14.01.2012 von Jakob Hein
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Vielleicht kann man der Fleischindustrie auch einfach mal danken!

von Jakob Hein

Feine Doppelmoral: Bei Medikamenten für kranke Vögel meckern, aber wenn man ihnen Drogen gibt, nichts sagen.

„Keime aus dem Hühnerstall“ und „Nicht scharf auf Antibiotika“ mit solchen und ähnlichen Schlagzeilen wird in unverantwortlicher Weise durch die Journaille wieder die nächste Sau – pardon, das nächste Masthenderl durchs Dorf gejagt. Nachdem man keine Feder mehr findet, die man noch beim Bundespräsdialhahn, bzw. –Wulff rupfen kann, geht es nun zum nächsten Pseudoskandal. Wie üblich wird das Problem dabei aus einer völlig eingeengten, reißerischen Perspektive betrachtet, die journalistische Ausgewogenheit entspricht der Besonnenheit eines Lynchmobs im Alabama.
Unbestritten ist es, dass jährlich etwa 900 Tonnen Antibiotika in der Tiermast eingesetzt werden, davon aber entfällt nur ein Teil auf die knusprigen Henderl, schließlich muss auch noch für die Ochsen und Sauen etwas übrig bleiben. Klar, dass hier die üblichen Vegetarier wieder einen Grund sehen, auf die fleischverarbeitende Industrie einzuteufeln, aber das sind… weiter lesen

13.01.2012 von Jakob Hein
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Österreich: so bleiben Besucher Fremde

von Jakob Hein

Zwei Frauen im Dirndl stehen auf einer Art Steg, der sich von den Stegen bei uns daheim darin unterscheidet, dass er nicht mit einem Ufer verbunden ist.

Die Frauen schauen sich in die Augen, entspannt schreiten sie geradeaus, der klaren Tiefe des Sees entgegen, den sicheren Tod vor sich, durch ihre traditionelle Kleidung ahnen wir, dass sie noch der Tradition folgen, dass die Madln nicht am Schwimmunterricht teilnehmen durften, es sei denn in besonderen Fällen, mit einer Sondererlaubnis vom Herrn Pfarrer.

Der Flözner-Ehi hat die Damen offensichtlich hierher gepaddelt, er muss ihnen nun beim Sterben zusehen und soll die ersoffenen Weibsbilder zum Schluss zurück zum Weiher bringen, wo ihre Körper verbrannt und ihre Herzen vom Dorf-Gspinschti im rohen Zustand verspeist werden, während die entmenschten Kinder um den Fuder springen, fröhlich “Satanas, Satanas” kreischend.

Nur mit den Kleidern soll der Ehi heuer guat aufpasche, denn die kann man allweil noch gut… weiter lesen

12.01.2012 von Jakob Hein
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Treffen sich zwei…

von Jakob Hein
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Gewissermaßen von Amts wegen ist der “Reptilienfonds” dazu verpflichtet, die wohl erste offizielle Audienz eines Reptils beim Heiligen Stuhl zu vermelden. Papst Benedikt traf sich vorgestern mit einem recht frisch geschlüpften Exemplar crocodylus rhombifer. Der Heilige Vater soll von der Begegnung sehr angetan gewesen sein. Dass das Reptil diese Gefühle entgegnete ist hingegen angesichts der wenig artgerechten Bedingungen im Vatikan für diese bedrohte Tierart äußerst unwahrscheinlich, aber das war ja noch nie eine Hauptsorge der katholischen Kirche bei Begegnungen mit Minderjährigen.

Sicher wird es zum Entzücken beigetragen haben, dass dem 60 cm langen Krokodil während der gesamten Audienz das Maul zugehalten wurde. Ein Modell mit Zukunft?

12.01.2012 von Jakob Hein
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Augen auf im WSV!

von Jakob Hein

Also früher gab es ja nur normale Schuhe und im Winter zog man sich Stiefl an. Die waren für Männer und Frauen gleichermaßen unbequem, von der ARmee entlehnte Funktionsbekleidung, niemand konnte das Ende des Schnees abwarten, denn die unbequemen Dinger zog man nicht freiwillig an und aus zog man sie nicht gern selbst, es gab sogar “Stiefelknechte” zu kaufen: Holzbohlen mit einer Aussparung, in die man seine Stiefelhacken pressen konnte, um die verdammten Dinger vom Fuß zu bekommen. Dann ging es weiter zu den Mokassins, bis man endlich Sandalen anziehen konnte, natürlicher Fußkomfort, im Frühling gern auch noch mit Socke, im Sommer ohne.

Heute kennt sich ja kein Mensch mehr aus mit den Outdoor- und Backpacker- und Walking- und so weitering- Schuhen. Aber reduzierte Stiefel, dazu hat man damals Halbschuhe gesagt.

10.01.2012 von Jakob Hein
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Wer will schon in Bellevue wohnen? – Fragen über Wulff und Guttenberg hinaus

von Jakob Hein

Nachdem der Fall Wulff zunächst zu einem Skandal heranreifte, passiert nun das, was mit reifem Obst so passiert: Nach und nach fängt es an zu faulen und im Lauf der Zeit wird man nicht mehr wissen, ob der Gestank nachgelassen oder man sich nur an ihn gewöhnt hat. Vermutlich wird der Fall dafür sorgen, dass perspektivisch das Amt des Bundespräsidenten überhaupt abgeschafft werden kann. Diese Perspektive wird sogar dadurch, dass Wulff in seinem Schloß in zentraler Lage  noch ein paar Jahre wohnen bleibt, sogar noch wahrscheinlicher. Und man kann es ihm kaum verdenken – ein paar Minuten zum Musical am Potsdamer Platz, eigener Anlegeplatz für die Weiße Flotte, eine Schultheiß-Kneipe um die Ecke, ganz schnell zur Baumblüte nach Werder – wer würde sowas schon freiwillig aufgeben bei dem Gehalt? Und der Vorschlag, einen gigantischen politischen Stuhltanz zu veranstalten (formerly known as “Reise nach Jerusalem”), in dem Guttenberg Bundespräsident wird, Wulff… weiter lesen

08.01.2012 von Jakob Hein
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Wenn normale Menschen so miteinander Konversation trieben, gäbe es gar keine Kinder mehr

von Jakob Hein

Jeder Mensch hat seine Schwachpunkte. Hier der Bundespräsident (Modell)

Die Bundesregierung dementiert in schärfster Form über eine Nachfolge für das Bundespräsidialamt nachzudenken. Regierungssprecher Seibert: ” [Die Kanzlerin] sieht (…) keine Veranlassung, über eine Nachfolge für den Bundespräsidenten zu sprechen.”

Ja, scheiß die Wand an! Wenn die Bundesregierung tatsächlich derzeit nicht über diese Frage sprechen sollte, dann sollte über eine Nachfolge für diese Regierung gesprochen werden. Und wenn es wieder nur darum geht, dass man das sagen muss, was alle wissen, das man sagen muss, weil man sonst dadurch das man das nicht sagt, das Gegenteil von dem sagt, was man sagen musste, obwohl alle wussten, dass es nur das war, was gesagt werden musste und nicht das, was ist, dann soll sich doch bitte niemand immer wieder diese dämliche Rätselfrage über das Wunder der Politikverdrossenheit stellen.

Die Presse möchte derzeit den Bundespräsidenten absetzen, die sind schon fast beleidigt,… weiter lesen

07.01.2012 von Jakob Hein
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Innovative Zitate nicht innovativer Menschen

von Jakob Hein

Kann wahrscheinlich auch schon der Kochlehrling im 1. Lehrjahr kochen: Berliner Nationalgericht.

Wie es Christian W. W. Wulff gesagt hat: “Wem es in der Küche zu heiß ist, der darf nicht Koch werden wollen, wie es Harry S. Truman gesagt hat.”

Sollte er damit seinen ehemaligen amerikanischen Präsidenten-Kollegen (und insofern seinen zukünftigen Ex-Präsidenten-Kollegen) Truman gemeint haben, dann hat er sich das Zitat signifikant verändert gemerkt.  Truman sagte: “If you can’t stand the heat, get out of the kitchen.” Die Übersetzung hierfür ist wohl eher “Wenn Du die Hitze nicht aushältst, verlasse die Küche.” Und die Unterschiede sind schon interessant. Geblieben ist das Bild von der Hitze, die in der Küche herrscht, wir nehmen an, die Politik ist gemeint. Und beide Präsidenten sind der Meinung, dass man sich als Amtsinhaber der betreffenden Hitze aussetzen muss, obwohl man darüber nachdenken sollte, dass die Funktion eines amerikanischen Präsidenten sich… weiter lesen

03.01.2012 von Jakob Hein
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Geschichten von einem von Hannover 2000 Lichtjahre entfernten Punkt im Raum-Zeit-Kontinuum

von Jakob Hein

Vorbildlich: Wenn man schon Nachrichten am "Institut für Erziehungswissenschaften" hinterlässt, dann doch bitte Nachrichten der Hoffnung, das entspricht der Würde des Amtes und des Menschen im Allgemeinen

In einem Land, in dem nun wirklich nicht alles gut war, da trug es sich zu, dass es nicht für jeden Bewohner einen eigenen Stasi-Spitzel gab, obwohl es das gewesen wäre, was sich die Staatsführung gewünscht hätte – natürlich nur zum Besten der Bürger, das ist klar – und weil die elektronischen Möglichkeiten damals einfach noch nicht so weit waren und die hohen Herren niemals nicht geglaubt hätten, dass die Leute, wenn man ihnen Computer in die Wohnung stellt, diese nutzen, um wie wild der Weltöffentlichkeit persönliche Informationen über sich selbst zur Verfügung zu stellen – ich meine, die hohen Herren wollten ja schon ihren Bürgern keine Kopierer geben, damit die Bürger damit keine kecken “Zeitschriften” zusammenkopieren in einer Qualität, in… weiter lesen

31.12.2011 von Jakob Hein
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Seinen inneren Waffenstillstand finden

von Jakob Hein

Es kommet im Leben darauf an, Vogel zu sein und nicht Müllsack

Gegen Silvesterfeiern zu sein, ist letztendlich auch so eine ausgelutschte Position wie gegen Halloween zu sein oder sich jeden September über die Weihnachtsdekorationen in den Kaufhallen zu wundern oder zu sagen, in den Lesebühnen würden eh nur lustige, aber leider unliterarische Alltagsgeschichten vorgelesen werden. Irgendwann mag die Kritik mal einen wahren Kern gehabt haben, durch die Abkehr vom Objekt hat sie dann aber ihre Position nicht weiterentwickeln können und mittlerweile liefern sich die Eigenschaften Banalität, Überholtheit und Rückwärtsgewandtheit ein Kopf-an-Kopf-Rennen über den ersten Platz auf dem Siegertreppchen der Sparte “Am genausten zutreffende Beschreibung”. Wobei gerade die Überholtheit der Position trotz ihres Namens gute Aussichten auf die goldene Medaille hat, da durch das Abkoppeln von neuen Informationen die Kritik langsam zur Meinung wird, um dann zur Ideologie zu gerinnen. Klar, das spart viel Zeit für Neues, aber… weiter lesen

30.12.2011 von Jakob Hein
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Mitleid als Verkaufsargument

von Jakob Hein

Nein, ich sitze hier nur so und schaue aus dem Fenster.

Auf den ersten Blick sieht diese Ladendekoration eines Erfurter Edelgeschäftes eher etwas eigenartig aus: Statt die schicken bedruckten Kleider des Ladens zu tragen oder die edlen verzierten Gürtel, die filigran gestrickten Pullover oder die reizende Wäsche, trägt dieses Modell den grauen Schlafanzug. Dazu sitzt sie so da, das ihr Hinterteil nicht eben vorteilhaft aussieht, man kann sagen, fett sieht es aus, weil man keine Gefühle einer Person verletzt, weil es gar nicht so leicht ist, das bei einem in der Fabrik gefertigten Modell überhaupt hinzubekommen und es unmöglich ist, dass der Hintern im engeren Sinne fett ist, na gut, er besteht aus verarbeitetem Erdöl, aber das zählt nicht. Zwischen den schlampig verarbeiteten Baumwollfetzen schaut der ebenfalls aus Baumwoll gefertigte  lila Schlüpfer hervor, nicht keck oder kokett, sondern eher mit einem resignierten Seufzer.  Zwar ist der Kopf nicht… weiter lesen