Archive for August, 2012

28.08.2012 von Heiko Werning
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Nils Heinrich & Heiko Werning: Irgendwo muss man ja wohnen (Mehringhof-Theater Mi 26.8. – Sa 1.9.)

von Heiko Werning

Plakat

Neue Fatwahs und Seligsprechungen von Stuttgart bis Wedding.
Irgendwo muss man ja wohnen: Gemeinsam lesen, schimpfen, singen und rappen Nils Heinrich und Heiko Werning über dieses Grundelend menschlicher Existenz und erklären den Berlinern und Möchtegern-Berlinern, warum es nirgendwo so provinziell ist wie in ihrer hippen Dingsda-Metropole. So dermaßen unhip nämlich, dass sogar Typen wie Werning und Heinrich da wohnen können.
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Karten-Tel.: 030-6915099
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Mi 29.8. – Sa 1.9.
20 Uhr Mehringhof-Theater
Gneisenaustr. 2a, Kreuzberg
U6/7 Mehringdamm

27.08.2012 von Heiko Werning
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Tiger-Unfall in Köln

von Heiko Werning

Ein Sibirischer Tiger hat im Kölner Zoo seine Pflegerin getötet und musste vom Zoodirektor erschossen werden. Ursache war wohl ein Versehen der sehr erfahrenen Frau; bei Reinigungsarbeiten hat sie die Großkatze nicht sicher ausgesperrt. Gleich hyperventiliert die Medienlandschaft, der Albtraum ist eine Traumstory: wildes Tier versus schöne Frau, Tragödie und ein martialisches Finale mit dem Großkalibergewehr. Dabei handelt es sich, so traurig es ist, um einen ganz normalen Arbeitsunfall. Bekommt der Elektriker einen tödlichen Schlag, ist das nicht einmal der Lokalzeitung mehr als eine Randnotiz wert, wird der Arbeiter an der Metallpresse zermalmt, fordert niemand die Abschaffung von Metallpressen. Zootiere sind wilde Tiere, sie zu zeigen, ist der Sinn der Einrichtungen. Mit ihnen zu arbeiten birgt immer ein Risiko, wenn sicher auch mehr Tierpfleger auf dem Weg zu ihrer Arbeit im Straßenverkehr verunglücken als dort selbst. Daraus nun abzuleiten, die Haltung von Großkatzen sei tierquälerisch, weshalb der Tiger habe flüchten… weiter lesen

26.08.2012 von Jakob Hein
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Übernimmt Gülcan dann später die “Emma”?

von Jakob Hein

Gestern abend im ZDF, noch zwanzig Zentimeter bis zu Alice Schwarzer (c) ZDF

Sehr geehrte Frau Schwarzer,

es ist ja nicht zu bestreiten, dass Sie vieles für dieses Land geleistet haben. Und auch wenn man es nicht begrüßen oder auch nur verstehen muss, warum Sie nun für eine der sexistischsten Zeitungen im Land schreiben, ist es doch letztendlich Ihre Privatsache, weil man das ja nicht lesen muss. Genauso muss man auch nicht verstehen, warum Sie es vorgezogen haben, Ihren Lebensabend nicht als Persönlichkeit sondern als Promi zu verbringen. Und auch das ist Ihre Privatsache, denn wer schaut denn schon das ZDF und überlebt die Sendungen, um davon erzählen zu können – es sind wenige. Aber als in der Sendung “Der Super-Champion” sich diese Drehscheibe mit den zwei Männern auf ihren Stuhl bewegte bis dieser sehr lange, leuchtende – sagen wir mal – Zeiger mit der eichelartigen Verdickung… weiter lesen

24.08.2012 von Jakob Hein
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Diskrimierende Diagnosensuche – was hat Breiviks Diagnose mit seiner Gefährlichkeit zu tun?

von Jakob Hein

Heute wird das Urteil gegen den norwegischen Islamhasser und Massenmörder Breivik erwartet. Besonderes Interesse findet dabei die Frage, ob das Gericht den Angeklagten für psychisch krank erklärt oder nicht. Professor Einar Kringlen hielt ihn zunächst für schizophren, nun aber nicht mehr, weil er logische Antworten auf die gestellten Fragen gegeben hat. Tatsächlich ist dies nach norwegischem Recht die entscheidende Kategorie. Wenn jemand an einer Schizophrenie leidet, ist er in Norwegen schuldunfähig. Punkt. Was für ein Fehler und was für eine dringende Gegebenheit, diesen Umstand zu korrigieren. Denn es ist vollkommen unerheblich, ob man Breivik mit einer Diagnosenummer nach psychiatrischer Klassifikation beziffern kann oder nicht. Er ist überzeugt davon, mit seinen Morden das Richtige getan zu haben und man sollte ihn daher auch nicht mit 54 Jahren wieder in die Gesellschaft zurück entlassen, der er so militant feindlich gegenübersteht.

Hinter den norwegischen Gesetzen steht eine ebenso sorgsam tradierte wie falsche Auffassung… weiter lesen

23.08.2012 von Heiko Werning
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Druckerschnitzel und Soja-Felder: dieser Text hat mehr als 3.600 Zeichen

von Heiko Werning

Halten wir doch zu Beginn fürs Protokoll erst einmal fest: Es wird weltweit zu viel Fleisch gegessen, vor allem in den entwickelten Ländern. Viel zu viel. Schon aus ernährungsphysiologischer Sicht, aber das soll hier nicht weiter interessieren. Aber eben auch aus Tierschutz- und Umwelt-Sicht, darum soll es hier gehen. Große Flächen wurden und werden, besonders drastisch in Südamerika, für die Weidewirtschaft, zunehmend aber auch für den Anbau von vor allem Soja gerodet. Das ist ein großes Naturschutzproblem. Das so gewonnene Soja wird zu sehr hohen Prozentsätzen wiederum für die Fleischproduktion eingesetzt, und zwar nicht in den tropischen Ländern, sondern bei uns. Das führt zu großen Umweltproblemen und ist ein gefährlicher Irrweg. Deswegen trägt jeder, der weniger oder kein Fleisch isst oder gar auch auf Milchprodukte verzichtet, im derzeitigen Welternährungssystem zu einer Verbesserung bei. Seid also geknuddelt, liebe Vegetarierinnen und Vegetarier. Und sogar Ihr, liebe Veganerinnen und Veganer.

 

Nun habe… weiter lesen

21.08.2012 von Heiko Werning
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Vom Drucker auf den Teller

von Heiko Werning

Fressen und gefressen werden – die Grundkonstante der Evolution gilt auch für den, der sich am meisten Gedanken darüber macht. Der Mensch ist ein Allesfresser, der nicht nur Körner und Blätter verputzt, sondern auch Mitgeschöpfe, die ihn zuvor noch treuherzig angeguckt haben. Der archaische Vorgang des Tötens aber gefällt uns nicht, weshalb wir ihn in abgeschottete Exklaven delegiert haben. Doch auch die zum freundlich lächelnden Gesicht gegossene Wurstscheibe hat zu lebenden Tieren gehört, die sich nicht freiwillig das Bolzenschussgerät an die Schläfe gesetzt haben, selbst wenn sie angesichts der Zustände in der Intensivtierhaltung durchaus Anlass dazu hätten.

Viele Menschen mögen deshalb kein Fleisch mehr essen. Was naheliegend ist, zumal wir zu viel davon verzehren, mit deprimierenden Folgen für Tier, Mensch und Umwelt. Wäre die Welt also eine bessere, wenn die Menschheit auf eine vegetarische oder gar vegane Ernährung umstiege? Eher nicht. Der Flächenverbrauch wäre immens, denn der Mensch kann pflanzliche… weiter lesen

19.08.2012 von Jakob Hein
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Unvollständige Gedichte

von Jakob Hein

In diesen verrückten Zeiten kennt man sich ja gar nicht mehr aus. Die Psychiater tun so, als wären sie Friseure “Einfach mal quatschen”, “Coaching” oder wie Ildiko von Kürthy im Interview sagt: “Ich hatte eine Mischung aus burn-out, Nervenzusammenbruch und Depression”.  Nein wirklich?

Und die Friseure tun so, als wären sie Psychiater mit “mehr als nur Haareschneiden”, “ganzheitlichen Wellness-Paketen” und “Streicheleinheiten für Kopfhaut und Seele”. Aber das Gedicht hier, von dem einen Friseur, das ist doch unvollständig, oder? Da fehlt doch ein Wort, gell? Oder bin das nur ich?

Naja, “Du bist mein Reim auf Schmerz” summend verabschiede ich mich zur Reformbühne, wo wir heute bei 100 zahlenden Gästen das Brett dicht machen müssen (Auflage). Kommt also lieber gleich mit!

18.08.2012 von Jakob Hein
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Das Scheitern von Multi-Kulti hat aber auch nicht funktioniert

von Jakob Hein

Auf der Rosa-Luxemburg-Straße gibt es mittlerweile vor allem Läden, die der Hebung des Lifestyles zuträglich sind: edle Hüte, edle Kleider, noble Restaurants und Unterwäsche. In einem der Kleiderläden findet ein nach italienischem Salz benannter Schlussverkauf statt, so dass ein Kleid schon für 250 Euros herausgeschmissen wird.

Erfreulicherweise ist der Laden für Naziklamotten verschwunden und den türkischen Küchengerätehändler daneben gibt es noch.  Solche Läden haben für mich Suchtcharakter. Die vielen spannenden Geräte strömen Schönheit, Funktionalität und Rätselhaftigkeit aus. Die dreieckige Chrommulde – was kann man mit ihr bereiten? Der merkwürdige Öffner mit dem Stahlzugband -  welcher Koch wendet ihn in seiner Küche an? Die herrlichen Rührschüsseln aus Metall, die Töpfe, die man kaum anheben kann, weil sie so großartig schwer sind. Die Messer hinter Glas – groß und gefährlich. Der richtige Küchenladen darf auch nicht aufgeräumt sein in einem konservativen Sinn. In einem richtigen Küchenladen steht alles gestapelt, verkramt und in… weiter lesen

14.08.2012 von Heiko Werning
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Hier spricht der/die Antispeziesist_in

von Heiko Werning

Meine Befassung mit den Human-Animal Studies hat einige interessante Reaktionen in mein Postfach flattern lassen, die ich dem nichttierlichen Teil der Mensch-Tier-Gesellschaft nicht vorenthalten möchte:

Sehr geehrter Herr Werning,
in ihrem Artikel “Tier und wir” (Jungle-World Nr. 26/ 28.06.2012) schreiben Sie:
Zitat:

/”Denn selbst die mit Menschenrechtgewährung vergleichsweise verwöhnten Menschenaffen haben ja nichts Besseres zu tun, als ihre Artgenossen zu
meucheln…/ Vor Gericht aber müsste der Schimpanse wohl auch nach Meinung von Tierrechtlern nicht kommen – weil er eben ein Tier ist und kein Mensch. Gleichberechtigung sieht anders aus.”/

Realistisches Beispiel: Ein 4 Jahre älter Junge hat in Saudi-Arabien seinen Vater mit dessen Dienstwaffe per Kopfschuss erschossen (ermordet), weil dieser ihm keine Playstation gekauft hat.
http://www.oe24.at/welt/4-jaehriger-Bub-toetet-Vater-mit-Kopfschuss/63791192

Meine Frage an Sie:
Sollte dieser 4jährige Junge, er besitzt im vollen Maße die Menschenrechte (Leben, Freiheit und Unversehrtheit), ihrer Meinung nach die volle Strafe des erwachsenen Gesetzes… weiter lesen

11.08.2012 von Jakob Hein
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Ashram-Alternativen

von Jakob Hein

Es gibt Menschen, die lange Flugreisen machen, nur um Ruhe und Abgeschiedenheit zu finden. Dabei ist die Ruhe doch so nah. In Vorpommern zum Beispiel wird am Dienstag der Strom abgestellt von 8 Uhr bis ca. 15.30, man kann sich vorstellen, dass es auch ein wenig länger dauern könnte. Bei “eventuellen Rückfragen” kann man ja anrufen, aber erstens ist ja alles klar und zweitens sollte man dann auch eventuell das Telefon gut aufgeladen haben, weil es an dem Tag mit Rückfragen sonst schwierig wird.

Kein Problem! Denn hier gibt es keine Kühlschränke, keine Teufelszeuge wie das Internetz-Server, keine alten Menschen an Beatmungsgeräten. Und es steht ja im Kleingedruckten: Das hat kaum Auswirkungen, wenn man die Geräte in der Zeit einfach nicht benutzt. Genial! Aber die Leute hier werden all das eh kaum bemerken, wenn sie sich die Gerste für ihren Ersatzkaffee auf dem Küchenofen rösten und mit den Holzscheiten ihre… weiter lesen