
Himmel, was hatte Elton J. wieder zugeschlagen beim gestrigen Buffett! Das letzte Stück Torte war wirklich zuviel gewesen, dachte er sich, als er die Überreste seines vom Körper geplatzten Kummerbundes betrachtete. Da würde nur eine radikale Abnahmekur helfen. Wunderdinge hatte er ja von dieser neuen Diät aus Deutschland gehört, die so widerlich und abstoßend, ja geradezu keimig sein sollte, dass die Pfunde ruck-zuck purzeln würden.
Archive for April, 2011
Dr. Wiedmann war wirklich ein großartiger Arzt, da waren sich alle in Bzuffenhausen einig. Er hatte schon schwere Hypertoniker erfolgreich eingestellt und seine Behandlung von diabetischen Fußleiden war legendär. Da sahen es ihm die Bewohner des kleinen Städtchens gern nach, dass er etwas beleibter war und zur erleichterten Fortbewegung Räder unten dran hatte. Aber was war das für ein Getöse, wenn Dr. Wiedmann morgens aus seinem Haus ausparkte! Da versammelten sich die Schulkinder und schauten begeistert, wie sich der Arzt ächzend aus seiner Ausfahrt manövrierte, bevor er seine Patientenbesuche begann.
Puh, da hatte Rübezahl (Riese, 281) aber wirklich noch einmal Glück gehabt: Just in dem Moment, als ihm die Sohle vom Schuh zu fallen drohte und er sich gerade fragte, wie er das Ding zu einem Schuster bekommen sollte, da er doch nicht über ein Ersatzpaar verfügte (zu teuer und die Art von Handarbeit macht ja heute keiner mehr so wie damals) und andererseits nicht den bereits defekten Schuh noch mehr durch Benutzung zerstören wollte, ihm letztendlich also kaum etwas anderes übrig geblieben wäre, als auf einem Bein durch die Berge zu hüpfen, was sicherlich dem anderen Schuh auch nicht gerade gut bekommen wäre und nebenbei womöglich Erdbeben ausgelöst hätte, was ja die Menschen auch nicht gerade so toll finden, also in dem Moment kam gerade das Auto der “Bergsporthütte” vorbei, der Fahrer machte auch nicht viel Umstände, lud den defekten Schuh aufs Dach (weil er nicht in den… weiter lesen
Natürlich war die hinterste Ecke des unzureichend beleuchteten Pissoirs der Augsburger Puppenkiste nicht unbedingt der erste Ort, an dem man ein Affiche für das Konzert einer poetisch-provokanten Liedermacherin vermuten würde. Aber gerade das sei es doch, hatten ihr die Öffentlichkeitsarbeiter gesagt. Man müsse lernen, außerhalb von Schemen zu denken, weiterzudenken. Wenn nur dort die Konzertankündigung hinge, dann würde sich das ganz schnell herumsprechen, “cool” sein, Stichwort “viral marketing”. Ursula P. hatte ihnen dann einfach Glauben geschenkt, war dann aber doch ziemlich enttäuscht, als sie am Konzertabend gemeinsam mit ihrer Gitarre, die sie Janis genannt hatte, auf leere Stühle blickte.
Trotzdem die Barbapappas in einer verzweifelten Lage waren, so eingesperrt in einer Plastikkiste im Ramschregal einer italienischen Discounters in einem von der Mafia kontrollierten Gebiet des schlimmsten Mezzogiorno, gaben sie doch ein mustergültiges Beispiel für ein tapferes Lächeln trotz aller Gefahren ab.
Was hatte Jan K. nicht alles überlegt, wie er das Familiengeschäft auf Touren bringen könnte. Seit Jahren bot Familie K. günstige Bestattungen in preiswerten Särgen an, aber wie sollte man dieses Angebot im Firmennamen sichtbar machen. Opas “Schotten-Särge” lief ebenso wenig wie Vaters “Melancholie und Mengenrabatt”. Dabei residierte man im edlen Westend und stand durchaus für christliche Werte. Kurz vor der Insolvenz war dann Jan die rettende Idee gekommen.
Die ganze Sache mit Christoph Daum ist damals wohl doch falsch gelaufen. Als man in seinen Haaren Kokain feststellte, dachten alle, der Christoph habe sich das Kokain durch die Nase hineingesaugt und dann sei es durch seinen Blutkreislauf in den Haaren gelandet. Aber wenn man ihn heute so in Interviews hört, dann hat man eher den Verdacht, dass seine Haare aus Kokain bestehen und sich die Droge dann immer wieder in seinen Blutkreislauf stiehlt.
Er zitiert (beinahe) Churchill und spricht von den „ganz besonderen Eigenheiten“ der 2. Liga (waren das nicht ganz, ganz besonders besondere Eigenheiten?) Aber das Beste war seine Anatomie-Lektion für Fortgeschrittene: „Wenn der Kopf richtig funktioniert, dann ist er das dritte Bein.“
Gelacht haben sie und gespottet. Aber vielleicht meint Daum etwas sehr Philosophisches: Denn „drittes Bein“ ist ja in Männerrunden ein Synonym für den Penis. Und schon längst ist bekannt, dass… weiter lesen
Holger S. (48), aufmerksamer Nachbar des örtlichen Bestattungshauses musste sich doch sehr wundern. Obwohl der dortige Kundenparkplatz nach seiner Beobachtung praktisch nie von Kraftfahrtzeugen genutzt wurde, drangen doch allmitternächtlich grauenvolle Schreie von dort unten hervor und störten die Nachtruhe im Viertel erheblich. Er hätte ja was gesagt, aber die letzten drei Nachbarn, die sich beschwert hatten, waren seitdem nicht mehr gesehen worden. Holger fragte sich manchmal, ob es tatsächlich ihre Stimmen waren, die er in dem mitternächtlichen Gewirr ausmachen konnte, oder ob ihm seine Angst einen Streich spielte.







