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	<title>Reptilienfonds</title>
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	<description>Heiko Werning (Schriftsteller &#38; Reptilienforscher) und Jakob Hein (Schriftsteller &#38; Kinderpsychiater) über das tägliche Fressen und Gefressenwerden in den Sümpfen und Wüsten der Welt.</description>
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		<title>Pannen bei den NSU-Ermittlungen? Oh Gott, wie unerwartet!</title>
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		<pubDate>Sun, 12 Feb 2012 10:04:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jakob Hein</dc:creator>
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		<category><![CDATA[NSU]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2170" class="wp-caption alignleft" style="width: 434px"><a href="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/files/2012/02/Rise_Fall_Htler.jpg" rel="lightbox[2169]"><img class="size-medium wp-image-2170" src="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/files/2012/02/Rise_Fall_Htler-424x565.jpg" alt="" width="424" height="565" /></a><p class="wp-caption-text">Rechtsextreme Taten: Immer Stoff für spannende Geschichten.</p></div>
<p>Das Bundeskriminalamt hat also Ermittlungsdaten gegen die Zwickauer Nazibande gelöscht. Was auch immer das heißen soll oder nicht, der Eindruck, dass hier die Öffentlichkeit nur streng ausgewählte Irgendwie-Informationen bekommt, verstärkt sich jedenfalls. Vielleicht wird in fünfzig Jahren bekannt werden, was hier wirklich passiert ist, vielleicht auch nicht. Das derzeit nicht annähernd das ans Licht kommt, was man die Wahrheit nennen könnte, steht jedenfalls praktisch fest. Die Äußerung des Vorsitzenden des Innenausschusses des Bundestags Bosbach jedenfalls kann als kaum mehr als Satire verstanden werden, wenn er sagt: „Es darf nicht einmal der Verdacht entstehen, dass etwas verheimlicht werden sollte.“ Ein paar Fragen dürfen vielleicht gestellt werden:<br />
1. Wie konnte den Sicherheitsbehörden der Seriencharakter der Morde entgehen? Angeblich wurden die Morde alle mit der selben Tatwaffe verübt. Wie konnte den Behörden entgehen, dass die ballistischen Analysen übereinstimmten? Weil der eine Mord in Hessen und der andere in Mecklenburg verübt worden ist? Wer soll das glauben? Wenn ein wildgewordener Serientäter seine Taten immer in einem anderen Bundesland verübt, können die Behörden darüber leider aufgrund von Länderkompetenzen keine Erkenntnisse gewinnen? Was in einem föderalen Land mit immerhin 16 Bundesländern eine erfreuliche Nachricht für angehende Serientäter wäre. „Komm, lass uns mal rausfahren aus Berlin, einfach ein bisschen das Umland genießen.“ Ideal in diesem Zusammenhang ein Standort im Norden, zum Beispiel Hamburg. Bremen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg und auch Berlin sowie Brandenburg bequem erreichbar, ein Paradies für Serientäter: „Mit nur einer Waffe sechs Bekannte treffen.“<br />
2. Wieso zogen die Behörden keinen rechtsextremistischen Hintergrund der Taten in Betracht? Gut, die Sonderkommission zur Ermittlung der „Dönermorde“ hieß „Bosporus“, da war der Blick vermutlich ein wenig getrübt. Aber wie konnte sich kein einziger Mitarbeiter finden, der in einer anderen Richtung ermittelte?<br />
3. Wie kam es dazu, dass die angeblich entfesselte Mörderbande 2007 plötzlich ihre Taten einstellte? Von September 2000 bis April 2007 ermordeten sie 10 Menschen, die klar ihrem Feinbild entsprachen, waren also gewissermaßen erfolgreich. Sie wurden nicht ermittelt, nicht verhaftet, nicht behelligt, wurden unterstützt von ihrer Szene und hatten aus zahlreichen Banküberfällen die Taschen voller Geld. Warum also würden sie plötzlich das Morden lassen? Würde es sich hier nicht um die erste bekannte kriminelle Vereinigung handeln, die eine Tatserie plötzlich aus eigenem Antrieb abbricht? Warum?<br />
4. Wieso produzierte die Mörderbande mit großem Aufwand eines oder mehrere Bekennervideos, wenn sie diese nicht zum Tatbekenntnis einsetzte oder einsetzen wollte? Wenn der Versand der Videos nicht beabsichtigt war und offensichtlich auch jahrelang nicht durchgeführt wurde, wieso sollten die Täter sich dann selbst durch die Produktion eines solchen Videos gefährden? Jeder frustrierte Schüler, der ein solches Video produzierte, würde schnell Besuch von uniformierten Mitarbeitern des Staates bekommen. Wieso verbrachten die drei Mörder ihre Zeit nicht stattdessen mit Handarbeiten?<br />
5. Wie wahrscheinlich ist es, dass eine braune Terrorbande ein mit großer Sorgfalt geplantes und produziertes Video auf einer „rosaroter Panther“ genannten Zeichentrickfigur des jüdischen Cartoonisten Isiadore „Fritz“ Freleng basieren würde?<br />
6. Wozu schaffte sich die Bande ein großes Arsenal an Schusswaffen an und ging nach ihrer Entdeckung dazu über, sich selbst und ihre Tatorte zu zerstören? Mutmaßlich waren diese verblendeten Nazis stolz auf ihre Taten, warum sollten sie deren Spuren verwischen wollen? Sie hatten es doch angeblich endlich geschafft, sich Umschläge und Briefmarken zum Versand der Videos zu besorgen. Wenn sie also sowieso zum Bekenntnis übergegangen waren, warum dann die Wohnung zerstören? Warum sich selbst in einem Wohnwagen einschließen und unter den Augen der Behörden in Brand setzen? Warum nicht das Waffenarsenal für eine letzte, spektakuläre Verzweiflungstat einsetzen und sich dann selbst erschießen oder von den Behörden erschießen lassen?<br />
In Verbindung mit der doppelten staatlichen Finanzierung der NPD (einerseits durch Wahlkampfkostenerstattung und andererseits durch Verfassungsschutzmittel) ergeben sich eine Menge Fragen und Fragezeichen in dieser Angelegenheit, die Herrn Bosbachs angebliche Befürchtungen weit übertreffen. Denn wenn man sich selbst erlaubt, die oben genannten Fragen zu stellen, ergibt sich ein weit problematischeres Bild als das Löschen irgendwelcher Handydaten durch das BKA.</p>
 <p><a href="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/?flattrss_redirect&amp;id=2169&amp;md5=ca427e5ec380c73f3813dd859216de14" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Berliner Lesebühnen fordern: Schokoladen schließen! Klappt die Bürgersteige hoch! Der Letzte macht das Licht aus!</title>
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		<pubDate>Sat, 11 Feb 2012 09:27:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jakob Hein</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Schokoladen]]></category>
		<category><![CDATA[Wem gehört die Stadt]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><a href="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/files/2012/02/Notruf_Help.jpg" rel="lightbox[2164]"><img class="alignleft size-medium wp-image-2165" src="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/files/2012/02/Notruf_Help-424x565.jpg" alt="" width="424" height="565" /></a>Seit 1989 sind in Berlin Dutzende von Lesebühnen  entstanden: Ensembles von Autorinnen und Autoren, die in Kneipen und Clubs ihre neuen Geschichten vorlesen.Berlin schmückt sich gern mit diesen Veranstaltungen, die jedes Jahr von Tausenden von Berlinern und Touristen besucht werden und die inzwischen etliche namhafte Kabarettisten und Schriftsteller hervorgebracht haben.Leider interessiert sich die Berliner Politik nicht dafür, was für die Entstehung einer solchen lebendigen Szene notwendig ist: Cafés, in denen die Getränkepreise so niedrig sein können wie der Eintritt. Kneipen, in denen Künstlerinnen und<br />
Künstler einfach etwas ausprobieren können, ohne dass es Geld abwerfen muss. Clubs, deren Betreiber sich nicht ständig sorgen müssen, wie sie die grotesken Renditen für die Hausbesitzer erwirtschaften können.<br />
Nun soll auch der Schokoladen schließen und von der Polizei geräumt werden.Ohne Orte wie den Schokoladen wären die Berliner Lesebühnen nie entstanden!Bis vor wenigen Jahren konnten wir uns leicht trösten, wenn wieder einer dieser Orte schließen musste. Es gab ja noch andere. Das war einmal. Heute gibt es praktisch keine Orte mehr, an denen noch etwas entstehen könnte.</p>
<p>Die östliche Innenstadt nähert sich einem Zustand der Stagnation.</p>
<p>Wir können an dieser Stelle nicht ausführlich auf den Prozess der Gentrifizierung eingehen, den wir ohne es zu wollen selbst mit angestoßen haben. Dazu haben sich andere bereits fundierter geäußert, als wir es könnten. Doch wir sehen mit<br />
Wut, wie das allgemeine und für alle Bevölkerungsschichten geltende &#8220;Recht auf Stadt&#8221; immer mehr zum Privileg der Gut- und Besser- und Bestverdiener zu werden droht.</p>
<p>Die Berliner Lesebühnen und ihre Freunde beteiligen sich an den Aktionen zur Rettung des Schokoladens. Und wir bitten alle, die uns kennen, uns dabei zu unterstützen.</p>
<p><strong>-&gt; Kommt zur Demo gegen die Räumung des Schokoladens:</strong></p>
</div>
<div><strong>Dienstag 21. Februar, 17.30 Uhr</strong><br />
<strong>Klub der Republik, Pappelallee 81</strong><br />
<strong>(U-Bhf. Eberswalder Str.)</strong>-&gt; Stellt euch der Räumung in den Weg:<br />
Mittwoch 22. Februar, 8 Uhr<br />
Schokoladen, Ackerstrasse 169<br />
(U-Bhf. Rosenthaler Platz)Unterzeichner/innen<br />
Einzelpersonen:Ahne<br />
Andreas &#8220;Spider&#8221; Krenzke<br />
Andreas Gläser<br />
Andreas Jeromin<br />
Andreas Kampa<br />
Andreas Scheffler<br />
Anselm Neft<br />
Bov Bjerg<br />
Clint Lukas<br />
Dan Richter<br />
Daniela Böhle<br />
Elis<br />
Falko Hennig<br />
Felix Jentsch<br />
Frank Sorge<br />
Frédéric Valin<br />
Hans Duschke<br />
Heiko WerningHelene Hecke<br />
Hinark Husen<br />
Horst Evers<br />
Ingolf Penderak<br />
Ivo Smolak aka Ivo Lotion<br />
Jacinta Nandi<br />
Jakob Hein<br />
Jochen Schmidt<br />
Judith Hermann<br />
Jürgen Witte<br />
Karsten Krampitz<br />
Kirsten Fuchs<br />
Konrad Endler<br />
Lea Streisand<br />
Lt. Surf<br />
Manfred Maurenbrecher</p>
<p>Marc-Uwe Kling<br />
Martin &#8220;Gotti&#8221; Gottschild<br />
Micha Ebeling<br />
Paul Bokowski<br />
Robert Naumann<br />
Robert Rescue<br />
Robert Weber<br />
Sarah Bosetti<br />
Sarah Schmidt<br />
Sebastian Krämer<br />
Sven van Thom<br />
Thilo Bock<br />
Tilman Birr<br />
Tobias &#8220;Tube&#8221; Herre<br />
Udo Tiffert<br />
Uli Hannemann<br />
Volker Strübing<br />
Volker Surmann<br />
Wladimir Kaminer</p>
<p>Lesebühnen:<br />
Brauseboys<br />
Chaussee der Enthusiasten<br />
Der Frühschoppen<br />
Kantinenlesen<br />
Liebe statt Drogen<br />
Radio Hochsee<br />
Rakete2000<br />
Reformbühne Heim &amp; Welt<br />
Surfpoeten<br />
Texte im Untergrund<br />
Tiere streicheln Menschen</p>
<p>Berlin, 10. Februar 2012</p>
</div>
 <p><a href="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/?flattrss_redirect&amp;id=2164&amp;md5=b76e2955a2f42497940c4c7c2fc6a2a9" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Die Fiedeln von Flensburg: Ramsauer gegen den Rest der Welt</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Feb 2012 07:24:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jakob Hein</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Flensburger Kartei]]></category>
		<category><![CDATA[politischer Aktionismus]]></category>
		<category><![CDATA[Ramsauer]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2161" class="wp-caption alignleft" style="width: 434px"><a href="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/files/2012/02/Autoholowanie.jpg" rel="lightbox[2160]"><img class="size-medium wp-image-2161" src="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/files/2012/02/Autoholowanie-424x318.jpg" alt="" width="424" height="318" /></a><p class="wp-caption-text">Die Festung Flensburg fällt: Endlich wieder große &quot;Autoholowanie&quot;, wie man so schön in Polen sagt.</p></div>
<p>Welches Glück! Endlich unternimmt mal jemand etwas gegen das Zentralproblem der Welt! Freiheitskämpfe, Finanzkrise, Filmfestspiele &#8211; klar, alles auch Sachen, die einem den Tag verhageln können. Aber, wie wir an so vielen Abenden geknechtet zwischen den Zähnen hervorpressten, was war mit dem großen, dem wahren &#8220;F&#8221;, das unsere Herzen drückte, unsere Sinne trübte. Flensburg! Die Behörde, deren Krakenarme in jede Ecke unseres Landes reichten und den Freiheitswillen aller Bürger unterdrückten, das Fundament unserer Demokratie zermürbten. Nur eine einzige zügige Zielfahrt durch ein Gebiet, in dem wildgewordene Feinde der Freiheit stets völlig grundlos irgendwelche Schilder mit aus dem Zufallsgenerator gefallenen Zahlen aufgestellt hatten &#8211; oder waren es häufig auftretende Lottozahlen?, weil sie immer so niedrig waren &#8211; und schon bekam man Punkte. Punkte, Punkte, Punkte! 2, 3, 4 &#8211; 18! Gequält und geknechtet wurde man, war die Diktaturbehörde in Flensburg schon beinahe gezwungen, das Punktekonto nach zwei Jahren Fahrens wie eine halbtote Oma wieder zu räumen und fuhr man ein einziges Mal während man ein wichtiges, sehr wichtiges Telefonat führte &#8211; sofort waren alle Punkte wieder frisch und präsent. Hallo! Ja, wo sind wir denn? Seit wann leben wir in Deutschland unter der Scharia? Wir sind hier den christlichen Grundwerten verpflichtet: Es ist nicht schön und sollte vermieden werden, dass man flucht oder fremdfickt. Aber wenn es doch mal vorkommt (Karneval), dann geht man am Sonntag zum Pfarrer, betet drei Rosenkränze und gut ist es.</p>
<p>Doch nun hat es endlich jemand gewagt, sich gegen diese Tyrannei aufzulehnen. Vergleichbar höchstens vielleicht mit der Teilung des Meeres durch Moses, mit der Entdeckung der Doppelhelix, mit dem Salzmarsch Ghandis hat es Peter &#8220;Super-Pete&#8221; Ramsauer gewagt, das Punktesystem in Flensburg anzugehen. Erleichtert freuen sich die Massen, die Druckpressen werden gestoppt, wird die gesamte Schnittblumenproduktion des Landes mit Super-Trucks ins Verkehrministerium gekarrt. Dankbarkeit aller Orten, außer vielleicht bei den Radfahrern (Idioten!), den Kindern (Kinder!) und den Autofahrer, die nie vom Punktesystem in Flensburg betroffen waren (Weichwürste!) oder sogar einverstanden waren mit dessen regulatorischer Wirkung (geht doch nach drüben!) Statt 18 Punkte kann man jetzt nur noch 8 bekommen, das ist ja weniger! Und die Punkte verfallen automatisch, wie Äpfel oder Wahlversprechen, dem Gesetz der Natur folgend. Für &#8220;grobe&#8221; Verkehrsverstöße gibt es nur noch einen Punkt, für &#8220;schwere&#8221; zwei, für &#8220;derbe&#8221; gibt es 1/2 Punkt, für &#8220;endkrasse&#8221; dafür 1,888. Dafür kann man für &#8220;wie geil ist das denn!&#8221; einen halben Punkt Abzug oder eine Ereigniskarte bekommen, es sei denn, man geht über Los.</p>
<p>Und man kann sich vorstellen, wie vollkommen ohne Kosten so eine Umstellung von einem Riesenapparat vor sich gehen wird, absolut ohne Verkehrsanwälte, die nun kein einziges Verfahren anzetteln werden, um in keiner Weise hunderte von Serientätern wieder hinter das Lenkrad zu bekommen. Obwohl es alles kein Problem wäre, denn Geld haben wir ja eh alle genug und geben es gerne für solche lebenswichtigen Schritte aus. Einfach zu schön, um wahr zu sein! Ein Land, ein Kontinent, ein Erdball im Glückstaumel. Gott, war das wich-tig! Vielleicht können wir uns jetzt auch noch an das intransparente System der Verteilung der Panini-Fußballkarten in den 5er-Päckchen kümmern, weil da immer so oft Lothar Matthäus drin ist, aber so selten Bodo Rudwaleit. Nein, so weit sind wir noch nicht? Ach, man wird doch träumen dürfen.</p>
 <p><a href="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/?flattrss_redirect&amp;id=2160&amp;md5=9d1ebe348426b2dcaca065ef7336e5c9" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Toleranz ist eine Frage des Könnens: Krieg der Worte auf dem Schlachtfeld Vegetarismus</title>
		<link>http://blogs.taz.de/reptilienfonds/2012/02/04/toleranz-ist-eine-frage-des-konnens-krieg-der-worte-auf-dem-schlachtfeld-vegetarismus/</link>
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		<pubDate>Sat, 04 Feb 2012 12:39:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jakob Hein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Einträge]]></category>
		<category><![CDATA[Süddeutsche Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[vegetarische Ernährung]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2158" class="wp-caption alignleft" style="width: 434px"><a href="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/files/2012/02/Curry.jpg" rel="lightbox[2157]"><img class="size-medium wp-image-2158" src="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/files/2012/02/Curry-424x565.jpg" alt="" width="424" height="565" /></a><p class="wp-caption-text">Don&#039;t we all like the Wurst: Vielleicht ist nachher sogar noch Platz für ein hot dog?</p></div>
<p>Der Wissenschaftsteil der Süddeutschen Zeitung <a href="http://www.sueddeutsche.de/wissen/psychologie-und-ernaehrung-warum-fleischesser-vegetarier-anfeinden-1.1274443">berichtet gestern </a>über ein psychologisches Experiment zum Menschenbild von Fleischessern gegenüber Vegetariern. Die <a href="http://spp.sagepub.com/content/3/2/200.abstract">Wissenschaftler befragten</a> Fleischesser zu ihren Assoziationen über Vegetarier. Diese wurden von 47% der Fleischesser mit negativen Begriffen wie &#8220;nervend&#8221; und &#8220;arrogant&#8221; beschrieben. Wurden die Fleischesser zum Bild der Vegetarier über sich selbst befragt, waren sie überzeugt, dass die Vegetarier ein schlechtes Bild von ihnen hätten. Die Wissenschaftler interpretieren diese Studie übrigens nur als ein Beispiel dafür, wie sich Mehrheiten durch Minderheiten moralisch bewertet fühlen können.</p>
<p>Die Erkenntnisse der Wissenschaftler könnten nicht schöner bestätigt werden als durch die Leserkommentare auf sueddeutsche.de. Der Artikel ist momentan der am meisten kommentierte und der Ton ist scharf.</p>
<p>So schreibt <em>henrytheeighth</em>: &#8220;Blöde Witzchen sind nichts gegen die verbrecherische menschenverachtende Ideologie der Hardcore-Veganer.  Im Internet finden sich widerlichste Foreneinträge über Menschen, die Fleisch konsumieren oder produzieren.  Da sollte die SZ mal drüber berichten und nicht über kindische Neckereien.&#8221; [gemeint sind Anti-Vegetarier-Witze]</p>
<p>Ein Beispiel für diese Ideologie liefert <em>smack the pony</em>: &#8220;Fleisch/ Fischkonsum fördert Angst und Agression<br />
Das Kinder wenn sie älter werden nicht mehr so süss aussehen , hat viel mit Fleisch/ Fischkonsum zu tun. Das sieht man besonders bei Jungs. Die Gesichtszüge und das Verhalten werden Unnatürlicherweise immer grobschlachtiger und agressiver. Bei ,, Erwachsenen sieht man es ganz extrem. Viele denken so sehen Erwachsene eben aus. Aber das hat viel mit Fleisch essen zu tun. Ausserdem macht Fleisch/ Fischkonsum Angst. Fördert die Agressivität. Vegetarier sind meistens cooler und relaxter, und sie verbreiten eine bessere Atmosphäre. Sowieso ist die Tierhaltung ein Skandal.&#8221;</p>
<p>Und ganz locker lässt es auch <em>E.Bi</em> angehen: &#8220;Ich esse keine Tiere und hoffe, dass in Zukunft das Schlachten ähnlich gesehen wird wie heute der Kannibalismus. Dennoch bin ich auch gegen moralische Überlegenheitsgefühle und erst recht Predigen. (Wir wissen ja alle, dass tierliebe Menschenhasser gibt)&#8230;&#8221; Schöner hat wohl noch nie jemand verdeutlicht, wie klar er gegen moralische Überlegenheitsgefühle ist.</p>
<p>Viel wird auch über den Geschmack von Blut, abgeschnittene Finger in Krautsalaten und das Erbrechen von tierischen Produkten räsoniert sowie natürlich, dass Vegetarierinnen schlechter im Bett sind. Abschließend möchte noch <em>4int</em> etwas zum Ganzen sagen:</p>
<p>&#8220;1. Du bist ecklig!<br />
2. Noch nie ein richtig gutes Steak gegessen, sonst würdest du es nicht mit deinem Erbrochenen vergleichen.&#8221;</p>
<p>So ein gutes Steak würden wir dann auch mal kosten.</p>
 <p><a href="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/?flattrss_redirect&amp;id=2157&amp;md5=2c072fdbcaeb5ad5fc3668f41ab87095" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Nachrichten vom Niedergang der politischen Karikatur XXI</title>
		<link>http://blogs.taz.de/reptilienfonds/2012/02/01/nachrichten-vom-niedergang-der-politischen-karikatur-xxi/</link>
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		<pubDate>Wed, 01 Feb 2012 16:39:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jakob Hein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Einträge]]></category>
		<category><![CDATA[Eurokrise]]></category>
		<category><![CDATA[Merkel]]></category>
		<category><![CDATA[sarkozy]]></category>
		<category><![CDATA[schlechte Karikaturen]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2154" class="wp-caption alignleft" style="width: 434px"><a href="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/files/2012/02/Mastbetrieb-Europa.jpg" rel="lightbox[2153]"><img class="size-medium wp-image-2154" src="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/files/2012/02/Mastbetrieb-Europa-424x318.jpg" alt="" width="424" height="318" /></a><p class="wp-caption-text">Robert Lembke für Fortgeschrittene: Welches Schweinderl soll eigentlich was bedeuten?</p></div>
<p>Schon mehrfach mussten wir darauf hinweisen, dass die Krise des Euros auch eine Krise der Karikatur bedeutet. Aufgabe der Karikatur ist es ja witzig zu sein, Sachverhalte zuzuspitzen, interessante Parallelen aufzuzeigen, Missstände bloßzulegen.</p>
<p>Die heutige Karikatur in der <em>Süddeutschen</em> versteht es, wohl keine dieser Aufgaben zu erfüllen. Irgendwer schüttet aus einem Riesensack Euros in einen Schweinekoben voller &#8211; Witz lass nach! &#8211; Sparschweine. Die Szenerie wird beobachtet von den EU-Regierungschefs und Anzugträgern, die die Schilder &#8220;Ban&#8221;, &#8220;ken&#8221;, &#8220;Speku&#8221; und &#8220;lanten&#8221; bei sich führen.</p>
<p>Was soll das bedeuten? Die Bauern, die in Milliardenhöhe über Jahrzehnte EU-Subventionen bekommen haben, schütten diese nun als Investitionen in die Sparschweine? Wer sind die Sparschweine? Der nicht zustandegekommene griechische Sparkommissar oder wir alle? Wenn es aber wir sind, warum fressen wir dann die Investitionen, die doch aus uns herauskommen müssten, um den Sack zu füllen, aus dem wir gefüttert werden? Warum gehen die Investitionen in irgendwelche Sparschweine und versickern nicht im Sand? Warum hat Angela Merkel eine Forke und Sarkozy eine Schippe und warum freuen sich die Banken und Spekulanten darüber, dass die Investitionen von gierigen Sparschweinen aufgefressen werden? Und wäre es nicht Pflicht, auf so einem landwirtschaftlichen Bild auch irgendwo die auf einem Stier reitende Europa unterzubringen?</p>
<p>Langes Betrachten dieser Karikatur ist das legale Äquivalent zu einem LSD-Trip.</p>
 <p><a href="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/?flattrss_redirect&amp;id=2153&amp;md5=34d4dc17f8862034fd29796b3b1a2fec" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Guten Appe-Beat!</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Jan 2012 09:19:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jakob Hein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Einträge]]></category>
		<category><![CDATA[Schlechte Werbung]]></category>
		<category><![CDATA[vegetarische Ernährung]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/files/2012/01/Hits_mit_Hack.jpg" rel="lightbox[2148]"><img class="alignleft size-medium wp-image-2149" src="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/files/2012/01/Hits_mit_Hack-424x318.jpg" alt="" width="424" height="318" /></a>Die Genregrenzen lösen sich zunehmend auf, hätte man früher gesagt, als die Menschen noch etwas mit dem Begriff des Genres anfangen konnte. Heute, da kann man sich sofort Schauspieler nennen, wenn man nur ausreichend hysterisch ist, sofort Musiker, wenn man ein Instrument gerade halten kann, sofort Maler, wenn jemand Geld dafür bezahlt und sogar wenn man die Musik anderer Leute zu Gehör bringt, gilt man heute als Musikschaffender.</p>
<p>Klar, dass in so einer Welt auch Köche längst nicht mehr die Erfüllungsgehilfen irgendwelcher Traditionen sind, sondern kreative, wilde, freie Menschen, die aus dem, was der Planet so hergibt, Essen zaubern. Und wie schön ist es da, wenn DJ Cooker am Abend nicht die &#8220;Symphonie aus Sauerkraut&#8221; oder die &#8220;Arien über Apfelrotkohl&#8221; herunterleiert, sondern einfach mal ein paar frische &#8220;Hits mit Hack&#8221; auflegt. Wer freut sich nicht, wenn er ein paar &#8220;Asia Hack Muffins und mehr&#8221; appetitlich angerichtet auf seinem Tellerchen findet? Vielleicht noch mit ein bisschen Worchester-Sauce?</p>
 <p><a href="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/?flattrss_redirect&amp;id=2148&amp;md5=d6afd009b2d0ef75dcb6c213a8b19353" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Arte jetzt als Messe-Diener?</title>
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		<pubDate>Sun, 22 Jan 2012 09:29:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jakob Hein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Einträge]]></category>
		<category><![CDATA[arte]]></category>
		<category><![CDATA[Welt der Mode]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2141" class="wp-caption alignleft" style="width: 434px"><a href="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/files/2012/01/Sexistisch_neidisch.jpg" rel="lightbox[2140]"><img class="size-medium wp-image-2141" src="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/files/2012/01/Sexistisch_neidisch-424x318.jpg" alt="" width="424" height="318" /></a><p class="wp-caption-text">Die Grenze zwischen Qualität und Quantität ist mitunter hauchdünn.</p></div>
<p>Es gäbe soviel, was man im Fernsehen zeigen könnte: Alle Folgen von &#8220;Monthy Python&#8217;s Flying Circus&#8221; oder die sehr lustige Serie &#8220;Extras&#8221; über Nebendarsteller, in der sich die Creme de la Creme englischer Filmstars als komplette Ekelpakete darstellt (legendär: David Bowie) oder ein paar alte Folgen von &#8220;Pinky und der Brain&#8221; über zwei Mäuse auf dem Weg zur Weltherrschaft. Es wäre auch in Ordnung, einfach mal zwei Stunden lang nur ein schwarzes Bild zu senden, aus Solidarität mit Wikipedia und als Fanal gegen die allerorten verbreitete Geschwätzigkeit.</p>
<p>Aber der gebührenfinanzierte Sender &#8220;arte&#8221;  hat all dies gestern nicht gemacht. Statt dessen zeigten sie lieber fast zwei Stunden lang Werbung im Abendprogramm. Auf der Berliner Textil-Messe &#8220;Fashion Week&#8221; gibt es eine Veranstaltung namens &#8220;Style Nite&#8221;. Dort zeigen Models Mode während Bands Musik spielen. Natürlich war die Choreographie perfekt, klar dass die Mode modern war, aber warum das alles im Fernsehen gezeigt werden musste,  mit langen Einblendungen der präsentierten Modelabels, blieb unklar. Deren Marketing-Menschen müssen sich vor Freude in die Designerhosen gemacht haben, denn während man sonst für zwanzig Sekunden Fernsehwerbung viel Geld bezahlen muss, gab es hier zwanzig Minuten Werbung für umme. Während anderswo Moderatoren abgesägt werden, weil sie Werbung für Weight Watchers machen und die Markennamen von Taschentuchpackungen abgeklebt werden, damit es ja keine Probleme gibt, strömte nun im &#8220;Qualitätsfernsehen&#8221; arte die Werbung in Breitband über den Schirm. Von Automessen, der Grünen Woche oder Messen für Heimelektronik werden die Gala-Veranstaltungen auch nicht stundenlang abgefilmt und einen Tag später gesendet, warum eigentlich nicht?</p>
<p>&#8220;Moderiert&#8221; wurde das Ganze von irgendeinem Joghurt oder so, der zwischen den Models in der Garderobe umher schlich, vermutlich ein Spitzname. Wenn die Sendung irgendwann noch irgendeine reflektorische, hinterfragende, aufklärerische Ebene bekam, dann erst viel, viel später, weil wir abschalten mussten, als die Models in hautengen Bodysuits anfingen Can-Can zu tanzen.</p>
 <p><a href="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/?flattrss_redirect&amp;id=2140&amp;md5=c092df33f1bd0e958b0e73cadfae7a42" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Neue Extremsportarten</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Jan 2012 10:11:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jakob Hein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Einträge]]></category>
		<category><![CDATA[Bahn]]></category>
		<category><![CDATA[Unhöflichkeit]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2137" class="wp-caption alignleft" style="width: 434px"><a href="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/files/2012/01/Handy_Bahn.jpg" rel="lightbox[2136]"><img class="size-medium wp-image-2137" src="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/files/2012/01/Handy_Bahn-424x565.jpg" alt="" width="424" height="565" /></a><p class="wp-caption-text">Guck mal, da oben! (Abgebildete Person ist übrigens absichtlich unkenntlich, war aber auch keine Bundespolitikerin, mit der sie minimale Ähnlichkeit zu haben schien)</p></div>
<p>Ist es eigentlich eine Art Behinderung, wenn man nicht versteht, was ein durchgestrichenes Mobiltelefon und daneben das Piktogramm einer Person, die mahnend ihre Lippen mit dem Zeigefinger verschließt, bedeuten soll? Oder ist es einfach eine Art Extremsportart, wo man sich Schilder aussucht und dann ganz konkret gegen sie handelt? In den meisten Fällen ist es ja tatsächlich so, dass Schilder lügen. Zum Beispiel &#8220;Keine Beförderung ohne gültigen Fahrschein möglich&#8221; &#8211; totaler Quatsch, wie die meisten wissen, die das schon mal ausprobiert haben. Genauso wie das Schild &#8220;Hier kein Durchgang&#8221;. Das ist in komplexen Gebäuden ein sicherer Hinweis dafür, dass genau an dieser Stelle ein einwandfrei funktionierender Durchgang ist, die Leute dahinter bloß nicht wollen, dass da Hinz und Kunz durchlatschen.</p>
<p>Aber wenn man schon gern Schilder missachtet, kann man sich dann nicht das Nacktbadeverbot im Vatikan vornehmen. Muss es denn ausgerechnet der Verstoß gegen die Bitte nach ein wenig Plapperstille sein? Das ist doch so, wie kleine Kinder schlagen. Natürlich werden wir die Ruhe Wünschenden nicht aufstehen, die Telefonierverstoßer anbrüllen, das dämliche Mobiltelefon aus dem Zugfenster werfen und die Telefoniererin noch dazu. Wir werden nur wutentbrannt davon träumen, uns nicht mehr auf unser Buch konzentrieren können, traurig sein. Sowas ist absolut unterklassig und bringt einem auch keinen <em>respect</em> in der Schilder-Dissen-Community ein.</p>
<p>Also bitte lieber an Großen vergreifen, ja?</p>
 <p><a href="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/?flattrss_redirect&amp;id=2136&amp;md5=961d8df3db6701b7d3ddee28a3637238" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Instant classics</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Jan 2012 10:16:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jakob Hein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Einträge]]></category>
		<category><![CDATA[Diagnose Funk]]></category>
		<category><![CDATA[Musiker]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/files/2012/01/Diagnose-Funk.jpg" rel="lightbox[2131]"><img class="alignleft size-medium wp-image-2132" src="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/files/2012/01/Diagnose-Funk-424x565.jpg" alt="" width="424" height="565" /></a>Es ist schön, im Bioladen Quellen der Inspiration zu finden. So ist hier zum Beispiel die Inspiration für den sehr funkigen, mit knalligen Bläsersätzen gespielten Smash-Hit &#8220;Diagnose Funk&#8221;:</p>
<p>&#8220;Ich ging einmal zum Doktor</p>
<p>Und sagte: Ich habe ein Problem:</p>
<p>Meine Füße wollen immer tanzen,</p>
<p>und können nicht still stehen.</p>
<p>Der Doc, er sah mich an</p>
<p>Und sagte:  Mann, Du bist wirklich krank!</p>
<p>Und das, woran Du leidest</p>
<p>Ist die Diagnose Funk!</p>
<p>(Chor: Diagnose Funk, Diagnose Funk &#8211; ein Leben lang!)&#8221;</p>
<p>Klar: Schwarze Anzüge auf der Bühne, Sonnenbrille, Frauen im Abendkleid.</p>
 <p><a href="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/?flattrss_redirect&amp;id=2131&amp;md5=0ed25bbf1754c3eb2bddc01a029e4043" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Der Fall Wulff: Nieder mit dem Despoten!</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Jan 2012 18:30:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heiko Werning</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Einträge]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespräsident]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Wulff]]></category>
		<category><![CDATA[Springer-Presse]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als im Februar letzten Jahres der tunesische Präsident Ben Ali von seinem wütenden Volk aus dem Land gejagt wurde, löste das Schockwellen aus, die die ganze Region erschütterten. Ein Regime nach dem anderen geriet ins Wanken: erst Mubarak und  Gaddafi, und heute, ein Jahr nach dem Beginn der Aufstände: Assad und Wulff.<img src="http://vg08.met.vgwort.de/na/df0bb3a98a60411c8f4eee832bf12284" alt="" width="1" height="1" /><br />
Wie gelähmt schien das deutsche Volk lange Zeit unter der Schreckensherrschaft des Niedersachsen, der seine Untertanen systematisch mit seiner schwiegersohnesken Ausstrahlung, seinem an ungezählten Pixi-Büchern geschärften Intellekt und seiner Rauflust, die selbst einen unter Beruhigungsmitteln stehenden Pandabären erschaudern lässt, rundum paralysierte und in tiefe Agonie trieb. Doch hinter der Fassade des leicht irren, aber im Grunde harmlosen Exzentrikers, des schillernden Paradiesvogels Christian Wulff, plünderte der Bundespräsident sein Land in nie gekannter Rücksichtslosigkeit aus und führt ein luxuriöses Lotterleben, das jeglichen Moralvorstellungen höhnt. Er hatte in den letzten Jahrzehnten nachweislich Sex mit zwei verschiedenen Frauen, von denen eine sogar tätowiert war. Für seine Orgien ließ er sich einen üppigen Lusttempel errichten, finanziert von Unternehmergespielinnen und Bankvorständen unter noch ungeklärten Umständen, und noch bei der Anreise zur Vertragsunterzeichnung mit ihnen fuhr er zu schnell durch die Tempo-30-Zone.<br />
Wahrscheinlich hätte Wulff mit diesen skrupellosen Methoden und seiner unerschöpflichen Machtfülle langfristig das ganze Land ausbluten lassen, doch ein unerschrockener Widerstandskämpfer stellte sich ihm in den Weg und öffnete den Deutschen die Augen über ihren ach so netten Präsidenten: Kai Diekmann, Chefredakteur der Untergrundschrift „Bild“, einer der letzten Aufrechten, ein Vorkämpfer für Menschenwürde, Persönlichkeitsrechte und vorurteilsfreie Berichterstattung, eine Art Mischwesen aus Kurt Tucholsky, Sophie Scholl und einer Jahresvorratspackung Haargel. Als Idealist durch und durch schreibt er tapfer gegen jedwede moralische Verfehlungen an. So jagte er schließlich einst schon den halbseidenen Minister Guttenberg aus dem Amt und kämpft auch sonst gegen jede denkbare menschliche Verfehlung von Bigotterie über Voyeurismus bis Hartz IV.<br />
In Wulff fand er seinen bislang gefährlichsten Gegner. Der Präsident schreckte vor keinen noch so schmutzigen Methoden zurück: Mehrfach sprach er Diekmann sogar auf dessen Mailbox – welche Qual solche Attacken für das Opfer bedeuten, ahnt jeder, der jemals länger als 30 Sekunden einer Wulff-Rede zuhören musste.<br />
Längst ist der Machtkampf eskaliert. Jeden, der etwas Kritisches über Wulff sagt, kann es erwischen. Seine Opfer sind Legion: Neben Diekmann traf es schon Mathias Döpfner, Friede Springer, Angela Merkel, die Telefonauskunft und den Pizza-Dienst. Sobald das Telefon klingelt, zucken die Menschen im Lande inzwischen furchtsam zusammen, schließlich könnte der Präsident dran sein. Und niemand weiß, wem er als Nächstes auf die Mailbox schimpft.<br />
Doch allmählich erhebt sich auch das Volk. Bei einer machtvollen Großdemonstration am Wochenende auf dem Berliner Tahrir-Platz brachten mehrere Dutzend Menschen den Volkszorn zum Ausdruck und hielten Wulff tapfer ihre Nike-, Gucci- und Burberry-Schuhe entgegen. Eine verlustreiche Schlacht um Schloss Bellevue droht, und natürlich kommt es zu Verbrechen gegen die Menschlichkeit auf beiden Seiten. So schoss allein Welt-Chefredakteur Thomas Schmid in einem einzigen Essay geschlagene 31.000 Zeichen aus abgegrabbelten Worthülsen, staatstragenden Quatsch-Hypothesen und kruden Metaphern („Wir brauchen keine Staatsklucke, die keine Eier legen darf“) gegen den Präsidenten ab und nahm billigend in Kauf, dass unschuldige Zeitungsleser zu Tode gelangweilt werden könnten, und schließlich meldete sich auch noch Vera Lengsfeld zu Wort und nannte Wulff eine „Witzfigur“. Aber sich ausgerechnet von Vera Lengsfeld eine Witzfigur nennen lassen zu müssen, das gönnt man selbst dem übelsten Diktator nicht.<br />
Wie der Kampf des Tyrannen Wulff gegen den Freiheitskämpfer Diekmann ausgehen wird, ist derzeit noch völlig ungewiss. Es sollte uns nicht allzu sehr wundern, wenn Diekmann demnächst tot in einer Wanne treibend aufgefunden wird, er das Hobby Fallschirmspringen für sich entdeckt und schon beim ersten Versuch daran scheitert oder beim Urlaub plötzlich eine Bank überfällt und sich anschließend in seinem Wohnmobil selbst erschießt. Das ist eben das Risiko, wenn man sich mit dem mächtigsten Mann im Staate anlegt. Aber wenn es so weit kommt, sollten wir Diekmanns Lebenswerk, seinen Kampf für eine saubere, faire Presse, ehrend in Erinnerung halten. Und ihm wenigstens posthum einen Integrations-Bambi verleihen.</p>
<p>&#8211;</p>
<p><em>Entstanden für die<strong> <a href="http://jungle-world.com/artikel/2012/02/44665.html#c">Jungle World</a></strong>, wo es auch einen schönen, äh, <strong><a href="http://jungle-world.com/artikel/2012/02/44666.html">Contra-Artikel </a></strong>von Elke Wittich zu diesem, äh, Pro-Artikel gibt. Oder umgekehrt. Und einen rätselhaften, äh, Leserbrief.</em></p>
 <p><a href="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/?flattrss_redirect&amp;id=2128&amp;md5=2803f38260d72e5e16f8fa126d7c2bb6" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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