31.12.2012 von Heiko Werning
Eine Szene, wie auf einem Ölbild in einer Berghütte in den Alpen: Ein mächtiger Steinadler hat ein Kind ergriffen und schwingt sich nun, die Beute fest in den Krallen, hoch in die Lüfte. Ein Youtube-Clip zeigt, wie ein großer Steinadler über einem Park im kanadischen Montreal in der Luft kreist, plötzlich zum Sinkflug ansetzt und sich ein auf der Wiese hockendes Kleinkind schnappt. Mit ihm in den Krallen will er davonfliegen, Erwachsene stürzen herbei, der Vogel lässt seine Beute nach einigen Metern wieder fallen, sie ist mit dem Schrecken davongekommen. Der Clip verbreitete sich in hoher Geschwindigkeit, nach wenigen Tagen ist er über 40 Millionen Mal angeschaut worden!
Kleiner Schönheitsfehler: Er ist eine Fälschung, genau genommen die Abschlussarbeit von Filmstudenten. Zoologen äußerten gleich nach der Veröffentlichung Zweifel an der Echtheit des gezeigten Materials: seltsamer Vogel, seltsames Verhalten. Den durchschlagenden Erfolg des Einminüters hat das nicht verhindert.… weiter lesen
19.09.2012 von Heiko Werning
Im Zoo Köln hat eine Tierpflegerin versehentlich das Gehege eines Tigers betreten, in dem der Tiger sich unglücklicherweise auch gerade aufhielt. Nun ist die Frau tot. In einer ersten Stellungnahme sprach der WWF davon, dass nun einmal alle Tiger in Zoohaltung verhaltensgestört seien. Wie sonst ist es schließlich zu erklären, dass eine Raubkatze einfach so ein anderes Lebewesen angreift? Die Tierrechtsorganisation PETA dagegen sagte, so was komme halt von so was, nämlich „wenn Menschen es als Freizeitspaß ansehen, Wildtiere mit einem enormen Freiheitsdrang in qualvoll engen Gehegen anzugaffen.“ Die Tierschutz-Aktivisten nehmen den Vorfall zum Anlass, die Abschaffung von Zoos zu fordern. Franz Josef Wagner dazu in der „Bild“: „Die Tiere werden verrückt im Gefängnis“, so der Sachverständige in diesen Fragen, und: „Wir versündigen uns an den Tieren. Wir sind doch eigentlich Brüder und Schwestern. In der Evolution wurde jemand ein Tiger und jemand ein Mensch.“ Bliebe noch anzumerken, dass irgendjemand… weiter lesen
27.08.2012 von Heiko Werning
Ein Sibirischer Tiger hat im Kölner Zoo seine Pflegerin getötet und musste vom Zoodirektor erschossen werden. Ursache war wohl ein Versehen der sehr erfahrenen Frau; bei Reinigungsarbeiten hat sie die Großkatze nicht sicher ausgesperrt. Gleich hyperventiliert die Medienlandschaft, der Albtraum ist eine Traumstory: wildes Tier versus schöne Frau, Tragödie und ein martialisches Finale mit dem Großkalibergewehr. Dabei handelt es sich, so traurig es ist, um einen ganz normalen Arbeitsunfall. Bekommt der Elektriker einen tödlichen Schlag, ist das nicht einmal der Lokalzeitung mehr als eine Randnotiz wert, wird der Arbeiter an der Metallpresse zermalmt, fordert niemand die Abschaffung von Metallpressen. Zootiere sind wilde Tiere, sie zu zeigen, ist der Sinn der Einrichtungen. Mit ihnen zu arbeiten birgt immer ein Risiko, wenn sicher auch mehr Tierpfleger auf dem Weg zu ihrer Arbeit im Straßenverkehr verunglücken als dort selbst. Daraus nun abzuleiten, die Haltung von Großkatzen sei tierquälerisch, weshalb der Tiger habe flüchten… weiter lesen
07.08.2012 von Jakob Hein

So könnte es ausgesehen haben.
Das Krokodil, das so zahlreiche Opfer am fränkischen Klausensee forderte (wir berichteten), konnte auch im Rahmen eines Großeinsatzes von Polizei und Rettungskräften nicht seiner gerechten Strafe zugeführt werden. Doch nun erschüttern uns neue Meldungen aus dem Freistaat: Ein Rentner habe am vergangenen Freitag im bayerischen Lindenberg im Waldsee gebadet und als er wieder aus dem Wasser herauskam, war seine “schwarze Badehose der Marke Adidas” verschwunden. Die Polizei vermutet Diebe und “fahndet nach der Hose”, aber Experten vermuten natürlich ganz etwas anderes. Vieles passt an der Geschichte einfach nicht: Warum legt ein Rentner seine Badehose zum Baden ab und badet splitterfasernackt in einem bayerischen Badegewässer? Handelt es sich etwa um einen Problemrentner? Vor allem aber: Könnte es nicht sein, dass das Klausenseer Reptil auf der Flucht vor seinen Verfolgern zum Lindenberger Waldsee migriert ist? Die 300 km sollte es in den vergangenen… weiter lesen
20.07.2012 von Jakob Hein

Hier auch unbedingt mal Einsatzkräfte hinschicken.
Diesmal wäre es beinahe soweit gewesen, dass erstmals das traditionelle Reptil im sommerlichen Badesee sein erstes Menschenopfer gefordert hätte.
Was war geschehen? Am 7. Juli war ein Mann gegen 19.30 Uhr mit seinem Hund spazieren. Als er sich nach einem Stock bückte, habe er einen etwa “40 cm langen, muskulösen Schwanz” entdeckt. Er hielt es für ein Krokodil “woraufhin er aufschrie und sich in Sicherheit brachte”. Eine Stunde später benachrichtigte er sogar die Polizei, woraufhin tatsächlich Wasserwacht, Feuerwehr und Polizei bis 1 Uhr nachts nach dem mörderischen Reptil suchten – vergebens. Allerdings: “Gegen 23.30 wurde ein größeres Tier am Ufer entdeckt, das jedoch sofort abtauchte.” Man konnte nicht sagen, ob es das Krokodil war – ausgeschlossen war es aber auch nicht mehr. Klar, dass zur Sicherheit der Bürger ein Badeverbot für den Kiesweiher ausgesprochen wurde, schließlich herrschte Reptilienalarm.
Doch die… weiter lesen
29.05.2012 von Heiko Werning
Es sieht so aus, als würde die Hauptstadt nach 1945 ein zweites Mal fallen: „Gefährliche Giftraupe im Anmarsch“, berichtet die Berliner B.Z. von der Front, während Spiegel-online gleich den ganzen Kontinent vor der bedingungslosen Kapitulation sieht: „Tigermücken erobern Europa“. Und in Lauchhammer im Landkreis Oberspreewald-Lausitz bei Cottbus sonnt sich eine unbekannte Schlange völlig unbeeindruckt auf einem Brunnen mitten im Ort, sodass die Polizei anrücken muss, um der Gefahr zu begegnen.
Was ist da los? Schlägt die Natur zurück? Wird bald jeder Camping-Ausflug zur Safari? Oder werden wir schon im heimischen Garten von außer Kontrolle geratenen wilden Tieren angefallen?
Für die größte Aufregung sorgt derzeit eine braun-gräuliche Motte: der Eichenprozessionsspinner. Das Tierchen ist als Erwachsener so unauffällig wie harmlos, hat aber eine wilde Jugend hinter sich. Seine Raupen rotten sich in großen Gruppen zusammen, um sich dann gemeinsam über ihre Nahrungspflanzen herzumachen, bevorzugt, der Name lässt es ahnen, über Eichen. Dort… weiter lesen
14.07.2011 von Heiko Werning
Uff, das war knapp. So dachten wohl die Einwohner des Saarlandes mit weichen Knien dieser Tage in der Gewissheit, nur ganz knapp einer Katastrophe entkommen zu sein. Denn – halten Sie sich fest! – mitten in Bexbach wurde … eine Spinne gesichtet. Und zwar, um der dramatischen Situation Genüge zu tun, eine große Spinne. Nicht nur Bexbach, die ganze Nation war in Aufruhr. Googeln Sie mal den String „+Bananespinne +Bexbach“ und staunen Sie: Geschlagene etwa 8.000 Artikel und Meldungen war dieser ungeheuerliche Umstand den deutschsprachigen Online-Medien wert. Was war geschehen? Die Saarbrücker Zeitung berichtet vor Ort über die Katastrophe: „Die 80-jährige Ruth Kraus aus Bexbach musste ihren gewohnten Einkauf im real-Markt wegen einer Bananenspinne unterbrechen. Das Tier war dem Obstverkäufer aus einer frischen Kiste rausgekrabbelt und unter den Regalen verschwunden, und weil der junge Mann wusste, dass es eine gefährliche Giftspinne war, ließ er den Markt räumen. Ruth Kraus… weiter lesen
23.09.2008 von Heiko Werning
Dümmer geht immer – Stephanie Lamprecht ist offenbar wild entschlossen, das zumindest für sich selbst eindrucksvoll unter Beweis zu stellen. Schon gestern hat sie für die Hamburger Morgenpost ihre Ahnungslosigkeit unter Beweis gestellt und offenbar Gefallen daran gefunden. „Exoten Irrsinn! Die können Sie alle kaufen!“ heißt (natürlich mit original fehlendem Bindestrich) ihre Suada. Die Dame war offenbar erstmals in ihrem Leben in einem Zoogeschäft, das nicht nur Hundefutter anbietet, und hat dort die merkwürdigsten Kreaturen angetroffen. Beispielsweise Chamäleons aus Südamerika (die es dort gar nicht gibt). Oder die „gigantische und hochgiftige Grüne Anakonda aus dem Amazonas“. Dabei könnte sie heute doch vermutlich jeder zweite Fünfjährige darüber aufklären, dass Anakondas gar nicht giftig sind. So eine Falschaussage wäre ja sogar der Bild-Zeitung zu doof. Da macht es auch fast schon nichts mehr, dass sie von eben dieser Grünen Anakonda auch gleich noch behauptet, sie könne „unkontrolliert in Hamburger Terrarien landen“,… weiter lesen
12.03.2007 von Heiko Werning
Seit über einem Jahrzehnt wird die Terraristik in Europa immer beliebter. Schlangen, Vogelspinnen und Leguane in Wohnungen sind längst kein seltener Anblick mehr, und dank der rasant gewachsenen Kenntnisse und technischen Möglichkeiten bereitet die Haltung der meisten „gängigen“ Arten heute auch keinerlei Probleme mehr.
Dennoch haben viele Menschen natürlich mit derlei Getier nichts am Hut, und entsprechend misstrauisch beäugen sie das Geschehen. Dies umso mehr bei Arten, gegen die in weiten Teilen der Bevölkerung ebenso hartnäckige wie ärgerliche Vorurteile herrschen, siehe eben Schlangen und Spinnen.
Andererseits ist nicht zu leugnen, dass es unter diesen Tieren auch Vertreter gibt, mit denen wirklich nicht gut Kirschen essen ist. Giftschlangen sind real gefährlich, manche Spinne (allerdings eben nicht die „gefährlich“ aussehenden Vogelspinnen) ebenfalls, und in Ausnahmefällen kann auch eine sehr große Riesenschlange für Ungemach sorgen. Das hat in einigen Bundesländern dazu geführt, dass die Haltung von potenziell gefährlichen Tieren reglementiert wurde. Bayern, Berlin,… weiter lesen
22.07.2006 von Heiko Werning
Angler wollen beim nächtlichen Ansitz im Mondenschein am Neckar einen 3 m langen Python in eben jenem Fluss haben herumpaddeln sehen. Die Chancen, dass das stimmt, scheinen zumindest nicht schlecht zu stehen; immerhin ist das Wetter derzeit ja höchst reptilienfreundlich, und mit seinen 25 °C gibt der Neckar ein ideales Pythonplanschbecken. Anzumerken ist dazu Folgendes:
- Vermutlich handelt es sich bei dem Tier um einen Dunklen Tigerpython (Python molurus bivittatus). Die aus Südostasien stammenden Reptilien werden häufig in Terrarien gehalten, weil sie sehr friedfertig, leicht zu pflegen und sogar zur Nachzucht zu bringen sind. Außerdem sind sie recht problemlos für wenig Geld in jedem spezialisierten Zoogeschäft erhältlich. Denkbar, dass sich da eines der Reptilien, dass in die Hände eines Anfängers geraten ist oder in die eines Vollidioten, der dem Tier “Auslauf” gewähren wollte, davonmachen konnte. Der noch häufiger gehaltene Königspython (den die “Stuttgarter Nachrichten” laut Foto verdächtigen) kommt wegen… weiter lesen