogramm je Gramm Körperfett gehabt hätten und dadurch keinerlei gesundheitliche Belastung nachweisbar gewesen wäre.

Aus diesen erhellenden Informationen lassen sich doch viele Schlüsse ziehen:

1. Ist also offensichtlich absolut alles in Ordnung mit der industriellen Tierkadaverproduktion. Wenn überhaupt sollte man mehr leckere Tierprodukte essen, um zurück zur guten alten Zeit zu finden. Sechzig Kilo Fleisch pro Jahr sind eben nicht genug.… weiter lesen

22.01.2011 von Jakob Hein
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Alles klar: Stasi mischte Futterfett

von Jakob Hein

Wochenlang hielt das Rätselraten an. Wer war der Schuft, der eine ganze Branche in Misskredit gebracht hat, der der deutschen Nation ihr Frühstücksgrillhähnchen, das Omelett zur Zwischenmahlzeit und das Schnitzel zu Mittag und Abendbrot verdorben hat. Herbert Grimberg, Landesvorsitzender Niedersachsen der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten forderte: „Brunnenvergifter hart zu bestrafen“. Der ewige Bauernpräsident Gert Sonnleitner fordert ebenfalls „harte Strafen“ und gibt zu Protokoll, dass „Panscher in der Branche nichts mehr verloren haben“. Kein Wunder, dass auch die Landwirtschaftsministerin Bundes-Ilse „harte Strafen“ und „personelle Konsequenzen“ fordert.

Doch endlich kommt Klarheit in die Affäre. Die Stasi hat das Dioxin in die sonst einwandfreien Futterfette gepanscht. Die Stasi! Wer hätte das gedacht? Wie die „Süddeutsche Zeitung“ aufdeckt, hat der Geschäftsführer eine 200-seitige Stasi-Akte, in der er für seine emsige Mitarbeit gelobt wird. Die „Bild“ atmet fast auf „Dioxin-Panscher war mieser Stasi-Spitzel“. Auch alle anderen Medien picken begierig die giftigen Nachrichten… weiter lesen

20.01.2011 von Heiko Werning
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Was weiß der Geier?

von Heiko Werning

Sayyad Al Rashidi ist ein aufmerksamer Mann. Als über ihm ein großer Geier kreiste, fiel ihm gleich auf, dass mit dem Vogel etwas nicht stimmte. Der saudische Jäger zögerte nicht lange und beschloss, das verdächtige Tier vom Himmel zu holen. Lebend, wohlgemerkt, denn tote Zeugen beantworten ja bekanntlich keine Fragen. Al Rashidi schlachtete eines seiner Schafe, legte den Kadaver als Köder aus und lockte den Geier damit in die Falle. Dann stürzte er sich auf ihn. Große Geier sind zwar elegante Flieger, aber sie kommen ein bisschen schwer in die Gänge, da sie steigende Luftströme brauchen, um abheben zu können. So geriet der Vogel also in saudische Gefangenschaft. Denn der Verdacht hatte sich bestätigt: Das Tier trug nicht nur eine auffällige Flügelmarkierung, sondern ein technisches Gerät mit hebräischen Schriftzeichen. Sayyad Al Rashidi hatte einen Mossad-Spion auf frischer Tat ertappt!

Die Nachricht machte schnell die Runde. Saudische… weiter lesen

13.01.2011 von Jakob Hein
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Der Hunger treibt’s rein, der Ekel treibt’s runter

von Jakob Hein

Bundeslandwirtschaftsministerin Aigner hat ihr Krisenmanagement gerade verteidigt. Schließlich hat man den Schuldigen gefunden, der hat Insolvenz angemeldet, ein paar Betriebe werden ihre Schweine „in die Tötung leiten müssen“ (Landwirtschaftsminister Ripke, Niedersachsen), aber hey, die wären ja eh getötet worden. Offensichtlich sehen sich die staatlichen Verbraucherschützer gegenüber den Verbrauchern eher in der Rolle von Eltern, die getreu dem Motto verfahren: „Ihr dürft alles essen, aber ihr dürft nicht alles wissen.“

Es gibt kein Dioxin, es gibt Tausende Dioxine. Es handelt sich um eine Gruppe hochgiftiger Stoffe. Für den Verbraucher mag das egal sein, aber für die Verbraucherschützer sollte es sich hierbei um eine relevante Information handeln. Für die Aufklärung ist es nämlich wichtig, welches Dioxin ins Futterfett gepanscht wurde. Doch hierzu erfahren die Verbraucher nichts, der Verdacht liegt nahe, dass es die zuständigen Stellen auch nicht wissen. Der Mythos, dass es sich irgendwie um Rückstände aus… weiter lesen

11.01.2011 von Jakob Hein
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Morphische Felder erzeugen!

von Jakob Hein

Der Leiter des Instituts für Erratik, der gerichtlich vereidigte Schnürsenkelexperte, der Helikopter-Gelehrte, Beinahe-Bart-Weltmeister und Schultheiß-Forscher und Freund Heinrich Dubel ist schwer krank. Er dankt allen, die bisher ein morphisches Feld für sein Wohlergehen erzeugt haben und braucht noch ein bisschen mehr Energie, damit ihn seine Beine bald wieder in Gänze tragen können.

Also: Gute Gedanken erzeugen und zum Charité-Hochhaus in Mitte schicken! Er kann es spüren.

09.01.2011 von Jakob Hein
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Old McDonald had a farm, E-I-E-I-O

von Jakob Hein

Zwar berichtet die gesamte Presse darüber, dass nun den Landwirten Schäden in Millionenhöhe entstehen, weil sie die Tiere nicht mehr ausliefern dürfen, bei deren Aufzucht durch “üble Machenschaften weniger Leute” (I. Aigner)  möglicherweise Industriefette aber wahrscheinlich Dioxin verfüttert wurde. Aber wie diese Schäden entstehen, mit solchen lästigen Details hält sich niemand auf. Die kommen nämlich daher, dass eine Industriemastanlage genauso geführt wird wie eine Fabrik, in die Rohmaterial hinein kommt, dann bearbeitet wird und am Ende des Produktionsprozesses die Fabrik verlässt.

Während also der naive Beobachter sich dem Gedanken hingeben könnte, dass es für die tierlieben Rinder- und Schweinezüchter doch eigentlich eine Freude sein müsste, dass sie ihre lieben Kameraden nun ein paar Tage länger lassen können, ist es tatsächlich eher, als ob bei der genannten Fabrik plötzlich der Warenausgang zugenagelt aber weiterhin hemmungslos der Eingang beliefert wird.

Die Lebenserwartung von Mastvieh ist auf ein paar Prozent… weiter lesen

07.01.2011 von Jakob Hein
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Ursachenforschung

von Jakob Hein

Jetzt stellt sich also heraus, dass Futtermittel mit Industriefetten an Masttiere verfüttert wurden und dabei unglücklicherweise Dioxin in die Nahrungskette gelangt ist.

Der Bauernverband erwartet jetzt “lückenlose Aufklärung“, der Bundesverband Verbraucherzentralen fordert “bessere Kontrollen“, weil offensichtlich 1 Kontrolleur für 1000 Betriebe als relativ zu wenig eingeschätzt wird. Das Ministerium, das früher Landwirtschaftsministerium hieß, sagt rigoros, “Betriebe, die derzeit unter Verdacht stehen, werden erst dann freigegeben, wenn die Aufklärung abgeschlossen ist.”

Das erinnert an einen Mann, der ohne Helm mit einem Hollandrad quer durch den Wald fährt, sich dabei verletzt und nun gegen die Wurzeln und die Fahrradhersteller und den Förster klagt. Könnte es sein, dass die industrielle Viehhaltung einen minimalen Anteil an der Ursache dieses Problems haben könnte? Minimal? Nein? Ach so, dann ist ja gut. Dann diese Meinung auch gern mal diesen feinen Herrschaften geigen.