16.04.2012 von Heiko Werning
Während der “Spiegel” heute mit einem strunzdummen Essay von Dirk Kurbjuweit und einem tragik-komischen Gespräch zwischen Christopher Lauer und Jan Delay einen weiteren Tiefpunkt in der Urheberrechts-Debatte setzt, hier mal einige vernünftige Worte von Oliver Nagel:
Ich schreibe selbst fürs Fernsehen und für Print, meine Frau ist (vorwiegend Print-) Journalistin und Vorstandsmitglied bei den Freischreibern. Aus unserer täglichen Erfahrung kann ich sagen: Das Problem der Urheber ist nicht der Piraten-Punk, der sich Texte umsonst aus dem Internet zieht. Das Problem sind Verwerter, die für Texte nichts mehr bezahlen möchten.
Das Problem sind Knebelverträge, mit denen sämtliche Weiterverwertungen einmal geschriebener Texte an Verlage abgetreten werden sollen. Sei es Weiterverwertung im Internet, in Tageszeitungen, die mit den Zeitungen verschwistert sind, wo der Text zuerst erschienen ist, sei es sogar in Büchern oder in Online-Archiven, die zwar von Nutzern bezahlt werden müssen, die etwas suchen wollen, aber von diesem Geld nichts an
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16.04.2012 von Heiko Werning
Jahrelang haben sie uns davor gewarnt, und wir haben uns darüber lustig gemacht, wollten die Gefahr nicht wahrhaben, waren blind in unserer Ignoranz. Und plötzlich schlagen sie zu, eiskalt, aus dem Hinterhalt. Jetzt ist er also unvermittelt da, der islamistische Terror: In unseren Fußgängerzonen wird der Koran verteilt!
Ist es also wieder soweit? Werden mitten in Deutschland wieder Bücher – verschenkt?
15.04.2012 von Jakob Hein
Endlich! Kaum ist das Osterfest vorbei, stehen wieder der Internationale Sekretärinnentag, Pfingsten, Himmelfahrt und natürlich der Internationale Kampf- und Feiertag der Arbeitslosen vor der Tür und in den Kaufhallen füllen sich die Regale mit Produkten, die auf diese Feiertage vorbereiten sollen: Postkarten “Für die beste Tippse”, Wanderstöcke mit Schnapsflaschen, Schokoladenpfingstochsen und natürlich Bier in allen möglichen Variationen warten auf den Kunden, der keine Gelegenheit auslassen möchte.
Hier allerdings präsentiert die Firma Jako-o eine besondere Herausforderung. Einen Hasen aus Holz, der angeblich nach Ostern gut aussehen soll. Hat irgendjemand diesen Hasen zu Ostern bekommen? (Wir wissen schon, keiner hat den gekauft, aber die Oma / Schwiegermutter / Zahnärztin hat ihn leider geschenkt, man selbst ist ja nicht so usw. usf.) Wir würden uns nämlich sehr über einen Bildbeweis freuen, wo das Ding nach Ostern irgendwo gut aussieht. Das wäre ja wie so eine Art Osterwunder. Denn im (notwendigerweise vor Ostern erstellten)… weiter lesen
13.04.2012 von Jakob Hein

Wo kann man überhaupt noch hinfahren? Die "Bild" auch in New York
Viele Leserinnen und Leser des Reptilienfonds wissen es vielleicht noch nicht: Die “Bild”-Zeitung möchte ihnen was schenken. Und zwar eine kostenlose Ausgabe zu ihrem 60. Geburtstag. Tatsächlich möchten die Herrschaften zu ihrem 60. Geburtstag 41 Millionen “Bild” in Deutschlands Briefkästen verteilen.
Nun gibt es eine beispiellose Hetzkampagne, die dieses schöne Geschenk nicht annehmen möchte. Wer sich bei dieser Kampagne einträgt, von dem erhält “Bild” ein juristisch einwandfreies Schreiben, so dass dann diese Menschen nicht ihr kostenloses Exemplar erhalten können. Empfohlen wird, sich an den Wortlaut zu halten, weil es sonst als ungültige Meinungsäußerung verworfen werden kann. Aber wie man darauf verzichten kann – es bleibt unklar. 60 Jahre Tittenmädchen, 60 Jahre Wagner, 60 Jahre emotionaler Berichterstattung, 60 Jahre Blieswood, 60 Jahre Fahrstuhlfahren – wer würde sich das nicht wünschen?
Was aber noch schlimmer ist:… weiter lesen
12.04.2012 von Jakob Hein

Wenn das Öl alle ist, können auch solche Kunstwerke nicht mehr entstehen
Lieber Iran,
der Presse müssen wir entnehmen, dass Du jetzt trotz alledem seit gestern Deine Öllieferungen nach Deutschland einstellst. Hallo! Geht’s noch? Die Debatte der letzten Woche nicht ganz mitbekommen? Die Benzinpreise sind eh schon so hoch und nun das noch. Das hätten wir jetzt wirklich nicht von Dir erwartet. Was sollen wir denn noch tun? Sollen vielleicht die Toten Hosen mit letztem Atem noch ein Lied für Dich trällern oder soll Diddl mit letzter Luft eine Maus für Dich airbrushen oder sollen die Scorpions mit letztem Stadion Dich noch einmal wie ein Hurrikan rocken oder soll die FDP für Dich mit letzter Stimme irgendeinen Beschluss fassen?
Wir könnten auch in einer komplizierteren Operation anbieten, der israelischen Fußball-Nationalmannschaft einen Trainer zu organisieren, der gern blau-weiße Vereine trainiert (Griechenland, Berlin). Dann hätten wir uns aber ein… weiter lesen
12.04.2012 von Heiko Werning
Seit wann ist eigentlich “sich ablegen” - also: ich lege mich ab, du legst dich ab, er/sie/es legt sich ab – als synonym für “sich hinlegen” üblich? Beziehungsweise: ist es das überhaupt? Ich dachte bislang an einen erstaunlichen Semantikfehler in meinem näheren Umfeld, der mir seit etwa einem Jahr auffällt: “Ich leg mich jetzt erst mal ab”. Nun stoße ich aber sogar in einem Songtext von Olli Schulz darauf, was mich vermuten lässt, dass es sich doch nicht um eine individuelle Konstruktion handelt. Oder gab es das womöglich immer schon, und nur ich habe es nicht mitbekommen? Sachdienliche Hinweise erbeten! (Ergänzung: Geht über die Kommentare, wenn man erst die Überschrift anklickt – sorry …)
10.04.2012 von Jakob Hein
“Die Rockmonster der Achtziger, Aerosmith und ähnliche, waren schon damals aus der Zeit gefallen. Sie waren laut, meistens breit und durstig, aber das Publikum hatte eine Menge Spaß mit ihnen. Nach ein paar Kilometern im [irgendein Auto] muss man gar nicht das Radio anstellen, um an Aerosmith zu denken. Man muss nur das Bellen des Achtzylinders beim Start hören, das leicht vulgäre Röhren des Motors beim Zwischensprint auf der Autobahn und das nostalgische Knallen aus dem Klappenauspuff.” SZ vom 10. April 2012 über irgendein Auto mit 14,7 l Verbrauch
09.04.2012 von Jakob Hein

Alter und Würde sind nicht unbedingt miteinander verbunden.
Das Problem an Debatten wie der aktuellen um Grass liegt darin, dass die verschiedenen Ebenen der Diskussion immer wieder miteinander vermengt werden, um die eigene Meinung möglichst umfassend zu verteidigen. Das macht Spaß, macht aber nichts deutlich.
- Der Text
Der Text funktioniert nicht als Gedicht, er ist mäßig und pompös zugleich. Der Autor hat ein Gefühl, das sich wichtig anfühlt und das er allein deshalb in Worte fassen möchte.
- Der eigentliche Inhalt
Deutschland soll kein Militär-U-Boot an Israel liefern, weil das gefährlich ist, weil Israel damit eine Atomrakete in den Iran oder auf ein Atomkraftwerk im Iran schießen und damit das iranische Volk „auslöschen“ könnte.
- Der uneigentliche Inhalt
Diese Wahrheit hätte sich der Dichter beinahe nicht auszusprechen gewagt, weil Kritik an Israel als Antisemitismus missverstanden wird.
- Die Veröffentlichung
Der… weiter lesen
07.04.2012 von Jakob Hein
Zum morgigen Osterfest hat sich Luis Murschetz etwas ganz Besonderes ausgedacht: Er hat eine Zeichnung erstellt und die Leser müssen die dazugehörige Bedeutung mitbringen. Daher laden wir unsere geschätzten Leser zum Pointenraten ein: Was soll die obenstehende Grafik bedeuten? Berücksichtige bei Deiner Antwort Körperhaltung und Kleidung der dargestellten Personen. Welche Personen werden nicht im Bild gezeigt und warum? Interpretiere die Figur des weghoppelnden Hasen und seine Beziehung zu heidnischen Traditionen einerseits sowie zum christlichen Osterfest andererseits unter Einbeziehung des Schweizer Nationalsymbols auf einem Ei. Wofür steht das andere Ei? Wofür die Fliegen?
Antworten bitte unten als Kommentare einreichen. Frohe Ostern wünscht der Reptilienfonds.
04.04.2012 von Heiko Werning
“Warum schweige ich?”, beginnt Grass sein jüngstes “Gedicht”. Aber wenn ein Text schon mit einer so dreisten Lüge anfängt, was soll man sich da noch groß mit dem nachfolgenden Unsinn beschäftigen?