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vonJakob Hein 20.04.2012

Reptilienfonds

Heiko Werning über das tägliche Fressen und Gefressenwerden in den Wüsten, Sümpfen und Dschungeln dieser Welt.

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SZ v. 20.04.12

Otto Rehagels Jahre in Griechenland haben ihm gut getan, denn offensichtlich hat er neben etlichen Hektolitern Retsina auch noch einiges an griechischer Philosophie mitbekommen. Er vermag es, Fragen zu stellen, deren Beantwortung seine Schüler klüger machen, als es ihm durch das Erteilen von Antworten jemals hätte gelingen können. Klar, der Georgier Kobiashvili liegt mit seiner ersten, einen roten Karte als Verteidiger weit unter dem Bundesliga-Durchschnitt und bei einem Fünftel von Rekordhalter Jens Nowotny.

Aber was heißt das alles im Zusammenhang mit dem „Zweiten Weltkrieg“? Wurden damals mehr rote Karten verteilt oder weniger? Gibt es überhaupt erst Karten seit dem „Zweiten Weltkrieg“, als Symbol des Entsetzens der Engländer über den Krieg, die rote Karte zu zeigen, um nicht den Krieg erwähnen zu müssen? Woher hat Rehhagel seine Statistik? Ist es gefühltes Wissen? Ist es Altersmilde, die aus ihm spricht? Wenn das die Dinge sind, die der Mann sagt, wenn er weiß, das die Mikrofone auf ihn gerichtet sind, ist man dann nicht unheimlich gespannt, was für Perlen der Fußballweisheit er mit seiner Mannschaft teilt? „Du bist der kopfloseste Spieler seit Napoleon.“ „Du bist der sensibelste Spieler seit Hannibal.“ „Dribbel um den Vorstopper und lass dich nicht vom Libero umhauen.“

So sicher, wie er seine Mannschaft in die zweite Liga führt, so klar ist sein philosophisches Können internationale Spitzenklasse.

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