Zumindest musste ja mal einer den Anfang machen

Als jemand, der in einem Psycho-Heilberuf tätig ist, wird man immer wieder gefragt: „Was bringt denn das?“

Und so genau kann man das oft gar nicht beantworten. Schließlich müssen die Patienten ja den Weg in die Praxis antreten, dort unnütze Konversationen mit Busfahrern und U-Bahn-Fahrgästen ertragen, müssen Wartezimmer-typische Journale lesen und Wartezimmer-typische Keime mitnehmen. Im Sprechzimmer selbst führen sie womöglich Konversationen, gegenüber denen ihnen die Unterhaltungen im öffentlichen Nahverkehr womöglich nachgerade tiefgründig vorgekommen sind. Und am Ende bekommen doch alle Tabletten und sei es nur, um die Volksseele nicht zu verunsichern. Häufig verschreibt man allein deswegen irgendein Placebo, damit das Vorurteil, dass man ja doch immer nur Tabletten verschrieben bekäme, nur ja die Wahrheit bleibt.

Also: „Was bringt denn das?“ Im besten Falle verbesserte Lebensqualität, vielleicht den Anreiz, das eigene Leben zum Besseren zu ändern, damit man bloß nie wieder zu diesem doofen Therapeuten muss. Es gibt verschiedene Gründe. Aber kann man es genau machen. Nun, ein Yoga-Zentrum hat es nun endlich einmal versucht: 15 h / Stunde. Das heißt für eine „Stunde“ (= abgerechnete Therapieeinheit) erhält man 15 h Lebenszeit. Ist doch ein guter Deal.

Allerdings ist das Ganze nicht einklagbar. Denn für eine „Stunde“ beim Anwalt oder bei Gericht erhält man nur 0,02 h Lebenszeit, so dass hier die gewonnen Stunden wieder verrinnen. (Bei manchen Anwältinnen ist es nicht so schlimm.) Also: Hübsch die Sonne grüßen und das Wurzel-Chakra spüren. Bringt was.

Die E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.

*