Archive for August, 2011

31.08.2011 von Jakob Hein
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Die Basta-Politik war ja dagegen noch halbherziges Kindertheater

von Jakob Hein

Mit übermenschlichen Kräften ausgestattet wie der FDP-Vorsitzende

Dr. Philipp Rösler hat gestern auf der FDP-Fraktionsklausur in Schloss Bensberg die Debatte um Guido Westerwelle für beendet erklärt.

Dazu ein paar Fragen:

1. Ab wann ist die Debatte um Guido Westerwelle beendet? Mit sofortiger Wirkung, ab Montag oder zu Beginn der nächsten Legislaturperiode?

2. Welche Sanktionsmaßnahmen drohen?

3. Darf man dann gar nichts mehr zur deutschen Außenpolitik sagen, bis Westerwelle nicht mehr im Amt ist?

4. Gilt das nur für FDP-Mitglieder, für alle Deutschen oder international?

5. Warum dieser halbherzige Schritt? Warum nicht auch den unsäglichen Wahlkampf der Berliner FDP für beendet erklären? Warum nicht den Nahost-Konflikt oder das ständige Gestreite zwischen Mann und Frau?

6. Durfte dieser Beitrag noch gepostet werden oder ist das eine Verletzung der “Bensberger Erklärung”?

Wir würden uns über ein Zeichen der Orientierung in diesen unsicheren Zeiten freuen.

31.08.2011 von Jakob Hein
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Eine Brücke des Friedens zwischen Tofu und Leberwurst

von Jakob Hein

Wenn er in den Verlag von Karen Duve, Sven Regener, Jan Costin Wagner, Peggy Mädler, Ai Weiwei und vielen anderen kommt, ist der Autor an sich natürlich zunächst von Ehrfurcht gepackt. Aber dann sieht er die Softsex-Magazine auf den Schreibtischen liegen und ist wieder ganz beruhigt. Wenn er dann auch noch die Begründung hört: “Da ist, glaube ich, eine Rezension von Karens Buch drin.”, dann fühlt sich der Autor doch gewissermaßen ganz wie zuhause, hat er doch selbst zwei Ausgaben des “Playboy”, von denen er eine natürlich nur wegen Marge Simpson auf dem Cover besitzt und die andere wegen einer eigenen Rezension.

Das Ergebnis der Zusammenarbeit heißt “Wurst und Wahn” und feiert heute Premiere sowie fröhliche Urständ’ (der Autor weiß nicht, was letzteres heißen soll, wollte es aber immer mal verwenden). Der großartige Toni Mahoni spielt auf, der wunderbare Spider liest und die gesamte Chefredaktion des “Reptilienfonds”… weiter lesen

30.08.2011 von Jakob Hein
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Schulterschluss zwischen Deutschen Pfarrern und Islamisten

von Jakob Hein

Demnächst mit Gastanzeigen aus Teheran?

Was haben Mahmud Ahmadinejad, El-Qaida und das “Deutsche Pfarrerblatt” gemeinsam? Sie stellen das Existenzrecht Israels infrage. In einem von islamistischen Kreisen gefeierten Artikel schwadroniert “Pfarrer Dr. Jochen Vollmer, Jahrgang 1939″ über die Enstehung des Staates Israel wie folgt: “Zionisten haben palästinensisches Land in Besitz genommen und geraubt mit dem Ziel, einen jüdischen Staat zu errichten.”  Aus dem so erräuberten Land konnte natürlich nichts Gutes werden: “Das Dilemma des Staates Israel, zugleich ein jüdischer und ein demokratischer Staat sein zu wollen, ist die Unvereinbarkeit von jüdischem Volk und jüdischem Staat.” Und so weiter und so weiter. Eigentlich das Übliche, was man so von einem Prediger erwartet, aber wenn die Welt in Ordnung wäre, dann sollten solche Prediger doch eigentlich Islamisten sein und nicht evangelische Gemeindepfarrer aus Balingen. Auch nütze es nicht, wenn die Deutschen sich dem Irrglauben an den Staat Israel anschließen würden… weiter lesen

29.08.2011 von Jakob Hein
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Krokodil ersetzt Tiger im Tank

von Jakob Hein

Fährt bald mit Reptilienfett

Rakesh Bajpai und seine Kollegen haben herausgefunden, dass man Krokodilsfett relativ problemlos in Biodiesel umwandeln kann. Durch eine “microwave rendering” genannte Technik konnte die Arbeitsgruppe das Fett aufschlüsseln und ohne größere Probleme in Biodiesel umwandeln, der allen geforderten Qualitätskriterien entspricht.

Das klingt zunächst nach verrückter, grausamer Wissenschaft, schließlich ist in Deutschland Krokodilsleder bis heute verpönt, da diese Reptilien wegen Bejagung durch die Menschen vom Aussterben bedroht waren und man fragt sich, was man davon haben soll, dass man das Fett von dem einen oder anderen Fang, den Crocodile Dundee mit in die Hütte bringt, in Diesel umwandeln könnte. Tatsächlich aber konnte diese Bedrohung unter anderem durch den Aufbau von Krokodilsfarmen gestoppt werden, die das Wildern sinnlos machten und verpflichtet wurden,  einen bestimmten Anteil dieser Tiere regelmäßig auszuwildern. So konnten diese Arten von der Liste der bedrohten Tiere genommen werden, da die… weiter lesen

27.08.2011 von Jakob Hein
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Nachrichten vom Niedergang der politischen Karikatur (IX)

von Jakob Hein

Im taz-Hausblog findet gerade eine Diskussion über diese Karikatur hier statt, die ein Leser “völlig geschmacklos und unakzeptabel” fand. Wir wollen uns nicht in die immer gleiche Debatte einmischen, die immer wieder den wehrlosen Tucholsky erwähnt und den Gerhardt (“Was will Satire?”) vergisst. Gern aber verlieren wir ein paar Sätze zu der Karikatur selbst. Der Zeichner möchte offensichtlich darauf anspielen, dass die Nord-CDU eine Tradition problematischer Führungskultur hat, weil der zurückgetretene von von Boetticher sich beklagte, dass er wegen seiner Beziehung zu einer 16-jährigen von seinen Parteigenossen unter Druck gesetzt worden wäre. Uwe Barschel hingegen scheiterte, weil er im Wahlkampf 1987 seinem Kontrahenden Björn Engholm Homosexualität, AIDS und Steuerhinterziehung anhängen wollte. Ein Wahlkampfslogan war: “Sozialdemokraten und Grüne wollen straffreien Sex mit Kindern”. Nach Barschels berühmten, verlogenen Ehrenwort fand ihn ein Stern-Reporter tot in der Badewanne eines Genfer Hotels und machte ein Foto, das der Stern natürlich sofort brachte und… weiter lesen

26.08.2011 von Jakob Hein
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So bitte nicht, Herr Babbel!

von Jakob Hein

Markus Babbel, es ist unverzeihlich, dass Sie der Stuttgarter Presse Top-Geheimnisse wie folgendes preisgeben: “Der Berliner an sich neigt ja tendenziell gerne mal zum Größenwahn. Er ist laut, redet viel, will viel – aber getan wird oft erstmal wenig.”

Klar, Sie haben die gefühlt dauerhaft von akuter Meisterschaft bedrohte Hertha (die aber seit 80 Jahren dieses Problem nicht hatte) nicht nur in einem mentalen Zustand übernommen, wo das Ticket in die 3. Liga praktisch schon gebucht war, sondern stattdessen den sofortigen Wiederaufstieg geschafft und sowohl eine deutlich bessere Spielkultur etabliert und geschickt einige große Talente verpflichtet, aber das gibt Ihnen natürlich keinerlei Recht, solche Äußerungen zu machen, ohne dabei auf Vollständigkeit zu achten. In der Berliner Presse und den Internet-Foren wird jetzt ernsthaft Ihr Rauswurf diskutiert, was Sie als Ritterschlag auffassen sollten. Schließlich hat sich Hertha in den letzten Jahrzehnten noch von jedem getrennt, der dort erfolgreich… weiter lesen

25.08.2011 von Jakob Hein
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Nachrichten vom Niedergang der politischen Karikatur (IIX)

von Jakob Hein

Wir finden es prinzipiell richtig, dass sich der Bundespräsident …, ach je, wie hieß der jetzt gleich, einmischt in die Euro-Debatte. Aber gerade als Staatsoberhaupt darf er nicht vergessen, auch die schrecklichen Auswirkungen auf die politische Karikatur, die diese Krise hervorruft, zu geißeln. Gestern wieder: Merkel, Schäuble und Rösler (der immerhin ohne Strohhut) brausen mit einem Auto, auf dem Säcke und Rettungsringe liegen, geschwind an einem Pförtnerhäuschen vorbei, auf dem “Deutscher Bundestag” steht. Ihre Richtung ist klar, denn auf dem Wegweiser steht “Staatskasse”.

Ist das Kritik an Sir Norman Foster, dass sein Reichtstag nicht gut aussieht? Wer ist der aus der Pförtnerloge springende Mann? Er sieht so aus wie Schäuble, aber der sitzt ja im Fahrgastraum. Warum sollte ihn die Eurokrise einerseits verdoppeln und andererseits seine Lähmung verschwinden lassen? Und vor allem: Warum sollten die drei Gauner mit einem Auto voll Geld zur Staatskasse rasen? Ist es nicht eher so,… weiter lesen

24.08.2011 von Jakob Hein
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Problematische Wahlkampfplakate (IV)

von Jakob Hein

Nach wem greift der Handschuh?

Berlin ist eine Stadt der polyvalenten Intoleranz. Die Berliner finden außer ihrem Nachbarn von gegenüber irgendwie alle dämlich, was aber im Ergebnis von Toleranz kaum nicht mehr zu unterscheiden ist. Man findet Vegetarier genauso blöd wie Griller, Busfahrer so blöd wie Radfahrer, Schnösel so blöd wie Arme und Araber so blöd wie Schwaben. Das Klima in der Stadt ist insgesamt entspannt und gegenseitig desinteressiert.

Schwierig in einem Wahlkampf für Oppositionsparteien, wenn es nichts gibt, was das Volk erregt. Da versucht man eben verbrannte Autos zu zeigen oder nennt eben Berlin mal schnell die “Hauptstadt der Angst”. Und tatsächlich, der vermummte Mann mit dem Lederhandschuh sieht nicht gerade nett aus. Aber was will uns pro-deutschland mit ihm sagen? Pro Deutschland ist ja die Partei, die  uns vorschlagen wollte:  “Wählen gehen für Thilos Thesen”, was das Landgericht Berlin ihr aber nun untersagt hat. Doch ist… weiter lesen

22.08.2011 von Jakob Hein
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Hier steht schon mal, wer den Deutschen Buchpreis gewinnt (I)

von Jakob Hein

Trotz sehr renommiertem Autor chancenlos: Autor zu alt, falscher Verlag

Der sich immerhin Deutsch nennende Buchpreis veröffentlicht keine Kandidatenliste und auch keine engere Auswahl, sondern – oho – eine Longlist und dann eine Shortlist und zum Schluss einen Preisträger. Das Ganze geht natürlich vollkommen unabhängig und ausschließlich im Dienste der Literatur vonstatten, keinerlei andere Einflüsse kommen zur Geltung. Dass Hertha Müller den Nobelpreis bekam, hatte keinerlei Einfluss auf das Urteil der Juroren, wie auch Melinda Nadj Abonji rein zufällig in jenem Jahr den Preis zugesprochen bekam, als ein rassistischer Ex-Senator aus Berlin (Thilo, bitte verklag mich!) gerade seine Millionenauflage verkaufte. Und obwohl das Ganze vollkommen unabhängig und ausschließlich nach literarischen Aspekten beurteilt wird, möchten wir hier ein paar begründete Prognosen wagen. Wer sich die Spannung noch bis zum Oktober erhalten will, möge nun nicht weiterlesen, ginge es um einen Krimi, würden wir hier schon mal den… weiter lesen

21.08.2011 von Jakob Hein
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Nachrichten vom Niedergang der politischen Karikatur (VII)

von Jakob Hein

Was für eine Welt! Wenn man kein Talent zum Backen hat, kann man immer noch Bäcker in Berlin werden, wenn man kein Talent zum Singen oder Tanzen hat, kann man immer noch “Superstar” werden und wenn es einem fast unmöglich ist, eine politische Karikatur zustande zu bringen, kann man immer noch Karikaturist bei einer der auflagenstärksten Zeitungen Deutschlands werden.

Doch um ihre Talentlosigkeit noch besonders zu feiern und auszustellen, versuchen sie sich regelmäßig an schwierigsten Themen, in den letzten Wochen oft aus dem Bereich der Wirtschaft. Uncle Sam, der sich wie Baron von Münchhausen aus dem eigenen, brennenden Hut zieht, bedient unglaublich viele Assoziationen und bleibt dabei vollkommen bedeutungsfrei. Ist der brennende Hut die Wirtschaftskrise? Soll Uncle Sam nun Obama sein oder das amerikanische Volk? Ist das “Am-eigenen-Schopf-Ziehen” ein Symbol für die beispiellose Krise, in die die Tea-Party-Neocons das amerikanische Volk gestürzt haben? Soll der Hut eine Art… weiter lesen