Posts Tagged ‘Fußball’

20.04.2012 von Jakob Hein
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von Jakob Hein

SZ v. 20.04.12

Otto Rehagels Jahre in Griechenland haben ihm gut getan, denn offensichtlich hat er neben etlichen Hektolitern Retsina auch noch einiges an griechischer Philosophie mitbekommen. Er vermag es, Fragen zu stellen, deren Beantwortung seine Schüler klüger machen, als es ihm durch das Erteilen von Antworten jemals hätte gelingen können. Klar, der Georgier Kobiashvili liegt mit seiner ersten, einen roten Karte als Verteidiger weit unter dem Bundesliga-Durchschnitt und bei einem Fünftel von Rekordhalter Jens Nowotny.

Aber was heißt das alles im Zusammenhang mit dem “Zweiten Weltkrieg”? Wurden damals mehr rote Karten verteilt oder weniger? Gibt es überhaupt erst Karten seit dem “Zweiten Weltkrieg”, als Symbol des Entsetzens der Engländer über den Krieg, die rote Karte zu zeigen, um nicht den Krieg erwähnen zu müssen? Woher hat Rehhagel seine Statistik? Ist es gefühltes Wissen? Ist es Altersmilde, die aus ihm spricht? Wenn das die Dinge… weiter lesen

23.03.2012 von Jakob Hein
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Wie Hertha BSC in dieser Saison doch noch die Schale bekommen könnte

von Jakob Hein

Alle zwei Jahre die selbe Schlagzeile

1. Ein eigenes Stadion für Heimspiele finden und nicht eins, wo nur in der Ostkurve Fahnen und Köpfe hängen, während der Rest des Stadions fröhlich gröhlt: “2. Liga, Hertha ist dabei.”

2. Die Rolle des Liberos neu und aufregend interpretieren, indem dieser auch als Manndecker einspringt.

3. Den Vorstopper auch Grätschen trainieren lassen.

4. Junge Talente verpflichten: Christian Ziege, Carsten Jancker, Hans-Peter Briegel, Rainer Troppa und diesen aufregenden jungen Libero, der in Bulgarien spielt. Ist Rekord-Torhüter Heinz Rohloff eigentlich noch zu haben?

5. Die Trainerfrage früh lösen, und einen Trainer verpflichten, dessen Anzahl von Ideen noch größer ist als seine Pflegestufe (Stichworte: Ribbeck, Hans-Hubert Vogts, Daum).

6. Dem gesamten Team die Sicherheit vermitteln, dass alle bleiben können, denn um bei Hertha herauszufliegen, muss man Talent haben und was für die Mannschaft geleistet haben.

7. Ruhig zur eigenen Ambition stehen, in zwei, drei… weiter lesen

26.08.2011 von Jakob Hein
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So bitte nicht, Herr Babbel!

von Jakob Hein

Markus Babbel, es ist unverzeihlich, dass Sie der Stuttgarter Presse Top-Geheimnisse wie folgendes preisgeben: “Der Berliner an sich neigt ja tendenziell gerne mal zum Größenwahn. Er ist laut, redet viel, will viel – aber getan wird oft erstmal wenig.”

Klar, Sie haben die gefühlt dauerhaft von akuter Meisterschaft bedrohte Hertha (die aber seit 80 Jahren dieses Problem nicht hatte) nicht nur in einem mentalen Zustand übernommen, wo das Ticket in die 3. Liga praktisch schon gebucht war, sondern stattdessen den sofortigen Wiederaufstieg geschafft und sowohl eine deutlich bessere Spielkultur etabliert und geschickt einige große Talente verpflichtet, aber das gibt Ihnen natürlich keinerlei Recht, solche Äußerungen zu machen, ohne dabei auf Vollständigkeit zu achten. In der Berliner Presse und den Internet-Foren wird jetzt ernsthaft Ihr Rauswurf diskutiert, was Sie als Ritterschlag auffassen sollten. Schließlich hat sich Hertha in den letzten Jahrzehnten noch von jedem getrennt, der dort erfolgreich… weiter lesen

16.06.2011 von Heiko Werning
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Fußball, Prügel, Polizei

von Heiko Werning

Als ich am vergangenen Pfingstsonntag gegen 19.30 Uhr auf dem Weg zum Kaffee Burger zu meinem allsonntäglichen Auftritt bei der Reformbühne Heim & Welt bin, sehe ich von Weitem auf der Torstraße vor der Kneipe „Baiz“ einen Haufen Bier trinkender, lauter Männer stehen. Nun ist die „Baiz“ an sich ein angenehmer und gastfreundlicher Laden und gilt zudem als linksorientierte Hochburg in einem zunehmend gentrifizierten Umfeld, aber meine grundsätzliche Aversion gegen Gruppen Bier trinkender, lauter Männer ist völlig unideologisch und pragmatisch: Ich wechsle die Straßenseite. Irgendwelche Fußballfans von irgendeinem Berliner Verein, Tennis Borussia, werde ich informiert. Aha. Mir sind Fußballfans samt ihrer Quatschvereine seit je so suspekt wie egal, also was soll’s. Die wiederum wundern sich womöglich, dass ich mich mit Klapperschlangen und Leguanen abgebe, als ob daran etwas seltsam wäre. Soll aber doch letztlich jeder seiner Leidenschaft nachgehen. Hauptsache: Leidenschaft.

In der Pause… weiter lesen

29.05.2011 von Jakob Hein
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Plötzliche Klarheit

von Jakob Hein


Joseph B. (ca. 100), Erfinder der Blattern und emsiger Kämpfer gegen die in seiner Organisation unter seiner Führung stetig wachsende Korruption, der auf den schönen Spitznamen “everybody’s Spezl” sowie den Ruf des Geldes hörte, hatte lange überlegt, wie er seinen Konkurrenten Mohamed bin H. aus dem Rennen um die FIFA-Präsidentschaft schlagen sollte. Sogar hatte er schon überlegt, komatös wirkende Tafelkreide einzusetzen, diese Idee dann aber wegen der zu großen Gefahren für die anderen Zuhörer im Raum verworfen. Am Schluss hatte er dann doch wieder auf die guten alten Korruptionsvorwürfe zurückgegriffen, wobei diesem Vorwurf gerade im Bereich der FIFA etwas Paradoxes anhaftete: Was war denn der Unterschied zwischen FIFA und Korruption? Und was sollten die Mitarbeiter den ganzen Tag über tun, wenn es plötzlich keine Korruption mehr gäbe? Joe B. würde diese Fragen auch in seiner ca. vierzehnten Amtszeit mal energisch irgendwie zu beantworten versuchen, vielleicht.

16.05.2011 von Jakob Hein
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Spekulationen über das flüchtige Konstrukt der Ewigkeit

von Jakob Hein

Ein Bremer Silberschmied, der morgens zwei Stunden früher aufstehen musste, um seinen nach einem Antidemokraten benannten Haarwuchs zu richten und zum Broterwerb mit kleinen Messern in Silbertellern herumzukratzen – die Stadt D. in W. wusste nicht, ob es so war, wie sie verewigt werden wollte.

Andererseits überlegte sich der dort beheimatete Fußballverein, wenn sein Saisonsieg ein Symbol dafür sein sollte, dass die alleinige Akkumulation von Kapital nicht ausreichend ist für sportlichen Erfolg oder irgendein anderes menschliche Unterfangen, dass es wirklich wichtige Dinge gibt, die nicht kalkulatorisch abgebildet werden können und dass Betriebswirte nicht die Herrscher der Welt bleiben dürfen, dass dann auch der rührend hoffnungslose Versuch der Verewigung auf einem geborgten Silberteller in Ordnung ging.

22.04.2011 von Jakob Hein
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Deutsche Profis

von Jakob Hein
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Die ganze Sache mit Christoph Daum ist damals wohl doch falsch gelaufen. Als man in seinen Haaren Kokain feststellte, dachten alle, der Christoph habe sich das Kokain durch die Nase hineingesaugt und dann sei es durch seinen Blutkreislauf in den Haaren gelandet. Aber wenn man ihn heute so in Interviews hört, dann hat man eher den Verdacht, dass seine Haare aus Kokain bestehen und sich die Droge dann immer wieder in seinen Blutkreislauf stiehlt.

Er zitiert (beinahe) Churchill und spricht von den „ganz besonderen Eigenheiten“ der 2. Liga (waren das nicht ganz, ganz besonders besondere Eigenheiten?) Aber das Beste war seine Anatomie-Lektion für Fortgeschrittene: „Wenn der Kopf richtig funktioniert, dann ist er das dritte Bein.“

Gelacht haben sie und gespottet. Aber vielleicht meint Daum etwas sehr Philosophisches: Denn „drittes Bein“ ist ja in Männerrunden ein Synonym für den Penis. Und schon längst ist bekannt, dass… weiter lesen

25.06.2006 von Heiko Werning
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Die WM und Reptilien – heute: Mexiko

von Heiko Werning

Schlangen haben ja traditionell in vielen Kulturen einen mindestens ambivalenten, oft auch schlicht einen beschissenen Ruf. Wer beim Fahnenmeer im Leipziger Stadion beim Achtelfinale Mexiko : Argentinien etwas genauer hingeschaut hat, der fand ein Zeugnis davon. Denn was die relativ lang begeisterten mexikanischen Fans da durch die Luft schwenkten, ist eine aus Schlangensicht doch ziemlich martialische Szene: Ein Adler sitzt auf einer Opuntie, eine der Charakterkakteen Lateinamerikas, und hat eine Schlange im Schnabel, am Schwanz übrigens eindeutig als giftige Klapperschlange erkennbar. Dass es dieser nicht gut ergeht, ist offensichtlich.

Die mexikanische Flagge Wappen Mexikos, schlangenfeindlich

Was hat es mit dem Staatswappen Mexikos, das das Zentrum der Flagge bildet, auf sich?

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