28.06.2011 von Jakob Hein

Springer-Konferenz diskutiert Leserkommentare
Jede Zeitung erfreut sich ja bekanntlich der Leserschaft, um die sie gerungen hat. Deswegen sind die Kommentare zum Bild-Artikel “Grüne sagen Ja zum Atomausstieg 2022″ besonders aufschlussreich.
Einen breiten Platz in der Diskussion nehmen Sachargumente ein. So argumentiert beispielsweise canadian87: “Die dumme Roth wenn ich schon sehe. Da bekomme ich immer so ein KOTZ- Gefühl.” Dem stimmt Michael54 zu: “Wenn ich diese Roth sehe, wird mir schlecht!!” Sky479 weitet da den Blickwinkel, wenn er erörtert: “Roth, die Frau ist zum kotzen,gefolgt von Tretin,Künast,Ströbele. Alles Lügner und machtgeile Versager.” Candian87 erläutert daraufhin seinen Standpunkt genauer: ” Roth, Künast, Schröberle, Tritin, und alle anderen Ex-RAF Verbrecher nur zum Kotzen.”
Leser padirri lenkt unsere Aufmerksamkeit noch auf einen weiteren grünen Politiker: “Özdemir was ist der Deutscher ? Was will der in unserer Politik soll sich um sein herkunftland kümmern.”, worauf hin zwergi zu bedenken gibt: “Özdemir erinnert… weiter lesen
27.06.2011 von Jakob Hein

Süddeutsche Zeitung 27. Juni 2011
Was zur Hölle soll das schon wieder? Der Fußball ist kein Fußball, sondern ein zum Sport höchst ungeeignetes Gerät mit einem umgekehrten Kreuz am Ende, womit schwerste Verletzungen verursacht werden könnten. Und die dicken Kastenmänner mit einem Männlichkeitssymbol auf ihren Trikots, wann hat es die zuletzt im Fußball gegeben? Vielleicht zu Zeiten von Hans-Peter Briegel, der als Zehnkämpfer angefangen hatte und als Fußballnationalspieler endete, also vor ca. 30 Jahren. Und was sollen diese dürren, dämlich daherwinkenden Damen? Und die stramme Wade vorn im Bild? Und die Bildunterschrift “Freistoß”? Sollte die Zeichnung ursprünglich in einer arabischen Gazette gedruckt werden und ist nur versehentlich in die Zeitung eines Landes gerutscht, dass die Frauen-Fußball-WM ausrichtet, in dem 16 Mio. Zuschauer das Eröffnungsspiel verfolgt haben, dass der Präsident und die Kanzlerin dieses Landes eröffnet haben.
Ich will ehrlich sagen: Diese Zeichnung war so grotesk, dass ich… weiter lesen
26.06.2011 von Jakob Hein

Aller Ausstieg ist schwer
Die Grünen und ihre Parteitage gehören ja bestimmt zu den schwerer erträglichen Dingen auf dieser Welt, weil die Machtansprüche nicht offen bekundet werden dürfen, sondern hinter einer dünnen Maske aus political correctness unzureichend versteckt werden. Aber die Berichterstattung über den gestrigen Sonderparteitag zum Atomausstieg weckt wirklich solidarische Gefühle. Die “Zeit” spricht von einer “Redeschlacht” die da stattgefunden habe, der “Focus” von einer “Zerreißprobe“, der “Stern” schreibt von “Grüne im Dilemma – heftige Kontroverse zum Atomausstieg“. Aber zum Glück, so kann man lesen, hat die Vernunft dann trotzdem noch gesiegt und “Grün sagt Ja zum schwarz-gelben Atomausstieg“.
Was für eine Zeit, in der es schon als “Zerreißprobe” gilt, wenn eine politische Partei ausführlich und mit offenem Ausgang im Rahmen eines Parteitags über eine richtungsweisende politische Entscheidung diskutiert? Viel entscheidender als die Frage, ob die Grünen wieder zurück zu ihrem alten Ausstiegsmodell… weiter lesen
25.06.2011 von Jakob Hein

Quo vadis, Gay pride?
Heute feiert die ganze Welt eine oft vergessene Minderheit, denn es ist Weltschlumpftag! Und es wird wieder ein besonders politischer WSD, denn gerade hat Antoine Bueno das “Kleine blaue Buch” veröffentlicht, in dem er die Welt der Schlümpfe als totalitäre Welt geißelt: der Alleinherrscher Papa Schlumpf, die blonde Schlumpfine, Gargamel und sein Kater Azrael (sic!) als Böse aus dem Morgenland mit deutlich semitischen Zügen. Kritik gibt es wiederum auch an Bueno, denn die wichtigsten Schlumpf-Thesen aus seinem Bestseller hatte schon 2007 Damien Boone in einer soziologischen Arbeit der Universität Lille entwickelt. Es wird also ein hochpolitischer Weltschlumpftag, wo es gilt zu zeigen, auf welcher Seite man steht.
Außerdem ist heute wohl noch ein anderer Tag, der wo auch mal als politischer Feiertag angefangen hatte. Es gab die Vision, dass auch Schwule Politiker werden könnten und dann was für die Sache… weiter lesen
24.06.2011 von Jakob Hein

Süddeutsche Zeitung 25. September 2010
Nun ist er also wieder”gewählt” worden: Sailor Ban Ki-moon, nach dem Ableben von Erich Honecker und Leonid Breschnew sicher einer der wichtigsten Sekretäre der Weltgeschichte. Was kann man über seine vorhergehende Amtszeit sagen? Er war stets einwandfrei gekleidet, bemühte sich meist um Pünktlichkeit und versuchte, die ihm übertragenen Aufgaben nach seinen Möglichkeiten zu lösen. Er fiel weder jemandem besonders auf, noch ins Gewicht, noch schien er sonderlich beunruhigt über die Lage der Welt. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger versuchte er nicht, der von ihm geleiteten “Organisation” seinen Stempel aufzudrücken, sondern knüpfte eher am Schaffen seines Vor-Vorgängers Mutlos-Mutlos Ghali an.
Eigentlich ist sein ganzes bisheriges und aller Wahrscheinlichkeit nach auch zukünftiges Tun umfassend in der vorstehenden Karikatur zusammengefasst, mit der er sich wahrscheinlich auch für die Wieder”wahl” beworben hat.
23.06.2011 von Jakob Hein

Klowand in der Rosenthaler Straße
Rolph und Ophelia hatten es endlich geschafft, dem lästigen Personal zu entfliehen und genossen ein paar Stunden Freiheit unter den gemeinen Leuten. Wie aufregend das war! Der Pöbel trank Bier aus Flaschen, sprach Gossensprache und trug in aller Öffentlichkeit Freizeitkleidung. Ungeniert und irgendwie aufregend war das. Als Rolph schließlich da hin musste, wo selbst der Graf das Pferd im Stall lassen muss, glaubte er seinen Augen nicht zu trauen! In solchen Orten also verrichtete das Volk seine schmutzigen Geschäfte! Nirgendwo ein gestärktes Handtuch, aus dem schäbigen Hahn troff nur kaltes Wasser und die Keime auf der Toilettengarnitur schienen frech zu grinsen. Widerlich, aber auch aufregend, wie Rolph zugeben musste, der den Juckreiz in seinen Lenden noch nicht ganz zuordnen konnte. Von seinem Sekretär, der die beiden inzwischen aufgespürt hatte, ließ er sich ein Schreibgerät geben und dokumentierte seine Liebe an dem Altar, an… weiter lesen
22.06.2011 von Jakob Hein
Immer wenn man denkt, schlimmer kann es nicht mehr kommen, vermag einen die “Süddeutsche Zeitung” zu überraschen. Die Thematik der Gespräche zwischen Taliban und der afghanischen – sagen wir mal: Regierung ist komplex. Aber keiner der großen Konflikte dieser Welt ist ohne Dialog zufriedenstellend gelöst worden, Terroristen – das sind immer die anderen.
Die vorliegende Karikatur erfüllt das Schlimmste, was man sich nur wünschen kann und würde jedem noch so üblen Blatt zur Ehre gereichen. Der US-Soldat, der heldenhaft die Hand ausstreckt, das Sternenbanner auf dem Herzen und “Gesprächsstoff” ausruft. Der Taliban im Kaftan mit Turban, Vollbart und Hakennase, der zwischen Waffen und Opiumpflanzen fragt “Welcher Stoff?” Fehlt noch das tote, halb angegessene Christenkind in einer weiteren Kiste. Muss denn niemand sonst brechen, wenn er sowas sieht?
Zunächst, die Karikatur ist nicht lustig. “Welcher Stoff? – Gesprächsstoff”, da lacht noch nicht mal der greiseste Ex-Deutschlehrer. Der Witz ergibt sich höchstens… weiter lesen
21.06.2011 von Jakob Hein
Heute wird in der “Süddeutschen Zeitung” im Zusammenhang mit der EHEC-Keim Husec041 auch über das offensichtlich verwandte Phänomen “Busen041″ geschrieben. Nach Informationen der Zeitung kann die Bevölkerung einen Immunschutz gegen Busen041 entwickeln, je mehr Personen damit in Berührung kommen. Wer also hat den geheimnisvollen Busen? Ist er so abstoßend, dass man Immunschutz gegen ihn entwickeln möchte? Und wenn nein, wie können “Personen damit in Berührung kommen”? Und außerdem: Fällt der Zeitung wirklich kein besseres Foto als eine Kläranlage zu diesem brisanten Thema ein? Der BZ wär sowas nicht passiert.
20.06.2011 von Jakob Hein
Den ganzen gestrigen Sonntag und heute werden die Finanzminister im schönen, von allen Finanznöten abgeschiedenen, ja mit irgendwelchen Finanzen gar nichts zu tun habenden Luxemburg darüber diskutieren, wie man die “freiwillige” (Sarkozy) Beteiligung der “Privatwirtschaft” (Merkel) “verbindlich” (Schäuble) machen kann. Warum diskutieren die Damen und Herren nicht darüber, wie man Haie dazu bringen kann, freiwillig an Land zu leben oder nehmen sich einfach einen Tag frei?
Die Finanzkrise Europas ist dadurch entstanden, dass die Banken und Versicherungen mit dem europäischen Geld im großen Maßstab gezockt haben. Als die Blase platzte, haben die Regierungen Bürgschaften für die Banken und Versicherungen abgegeben, damit die nicht ebenso verschwinden wie Lehmann Bros. In den meisten Ländern sind Banken verstaatlicht worden oder wurden durch Staatsmilliarden künstlich am Leben gehalten. Und diese weiterhin als “Privatwirtschaft” bezeichnete Zockerbude darf jetzt nicht belastet werden, um “Dominoeffekte” (Juncker) zu vermeiden, was heißt, dass die Schuldigen nicht mit den Folgen… weiter lesen
19.06.2011 von Jakob Hein
Diese neue Kampagne für den Bundesfreiwilligendienst, ist das nicht auch ein wenig chauvinistisches Nachtreten nach dem Kachelmann-Urteil? “Nichts erfüllt mehr als gebraucht zu werden”. Hier mal mein Lieblingsargument: Hallo? Ich meine ganz ehrlich: Hallo? “Gebraucht werden” ist ja nun wirklich nichts Schönes. Manche Menschen helfen vielleicht gern oder bringen sich mit ein oder wollen für andere da sein. Aber wer bitte möchte “gebraucht werden”? Ist das nicht eher etwas, das man auf dem Weg zur Emanzipation eines freien Menschen in Würde überwinden möchte? Wird nicht der Proletarier vom Kapitalisten gebraucht? Nicht das Zebra vom Löwen? Die Stridulation der Südlichen Hausgrille nicht vom europäischen Halbfinger?
Und dann das mit dem “Erfüllen”, also da möchten wir ja aus Pietätsgründen erst gar nicht darauf eingehen. Dazu ein Bild mit einer Frau voller Menschen. Abschlussargument: Hallo?