Posts Tagged ‘Christentum’

31.10.2012 von Heiko Werning
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Mal ein paar Sätze zu Halloween

von Heiko Werning

So. Die Kinder sind aus dem Haus und gehen Süßigkeiten erschnorren. Endlich herrscht Ruhe in der Bude. Sehr schön.

Leider sind nicht alle Begleiterscheinungen des Halloween-Festes so erfreulich. Denn wie es nun einmal ist in Deutschland, wenn andere Menschen einfach Spaß haben und feiern wollen, versammelt sich gleich eine Blase moralinsaurer Bedenkenträger, um mit sorgenvoller Miene auf dies und das und jenes hinzuweisen.

Dies: irgendwas mit Amerika. Das: irgendwas mit Kommerzialisierung. Jenes: irgendwas mit christlichem Abendland. Die heilige Dreifaltigkeit des Deppentums also.

Denn was, ihr Halloween-Kritisierer, ist gegen das Fest denn einzuwenden? Dass es albern ist? Darin unterscheidet es sich natürlich grundlegend von allen anderen Festen, wie sagen wir Weihnachten, wo ein Kind von einer Jungfrau zur Welt gebracht wird und am Himmel ein leuchtender Bonus-Stern aufgeht, oder Ostern, wo ein Toter den Felsen von seiner Grabkammer wegrumpelt und wieder quicklebendig wird, von Karneval gar nicht erst zu reden. Ach,… weiter lesen

21.09.2011 von Heiko Werning
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Exklusiv: Vorab-Manuskript der Papstrede vor dem deutschen Bundestag

von Heiko Werning

Alle diskutieren darüber, aber noch niemand hat sie gelesen – dem Papst ergeht es wie Bruder Sarrazin. Das muss ein Ende haben: Übermittelt vom pontifikalen Redenschreiber  Anselmus Neft SJ und mit göttlichem Beistand ist der Reptilienfonds weltexklusiv in der glücklichen Lage, das Manuskript der Rede des Papstes, die dieser am morgigen Donnerstag vor dem deutschen Bundestag halten wird, vorab zu veröffentlichen:

Sehr geehrte Damen und Herren!

Es ist für mich ein besonderer Moment, vor dem deutschen Bundestag zu sprechen. Doch stehe ich hier als politisches oder als religiöses Oberhaupt des Vatikanstaates? Und was verbindet Politik und katholische Kirche heute in Deutschland überhaupt noch miteinander? Ich stehe hier als Stellvertreter einer Gemeinschaft, die einen Schatz an moralischer Erkenntnis und Erfahrung in sich verwahrt, der für die ganze Menschheit von Bedeutung ist. Dabei ist jedoch nicht zu übersehen: Das Katholische ist in Deutschland zu einer Stimme unter vielen geworden. Der Staat begreift sich längst als weltanschaulich neutral und garantiert die Glaubensfreiheit. Dazu gehört auch die Freiheit, nicht an Gott zu glauben, sondern sich selbst und den Mammon an dessen Stelle zu setzen. Doch da, wo alles möglich ist, wo alles als gleich gilt, da wird auch schnell alles gleichgültig. Das ist es, was die katholische Kirche meint, wenn sie von einer Diktatur des Relativismus spricht.

Doch liegt in dieser Entwicklung auch eine große Chance: Wie wir erst nach dem Sündenfall ein freiwilliges und authentisches „Ja“ zu Gott sagen können, können wir uns in der obdachlosen Demokratie ohne äußeren Zwang auf unsere wahre Heimat besinnen. So betrachtet ist der demokratische Zeitgeist eine felix culpa, eine glückliche Schuld also, da aus der vorübergehenden Verwirrung eine größere Klarheit erwachsen und schließlich die verwirrte Diktatur des Relativen einer entwirrten Diktatur des Absoluten weichen kann.

Es ist wahr: In Deutschland sind Staat und Kirche nicht in jeder Hinsicht getrennt. Noch gibt es zwei große Parteien, die das Wort „christlich“ in ihrem Namen tragen. Auch zieht der Staat die Kirchensteuer ein und finanziert aus Einkommenssteuer, nicht aus Kirchensteuer, zum Beispiel diesen Papstbesuch, die Arbeit der Caritas und etwa 90 % der Kosten katholischer Schulen, Krankenhäuser und Altersheime. In diesen staatlich finanzierten Einrichtungen kann die Kirche nach ihren Maßstäben entscheiden, wen sie einstellt und wen nicht. Ich danke an dieser Stelle herzlich dem deutschen Steuerzahler, gleich welchen Glaubens, dass er mit seinem großzügigen Steuergeschenk zum Ausdruck bringt: Ja, ich sehne mich nach Verbundenheit mit dem wahren Glauben. Auch das ist Politik.

Jedoch keine Politik, die den jeweils modischen Stimmungsschwankungen einer orientierungslosen säkularen Mehrheit zu Willen ist, sondern die sich allein der Wahrheit verpflichtet. Das führt beizeiten zu Spannungen. Um ein Beispiel zu geben: Manche kritisieren, dass der Vatikanstaat neben Weißrussland der einzige europäische Staat ist, der die Menschenrechtscharta nicht unterzeichnet hat. Die katholische Kirche tritt weltweit für Menschenrechte ein, „Menschenrechte“ heißt für uns aber nicht „Frauenrechte“ und darf also nicht heißen, die gottgewollten Unterschiede der Geschlechter einzuebnen. Mann und Frau haben vor Gott den gleichen Wert, aber ihre Aufgaben im Schöpfungsplan unterscheiden sich. Seit ein paar Jahrzehnten mehren sich Spekulationen im wissenschaftlichen Gewand, die von „Gender“ sprechen, als seien männlich und weiblich nur gesellschaftliche Konstrukte. Da heißt es, die in der Genesis von Gott angeordnete Herrschaft des Mannes über die Frau sei bloße Ideologie. Hier muss die Kirche ihrerseits die Wahrheit gegen eine aggressive atheistische Ideologie verteidigen.

Auch aus den eigenen Reihen wird immer wieder gefordert, Frauen den Zugang zum Priesteramt zu öffnen. Doch die Antwort lautet: Non possumus. Wir können nicht. Wenn Papst … weiter lesen

03.05.2011 von Jakob Hein
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Coole, geradezu eiskalte Christen

von Jakob Hein

Eine angenehme Überraschung, dass die Christen offensichtlich auch locker und entspannt mit dem Tod umgehen könnne. Bundeskanzlerin und Pastorentochter Angela Merkel (CDU) lässt sich mit dem Satz zitieren: ” Ich freue mich darüber, dass es gelungen ist, bin Laden zu töten.” Das Staatsoberhaupt der Bundesrepublik Bundespräsident und Ex-Messdiener Christian Wulff  (CDU) sagt:  “Ich halte die Ausschaltung von Osama bin Laden für einen unschätzbaren Erfolg im weltweiten gemeinsamen Kampf gegen den menschenverachtenden Terrorismus.”  und Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) sagt schlicht: “Bei mir war es auf jeden Fall ein Gefühl der Freude”.

Ist das Christentum 2.0? Dürfen wir jetzt auch Sachen klauen, die wir echt schön finden oder unsere Ehefrau betrügen, weil wir es echt nötig hatten? Super, danke!

Niemals hätte bin Laden ahnen können, wie umfassend sein Sieg über das christliche Abendland ausfallen würde.

24.04.2011 von Jakob Hein
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Ostersymbolik

von Jakob Hein

Trotzdem die Barbapappas in einer verzweifelten Lage waren, so eingesperrt in einer Plastikkiste im Ramschregal einer italienischen Discounters in einem von der Mafia kontrollierten Gebiet des schlimmsten Mezzogiorno, gaben sie doch ein mustergültiges Beispiel für ein tapferes Lächeln trotz aller Gefahren ab.

23.04.2011 von Jakob Hein
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Tod in Westend (II)

von Jakob Hein

Was hatte Jan K. nicht alles überlegt, wie er das Familiengeschäft auf Touren bringen könnte. Seit Jahren bot Familie K. günstige Bestattungen in preiswerten Särgen an, aber wie sollte man dieses Angebot im Firmennamen sichtbar machen. Opas “Schotten-Särge” lief ebenso wenig wie Vaters “Melancholie und Mengenrabatt”.  Dabei residierte man im edlen Westend und stand durchaus für christliche Werte. Kurz vor der Insolvenz war dann Jan die rettende Idee gekommen.