21.01.2012 von Jakob Hein

Guck mal, da oben! (Abgebildete Person ist übrigens absichtlich unkenntlich, war aber auch keine Bundespolitikerin, mit der sie minimale Ähnlichkeit zu haben schien)
Ist es eigentlich eine Art Behinderung, wenn man nicht versteht, was ein durchgestrichenes Mobiltelefon und daneben das Piktogramm einer Person, die mahnend ihre Lippen mit dem Zeigefinger verschließt, bedeuten soll? Oder ist es einfach eine Art Extremsportart, wo man sich Schilder aussucht und dann ganz konkret gegen sie handelt? In den meisten Fällen ist es ja tatsächlich so, dass Schilder lügen. Zum Beispiel “Keine Beförderung ohne gültigen Fahrschein möglich” – totaler Quatsch, wie die meisten wissen, die das schon mal ausprobiert haben. Genauso wie das Schild “Hier kein Durchgang”. Das ist in komplexen Gebäuden ein sicherer Hinweis dafür, dass genau an dieser Stelle ein einwandfrei funktionierender Durchgang ist, die Leute dahinter bloß nicht wollen, dass da Hinz und Kunz durchlatschen.
Aber wenn man schon gern… weiter lesen
14.10.2011 von Jakob Hein

In diesem Zug können Sie Anschläge vergessen
Die Experten streiten sich noch darüber, ob die Brandanschläge auf Bahnanlagen Terrorismus sind oder, wie SPD-Sicherheitsexperte Wiefelspütz sagte: “schwerwiegende Straftaten”. Wobei die Frage ist, was den Unterschied ausmachen würde. Die “Bild” wird sowieso von “Terror” schreiben, das macht sie ohnehin jeden Tag (Sex-Terror, Ekel-Terror, Psycho-Terror, Terror-Stalker, usw. usf.) Die seriösen Beobachter werden die Taten hoffentlich differenziert beurteilen und das gedankliche Grundgerüst der Täter ist sicher von ununterscheidbar von jemandem, den man einen Terroristen nennen würde. Die Beweggründe für diesen Definitionsstreit sind noch unklar: Möchte man die Täter nicht unverdient adeln? Oder fürchten informierte Kreise, dass wieder vorschnell zu übermäßig drastischen Maßnahmen gegriffen wird, deren Rücknahme dann auf den berühmten St.Nimmerleins-Tag terminiert wird?
Nicht zu vergessen, dass es keine Definition von “Terrorismus” gibt, denn alle Definitionsversuche scheiterten vor allem am Widerstand der USA, die solche Kriterien wie “nicht erklärter bewaffneter Angriff auf… weiter lesen
01.06.2011 von Jakob Hein
Angesichts des Himmelfahrtswochendes fühlte sich der Spreewelten-Bahnhof Lübbenau bestens gerüstet. Trotz Schienenersatzverkehrs konnte es nämlich ermöglicht werden, Informationen zum Schienenersatzverkehr zu erhalten. Nicht auszumalen, was gewesen wäre, wenn es keinen Schienenersatzverkehr gegeben hätte, wo hätten sich die Reisenden darüber informieren können? Aber das einerseits hochwertig gefertigte und andererseits bereits vergilbende Transparent wiesen darauf hin, dass dieser Zustand schon lange bestand und noch lange bestehen würde.
(Die Frage zweier Reisender mit Fahrrad, wie sie denn nun nach Berlin kommen sollen, beantwortete die Zugbegleiterin übrigens mit einem professionellen: “Mit Fahrrad? Ach du Scheiße!”)