Posts Tagged ‘Franz Josef Wagner’

16.07.2012 von Heiko Werning
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Papst vs. Titanic: Alle nicht ganz dicht

von Heiko Werning

Man sieht es ja ganz klar vor Augen: Nach einem langen und anstrengenden Arbeitstag in seinem Hauptberuf als Papst kommt Josef Ratzinger spätabends nach Hause, wirft das unpraktische Kleidchen und die alberne Mütze, unter der man im Sommer immer so schlimm schwitzt, lässig über die Garderobe, und macht sich ein Feierabendweizen auf. Er freut sich schon darauf, gleich in seinen heiligen Stuhl fallen und die Füße mal hochlegen zu können und vielleicht vor dem Einschlafen noch ein paar Messdienervideos anzuschauen. Jetzt wirft er nur schnell noch einen Blick in den Briefkasten, und, halleluja, er richtet ein kurzes dankbares Stoßgebet zum Himmel: Die neue Titanic ist endlich da! Endlich mal wieder was zu lachen! Vorfreudig reißt er das Kuvert aus der Heimat auf – und dann das: Er selbst ziert das Titelbild, mit einem großen Pipifleck vorne auf der Soutane, dazu die auf diese elende Vatileaks-Affäre gemünzte Schlagzeile „Die undichte Stelle… weiter lesen

27.06.2012 von Heiko Werning
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Frei-BILD für alle (4)

von Heiko Werning

Die Bild-Zeitung wird 60 und hat uns allen zu diesem Anlass eine Jubiläumsausgabe mit ganz viel Retrospektive kostenfrei in den Briefkasten gelegt. Da will ich mich in dieser Woche auch mal nicht lumpen lassen: Ein Blick ins eigene Textarchiv fördert weitere Würdigungen von Deutschlands größter Zeitung zu Tage. Bitte schön! (Teil 1: 8/2004-5/2006, Teil 2: 10/2006-6/2007, Teil 3: 9/2007-11/2008):

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1/2009

Bild-Zeitung!

Du bist es wieder einmal, die uns aufschreckt vor einer weitgehend verschwiegenen Gefahr. Angesichts des Einstiegs des Staates in die Commerzbank fragst Du: „BRD = DDR light? Wird die Bundesrepublik ein großer Staatsbetrieb?“ Denn: „Es gibt sehr ernstzunehmende Stimmen, die unser Land auf dem Abmarsch Richtung DDR light sehen.“ Und – wer sind diese ernst zu nehmenden Stimmen? Genau die: Springer-Chef Mathias Döpfner: „Die ohnehin erkennbare schleichende Verschiebung unserer freien Wirtschaftsordnung hin zu einer Planwirtschaft light beschleunigt sich.“ Bild dazu: „Wie wahr!weiter lesen

16.10.2011 von Jakob Hein
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Übertriebene Untertreibungen (I): Franz Josef Wagner

von Jakob Hein

Am Freitag auf dem Weg von der Messe nach Hause las ich den neuesten Brief von Franz Josef  Wagner. Meine Entschuldigung lautet, dass die “Zeitung” kostenlos herumlag und wenn ich sie nicht genommen und im Altpapier entsorgt hätte, wäre womöglich jemand anders zu Schaden gekommen. Andere gehen zum Zahnarzt, um das zu lesen, was ja wohl deutlich krasser ist, sowas wie die schmerzhafte Doppelbohrung im Kopfbereich.

Jedenfalls schreibt Herr Wagner in irgendeinem “Zusammenhang”:  “Ich würde auch mit dem Teufel Geschäfte machen, um ein Menschenleben zu retten.” Aber Herr Wagner, warum denn so bescheiden, das ist doch sonst nicht Ihre Art. Wie heißt noch mal das Blatt, in dem Sie regelmäßig veröffentlichen? Könnte man denn da nicht sagen, dass Sie die erwähnten Geschäfte gewissermaßen gewohnheitsmäßig machen, auch wenn es um viel weniger geht, zum Beispiel um die nächste Stange Zigaretten zu kaufen?

Schöne Grüße, der ehemalige Bewohner von Zimmer # 666.… weiter lesen

20.09.2010 von Heiko Werning
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“Sie leben doch schon lange im Wedding, was sagen Sie eigentlich zu den Thesen von Thilo Sarrazin?”

von Heiko Werning

Da spricht aber wirklich zum Blinden jemand, der nicht einmal einen Kopf hat: Franz-Josef Wagner schreibt Thomas de Maizière. Jener Wagner, der angesichts der Causa Kachelmann in der „Bild“ noch leutselig davon schwadronierte, man dürfe den Wetterfrosch natürlich nicht vorverurteilen und es sei ja noch ungewiss, ob er tatsächlich die Vergewaltigung begangen hat, aber eines habe er ganz sicher, nämlich Herzen gebrochen, was aber auch sehr schlimm ist, vielleicht, immerhin noch mit einem Fragezeichen versehen, helfe da ja „Kastration“. Jener „Schwanz ab!“-Wagner also schreibt jetzt wieder in der „Bild“ de Maizière, der einen Integrationsaktionsplan vorgelegt hat und darin unverständlicherweise auf ähnlich wirkungsvolle Vorschläge verzichtete, wobei Kastration doch ganz sicher auch eine Lösung wäre angesichts der Sarrazin’schen Beobachtung, dass diese ganzen Ausländer und Unterschichtler sich wie die Karnickel vermehren, und wo nun plötzlich alle sagen, die Tonlage sei ja vielleicht etwas daneben, aber es sei doch gut und richtig, dass jemand… weiter lesen

09.09.2010 von Heiko Werning
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Ein Hoch auf den Wedding!

von Heiko Werning

Es ist ja gar nicht so, dass FJ Wagner von der Bild-Zeitung, den “Quartalsirren” zu nennen eine deutliche Unterschätzung der Frequenz seines Wirkens hieße, immer nur Stuss erzählt. Heute zum Beispiel schreibt er Innenminister de Maizière: “Gehen Sie mit mir nach Neukölln, Wedding. Sie haben Leibwächter, ich nicht. Wenn Sie da jemanden angucken, dann sagt er: Scheiß Deutscher, was du gucken, einen in die Fresse, besser du tot als ich.” Ich weiß schon, warum ich so gern hier wohne.

04.06.2007 von Heiko Werning
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Ein Herz für Afrika

von Heiko Werning

Man braucht schon gute Nerven, um diese Tage zu überstehen. Dass es Afrika schlecht geht, ist ja keine top-aktuelle Neuigkeit, aber nun ließ die „Bild“-Zeitung passend zum G8-Gipfel, auf dem ja auch über Afrika parliert werden soll, Bob Geldof einen Tag als Chefredakteur arbeiten– womit sie den Hauptstadttrend zum Praktikum in den Medien um eine interessante Möglichkeit erweitert hat. Bob Geldof ist ein bisschen dumm, aber ehrenwert. Sein Afrika-Engagement darf man ihm als grundehrlich abnehmen, und sicherlich hat er sogar einiges bewirkt. Was könnte also daran kritikwürdig sein, wenn er nun eine ganze Ausgabe der „Bild“ zu einem Appell für Afrika umwandelt? Schauen wir uns das Ausnahmeprodukt doch mal genauer an.

Auf der Titelseite ist das Seite-1-Girl wie immer mehr oder weniger nackt, nur diesmal ist es ein kleines Kind, das gerade stirbt. Bob Geldof schreibt dazu:Die Deutschen blicken auf dieses kleine Mädchen. Oder ist es ein Junge? Wirweiter lesen

18.08.2006 von Heiko Werning
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Das Eva-Herman-Prinzip

von Heiko Werning

Wie funktioniert eigentlich ein Medien-Hype? Zunächst einmal braucht es einen ordentlichen Nährboden. Nehmen wir mal Frank Schirrmacher mit seiner Bestseller-Forderung nach Rückbesinnung auf Familie, die Große Koalition mit Ursula von der Leyen als Neocon- Popstar und einen Familienbericht, den die Bild-Zeitung auf die Schlagzeile „Deutsche Mütter sind zu faul“ hochsext. Also brodelt plötzlich schon mal gewaltig so etwas wie eine Wertediskussion rund um die Kinderaufzucht. Und jetzt muss man nur wollen. Der Spiegel, natürlich, wollte. In der Zeitschrift Cicero fand sich ein Text von einer Eva Herman über die schlimmen Folgen der Emanzipation. Aber wen interessiert schon Cicero? Und who the fuck ist Eva Herman? Eine Wissenschaftlerin, die Studien ausgewertet hat? Eine Politikerin, die sich über Jahre mit dem Thema auseinandergesetzt hat? Ach was. Eva Herman ist Tagesschau-Sprecherin, Talkshow-Moderatorin, Ratgeber-Schreiberin und Mutter genau eines Kindes. Und damit also top qualifiziert, die Rolle der Frauen und Mütter in der deutschenweiter lesen