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	<title>Reptilienfonds</title>
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	<description>Heiko Werning (Schriftsteller &#38; Reptilienforscher) und Jakob Hein (Schriftsteller &#38; Kinderpsychiater) über das tägliche Fressen und Gefressenwerden in den Sümpfen und Wüsten der Welt.</description>
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		<title>Unfassbar! Kristina Schröder lässt sich Angelina Jolies Brüste transplantieren</title>
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		<pubDate>Thu, 16 May 2013 06:43:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jakob Hein</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Kristina Schröder]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/files/2013/05/Keine-Bikinis-in-der-Katakombe.jpg" rel="lightbox[3184]"><img class="alignleft size-medium wp-image-3185" src="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/files/2013/05/Keine-Bikinis-in-der-Katakombe-424x565.jpg" alt="" width="424" height="565" /></a>In einer spektakulären Aktion hat sich Bundesfamilienministerin Schröder die ehemaligen Brüste von Hollywood-Star Angelina Jolie transplantieren lassen. &#8220;Die Brüste sind bei mir sicher&#8221;, sagte Schröder den erstaunten Journalisten. &#8220;Da ich selbst nicht das gefährliche Gen trage, können sie bei mir nicht so leicht Brustkrebst bekommen.&#8221;</p>
<p>In einer Pressekonferenz sagte Schröder, dass das Schicksal des Hollywood-Stars ihr Interesse an weiblichen Themen geweckt habe. Während die Ministerin bisher vor allem dadurch in Erscheinung getreten ist, dass sie die Gleichberechtigung der Frauen überall dort in der Gesellschaft ausgebremst hat, wo sie dies nicht mehr vollständig verhindern konnte, interessiert sie sich nun plötzlich für Frauenthemen. Nachdem ihr beim Vorlesen von Kinderliteratur bereits <a href="http://www.zeit.de/2013/01/Kristina-Schroeder-Sprache-Rassismus">aufgefallen </a>war, dass bestimmte Darstellungen in Kinderbüchern heute rassistisch sind, fallen ihr nun bestimmte Darstellungen von Frauen in der Literatur unangenehm auf. &#8220;Bei &#8216;Hänsel &amp; Gretel&#8217; kommt es mir manchmal so vor, als würden die Frauenfiguren nicht durchgängig positiv sein&#8221;, erklärte die Ministerin ihre neue Perspektive auf das Weibliche.</p>
<p>Feministinnen geben sich angesichts der neuen Entwicklung optimistisch: &#8220;Frau Schröder ist ja noch jung. Und wenn es so weitergeht, entwickelt sich aus der Ministerin im Laufe der Pubertät ihrer eigenen Kinder noch eine richtig engagierte Kämpferin für die Sache der Gleichberechtigung&#8221;, heißt es hinter vorgehaltener Hand.</p>
 <p><a href="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/?flattrss_redirect&amp;id=3184&amp;md5=163037703c1e3b5235abddd60ee6f7c9" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Wenigstens ich kann anlässlich des NSU-Prozessbeginns etwas gestehen</title>
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		<pubDate>Sun, 12 May 2013 07:58:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jakob Hein</dc:creator>
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		<category><![CDATA[NSU]]></category>
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		<category><![CDATA[Zschäpe]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Tahoma,sans-serif"><a href="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/files/2013/05/Bauer_Ochse.jpg" rel="lightbox[3177]"><img class="alignleft size-medium wp-image-3180" src="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/files/2013/05/Bauer_Ochse-424x318.jpg" alt="" width="424" height="318" /></a>Als bei der Lotterie des Oberlandesgerichts München die „Brigitte“ einen der Journalistenplätze zugelost bekam, hatte ich eine Idee: Mein Plan war, mich satirisch in die Position des Berichterstatters des Frauenmagazins zu begeben und den Prozess ausschließlich aus Sicht eines – ich gebe es zu – sexistischen Frauenbildes darzustellen. Ich wollte über das Aussehen der Angeklagten schreiben, was sie isst, was sie anzieht, wo sie zum Friseur geht. Die Idee dahinter war es, einerseits das Grauen der rechtsextremen Morde zu unterlaufen und andererseits das gängige Frauenbild der gängigen Frauenzeitschriften zu karikieren – zwischen Kleiderschrank und Herd immer hin und her laufend. Vielleicht wäre es möglich, auch Banalisierungstendenzen in der Berichterstattung zu entlarven sowie die Verharmlosung einer mutmaßlichen Serienmörderin aufgrund der schlichten Tatsache, dass sie eine Frau ist. Schließlich würde ja bei einem Mann niemand über die flotten Wildlederschuhe oder den schicken Anzug sprechen.</span></p>
<p align="LEFT"><span style="font-family: Tahoma,sans-serif">Leider muss ich mir schon nach dem ersten Prozesstag eingestehen, dass mein Vorhaben absolut gescheitert ist. Die tatsächliche Berichterstattungder überregionalen Presse über den NSU-Prozess, die sich weitgehend auf die Person Tschäpe beschränkt und  im Übrigen kaum etwas Ihnhaltliches über den Prozess zutage fördert, kann nicht von mir karikiert werden. Die einzige Möglichkeit, das Bestehende noch zu übertreiben, wäre es, wenn Heidi Klum direkt mit Zschäpe in eine Zelle gesperrt würde, wenn Zschäpe vom Gericht zur Teilnahme am Dschungelcamp verurteilt würde, wenn irgendeine Kleiderserie bei irgendeinem in Bangladesh nähen lassenden Kleiderkonzern von ihr designt werden würde. Ich jedenfalls kann mit meinen Mitteln diese Realität nicht überzeichnen. Lediglich der belächelte Sender &#8220;<a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/themenderwoche/2104761/">Radio Lotte Weimar</a>&#8221; und die Seite <a href="www.nsu-watch.info">nsu-watch </a>förderten mehr zutage als Modekritik und das Stöhnen über schlechte Luft im Gerichtssaal.<br />
</span></p>
<blockquote>
<p align="RIGHT">Wie sie da steht, mit nachtblauem Sakko, weißer Bluse und schwarzer Jeans, vermuten ausländische Journalisten auf der Empore, sie sei gar nicht Zschäpe, sondern ein Mitglied ihres Verteidigerteams. Doch es ist Zschäpe, mit bleichem Gesicht und schmalen Lippen, die üppigen, dunklen Haare trägt sie offen. Sie wirkt genervt, verschränkt die Arme, wirft den Kopf kurz nach hinten, doch dann lächelt sie ihre Verteidiger an.</p>
<p align="RIGHT">„Tagesspiegel“ 06. Mai 2013</p>
<p align="RIGHT">Die mutmaßliche Terroristin ist gerade in den Gerichtssaal gekommen. Ohne Hand- oder Fußfesseln. Aus einem Phantom, das man fast nur von Fahndungsplakaten kannte, wird in diesem Moment eine schlanke Frau, die in weißer Bluse und schwarzem Blazer nicht auffällt zwischen ihren Anwälten. Beate Zschäpe sieht nicht mehr aus wie eine Terroristin. Den Fotografen zeigt sie am Montagmorgen zwar nur ihren Rücken. Doch abseits vom Blitzlichtgewitter verschränkt sie leicht kokett ihre Arme und setzt sich mit dem Po auf ihren Tisch.</p>
<p align="RIGHT">„Die Welt“ 06. Mai 2013</p>
<p align="RIGHT">Um 9.56 Uhr betritt Beate Zschäpe mit schnellen Schritten den Verhandlungssaal A 101 des Strafjustizzentrums in München. Hier wird sie in den kommenden Monaten viel Zeit verbringen. Äußerlich sieht die Angeklagte eher aus wie eine erfolgreiche Geschäftsfrau. Sie dreht sich kurz, was ein wenig kokett wirkt, dann wendet sie den Fotografen den Rücken zu, lehnt sich an eine Stuhllehne und verschränkt die Arme vor der Brust.</p>
<p align="RIGHT">Man kann diese Haltung als stolz deuten, als abweisend oder selbstbewusst &#8211; oder als Versuch, Unsicherheit zu überspielen. Da das Gericht sich Zeit lässt, steht Zschäpe ziemlich lange so da, in schwarzem Hosenanzug und weißer Bluse, die langen dunklen Haare mit lockerem Stufenschnitt, große silberne Kreolen im Ohr. Zwischendurch stützt sie die Hände in die Hüften oder klammert sich an der Stuhllehne fest.</p>
<p align="RIGHT">Die meiste Zeit stehen ihre drei Verteidiger um sie herum, schirmen die zierliche Frau ein wenig ab, unterhalten sich ein bisschen mit ihr, während sich die Kameras an ihrem Rücken abarbeiten. Sie ist die Hauptangeklagte in diesem Verfahren, die einzige Überlebende des «Nationalsozialistischen Untergrunds». Ihr droht lebenslange Haft &#8211; die Anklage wirft ihr Mittäterschaft an zehn Morden vor, und noch einiges mehr. Erst als die Fotografen und Fernsehteams den Saal verlassen haben, dreht Zschäpe sich um.</p>
<p align="RIGHT">Die 38-Jährige sieht bleich aus und müde. Bis auf Frisur und Outfit sieht sie den bekannten Fahndungsbildern ziemlich ähnlich. Als der Vorsitzende Richter die Liste der Nebenkläger und ihrer Anwälte verliest, schaut sie aufmerksam in den hinteren Bereich des Saals; einmal verzieht sie in schwer zu deutender Weise das Gesicht. In der Verhandlung scheint sie eher unruhig: Mal verschränkt sie die Arme, mal stützt sie den Kopf auf, dann fährt sie sich mit den Händen über das Gesicht und streicht die Haare nach hinten. Immer wieder sucht sie das Gespräch mit ihren Verteidigern Wolfgang Heer und Wolfgang Stahl.</p>
<p align="RIGHT">„Augsburger Allgemeine&#8221; 06. Mai 2013</p>
<p align="RIGHT">Um 9.56 Uhr betritt sie den Saal: Weiße Bluse, dunkler Hosenanzug, verschränkte Arme. Beate Zschäpe, mutmaßliche NSU-Terroristin, die mitverantwortlich für zehn Morde, zwei Bombenanschläge und zahlreichen Banküberfälle sein soll.</p>
<p align="RIGHT">Doch als die 38-Jährige ihren ersten Auftritt im Prozess hat, wirkt sie wie eine Business-Frau auf dem Weg zu einem unerwünschten Termin. Die langen Haare sind offenbar frisch geföhnt, Zschäpe ist geschminkt, an ihren Ohren hängen große silberne Ringe. Dazu schwarze Schuhe mit Absatz – diese Frau wirkt nicht, als käme sie direkt aus der JVA.</p>
<p align="RIGHT">Nach einigen Schritten durch den Saal lehnt sie sich an einen Stuhl, dreht den Fotografen den Rücken zu. Doch man sieht, wie sie locker mit den Verteidigern plaudert, sie scheint zu scherzen, lächelt zwischendurch. Dabei droht ihr lebenslange Haft.</p>
<p align="RIGHT">„Hamburger Morgenpost“ 06. Mai 2013</p>
<p align="RIGHT">Schließlich Beate Zschäpe. Sie trägt die Arme vor dem Körper verschränkt, wendet sich andeutungsweise etwas nach links, kurz nach rechts. Sie ist schmaler als nach den bekannten Fotos zu schließen war, und auf ungewöhnliche Weise locker. Schwarzer Hosenanzug, weiße Bluse, frisch geföntes langes dunkles Haar. &#8220;Gestylt&#8221;, mokieren sich Zuschauer. Sie macht einige Schritte, fast posend, mit einem Anflug an Koketterie. Dann dreht sie sich, wendet demonstrativ den Fotografen den Rücken zu. Eine Weile steht sie, lehnt sich lässig mit dem Rücken gegen die Lehne ihres Stuhls.</p>
<p align="RIGHT">Ihre Verteidiger Wolfgang Heer und Wolfgang Stahl eilen herbei, Anja Sturm folgt mit einem Becher Wasser. Sogleich umschließen sie ihre Mandantin wie ein Kokon. Zschäpe wirft das Haar nach hinten, scheint zu scherzen. Graziös blickt sie bisweilen zur Decke. Zwischen ihr und den anderen Angeklagten findet keine Kommunikation statt.</p>
<p align="RIGHT">„Der Spiegel“ 06. Mai 2013</p>
<p align="RIGHT">Doch der Ausflug machte sie happy. &#8220;Wie Urlaub&#8221;, freute sie sich nicht nur, weil sie endlich ihre kranke Oma wiedersehen würde. Die mit Fußketten gesicherte Ostdeutsche war auch zufrieden, dass sie an diesem 25. Juni 2012, einem Montag, in Köln-Ossendorf den Suppentag verpassen würde. Suppe mag Zschäpe nicht. Sie hoffte, dass die JVA-Kantine von Gera Thüringer Bratwürste servieren würde. Die kann Zschäpe auf den ersten Biss erkennen. Es gab dann Königsberger Klopse.</p>
<p align="RIGHT">„Die Welt“ 04. Mai 2013</p>
<p align="RIGHT">
</blockquote>
<p style="text-align: left" align="RIGHT">PS Heute wieder<a href="http://reformbuehne.de/pages/gaeste.php"> &#8220;Reformbühne Heim &amp; Welt&#8221;</a> mit den kritischen Gästen Gregor Mothes und Ivo Lotion. Wer einem vom Reptilienfonds das Stichwort &#8220;Exokosmos&#8221; ins Ohr flüstert, bekommt ein Freigetränk.</p>
 <p><a href="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/?flattrss_redirect&amp;id=3177&amp;md5=d4883f7eabbe9465fbfda9b49962af07" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Preziosen provinzieller Presse II &#8211; Dann muss der Prophet zum Underberg</title>
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		<pubDate>Sat, 11 May 2013 08:46:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jakob Hein</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Presse]]></category>
		<category><![CDATA[Provinz]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_3172" class="wp-caption alignleft" style="width: 434px"><a href="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/files/2013/05/2011_07-229.jpg" rel="lightbox[3171]"><img class="size-medium wp-image-3172" src="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/files/2013/05/2011_07-229-424x565.jpg" alt="" width="424" height="565" /></a><p class="wp-caption-text">Bei genauer Betrachtung eine Art moderner Beichtstuhl: Das Auszahlsystem</p></div>
<p>Es gibt im Leben eines Autoren wenig Erfreulicheres als nette Leser.  Unser netter Leser xiti schrieb uns folgendes:</p>
<blockquote><p>&#8230;ich lese gern euren Reptilienfonds; beim jüngsten Beitrag &#8220;Preziosen provinzieller Presse&#8221; fiel mir sofort ein Beitrag vom Wochenende aus dem Eifeler Lokalteil der Aachener Zeitung ein.</p></blockquote>
<p>Und xiti hat recht. Dieser <a href="http://www.aachener-zeitung.de/lokales/eifel/gottesdienst-in-der-kneipe-jugendliche-ansprechen-1.571522">Beitrag </a>unter dem Titel &#8220;Gottesdienst in der Kneipe &#8211; Jugendliche ansprechen&#8221; ist eine echte Preziose.  Denn Frau Alice Klein hat sich unter Jugendlichen umgehört und recherchiert, warum &#8220;äußerst selten Jugendliche auf den [Kirchen-]Bänken sitzen: &#8220;die Messen sind langweilig&#8221;, &#8220;die Musik ist öde&#8221; und &#8220;die Texte kann man nicht verstehen&#8221; &#8211; das sind so Sachen, die Alice Klein herausgefunden hat.</p>
<p>Darum machte sie jetzt einen Gottesdienst in der Imgenbroicher Bodega. Der dortige Besitzer findet die Idee super, denn er &#8220;kennt die Kirche aus seiner Schulzeit&#8221; und &#8220;weiß, wie langweilig es da sein kann&#8221;. Um 17 Uhr öffnet die Kneipe, um 18 Uhr soll der Gottesdienst beginnen, oder wie Alice Klein es ausdrückt &#8220;wir werden auch die Glocken läuten lassen&#8221;. Und anschließend spielt sogar noch die &#8220;junge Band Basement&#8221;. Deren Basser hat &#8220;von vielen gehört, dass sie vorbeikommen wollen. Auch manche Eltern haben sich angekündigt.&#8221; Und Alice Klein freut sich: „Wir haben eigentlich ausschließlich positive Reaktionen bekommen. Vor allem von älteren Menschen (&#8230;)&#8221;</p>
<p>Das heißt: Kirche ohne die langweilige Musik, einfach in der Kneipe und sogar einer &#8220;selbst geschriebenen Lesung&#8221;. Könnte man dann nicht auch das ganze Kirchen-Gedöns weglassen und die einen trinken einfach in den Bodegas von Imgenbroich und Umgebung und die anderen rechnen Rekord-Besucherzahlen vor ihren Oberen ab? Ist nicht auch die Bundesliga eine Art kirchlicher Messe mit zehntausenden Gläubigen? Oder die letzte Mondfinsternis? Die Bundesgartenschau? Aber was heißt es dann, wenn später in der Bodega die eine oder andere Hand am einen oder anderen unkeuschen Ort landet? Ist das ein weiterer kirchlicher Missbrauchsskandal?</p>
 <p><a href="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/?flattrss_redirect&amp;id=3171&amp;md5=49e0b1c6853b19eb89cda13c20a445e5" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Aus! Schluss! Vorbei! Der Papst trennt sich von Catherine Deneuve!</title>
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		<pubDate>Fri, 10 May 2013 08:25:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jakob Hein</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_3169" class="wp-caption alignleft" style="width: 434px"><a href="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/files/2013/05/Kein-Alk-keine-Zigs.jpg" rel="lightbox[3168]"><img class="size-medium wp-image-3169" src="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/files/2013/05/Kein-Alk-keine-Zigs-424x565.jpg" alt="" width="424" height="565" /></a><p class="wp-caption-text">Auch vorbei: Alkohol und Zigaretten</p></div>
<p>Am Mittwoch titelte <a href="http://www.bild.de/unterhaltung/leute/dieter-zetsche/und-desiree-nosbusch-haben-sich-getrennt-30307468.bild.html">die </a>Bild-&#8221;Zeitung&#8221;:  &#8220;Liebes-Aus! Alles vorbei zwischen Desirée Nosbusch und Daimler-Chef Dieter Zetsche&#8221;.  Für Leser unter 40 muss man dabei ergänzen, dass Frau Nosbusch früher mal Moderatorin war, die heute gelegentlich in Filmen wie &#8220;Das Vermächtnis der heiligen Lanze&#8221; mitspielt und Herr Zetsche eine Firma leitet, die Autos herstellt, die von Leuten gefahren werden, die Filme wie &#8220;Das Vermächtnis der heiligen Lanze&#8221; schauen. Das Spannende an der Trennung der beiden ist, dass sie nie zusammen waren. Sie waren einmal bei einem (Pferde-)Reitturnier in Zürich und einmal gemeinsam in einem Restaurant. Aber sowohl Frau Nosbusch als auch die Sprecher von Herrn Zetsche haben nie gesagt, dass die beiden älteren Herrschaften was miteinander hätten. Aber nun: &#8220;Liebes-Aus&#8221; in Bild, B.Z., Welt und Focus.</p>
<p>Das ist innovativer Journalismus! Durch den endgültigen Abgesang von Meldungen, die man vorher weitgehend erfunden hatte, kann man doppelte Schlagzeilen für ein und dieselbe Nicht-Nachricht generieren und muss bei der zweiten Runde noch nicht einmal lügen. Wir freuen uns auf weitere Schlagzeilen: &#8220;Weltfrieden vorbei &#8211; Schüsse fallen&#8221; und &#8220;Ende des Journalismus &#8211; &#8216;Bild&#8217; beendet seriöse Recherche&#8221;.</p>
 <p><a href="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/?flattrss_redirect&amp;id=3168&amp;md5=7c6319550fd3374e0c76ba45b9a2fc44" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Preziosen provinzieller Presse I &#8211; Auch eine kleinere Leserschaft darf nicht beschwindelt werden</title>
		<link>http://blogs.taz.de/reptilienfonds/2013/05/09/p/</link>
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		<pubDate>Thu, 09 May 2013 09:29:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jakob Hein</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Ilmenau]]></category>
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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/files/2013/05/Der-Geheimrat-Large.jpg" rel="lightbox[3161]"><img class="alignleft size-medium wp-image-3162" src="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/files/2013/05/Der-Geheimrat-Large-424x318.jpg" alt="" width="424" height="318" /></a>Bei einem Aufenhalt im schönen Ilmenau, das derzeit allerdings von der Außenwelt etwas abgeschnitten ist (mit dem Zug bis Marlishausen und dann weiter mit dem Ersatzverkehr der Erfurtbahn) fiel uns die neueste Ausgabe des &#8220;Neuen Geheimrats&#8221; in die Hände. Hergestellt wird dieses  &#8220;Stadt- und Monatsmagazin aus Ilmenau&#8221; im Verlagsgebäude, das tatsächlich &#8220;Geheimratsecke&#8221; genannt wird. <a href="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/files/2013/05/Frag-Heinz-Large.jpg" rel="lightbox[3161]"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-3163" src="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/files/2013/05/Frag-Heinz-Large-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Großartig fanden wir die Rubrik &#8220;Frag&#8217; Heinz&#8221;, letztendlich rätselhaft, warum nicht alle Magazine genau diese Rubrik in ihrem Blatt haben. Was ist denn schon &#8220;Post von Wagner&#8221; im Vergleich zu &#8220;Frag&#8217; Heinz&#8221;? Eben.</p>
<p><a href="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/files/2013/05/Danke_Frau_Krannich-Large.jpg" rel="lightbox[3161]"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-3164" src="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/files/2013/05/Danke_Frau_Krannich-Large-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Auch wird Frau Krannich freundlich gedankt, die jetzt in ihren &#8220;3. Lebensabschnitt&#8221; mit einem großen Ausverkauf geht.  Und die Dachdeckerei hat sich sogar ein &#8220;Autotelefon&#8221; angeschafft. <a href="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/files/2013/05/Autotelefon-Large.jpg" rel="lightbox[3161]"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-3165" src="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/files/2013/05/Autotelefon-Large-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Wahnsinn, das gab es schon mal in den 90er Jahren und scheint jetzt wieder zu kommen, so wie gestreifte Hosen und Schulterpolster. Aber dennoch, lieber &#8220;NG&#8221;, man darf seine Leser nicht belügen. Bei aller Sensationslust und Wunsch nach Auflage: Unter der Rubrik &#8220;Neu in Ilmenau&#8221; tatsächlich zu titeln &#8220;Bratwurst&#8221; entspricht nun wirklich nicht ganz der Wahrheit.  Die Bratwurst gibt es in Thüringen <a href="http://www.bratwurstmuseum.net/Bratwurstgeschichte.htm">nachweislich</a> seit 400 Jahren und lange auch schon in Ilmenau. Das ist keine seriöse Art, seine Leserschaft an sich zu binden. Fragt Heinz.<a href="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/files/2013/05/Neu_Ilmenau-Large.jpg" rel="lightbox[3161]"><img class="alignleft size-medium wp-image-3166" src="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/files/2013/05/Neu_Ilmenau-Large-424x318.jpg" alt="" width="424" height="318" /></a></p>
 <p><a href="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/?flattrss_redirect&amp;id=3161&amp;md5=19153bc6647545fe1b74b76f810dd588" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Niemand sollte an der Männerquote von 100 Prozent rütteln dürfen</title>
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		<pubDate>Tue, 07 May 2013 07:09:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jakob Hein</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Kristina Schröder]]></category>
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			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_3158" class="wp-caption alignleft" style="width: 434px"><a href="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/files/2013/05/Ökokinderbackstube.jpg" rel="lightbox[3157]"><img class="size-medium wp-image-3158" src="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/files/2013/05/Ökokinderbackstube-424x565.jpg" alt="" width="424" height="565" /></a><p class="wp-caption-text">Man muss ja nicht gleich so hoch hinaus, man kann doch auch einfach ein paar Ökokinder abbacken</p></div>
<p>Die derzeitige Leiterin des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat sich anlässlich eines Treffens weiblicher Führungskräfte in den Arbeitsräumen der wichtigsten deutschen Führungskraft zum Thema Quote geäußert. Im Gespräch mit der &#8220;Passauer Neuen Presse&#8221; (wo sie halt so die Interviews bekommt) <a href="http://www.zeit.de/news/2013-05/07/deutschland-schroeder-flexiblere-arbeitszeiten-wichtiger-als-frauenquote-07081202">sagte </a>sie, dass eine Frauenquote gar nicht so wichtig sei.</p>
<p>Letztendlich muss man ihr doch zustimmen. Zum Beispiel dieses eine Ministerium in der Berliner Glinkastraße. Das ist seit Jahren mit Frauen besetzt und die Wirkung für die Frauen ist gerade in den letzten Jahren sehr schlecht gewesen. Wenn da mal eine Frauenquote von 0%, zumindest zeitweise vorläge, wäre das eher ein Fortschritt und könnte tatsächlich dazu führen, dass &#8220;wir uns trauen, die Arbeitsbedingungen so zu ändern, dass Menschen mit Familie auch Karriere machen können&#8221;, wie die derzeitige Leiterin des BMFSFJ so treffend sagte.</p>
 <p><a href="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/?flattrss_redirect&amp;id=3157&amp;md5=22d9f29d40d0c138be54e106d2c4c0a6" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Dass ich mir donnerstags beim Kaffeetrinken richtig schlimm die Zunge verbrüht hatte, fand überraschenderweise keinen Eingang in die Weltpresse</title>
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		<pubDate>Mon, 06 May 2013 10:06:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jakob Hein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Einträge]]></category>
		<category><![CDATA[Hoeneß]]></category>
		<category><![CDATA[Holland]]></category>
		<category><![CDATA[König]]></category>
		<category><![CDATA[Korruption]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_3154" class="wp-caption alignleft" style="width: 434px"><a href="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/files/2013/05/Grösstes-Aneurysma.jpg" rel="lightbox[3153]"><img class="size-medium wp-image-3154 " src="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/files/2013/05/Grösstes-Aneurysma-424x565.jpg" alt="" width="424" height="565" /></a><p class="wp-caption-text">Auch das noch: Türkheimerin hat das größte Aneurysma - der Welt</p></div>
<p>In der vergangenen Woche gab es wieder heftige internationale Kontroversen über das berühmte China-Dilemma. Der Schwerpunkt der Weltkrise lag in diesen Tagen sicher in Holland, wo bei der Krönung von dem einen Prinzen (wenn der überhaupt Prinz ist, ich meine, ist das nicht so eine Art Verarschung, so eine Art überholte Beschimpfung für Homosexuelle, so wie warmer Bruder, ich bin mir das nicht so sicher) jedenfalls der eine Prinz ist König geworden in Holland und es wurde mehr Wind darum gemacht als bei jeder anderen Landtagswahl. Man, da träumen die davon im Saarland, dass mal so viel Interesse für die Einsetzung eines Scheinherrschers aufgebracht wird, wie das im westlichen Ruhrgebiet plötzlich war. In Holland jedenfalls wurde angesichts der „Krönung“ des „Königs“ ein im traditionellen Orange gehaltener Sack Graupen aus Dokkum umgekippt als Erinnerung an die Befreiung vom Joch chinesischer Fremdherrschaft durch Gustav Adolf im vierzehnten Jahrhundert. Die Graupen waren damals das traditionelle christliche Nahrungsergänzungsmittel, besonders beliebt im Hundenapf, sind heute weitgehend ersetzt durch den „Pal <a href="http://trade.mar.cx/DE1099747">Mixer</a>“.</p>
<p>Im selben kleinen Küstenstaat, der wohl vor seiner Überspülung durch den Klimawandel nicht von der internationalen Bühne abtreten möchte, ohne noch wenigstens ein kleines Ausrufzeichen in den Büchern der internationalen Geschichte hinterlassen zu haben, wurde nun bemerkt, dass in der einen Serie für Altersdemente, in der eine Folge jeweils daraus besteht, dass ein deutscher Altersdementer immer wieder den selben Satz wiederholt und dadurch einen Kriminalfall löst, stellte sich nun heraus, dass der Hauptdarsteller dieser Serie, die von den deutschen Zuschauern immer eher als kommunales Projekt für alte <a href="http://www.ah-fussballportal.de/index.php?option=com_content&amp;task=blogcategory&amp;id=106&amp;Itemid=202">Menschen </a>in München-Grünwald gesehen wurde und insofern auch keine Haupt- oder Nebendarsteller hatte, sondern es spielte im Grunde doch immer der aus dem Heim, der gerade noch am rüstigsten war, um den einen Satz aufsagen zu können, der den Kriminalfall löst, aber so, wie es den Holländern gelingt, unter sich einen „König“ auszulosen, konnten sie in dieser Serie auch einen „Hauptdarsteller“ finden und dieser Hauptdarsteller – so stellt sich heraus &#8211; war vor seiner Karriere im holländischen Fernsehen bei der Stasi gewesen. Herausgefunden hatten sie es, weil in der einen Folge, in der der Kommissar immer „Ach, das ist also die Frau Teichmüller“ sagt, bis er den Fall gelöst hat („Dann werden wir uns diese Frau Teichmüller mal ansehen.“ „Frau Teichmüller? Sind Sie Frau Teichmüller?“), in dieser Folge jedenfalls fällt ein braun gefärbter Sack <a href="http://www.canstockphoto.de/drei-roggen-ohren-neben-liying-sack-mit-7855211.html">Roggen </a>um, was ein deutlicher Beweis dafür ist, dass der Mann Extremist in seiner Jugend war.</p>
<p>Die Kulisse München bildet auch das verbindende Glied zu weiteren schlimmen Sackunfällen und -verwicklungen der vergangenen Woche. Einerseits können es sich die Bewohner von Großstädten nicht vorstellen, dass manche bayerische Landkreise vor allem geprägt von der wunderschönen Berglandschaft und nicht von den wenigen, sie bewohnenden Menschen geprägt sind, so dass sich die menschliche Kontaktaufnahme schwieriger und weniger abwechslungsreich gestaltet. Da kann man mal einen Moment des mitleidigen Innehaltens aufbringen, kann aber natürlich auch draufhauen und sich darüber aufregen, dass sich der gesamte Mitarbeiterstab aus einem sehr überschaubaren <a href="http://www.biologie-schule.de/allopatrische-artbildung.php">Genpool </a>speist. Dort oben auf der Alm ist man schon froh, wenn der Heuschober steht und nicht umfällt, weil man ja nicht mal einen Sack hätte, um das Heu dort hinein zu stopfen. Dafür stellte sich heraus, dass der eine Sack voller Geld von dem einen Sportmanager nicht versteuert gewesen war. Er hatte die Steuerfahndung genarrt, indem er den Sack zwischen den Säcken voller Gebührengelder und dem Sack mit Geld billig produzierter und dafür teuer verkaufter Obertrikotagen, dem Sack mit den Geldern aus Werbeverträgen und dem Sack aus dem Geld mit den Eintrittsgeldeinnahmen und dem Sack mit den Gewinnen vom <a href="http://de.finance.yahoo.com/nachrichten/nach-steuer-aff%C3%A4re--mcdonald%E2%80%99s-setzt-hoene%C3%9F-wurst-ab--102301700.html">Qualfleischverkauf </a>versteckt hatte und die Steuerfahnder sich dachten: „Wird schon alles seine Ordnung haben, gute Reise nach Bern, Herr Doktor!“ „Zürich“, soll er noch gerufen haben. „Es geht nach Zürich.“ Also überaschend, die Bundeskanzlerin selbst war enttäuscht und auch der Bundespräsident, der von der Bundeskanzlerin durch eine im Dominoprinzip aufgestellte Kette von uckermärkischen Kartoffelsäcken informiert wurde, die zwischen Kanzleramt und dem Schloss Bellevue verläuft, auf das er sich auf der Flucht vor seiner Ehefrau mit seiner Geliebten zurückgezogen hat. Die Kanzlerin wirft den Sack vor ihrer Tür um – letztens hat&#8217;s den Umweltminister getroffen – und dann poltert es durch Berlin, bis es auch den letzten erreicht hat, nämlich den Bundespräsidenten, der dann aufwacht und erstmal „Freiheit“ ruft. Das ist der Satz, mit dem er jeden Fall zu lösen versucht, es ist eher ein Wort, aber mehr bekommt er in seinem Alter nicht mehr drauf. „Freiheit“. Immerhin hat er es damit bis ins Bundespräsidialamt geschafft, der Ehebrecher, weil sein Amtsvorgänger moralisch nicht integer war. Freiheit, möchte man da auch mal sagen.</p>
<p>So geht die China-Krise munter weiter. In dem allgemeinen Tohuwabohu würde man es nicht einmal bemerken, wenn mal wieder mitten in der Provinz Hunan laut krachend ein prall gefüllter Sack Reis umfiele.</p>
 <p><a href="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/?flattrss_redirect&amp;id=3153&amp;md5=de636e35c9552af5b7ce4037afb42f27" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Frieden schaffen mit immer mehr Waffen</title>
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		<pubDate>Sun, 05 May 2013 08:04:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jakob Hein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Einträge]]></category>
		<category><![CDATA[NRA]]></category>
		<category><![CDATA[Schusswaffen]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_3149" class="wp-caption alignleft" style="width: 434px"><a href="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/files/2013/05/DSCN9562.jpg" rel="lightbox[3148]"><img class="size-medium wp-image-3149" src="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/files/2013/05/DSCN9562-424x318.jpg" alt="" width="424" height="318" /></a><p class="wp-caption-text">Normalerweise müsste man schon die Placentakammer bewaffnen</p></div>
<p>Heute ist der &#8220;<a href="http://www.nraam.org/special-events/nra-youth-day.aspx">Youth </a>Day&#8221;, ein toller, bunter Tag für Kinder und Jugendliche bei der Jahreskonferenz der National Rifle Association in Houston (&#8220;wir haben ein Problem&#8221;). Die Konferenz hat sich zum Ziel gesetzt, einen Krieg zu verhindern, nämlich einen <a href="http://www.bbc.co.uk/news/world-us-canada-22402866">Kulturkrieg</a>, womit klar ist, was für eine schicke Friedensorganisation das ist. Zum Glück für die Konferenz hat vorher ein 5-jähriger Junge seine 2-jährige Schwester mit seinem Geburtstagsgeschenkgewehr <a href="http://news.msn.com/us/5-year-old-fatally-shoots-2-year-old-sister">erschossen</a>, ein wunderschönes &#8220;Mein erstes Gewehr&#8221; der Firma Crickett. Dies unterstreicht die wichtige Forderung der NBA, dass 2-jährige Mädchen nicht einfach unbewaffnet in ihrer eigenen Wohnung umherlaufen dürfen, sondern natürlich in die Lage versetzt werden wüssen, sich zu schützen.</p>
<p>Denn es sind nicht Gewehre, die Menschen töten, sondern Menschen, die Menschen töten, mit Gewehren, die wiederum Menschen hergestellt haben, die aber mit den Menschen, die mit den Gewehren töten nichts zu tun haben, sondern nur mit den Opfern, die allerdings tragischerweise keine Gewehre von den Menschen gehabt haben, die Gewehre herstellen, sonst hätten sie verhindern können, getötet zu werden, indem sie die Menschen getötet hätten, bevor sie die Menschen töten.</p>
<p>Wer es heute nicht bis nach Houston schafft, kann auch zur <a href="http://reformbuehne.de/pages/gaeste.php">Reformbühne </a>&#8220;Heim &amp; Welt&#8221; ins Kaffee Burger kommen, wo wir die wunderbare Sängerin Renee van Bavel und den großartigen Schriftsteller Jochen Schmidt als Gäste begrüßen dürfen. Und jeder, der sich bei mir mit der geheimen Parole &#8220;Schusswaffensicherheit&#8221; meldet, bekommt ein Freigetränk seiner Wahl.</p>
 <p><a href="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/?flattrss_redirect&amp;id=3148&amp;md5=6b03ceb1339b3b301100c634cd549a3a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Keinen Fußbreit! &#8211; endlich werden auch Maßnahmen gegen Problemfußgänger ergriffen</title>
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		<pubDate>Wed, 01 May 2013 08:00:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jakob Hein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Einträge]]></category>
		<category><![CDATA[Ramsauer]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<div id="attachment_3143" class="wp-caption alignleft" style="width: 434px"><a href="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/files/2013/05/Fußgängerin_Rucksack.jpg" rel="lightbox[3142]"><img class="size-medium wp-image-3143" src="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/files/2013/05/Fußgängerin_Rucksack-424x318.jpg" alt="" width="424" height="318" /></a><p class="wp-caption-text">Typische, zu allem entschlossene Fußgängerin mit Terror-Kuscheltier</p></div>
<p><span style="font-family: Tahoma,sans-serif">Nachdem verschiedene Maßnahmen endlich den &#8220;Rambo-Radlern&#8221; Einhalt gebieten, ist es nun längst Zeit, sich einem anderen, noch viel wichtigeren Phänomen zuzuwenden. Denn Millionen von Deutschen fürchten sich täglich vor der Benutzung des öffentlichen Straßenlandes, die Polizei ist machtlos, kein Ort ist vor ihnen sicher: gewaltbereite Fußgänger, genannt „die Fußtruppen des Terrorismus“ oder auch einfach nur: &#8220;Pogrompassanten&#8221;. Denn obwohl die gesellschaftliche Gemeinschaft das Straßenland aus Steuermitteln finanziert hat, benutzt es eine Horde zu allem bereiter Fußgänger wie ihren Privatbesitz.</span></p>
<p><span style="font-family: Tahoma,sans-serif">In einer groben Verzerrung der Realität, die täglich auf Deutschlands Straßen erlebbar ist, ist der Flugverkehr reguliert, der Bahnverkehr unterliegt tausenden Vorschriften, gibt es zahllose Restriktionen gegen friedliche Autofahrer und endlich auch Gesetze gegen gewaltbereite Pedalisten. Aber die schlimmsten Feinde, die größte Gefährdung für unsere Demokratie darf sich weiterhin ins Fäustchen lachen und nach Lust und Laune die sprichwörtliche Sau rauslassen.</span></p>
<p><span style="font-family: Tahoma,sans-serif">Und das Problem ist sehr groß. Züge und Straßenbahnen fahren auf ihren gut sichtbaren Schienen, Autos halten sich brav an vorgeschriebene Fahrbahnen und noch so absurde Fahrbahnmarkierungen sowie Parkplätze und selbst die Fahrradfahrer meiden Treppen und Brachen. Doch für Fußgänger? Ist das alles kein Problem.</span></p>
<p>„<span style="font-family: Tahoma,sans-serif">Ich gehe da einfach hin“, sagt uns Marcus P., ein übler Problemfußgänger, der seinen Namen lieber nicht hier lesen möchte. „Was wollen die machen? Wenn ich feste Schuhe anhabe: Einfach los.“ </span></p>
<p><span style="font-family: Tahoma,sans-serif">Einfach los mit festen Schuhen &#8211; genau das ist es, was Millionen anderer Sorgen macht. Wohlgemerkt: Mit festen Schuhen kann man auch fest zutreten. Es ist ja nicht mal so, dass die Fußgänger ein paar Schritte zum nächsten Laden oder nur ihren Weg zur Arbeit laufen. Nein, sie spazieren, sie flanieren, sie joggen, sie walken – und schaffen damit gewissermaßen im Vorübergehen ein großes Verkehrsproblem. Professor Heisenkamp, Verkehrsforscher an der Universität Marburg schätzt, dass Fußgänger für etwa neunzig Prozent aller Probleme im Straßenverkehr verantwortlich sind:</span></p>
<p>„<span style="font-family: Tahoma,sans-serif">Sehen Sie: Fußgänger sind in mehr als achtzig Prozent aller tödlichen Verkehrsunfälle in den Ballungsräumen verwickelt. Hätten wir weniger Fußgänger könnten diese schrecklichen Unfälle drastisch reduziert werden. Für andere Verkehrssünden wie dem Überqueren einer Fußgängerampel bei Rot sind sogar <em>ausschließlich</em> Fußgänger verantwortlich. Verkehrspolitisch ist es ohnehin so: Wenn jeder Fußgänger nur genau so viele Meter gehen würde, wie er unbedingt müsste, würde das den Bedarf an Trottoirflächen drastisch reduzieren, was einen großen Gewinn für die anderen Verkehrsteilnehmer wie Autos brächte, was wiederum unsere Innenstädte spürbar entlasten würde. Gerade auch Fußgängerzonen sind ein einziges Ärgernis in verkehrspolitischer Hinsicht.“</span></p>
<p><span style="font-family: Tahoma,sans-serif">Doch statt sich dezent zu verhalten oder gar das eigene Handeln zu überdenken, treiben die Fußgänger ihr schändliches Tun auf immer neue Spitzen. Beim „Nordic Walking“ rennen sie mit spitzen Eisenstöcken in jeder Hand bewaffnet umher, für große Laufereignisse müssen immer wieder die Innenstädte gesperrt werden. Man würde meinen, dass die Ausübung solcher Dinge irgendwie geregelt ist. Schließlich ist der Führerschein eine Voraussetzung fürs Autofahren, für viele Hunderassen braucht man einen Befähigungsnachweis, ja, sogar für das Angeln braucht man einen Schein. Doch braucht man etwas, um als Fußgänger die Straßen, Wege und Feldraine zu betreten? Fehlanzeige. „Einfach los. Kann dir keiner verbieten“, grinst Marcus P.</span></p>
<p><span style="font-family: Tahoma,sans-serif">Dabei spielt es nicht mal eine Rolle, ob der Fußgänger überhaupt verkehrstauglich ist. Alkohol, Zigaretten, Kokain, Speed, Ecstasy, blutverdünnende Medikamente, Currywürste, Dönertaschen, Sahnetorten &#8211; „Eigentlich haben wir schon alles im Blut von Fußgängern nachweisen können, was man sich in seinen kühnsten Träumen ausdenken kann – und mehr“, erzählt uns Kommissar Schulz vom Schwerpunktdezernat „Sohle“ der Berliner Kriminalpolizei. „Die Täter werden dabei immer dreister. Während sich die Fahrer illegaler Fahrräder ja wenigsten noch so etwas wie ein Schuldbewusstsein zeigen, ist es unter den Fußgängern richtiggehend zur Mode geworden, mit einer Flasche Bier offen über die Gehwege zu paradieren. &#8216;Fußpils&#8217; heißt das in der Szene. Früher haben wir immer mal jemanden aufgegriffen, der Schlangenlinien gelaufen ist oder hilflos an einer Häuserwand lehnte. Aber heute stellen die Leute ihren Konsum gewissermaßen öffentlich zur Schau.“</span></p>
<p><span style="font-family: Tahoma,sans-serif">Ganz schlimm ist es auch mit dem Telefonieren geworden. Wenn man im Auto beim Telefonieren erwischt wird, droht eine saftige Geldstrafe. Sogar wenn man auf dem Fahrrad das Handy am Ohr hat, droht der Verlust des Führerscheins. Wissenschaftler konnten nämlich nachweisen, dass Telefonieren die Fähigkeit am Straßenverkehr teilzunehmen ebenso stark einschränkt wie der Genuss von einer halben Flasche Pfefferminzlikör oder einer dreiviertel Flasche Soave beziehungsweise vier doppelten Gläsern Rum der österreichischen Marke „Stroh 80“, wobei letzterer ohnehin vor allem als Zutat beim Backen gedacht und insofern ohnehin eingeschränkt für solche Beispielbildungen heranzuziehen ist. Daher dürfen alle anderen Verkehrsteilnehmer nicht telefonieren, während einige Fußgänger das Handy geradezu als Außenbordmotor zu betrachten scheinen, ohne den sie ihr kleines Boot nicht durch den wogenden Verkehr der städtischen Ballungsräume zu bewegen wissen. Kaum öffnen sie die Haustür, werfen sie ihren kleinen Freund an, setzen ihn an die Ohrmuschel und beginnen, sich – plapperdiplapp – zu bewegen.</span></p>
<p><span style="font-family: Tahoma,sans-serif">Dabei stören sie nonstop die anderen Verkehrsteilnehmer. Sie laufen über Schienen, sie springen zwischen den Autos auf die Fahrbahn, sie benutzen Radwege für ihr Gehen, sie nehmen in Ausnahmefällen sogar zwischenzeitlich am Luftverkehr teil, meist als krönender Abschluss einer langen Karriere als Problempassant.</span></p>
<p><span style="font-family: Tahoma,sans-serif">Doch nun soll Schluss sein mit diesem hemmungslosen Treiben auf Deutschlands Straßen. Auch den Fußgängern sollen endlich Fesseln an ihre Gehwarzen geschmiedet werden. Ähnlich die Emissionszertifikaten soll jeder Bürger über ein jährliches Kilometerkontingent verfügen, das er nach Belieben einsetzen kann. Gezählt wird natürlich nur die Laufstrecke auf öffentlichen Straßen oder Plätzen, auf Privatgrundstücken darf man soviel herumlaufen, wie man möchte. Bewohner ländlicher Regionen, die das eigene Grundstück schon im Automobil verlassen, können dabei ihre Kilometeranrechte an laufwütige Städtebewohner veräußern. Wer ohne gültige Anrechte herumlaufen möchte, muss sich auf drakonische Strafen gefasst machen. Insbesondere das neue Instrument des Auspeitschens der Fußsohlen, das nach Auskunft von Bundesverkehrsminister Ramsauer schnell und unbürokratisch und häufig auch gleich vor Ort ausgeführt werden kann, scheint dazu geeignet, verrückten Flaneuren eine einprägsame Lektion zu erteilen.</span></p>
<p><span style="font-family: Tahoma,sans-serif">So ist davon auszugehen, dass die Sicherheit auf Deutschlands Straßen zukünftig wieder zunimmt.</span></p>
 <p><a href="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/?flattrss_redirect&amp;id=3142&amp;md5=cb07e24c3ebb969611009e2711b88f78" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Nicht der Reiche ist schuld an seinem Reichtum, sondern die Situation, in der er lebt</title>
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		<pubDate>Mon, 29 Apr 2013 08:01:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jakob Hein</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Neoliberalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Steuern]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Tahoma,sans-serif"><a href="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/files/2013/04/Bei-Hilfe-entriegeln.jpg" rel="lightbox[3136]"><img class="alignleft size-medium wp-image-3137" src="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/files/2013/04/Bei-Hilfe-entriegeln-424x318.jpg" alt="" width="424" height="318" /></a>Geld ist für die Wirtschaftspolitik so etwas wie Wasser für den Bau. Zu wenig ist schlecht, zu viel ist auch schlecht und an jeder noch so kleinen Ritze, bei jedem noch so kleinen Konstruktionsfehler macht es sich gnadenlos bemerkbar. Es regnet von oben durch kleine Lücken des Dachs, es dringt von unten durchs Fundament, es spritzt an den Putz, es zerdrückt das Vordach im Winter. Mit dem Geld ist es praktisch genauso. Während die meisten nicht einmal den genauen Unterschied zwischen dem SGB und dem BGB kennen, findet das Geld noch die unwahrscheinlichsten, schon fast undenkbaren Lücken zwischen transkontinentalen Steuergesetzen. Das Geld überwindet spielend jede Ländergrenze, das Geld kennt keinen Unterschied zwischen legal und illegal, es kennt nur den Unterschied zwischen genug und zu wenig.</span></p>
<p align="LEFT"><span style="font-family: Tahoma,sans-serif">Genug ist, wenn das Geld sich selbst mobil machen kann. Wenn das Geld Arme und Beine hat. Wenn genügend Geld da ist, um von qualifizierten Mitarbeitern mit herausragenden juristischen Kenntnissen Firmen in verschiedenen Ländern gründen zu können, die dann mit dem Geld gespeist werden können, um sich zu vermehren. Zu wenig ist, wenn kein Geld für die Arme da ist, kein Geld für die Beine oder den Kopf. Wenn man sich vom Personal qualifiziert beraten lassen kann, nach der marktgerechten Bezahlung der qualifizierten Beratung aber kein Geld mehr da ist, mit dem man das machen könnte, was einem geraten wurde. Zu wenig ist, wenn man zwar die Firmen gründen kann, aber nicht das Personal hat, um zwischen diesen Firmen das Geld zu bewegen. Das wäre so, als baute man ein wunderschönes Opernhaus und hätte danach keinen Etat mehr für ein Ensemble. Zu wenig Geld. Zu wenig Geld ist nur dazu da, zu genügend Geld zu werden. Einerseits schlecht für die Leute mit zu wenig Geld, andererseits gut, weil das Geld so einem höheren Zweck zugute kommt. Es ist immer bedauerlich, seine Kinder ziehen zu lassen. Aber ist es nicht auch eine Freude, dann zu beobachten, welche Erfolge sie in der Welt erzielen? So muss man das betrachten, wenn man selbst zu wenig Geld für internationale Geschäfte hat: Das eigene Geld würde es ohnehin nie zu etwas bringen, gemeinsam mit dem wenigen Geld Tausender anderer kann es richtig was bewirken.</span></p>
<p align="LEFT"><span style="font-family: Tahoma,sans-serif">Insofern ist es auch falsch, die Erfolge internationaler Milliardäre als etwas zu sehen, das anderen Menschen geschieht. Es ist doch in der Regel auch das eigene Geld, das hier die Erfolge erzielt. „Your tax dollars at work“ stand früher häufig an den Baustellenschildern der USA. Genauso ist es mit den internationalen Geldgeschäften der Banken. Ohne unser Geld wäre das auch nicht möglich. Wir sollten stolz darauf sein.</span></p>
<p align="LEFT"><span style="font-family: Tahoma,sans-serif">Sicher sind die Milliardäre, die Anwälte, die Vermögensverwalter Individuen. Einerseits. Andererseits sind sie auch Angestellte des Geldes. Sie machen das, was das Geld ihnen gebietet. Wenn sie es nicht machen würden, würde es jemand anders machen, das ist sicher. Genügend Geld hatte noch nie das Problem, Angestellte zu finden, die den Job machen. Wenn ein Anwalt mit großem Applomp ausstiege, würden sich am nächsten Tag hundert um seinen Job bewerben. Und während gern auf die Milliardäre eingeteufelt wird, kann man doch getrost davon ausgehen, dass die meisten nicht einmal die Bedenkzeit eines Lidschlages bräuchten, um mit ihnen zu tauschen. Sie würde es anders machen, besser, Schlimmeres verhindern. Sicher. Das Geld findet schon seine Leute.</span></p>
<p align="LEFT"><span style="font-family: Tahoma,sans-serif">Insofern hier also nur Angestellte das machen, was der weltweit mächtigste Arbeitgeber fordert, ist es verhältnismäßig unsinnig, sie zu besteuern. Denn das Geld, das sich hier zusammengefunden hat, braucht letztendlich die einzelnen Menschen überhaupt nicht. Würden sich in einem Land alle dem genügenden Geld verweigern, würde das nicht einmal bemerkt werden. In anderen Ländern würden sich genügend Menschen finden, sich dieses Geldes anzunehmen, den Job zu machen. Das ist nicht nur wahrscheinlich, das ist garantiert. Ich will es mal so sagen: Zur Not könnte ich das persönlich garantieren. Wenn es also Menschen gibt, die den Job im Land machen, dann ist das für das Land ein Vorteil. Denn diese Leute schaffen Arbeitsplätze, das soll man bitte mal nicht vergessen. Ohne sie gäbe es weniger Vermögensberater, Wirtschaftsanwälte, Immobilienmakler, Goldschmiede, Yachtbauer, Hoteliers. Diese Arbeitsplätze würden knallhart ins Ausland abwandern. Ohne wenn und|oder aber. Und letztendlich ist das Geld, um das es dabei geht, ja ohnehin schon versteuert. Denn es wird eingezahlt von den Leuten, die nicht in der Lage sind, am großen Rad zu drehen, die nur hoffen können, dass ihr Beitrag mit den Beiträgen Tausender, wenn nicht Millionen anderer dazu reicht, dass andere am großen Rad drehen können. Aber diese Mittel sind versteuert. Wenn einer eine Wurst kauft oder fünftausend Euro in einen Investmentfonds schmeißt, dann ist das versteuertes Geld. Erst recht, wenn mit Steuermitteln Fernsehübertragungsrechte gekauft, Straßen gebaut oder Militärausrüstung angeschafft wird. Das ist nicht nur versteuertes Geld, das sind sogar direkte Steuern! Welchen Sinn soll es da haben, welchen Zweck soll es erfüllen, dieses Geld, was sich dann auf den Konten anderer Menschen wiederfindet, nochmal zu versteuern? Damit es wieder in den selben Taschen dieser selben Menschen landet? Das ist doch vollkommen hirnrissig! Ein riesiger Verwaltungsapparat, ein Wasserkopf – wofür? Eben.</span></p>
<p align="LEFT"><span style="font-family: Tahoma,sans-serif">Insofern ist es absolut falsch, Vermögen zu besteuern. Man sollte im Gegenteil jedem wirklich Vemögenden – und ich spreche hier nicht von Bagatellfällen unterhalb einer Millionen – einen steuerlichen Bonus dafür einräumen, wenn er seine Steuern in Deutschland erklärt. Beispielsweise wäre eine flexible Discount-Regulierung möglich, dass man zwischen einer und hundert Millionen sechzig Prozent Rabatt auf alle anfallenden Steuern erhält, zwischen hundert Millionen und einer Milliarde fünfundachtzig Prozent und darüber hinaus einen Rabatt von fünfundneunzig Prozent. Das würde zunächst das gesamte so genannte Schwarzgeldproblem beenden. Niemand hätte auch nur einen Grund, seine Steuern ungenügend zu deklarieren, weil man ja die Rabatte verpassen würde. Die Steuereinnahmen würden allein schon deshalb steigen, aber zusätzlich ist es sicher, dass Deutschland auch noch einen großen Teil neuer, vermögender Staatsbürger für sich gewinnen könnte.</span></p>
<p align="LEFT"><span style="font-family: Tahoma,sans-serif">Das Geld macht sowieso, was das Geld macht. Wirtschaftspolitisch kann man sich nur überlegen, ob man ihm Flußbetten baut oder Staudämme zu errichten versucht.</span></p>
 <p><a href="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/?flattrss_redirect&amp;id=3136&amp;md5=681dba96c157632c9f61bfad0a9bd54c" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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