Konstantin Sakkas, das Quotenmännlein von Cicero

„Schluss mit dem Quotengejammere!“, fordert der Journalist Konstantin Sakkas ganz keck im Männermagazin „Cicero“ und findet dafür harte empirische Gründe: „Wenn ein junger Mann auf eine Party kommt, dann entweder, weil er explizit eingeladen ist, oder weil er sie selber ausrichtet. Wenn eine Frau auf eine Party kommt, dann, weil sie eine Frau ist“, führt er ein Beispiel dafür an, warum Frauen „die ersten drei Jahrzehnte ihres Lebens in einer bunten Seifenblase verleben, in der es keine Widerstände gibt, in der ihnen die Welt zu Füßen liegt und sie faktisch alles und jeden erreichen können, wenn sie nur halbwegs gut ausschauen“, und ist um weitere nicht verlegen: „Wenn ein Mann einen Job kriegt, dann, weil er erstens sehr qualifiziert ist und zweitens seine Qualifikation so geschickt zu verschleiern weiß, dass sie nicht zu sehr auffällt; wenn eine Frau einen Job kriegt, dann, weil sie eine Frau ist.“ Oder: „Wenn ein Mann eine Partnerin, oder auch nur einfach Sex, haben will, muss er dies generalstabsmäßig planen, sich eine bestimmte Aura geben und diese Aura möglichst geschickt zum Einsatz bringen; eine Frau braucht einfach nur aus dem Haus zu gehen, sich einen Typen raussuchen und etwas Willigkeit signalisieren.“ Um es also zusammenzufassen: „Die Haupterfahrung der Frau von dreißig Jahren ist die, dass ihr alles in der Welt zufliegt. Die Haupterfahrung des Mannes mit Dreißig ist die, dass das Leben hart, grausam und vor allem ungerecht ist.“ Und Sakkas muss es ja wissen, schließlich ist er selbst punktgenau dreißig Jahre alt.

Aber: Wenn Konstantin Sakkas nie auf eine Party eingeladen wurde, keinen Sex und in den ersten dreißig Lebensjahren immer noch keinen anständigen Job abbekommen hat, sondern stattdessen als „freier Autor“ für „Zeit“, SWR und eben „Cicero“ sein Dasein fristen muss, dann liegt das womöglich gar nicht daran, dass er ein Mann ist, dann könnte der Grund auch einfach sein, dass er – nun ja, eben Konstantin Sakkas ist. Und das finden angemessen, menschenfreundlich und gerecht: die gut aussehenden, frauenumschwärmten und partygestählten Jungmänner des Reptilienfonds.

Kommentare (3)

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  1. Respekt! Der Typ schafft es immerhin noch, seine ernsten Probleme geschickt zu Text und Geld machen. Andere in dem Stadium siechen da schon deutlich stärker. Habe ihn einmal kennenlernen dürfen, dieser Artikel hätte aber absolut gereicht…

  2. Ah, die Vorschau auf einen neuen Brief an die Leser. Sehr schön. Gefällt mir auch.