29.07.2011 von Jakob Hein
Wenn Sie glauben, dass hinter der Bluttat von Oslo in Wirklichkeit Muslime und europäische Linke stehen, wenn Sie glauben, dass Anders Breiviks Manifest inhaltlich vollkommen in Ordnung ist, wenn Sie der Meinung sind, dass die ermordeten Norweger nicht gerade unschuldig an der Tat sind und dass hinter den Anschlägen in Wahrheit eine Verschwörung steht, mit dem Ziel, ganz Europa zu islamisieren und die Kritiker dessen durch die Straßen zu hetzen, dann vertreten Sie keine abwegige Außenseiterposition, sondern sind herzlich willkommen im Kreis Ihrer “islamkritischen Freunde” von “Welt”, “Politically Incorrect” und “Achse des Guten”.
Glauben Sie nicht? Dann jetzt gut festhalten:
In der “Achse des Guten” stellt Bernd Zeller erstmal fest, dass man gewissermaßen zugibt, der Terror von Al-Quaida habe mit dem Islam zu tun, wenn man denkt, dass Breiviks Tat mit seiner Ideologie zu tun habe:
“deshalb bleibt das Verständnis solcher Aussagen wie „Die… weiter lesen
28.07.2011 von Jakob Hein
Nach dem norwegischen Massaker war zunächst allerorten die Vermutung, dass natürlich wieder islamistische Terroristen zugeschlagen hätten. Als sich herausstellte, dass der Terrorist sich auf Islamfeindlichkeit und den Kampf gegen das Gutmenschentum berief, wurde Kritik gegen die Stimmen laut, auf die sich Breivik offensichtlich zu berufen scheint. Der Antiislamismus von Autoren wie Geert Wilders, Thilo Sarrazin und Blogs wie „Politically Incorrect“ sowie „Achse des Guten“ wird in Beziehung zu der Bluttat von Breivik gesetzt , der diese Beziehung für sich selbst in Anspruch nimmt. Alan Posener führt aus: „Ideen haben Konsequenzen. Worte haben Folgen.“
Verständlicherweise wehren sich die angesprochenen Publizisten gegen diese Vorwürfe. So schreibt der Schriftsteller Richard Wagner :
In unserer permissiven Gesellschaft gibt es nicht wenige junge Männer, die nach der großen Aufgabe suchen. Die einen wollen das Abendland retten, die anderen wollen es zerstören, kommt es aber bei ihrem Tun nicht aufs Gleiche heraus?… weiter lesen
26.07.2011 von Heiko Werning
Kreuzberg ist auch nicht mehr, was es mal war. Wenn man sich den umstrittenen Beitrag des ZDF-Magazins „Aspekte“ anschaut, ist es geradezu rührend: Im Wesentlichen scheint die Anbieter und Besucher des „Türkenmarktes“ am Maybachufer trotz des medialen Aufgebots der prominente Besuch von Thilo Sarrazin kaum zu interessieren, einige bemühen sich nach expliziter Ansprache, ihre Verärgerung durchaus argumentativ darzulegen, um sich von Sarrazin mit dem immergleichen „Das habe ich nie gesagt“ oder „Haben Sie mein Buch überhaupt gelesen?“ abbügeln zu lassen. Exemplarisch folgender Dialog:

Türke: Was wollen Sie denn ändern? Die Ausländer bemühen sich doch schon. Haben Sie mal gesehen, wie viele Deutsche betteln? Haben Sie hier einen Ausländer betteln sehen?
Sarrazin: Es geht doch nicht um Ausländer. Ich habe übrigens nie von Ausländern gesprochen.
Zuhörender Pole: Sarrazin hat recht. Ich bin ja selber Pole.
Türke: Aber allgemein. Araber oder Türke, Polen
Sarrazin: Polen sind anders als Türken und… weiter lesen
25.07.2011 von Jakob Hein

Krude Gedanken. Müssen wir sie melden?
Unter der Überschrift “Polizeichef Witthaut: “Ein Attentat kann jederzeit auch bei uns geschehen” bringt Welt online heute ein Interview mit dem Bundesvorsitzenden der Gewerkschaft der Polizei Bernhard Witthaut. Nun wird es Witthaut selbst wundern, dass er von der “Welt” zum “Polizeichef” befördert wurde, aber sei’s drum. Er sagt jedenfalls in Bezug auf den Islam und Multikulturalität hassenden norwegischen Mörder und die Schlussfolgerungen für Deutschland: “Wir müssen alles tun, um mitzubekommen, wenn jemand mit solchen kruden Gedanken auffällt.”
Wir können Herrn Witthaut und der “Welt” gern helfen: Am 17. Juli zum Beispiel schreibt ein gewisser Thilo Sarrazin in – raten Sie mal! – der “Welt”: „Die Tendenz, beleidigt zu reagieren, und der Versuch, beim Gegenüber Schuldgefühle zu wecken, seien in der orientalischen Mentalität und dem islamischen Glauben tief verankert. Das sei eine gezielte Strategie, um in einer Diskussion Vorteile zu gewinnen. Ich… weiter lesen
21.07.2011 von Jakob Hein
Gibt es irgendeinen, der auf die Frage dieses Plakates nicht die spontane Antwort: “Der Typ auf dem Plakat da!” gegeben hätte? Ich meine, irgendeinen? Kollege Werning hat gestern den Namen des Menschen hier preisgegeben (s.u.), der mit diesem Plakat die “100 wichtigsten Probleme und 76 Ergänzungsprobleme” Berlins gesammelt hat. Hoffentlich veröffentlicht die LINKE auch noch Fotos von den Müllschluckern, für die sie gekämpft haben.
20.07.2011 von Heiko Werning
Berlin liegt in Trümmern. Das Übliche ja sowieso – Arbeitslosigkeit, Bankrott, Ausländer, Hundehaufen –, aber es ist alles noch viel schlimmer: „Schulleiter mutieren zu Verwaltungsbeamten“, „Leistungsdruck schon in der 3. Klasse“, „Orchideenfächer werden ignoriert“, „Gerade in zentral gelegenen Gebieten gibt es zu wenig Parkplätze“, „Taxichaos am Hauptbahnhof“, „Ödnis am Alex“, „Multiresistente Krankenhauskeime“, „Berliner Schüler lernen fast nichts über das Unrechtsregime der DDR“, „Der nächste Winter kommt bestimmt, Berlin ist immer noch nicht vorbereitet“, und, falls noch jemand Zweifel hat: „Unbekannt und dennoch überfordert: die einheitliche 115-Nummer für die Verwaltung“.
Es ist ein Wunder, dass überhaupt noch Leben möglich ist in der Hauptstadt. Wenn man es denn Leben nennen möchte.
Dieser deprimierende Befund kommt von niemand anders als der Berliner CDU, die in einer bemerkenswerten Fleißarbeit die „100 wichtigsten Probleme“ der Stadt nebst 76 „Ergänzungsproblemen“ zusammengetragen hat. Nein, mangelnde Detailliebe kann man den Hauptstadtchristdemokraten nicht vorwerfen:… weiter lesen
17.07.2011 von Jakob Hein
Eine europäische Hauptstadt in Trauer. Die Zeitungen des Landes berichten von nichts anderem. Der Verkehr bricht zusammen, weil ein 1,2 bis 2,4 Kilometer langer Kondukt durch die Stadt zieht. Und der Rest der Welt? Kleine Meldungen unter “Vermischtes”, nicht einmal die deutsche Presse berichtet. Dabei war der Verstorbene deutscher Staatsbürger. Und wann hatte ein deutscher Staatsbürger schon einmal das Glück, dass der ganze Heldenplatz voll ist von ihm zu Ehren versammelten Österreichern?
Der beinahe letzte Kaiser ist gestorben: Otto von Habsburg. Während es ihm zu Lebzeiten verboten war, in Österreich Politik zu machen, erhält er ein Begräbnis wie ein Kaiser: Aufbahrung im Wallfahrtsort Pöcking (übrigens gemeinsam mit seiner schon vor einem Jahr verstorbenen Frau), Überführung in die Kaisergruft der Kapuzinerkirche Wien, dort erneut Aufbahrung und dann Beisetzung, während seine “Herzurne” noch weiterreisen muss, bevor sie in Ungarn in der Benedektinerabtei Pannonhalma beigesetzt wird.
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14.07.2011 von Heiko Werning
Uff, das war knapp. So dachten wohl die Einwohner des Saarlandes mit weichen Knien dieser Tage in der Gewissheit, nur ganz knapp einer Katastrophe entkommen zu sein. Denn – halten Sie sich fest! – mitten in Bexbach wurde … eine Spinne gesichtet. Und zwar, um der dramatischen Situation Genüge zu tun, eine große Spinne. Nicht nur Bexbach, die ganze Nation war in Aufruhr. Googeln Sie mal den String „+Bananespinne +Bexbach“ und staunen Sie: Geschlagene etwa 8.000 Artikel und Meldungen war dieser ungeheuerliche Umstand den deutschsprachigen Online-Medien wert. Was war geschehen? Die Saarbrücker Zeitung berichtet vor Ort über die Katastrophe: „Die 80-jährige Ruth Kraus aus Bexbach musste ihren gewohnten Einkauf im real-Markt wegen einer Bananenspinne unterbrechen. Das Tier war dem Obstverkäufer aus einer frischen Kiste rausgekrabbelt und unter den Regalen verschwunden, und weil der junge Mann wusste, dass es eine gefährliche Giftspinne war, ließ er den Markt räumen. Ruth Kraus… weiter lesen
14.07.2011 von Jakob Hein

So schlimm wie in der Karikaturenredaktion der SZ kann das Problem gar nicht sein
Wenn irgendwann einmal nichts vom Jahr 2011 erhalten sein wird als diese Karikatur, was werden dann die Forscher ferner Zeiten von diesem Jahr denken? Dass die Vereinigten Staaten damals so wenig mit dem Rest der Welt zu tun hatten, dass man sie als Raumschiff sah? Dass der damalige Präsident Obama eine verwickelte Beziehung zu diesen Vereinigten Staaten hatte? Dass Houston nicht Teil der Vereinigten Staaten ist, weil wo würde der Funkspruch sonst hingehen? Dass man damals die ersten Cabrio-Raumgleiter flog?
Liebe Forscher der fernen Zukunft, lasst Euch nicht bange werden! Selbst wenn man im Jahr 2011 lebt und täglich die Zeitung liest, bekommt man schlimme Kopfschmerzen, wenn man diese Zeichnung zu verstehen versucht. Das Raumschiff soll irgendwie was mit dem jetzt abgeschlossenen Spaceshuttle-Programm andeuten, der Präsident an der Leine irgendwas mit politischen Schwierigkeiten. Aber… weiter lesen
13.07.2011 von Jakob Hein

Für 375.000 Euro ist hoffentlich auch ein bequemer Bürostuhl drin
Die verschwundenen Pläne für die neue BND-Zentrale sind jetzt also doch nicht “streng geheim” (Focus), sondern nur “Verschlusssache” gewesen, was bei einem Geheimdienst wohl schon fast “öffentlich” heißt. Dem Vernehmen nach handelt sich um Pläne für Heizung, Warenannahme und Garagen. Zum Glück verursacht die Angelegenheit auch keine Mehrkosten.
Interessant wären diese Pläne für einfache Gemüter dennoch gewesen, soll doch der Bau für ca. 4000 Mitarbeiter rund 1,5 Milliarden Euro kosten. Das sind pro Mitarbeiter immerhin 375.000 Euro. Da hätte man sich doch selbst die Pläne für die Garagen gern mal angesehen. Sind bestimmt so geheime Nebelwerfer und Aufladestationen für die in den Fahrzeugen integrierten Laserkanonen drin. Auf den Bildern, die der Dienst selbst zeigt, sieht es alles ja nach drögem Zweckbau aus, aber auch das ist bestimmt kein Zufall.