taz setzt neuen Meilenstein des Investigativjournalismus

von Jakob Hein

Eine Journalistin muss auch dahin gehen, wo es weh tun kann.

Wenn ein taz-Autor und ein Milliarden-Konzern vor Gericht stehen, wenn die “Süddeutsche Zeitung” dazu eine ganze Seite macht, wenn der “Tagessspiegel” und das “Deutschlandradio” darüber berichten – klar, dass sich dann auch die taz des Themas annimmt, nämlich indem Sie den Vorstandsvorsitzenden des Konzerns interviewt. Mit bohrenden Fragen wie: “Warum tun Sie sich das noch an?” “Kriegen Sie die richtig guten Leute überhaupt noch?” “Gleichzeitg haben Sie den Professoren abgerungen, auf 5 Prozent ihres Gehalts zu verzichten.” “Wie haben Sie die Zielgerade zur schwarzen Null dann erreicht?” oder “Soll auch weiterhin an allen Standorten geforscht und geheilt werden?” wurde hier knallhart nachgefragt, der Finger in schwärende Wunden gelegt, der monatelange Arbeitskampf der Angestellten diskutiert und die extrem problematische Verquickung von Pharmaindustrie und Universitätsmedizin bloßgelegt. Klar, dass da am Tag nach dem zweiten Prozess innerhalb von 14 Tagen gegen den taz-Autor kein Platz mehr für eine einzige Frage zu diesem Thema blieb.


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