Posts Tagged ‘Fußball’

17.12.2012 von Jakob Hein
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Selbst gebastelte Geschenke für kleine Fußballfans

von Jakob Hein

Die andauernden Diskussionen über Gewalt in den Stadien, das weniger als bigotte Erschrecken darüber, dass das ständige Anheizen einer dramatischen Stimmung tatsächlich am Ende auch die Köpfe und Herzen der Fußballanhänger erreicht und Folgen hat, die massive Zensur bei den Fernsehübertragungen, andererseits das ständige Zeigen von Bilder, die wir – wie uns gebetsmühlenartig eingebläut werden soll – “im Fußball nicht mehr sehen wollen” – all das hat zu einem enorm gewachsenen Interesse an Ultra-Fans und insbesondere Pyrotechnologie in Fußballstadien geführt. Würden die Fans bestimmter Mannschaften eines Tages keine Bengalos anzünden, wären die Bildmedien extrem enttäuscht. Sicher könnten die Ultras mittlerweile versuchen, da Kooperationsverträge mit den Fotografen und Kameraleuten zu bekommen.

Die Frage ist nur, welches Ziel all diese Maßnahmen eigentlich verfolgen sollen. Wenn jemand bisher ein Stadionverbot riskierte, um Pyrotechnologie ins Stadion zu schmuggeln, die er zunächst vor allem unter Gefährdung seiner eigenen Gesundheit anzünden wollte, um damit die… weiter lesen

16.07.2012 von Jakob Hein
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Nachrichten vom Niedergang der politischen Karikatur XXVII

von Jakob Hein

Was auch immer die Fifa ist, die Mafia kann nur vor Neid erblassen, weil die Fifa das, was sie tut, ungeniert und ungehindert im Licht der Öffentlichkeit tut und praktisch kein Risiko eingeht. Zunächst ist unklar, was die Fifa ist. Sie ist keine GmbH und auch keine AG und kein e.V. , denn dann müsste sich der Laden ja irgendwelchen Regeln unterwerfen. Die Fifa ist eine “Körperschaftliche Personenverbindung” nach dem Schweizer Zivilgesetzbuch mit irgendwelchen Pseudoregeln, Ausschüssen, Komitees und so weiter.

Nun könnte jeder eine solche Verbindung gründen, deswegen wäre das noch lange kein Geschäftsmodell. Aber die Fifa hat nun auch noch das Glück, einen ebenso heiß begehrten wie virtuellen Artikel im Angebote zu haben: Den Weltfußball. Dieser wird von Millionen Zuschauern begehrt und kann daher für Millionen und Abermillionen von Schweizer Franken verscherbelt werden, ohne dass die Fifa dafür irgendetwas anderes machen muss, als die Hand aufzuhalten. Indes ist… weiter lesen

03.07.2012 von Heiko Werning
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Kleines EM-Fazit aus deutscher Sicht

von Heiko Werning

Sieh, die netten Mädchen da
mit dem schwarz-rot-goldnen Haar
wie sie lachen, wie sie singen,
fröhlich sind und Stimmung bringen
für ihr deutsches Vaterland
der Heiterkeit, bekannt als Schland

::

Sieh, die netten Jungens dort
ganz begeistert von dem Sport
den schon ihre Väter liebten
(die‘s 45 dann versiebten)
mit dem Fähnchen in der Hand
wolln sie Revanche für ihr Schland

::

Sieh, der Mann vor dem TV
Deutsch-Girlanden an der Frau
auf dem Tisch steht deutsches Bier
im Klo hängt Schwarz-rot-gold-Papier
beim Scheißen hält er’s in der Hand
drückt Daumen und den Darm für Schland

::

Sieh, da steht ein schwarzer Mann
obenrum mit gar nichts an
den Ball hat er ganz gut getroffen
den Schlandern stehn die Münder offen
erschüttert halten sie den Rand
ganz herzlichen Dank, lieber Mario Balotelli!

01.07.2012 von Jakob Hein
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Entspannter Patriotismus bis alles in Scherben fällt

von Jakob Hein

Wie schön, dass gerade im Zusammenhang mit Sportereignissen dieser neue, vollkommen entspannte Patriotismus in Deutschland zu sehen ist. Dieser unverkrampfte, neue Nationalstolz, der nichts mit Überheblichkeit zu tun hat. Diese gesunde Euphorie für die eigenen Landsleute, die aber andere Nationen deswegen kein bisschen geringschätzt. Diese anderen Nationen – das soll man mal nicht vergessen – haben ja auch Nationalstolz. Und nicht zu knapp.

Deswegen ist es auch vollkommen klar, dass mit diesem entspannten Nationalstolz auch sportliche Probleme fachlich und patriotisch diskutiert werden können. “Memmen gegen Männer” und:”Wer war Ihrer Meinung nach der größte Versager in Jogis Team? Schreiben Sie uns!” fordert eine 60-jährige Zeitung ihre Leser auf, schon mehr als 1300 Leser machen mit. Die selbe “Zeitung” erklärt auch “Schon bei der Hymne hatten wir verloren”, weil die Ausländer im deutschen Nationaltrikot, oder wie das jetzt heißt, nicht ordentlich das Deutschlandlied mitgeschmettert haben, konnten wir nicht mehr das Fußballspiel gewinnen.… weiter lesen

25.06.2012 von Jakob Hein
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Demnächst teilen wir mit, welche Bilder wir im Boxen nicht mehr sehen wollen

von Jakob Hein

Sie konnten die blöden Sprüche schon nicht mehr hören, die "Eutschland-Supporters Neubrandenburg". Aber sie standen eben dazu, etwas andere Fans zu sein.

Nach und nach klärt sich durch die UEFA, welche Bilder wir im Fußball nicht mehr sehen wollen. Doch es geht doch noch weit über die Pyrotechnik hinaus. Schließlich dürfen wir bei der diesjährigen Europameisterschaft auch ausführlich das Motiv: “Kamera entdeckt Fan, Fan entdeckt Kamera” sehen. Tausend Mal pro Spiel und man hat immer noch nicht genug davon! Oder das Motiv: “Sorgenvoller Trainer blickt auf Spielfeld”. Bitte mehr. Dafür verzichten wir auch gern auf langweilige Zeitlupen von “Torchancen”. Zeitlupe, das klingt schon so 80er! Wir brauchen hingegen mehr Kameraaufnahmen des Rasens vor dem Tor, der Halmlänge in Höhe der Trainerbank und vom Besitzer des einen Fußballclubs mit seiner Freundin und natürlich halbstündige Aufnahmen des Präsidenten der UEFA, denn der ist ja schließlich sowas wie der Gastgeber dieser… weiter lesen

21.06.2012 von Jakob Hein
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Der Kommentator kann sich dann ganz darauf konzentrieren, “ein Tor würde dem Spiel gut tun” zu sagen

von Jakob Hein

Die Prototypen sind schon fertig

Heute beginnt die k.o.-Runde der wichtigsten Europameisterschaft der vergangenen 3,4 Jahre. Die UEFA hat sich heuer darauf verlegt, missliebige Bilder nicht zu zeigen, so wie nasse Rasenplätze, rauchende Trainer, rauchende Pyros. Ein Vorgehen, das sich schon im Ostblock bewährt hat: schließlich verstummen die kritischen Stimmen irgendwann, wenn sie sich nicht im staatlichen Rundfunk hören können. Wann hat Zensur schon jemals nicht geholfen? Wobei das natürlich keine Zensur ist, was die UEFA macht, hallo – wo kämen wir da hin? (Wann hat Zensur schon jemals von sich behauptet, so zu heißen? Das ist so wie Spießer, die nennen sich ja auch nie so.)

Egal, die fehlenden Bilder jedenfalls werden von den Investigativ-Kameras des öffentlichen Rundfunks doch gezeigt, damit wir uns selbst eine Meinung dazu machen können, woher der Rauch auf dem Spielfeld kommt und uns keine Sorgen machen, dass der Torwart der überlegenen Mannschaft… weiter lesen

17.06.2012 von Jakob Hein
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Aus der Welt der Mode VII – die Jacken der MüHo

von Jakob Hein

(c) dpa

Oliver Kahn steht mal wieder im Zentrum einer Defensive – gegen die “fragwürdige” Kritik an der ZDF-Berichterstattung bei der Fußball EM. Sein Argument: “bessere Quoten kann man fast nicht haben”. Vollkommen richtig, offensichtlich liegen alle Kritiker falsch, denn wenn die Quoten stimmen, dann muss die Sendung gefallen. Woran sonst sollte es liegen, dass die Berichterstattung über die Lieblingssportart des internationalen Turniers einer Favoritennation gute Quoten hat? Da ist es doch nicht in Ordnung, wenn der “Stern” das Spektakel als ” Nachmittagstee für Senioren” bezeichnet “mit einer bemühten Altenpflegerin Müller-Hohenstein und einem Experten Kahn, der in der Plastikkulisse für so viel gute Laune sorgt, als würde er am Strand Gebühren für die Strandkörbe eintreiben.” Dieses Motiv greift auch die “Frankfurter Rundschau” auf, wenn sie von einer ” Touri-Suse von Sonnenschein-TV, die den Strandkorbverleiher von Boltenhagen interviewt” spricht.

Die “Süddeutsche Zeitung” beschreibt die ZDF-Kulisse als ” …eine Art… weiter lesen

20.04.2012 von Jakob Hein
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von Jakob Hein

SZ v. 20.04.12

Otto Rehagels Jahre in Griechenland haben ihm gut getan, denn offensichtlich hat er neben etlichen Hektolitern Retsina auch noch einiges an griechischer Philosophie mitbekommen. Er vermag es, Fragen zu stellen, deren Beantwortung seine Schüler klüger machen, als es ihm durch das Erteilen von Antworten jemals hätte gelingen können. Klar, der Georgier Kobiashvili liegt mit seiner ersten, einen roten Karte als Verteidiger weit unter dem Bundesliga-Durchschnitt und bei einem Fünftel von Rekordhalter Jens Nowotny.

Aber was heißt das alles im Zusammenhang mit dem “Zweiten Weltkrieg”? Wurden damals mehr rote Karten verteilt oder weniger? Gibt es überhaupt erst Karten seit dem “Zweiten Weltkrieg”, als Symbol des Entsetzens der Engländer über den Krieg, die rote Karte zu zeigen, um nicht den Krieg erwähnen zu müssen? Woher hat Rehhagel seine Statistik? Ist es gefühltes Wissen? Ist es Altersmilde, die aus ihm spricht? Wenn das die Dinge… weiter lesen

23.03.2012 von Jakob Hein
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Wie Hertha BSC in dieser Saison doch noch die Schale bekommen könnte

von Jakob Hein

Alle zwei Jahre die selbe Schlagzeile

1. Ein eigenes Stadion für Heimspiele finden und nicht eins, wo nur in der Ostkurve Fahnen und Köpfe hängen, während der Rest des Stadions fröhlich gröhlt: “2. Liga, Hertha ist dabei.”

2. Die Rolle des Liberos neu und aufregend interpretieren, indem dieser auch als Manndecker einspringt.

3. Den Vorstopper auch Grätschen trainieren lassen.

4. Junge Talente verpflichten: Christian Ziege, Carsten Jancker, Hans-Peter Briegel, Rainer Troppa und diesen aufregenden jungen Libero, der in Bulgarien spielt. Ist Rekord-Torhüter Heinz Rohloff eigentlich noch zu haben?

5. Die Trainerfrage früh lösen, und einen Trainer verpflichten, dessen Anzahl von Ideen noch größer ist als seine Pflegestufe (Stichworte: Ribbeck, Hans-Hubert Vogts, Daum).

6. Dem gesamten Team die Sicherheit vermitteln, dass alle bleiben können, denn um bei Hertha herauszufliegen, muss man Talent haben und was für die Mannschaft geleistet haben.

7. Ruhig zur eigenen Ambition stehen, in zwei, drei… weiter lesen

26.08.2011 von Jakob Hein
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So bitte nicht, Herr Babbel!

von Jakob Hein

Markus Babbel, es ist unverzeihlich, dass Sie der Stuttgarter Presse Top-Geheimnisse wie folgendes preisgeben: “Der Berliner an sich neigt ja tendenziell gerne mal zum Größenwahn. Er ist laut, redet viel, will viel – aber getan wird oft erstmal wenig.”

Klar, Sie haben die gefühlt dauerhaft von akuter Meisterschaft bedrohte Hertha (die aber seit 80 Jahren dieses Problem nicht hatte) nicht nur in einem mentalen Zustand übernommen, wo das Ticket in die 3. Liga praktisch schon gebucht war, sondern stattdessen den sofortigen Wiederaufstieg geschafft und sowohl eine deutlich bessere Spielkultur etabliert und geschickt einige große Talente verpflichtet, aber das gibt Ihnen natürlich keinerlei Recht, solche Äußerungen zu machen, ohne dabei auf Vollständigkeit zu achten. In der Berliner Presse und den Internet-Foren wird jetzt ernsthaft Ihr Rauswurf diskutiert, was Sie als Ritterschlag auffassen sollten. Schließlich hat sich Hertha in den letzten Jahrzehnten noch von jedem getrennt, der dort erfolgreich… weiter lesen