Archive for September, 2011

29.09.2011 von Heiko Werning
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Das dritte Höhlenreich

von Heiko Werning

Anophthalmus hitleri (c) dpa

Nur mal angenommen, Sie würden erfahren, jemand hätte ein Tier nach Ihnen benannt. Aber kein flauschiges Häschen oder einen farbenprächtigen Korallenfisch, sondern einen fünf Millimeter kleinen, braunen, räuberisch lebenden Laufkäfer ohne Augen, der ausschließlich tief im Innern einer Handvoll Höhlen lebt. Würden Sie sich da besonders geschmeichelt fühlen? Also, wenn Sie jetzt nicht gerade ein Laufkäfer-Spezialist oder -Fetischist wären?

Fast wirkt es wie die Aktion einer ausgefuchsten Spaßguerilla: In Slowenien lebt tatsächlich so ein Käferchen. Und es trägt tatsächlich einen wissenschaftlichen Namen, der einem Zeitgenossen des Entdeckers gewidmet ist. Üblich ist es ja eher, bei der Namensvergabe Wissenschaftlerkollegen zu würdigen, in diesem Fall stand aber ein, äh, sagen wir: großer Staatsmann Pate: für Anophthalmus hitleri. Hitleri. Genau – der Hitler. Leider war das aber keine Aktion der slowenischen Antifa. Sondern von einem waschechten Nazi, dem Käferforscher Oscar Scheibel, „als… weiter lesen

27.09.2011 von Jakob Hein
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Nachrichten vom Niedergang der politischen Karikatur (XIV)

von Jakob Hein

Ein besonders wertvolles Beispiel wertloser Karikaturen beschert am Montag die zuverlässige “Süddeutsche”. Das Thema, von zahlreichen Karikaturisten am Montag bearbeitet, schreit an sich nach einer zeichnerischen Umsetzung. Schließlich ist es schon tragisch, dass ausgerechnet in dem ehemals sozialistischen Land, von dem der entscheidende Impuls zur Demokratisierung Osteuropas ausging, sich nun wieder deutlich autokratische Tendenzen breit machen. Auch dass eine Marionette eingesetzt wird, um den Thron gewissermaßen noch größer zu machen, ist schon einigermaßen bemerkenswert, nachdem doch die Beschränkung der Amtszeiten eine Regelung war, die etwas Hoffnung ließ.

Für Karikaturisten ein Fest! Ob sie Putin und Medwedjew nun als zwei Gesichter einer Spielkarte darstellen oder Putin als große Innenpuppe einer Matrjoschka oder die beiden als bizarres Flugwesen am russischen Himmel darstellen, alle finden eine interessante grafische Umsetzung, neben unzähligen Zeichnungen von Medwedjew als Marionette, gibt es sogar eine Darstellung… weiter lesen

26.09.2011 von Heiko Werning
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Piraten in Berlin: Nachbarschaftshilfe

von Heiko Werning

Contra Bov Bjerg und Malte Lehming:

Die Standardpointe eines jeden humoristischen Textes, in dem irgendeine Form moderner Technologie oberhalb eines per Kabel mit der Wand verketteten Festnetztelefons oder irgendwas mit Internet thematisiert wird, lautet seit etwa 15 Jahren: »Fragen Sie doch einfach den zehnjährigen Jungen von nebenan, wie das funktioniert.« Aber jetzt ist der Bengel halt 25 und schließt den ganzen selbstironisch mit ihrem Unwissen kokettierenden Modernitätsverweigerern nicht nur den Router an und richtet ihnen den Desktop altersgerecht ein, sondern verkabelt auch die Politik neu. Damit die älteren Herrschaften sich in Ruhe über die wichtigen Dinge austauschen können, etwa über die Unvermeidbarkeit des Mauerbaus, die vielen Touristen, die ja oft auch nach 22 Uhr noch lachend und im schlimmsten Fall gar Rauschmittel konsumierend durch die Berliner Straßen ziehen, die historischen Leistungen Fidel Castros, das Recht auf Jobs, die ebenso gut jede Maschine bewältigen könnte, den… weiter lesen

25.09.2011 von Jakob Hein
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Papstwoche im Reptilienfonds: Wer bitte?

von Jakob Hein

Zeige das obenstehende Foto 1000 Leuten, und Du kannst Dir sicher sein, dass 1000 Leute ausrufen: “Oh, guck mal: Der niedliche Koala!” Nicht eine oder einer wird ein Wort über das (höhere?) Wesen (im Bild links neben dem Koala) verlieren.

Was ist das? Eine Theodizee? Häresie? Tierliebe? Wir werden es nicht herausfinden, aber der Koala ist wirklich niedlich.

Tipp für heute: Reptilienfonds-Blogger und Hitler-Blogger gemeinsam auf einer Bühne sehen: Reformbühne Heim & Welt im Kaffee Burger, heute mit den Gaststars Jan Trottnow & Daniel Erk.

24.09.2011 von Jakob Hein
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Papstwoche im Reptilienfonds: Wie bitte?

von Jakob Hein

So kann man es auch sehen: Höhere Gewalt

Zunächst wurde ja über den Auftritt des Papstes im Bundestag ein wenig im Vorfeld gestritten und ein paar Abgeordnete entschieden sich immerhin dagegen, der Rede des Kirchenführers zu lauschen.  Bei faz.net findet sich der interessante Satz:  “Bundestagspräsident Lammert (CDU) hatte zuvor die Einladung des Papstes in den Bundestag mit den Worten gerechtfertigt, die Trennung von Staat und Kirche gehöre wie die Herausforderung des Glaubens durch die Vernunft zu den ‘unaufgebbaren Fortschritten unserer Zivilisation’.” Hätte Lammert damit nicht eher die Ausladung des Papstes begründet?

Warum aber gab es eigentlich keine Diskussion hinterher? Hat sich irgendeiner die Mühe gemacht, die Rede des “Heiligen Vaters” vor den demokratisch gewählten Abgeordneten des deutschen Volkes genauer anzusehen? Andrea Nahles nennt sie einen “herausragenden Moment in der Geschichte des Deutschen Bundestages”, wobei sie das positiv meint. Einig sind sich die Beobachter, dass die Rede… weiter lesen

23.09.2011 von Jakob Hein
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Papstwoche im Reptilienfonds: Stiftung Knabentest

von Jakob Hein
Auch eine Art Pädagogik: Leichte Schläge auf den Hinterkopf

Jozef Corveleyn von der katholischen Universität Leuwen ist nicht zu beneiden.  Der Psychologieprofessor hat von der katholischen Kirche den Auftrag bekommen, die Sexualität von Priesteranwärtern zu untersuchen.  Am meisten interessiere ihn dabei die Frage des Zölibats: „Ich möchte wissen, ob sie den Weg des Priestertums nicht zum Beispiel aus Angst vor Sexualität oder Intimität gewählt haben“, sagte er in einem Interview mit der Zeitung Standaard.

Grund für diese Maßnahme sind neuerliche Nachrichten über einen belgischen Priester, der mindestens zwei seiner Neffen jahrelang sexuell missbraucht hat und “überhaupt nicht den Eindruck” habe, pädophil zu sein, eine Art Tradition des Kindesmissbrauchs, der  in einer Vielzahl katholischer Kirchen aller Länder gepflegt wird. Dem Vernehmen nach möchte sich auch der Papst auf seinem Deutschland-Besuch mit Missbrauchsopfern treffen.  Von Frankie Boyle stammt die Bemerkung, dass es doch eigentlich unverantwortlich sei,… weiter lesen

22.09.2011 von Jakob Hein
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Papst-Woche im Reptilienfonds: Nachrichten vom Niedergang der politischen Karikatur (XIII)

von Jakob Hein

Nun bringt ja der Papstbesuch verschiedenste Dinge hervor: Demut, Anmut, Helmut und Scheißwut, unter anderem. Und dass der Führer dieser Religionsgemeinschaft, dessen Leitung ausschließlich aus Männern besteht und die dennoch darauf besteht, eine zentrale Rolle in familienpolitischen Fragen weltweit spielen zu dürfen, im Parlament der ja letztendlich säkularen Demokratie sprechen darf, auf Einladung des Präsidenten dieser Demokratie, der sich wegen der Verfassung, deren Schutz seine oberste Aufgabe wäre, ohnehin nicht übermäßig den Kopf zu zerbrechen scheint, das bietet schon genügend Anlass zu Widerspruch, ausreichend satirische Reibefläche.

Man könnte auch als aufrechter Christ den Widerstand anprangern, der sich gegen den Besuch des obersten Hirten einer der größten Religionsgemeinschaften mit weit in die Vergangenheit zurückreichenden Wurzeln in Deutschland formiert.

Aber nichts dergleichen macht natürlich die “Süddeutsche Zeitung” unter der Überschrift “Meinung” (sic). Der Papst auf einem halben roten Teppich, die andere Hälfte wird noch ausgerollt? ist wieder eingerollt worden? Ist sein Gesicht… weiter lesen

21.09.2011 von Heiko Werning
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Exklusiv: Vorab-Manuskript der Papstrede vor dem deutschen Bundestag

von Heiko Werning

Alle diskutieren darüber, aber noch niemand hat sie gelesen – dem Papst ergeht es wie Bruder Sarrazin. Das muss ein Ende haben: Übermittelt vom pontifikalen Redenschreiber  Anselmus Neft SJ und mit göttlichem Beistand ist der Reptilienfonds weltexklusiv in der glücklichen Lage, das Manuskript der Rede des Papstes, die dieser am morgigen Donnerstag vor dem deutschen Bundestag halten wird, vorab zu veröffentlichen:

Sehr geehrte Damen und Herren!

Es ist für mich ein besonderer Moment, vor dem deutschen Bundestag zu sprechen. Doch stehe ich hier als politisches oder als religiöses Oberhaupt des Vatikanstaates? Und was verbindet Politik und katholische Kirche heute in Deutschland überhaupt noch miteinander? Ich stehe hier als Stellvertreter einer Gemeinschaft, die einen Schatz an moralischer Erkenntnis und Erfahrung in sich verwahrt, der für die ganze Menschheit von Bedeutung ist. Dabei ist jedoch nicht zu übersehen: Das Katholische ist in Deutschland zu einer Stimme unter vielen geworden. Der Staat begreift sich längst als weltanschaulich neutral und garantiert die Glaubensfreiheit. Dazu gehört auch die Freiheit, nicht an Gott zu glauben, sondern sich selbst und den Mammon an dessen Stelle zu setzen. Doch da, wo alles möglich ist, wo alles als gleich gilt, da wird auch schnell alles gleichgültig. Das ist es, was die katholische Kirche meint, wenn sie von einer Diktatur des Relativismus spricht.

Doch liegt in dieser Entwicklung auch eine große Chance: Wie wir erst nach dem Sündenfall ein freiwilliges und authentisches „Ja“ zu Gott sagen können, können wir uns in der obdachlosen Demokratie ohne äußeren Zwang auf unsere wahre Heimat besinnen. So betrachtet ist der demokratische Zeitgeist eine felix culpa, eine glückliche Schuld also, da aus der vorübergehenden Verwirrung eine größere Klarheit erwachsen und schließlich die verwirrte Diktatur des Relativen einer entwirrten Diktatur des Absoluten weichen kann.

Es ist wahr: In Deutschland sind Staat und Kirche nicht in jeder Hinsicht getrennt. Noch gibt es zwei große Parteien, die das Wort „christlich“ in ihrem Namen tragen. Auch zieht der Staat die Kirchensteuer ein und finanziert aus Einkommenssteuer, nicht aus Kirchensteuer, zum Beispiel diesen Papstbesuch, die Arbeit der Caritas und etwa 90 % der Kosten katholischer Schulen, Krankenhäuser und Altersheime. In diesen staatlich finanzierten Einrichtungen kann die Kirche nach ihren Maßstäben entscheiden, wen sie einstellt und wen nicht. Ich danke an dieser Stelle herzlich dem deutschen Steuerzahler, gleich welchen Glaubens, dass er mit seinem großzügigen Steuergeschenk zum Ausdruck bringt: Ja, ich sehne mich nach Verbundenheit mit dem wahren Glauben. Auch das ist Politik.

Jedoch keine Politik, die den jeweils modischen Stimmungsschwankungen einer orientierungslosen säkularen Mehrheit zu Willen ist, sondern die sich allein der Wahrheit verpflichtet. Das führt beizeiten zu Spannungen. Um ein Beispiel zu geben: Manche kritisieren, dass der Vatikanstaat neben Weißrussland der einzige europäische Staat ist, der die Menschenrechtscharta nicht unterzeichnet hat. Die katholische Kirche tritt weltweit für Menschenrechte ein, „Menschenrechte“ heißt für uns aber nicht „Frauenrechte“ und darf also nicht heißen, die gottgewollten Unterschiede der Geschlechter einzuebnen. Mann und Frau haben vor Gott den gleichen Wert, aber ihre Aufgaben im Schöpfungsplan unterscheiden sich. Seit ein paar Jahrzehnten mehren sich Spekulationen im wissenschaftlichen Gewand, die von „Gender“ sprechen, als seien männlich und weiblich nur gesellschaftliche Konstrukte. Da heißt es, die in der Genesis von Gott angeordnete Herrschaft des Mannes über die Frau sei bloße Ideologie. Hier muss die Kirche ihrerseits die Wahrheit gegen eine aggressive atheistische Ideologie verteidigen.

Auch aus den eigenen Reihen wird immer wieder gefordert, Frauen den Zugang zum Priesteramt zu öffnen. Doch die Antwort lautet: Non possumus. Wir können nicht. Wenn Papst … weiter lesen

19.09.2011 von Heiko Werning
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Bis dahin, Komplize!

von Heiko Werning

Foto: Peter Alberts

Ein wenig wirkte Roger Trash wie aus der Zeit gefallen, mit seinen schulterlangen Haaren, den weißen, lang ausgezogenen, spitz zulaufenden Schuhen und dieser pelzigen Russenmütze, die er, wenn das Wetter es eben erlaubte, also grob geschätzt bei Temperaturen, die signifikant unter 30 °C lagen, stets trug. Seine Lieder waren die Form von Rockmusik, die man wohl bald in den Kanon der Klassik aufnehmen wird, dazu mit deutschen Texten, was manch einen reflexhaft zur gedankenleeren Schmähvokabel „Deutschrock“ bewegte. Nein, dem Zeitgeist, das kann man schon mal festhalten, rannte Roger Trash nicht hinterher. Er sah höchstens mal kurz nach ihm auf, um ihm ein paar Zeilen hinterherzurufen. „Lebst du noch oder wohnst du schon?“, fragte er schon vor Jahren, als sich noch nicht jeder Schülerjournalist an dem Ikea-Spruch abgearbeitet hatte, oder auch: „Es gibt immer was zu feiern, ständig ein Event / kommen deine besten Freunde wenn dein Dachstuhl brennt?“
Roger Trash, 1959 im niedersächsischen Diepholz geboren, schildert seinen Werdegang selbst wie folgt: „Klein-Trash spielt in der Kaserne oder sitzt im Kino und träumt von der weiten Welt. Die Russen greifen einfach nicht an. 1966 Flucht nach Münster. Die Karriere auf dem Wilhelm-Hittorf-Gymnasium endet vorzeitig ohne Abitur. Zivildienst mit geistig behinderten Kindern, Gelegenheitsarbeiter. Fensterputzer, Sex-Shop-Verkäufer, Möbelpacker, Kirmesboxer bei der Schlütertruppe sowie kleine Exkursionen als Frauenheld.“ Dann aber fand er zur Musik. Als Jazz-, Pop- und Rockmusiker auf der Bühne, unter Vertrag bei verschiedenen Bands, schließlich auch mit der eigenen. Sein wohl bekanntestes Engagement war als Bassist bei Peter Burschs Bröselmaschine, eine der ersten wichtigen Rockbands im Nachkriegsdeutschland (und ja: genau jener Peter Bursch, den unzählige Gitarrenschüler von ihren Lehrheften kennen). Er zog durch die Republik und spielte, spielte, spielte. War das die weite Welt, von der Klein-Trash geträumt hatte? „1996 dann Boxenstopp, nach 1.500 Konzerten endet die Rock`n`Roll-Odyssee auf der Reeperbahn. Die Batterien sind leer, die Plattenverträge futsch. Das jahrelange Vagabundenleben fordert seinen Tribut. Es gilt, die letzten Reste von Energie und Ambition zu bewahren.“
Trash erfindet sich neu. Er schreibt nun Geschichten und Romane, auf der Bühne sattelt er um vom Rockstar zum, wie es idiotischerweise immerzu heißt, Singer/Songwriter, dabei macht er doch einfach nur Lieder und wäre mit dem Substantiv Liedermacher gut beschrieben. Schöne Lieder. Direkte Lieder. Gern dicht am Gefühl, immer im Bemühen um klare Worte, vor allem aber mit Haltung und Humor und einer Liebe zu schönen Einzelwörtern, die er sich gerne selbst zusammenbastelt oder für seine Zwecke kapert.
Eine meiner Lieblingsnummern von ihm ist eine eher schlichte Ballade über den Gang der Welt mit einem schönen, aber durchaus pathetischen Refrain, seltsamerweise auf Italienisch, „Trebbiano del Rubicone“ heißt sie. Irgendwann fragte ich ihn, was der italienische Text um Himmels Willen eigentlich bedeuten sollte? Berühmte Zeilen eines italienischen Dichters oder Revolutionärs? Das Zitat eines bedeutenden Denkers, der vielleicht vor meiner Zeit in der Alternativszene schwer angesagt war? Nö, antwortete Roger, das sei einfach nur das, was auf dem Etikett der Weinflasche gestanden habe, als er das Lied schrieb. Ich war bezaubert.
Nebenbei spielt er in Theaterstücken und Filmen mit, bringt eine Rio-Reiser-Revue auf die Bühne, schreibt Musik für den chinesischen Staatszirkus und … weiter lesen

15.09.2011 von Jakob Hein
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Nachrichten vom Niedergang der politischen Karikatur (XII)

von Jakob Hein

An vielen Tagen sitzt der Blogger da und hinterfragt den Sinn seines Tuns. Wer soll all das Geschriebene lesen, wenn doch alle selbst zu schreiben scheinen? Der Vorschlag, Transferleistungen nur dann zu zahlen, wenn der so Unterstützte gelobt, keinesfalls öffentlich zu schreiben, hat sich ja auch nicht durchsetzen können.

Aber dann gibt es diese Tage, wo man plötzlich denkt: Da draußen interessiert sich jemand für Dein Blog. So ein Tag war vorgestern. Die “Karikatur” in der Süddeutschen Zeitung lässt doch nur einen Schluss zu: Dort in München sitzen fleißige Leser des “Reptilienfonds”, die besonders diese Rubrik hier zu schätzen wissen. Alle paar Tage lassen sie mal eine besonders absurde Zeichnung abdrucken und schließen dann Wetten darauf ab, wie lange der Reptilienfonds wohl brauchen wird, um darauf zu reagieren. Vielleicht bangen sie auch manchmal, ob es die “Karikatur” tatsächlich in unsere Rubrik schaffen wird.

Aber die beiliegende Zeichnung schafft natürlich die… weiter lesen