26.01.2013 von Jakob Hein

Den weißen Mann mit der Pistole bedrohen, ja so ist der Araber - zumindest in diesem "Tatort (c) SR
Hauptkommissar Jens Stellbrink (Devid Striesow) ist „der Neue“ in Saarbrücken. Aber schon, als er sich zwei Tage vor Dienstbeginn im Baumarkt ein paar Einrichtungsgegenstände kauft, wird er in seinen ersten Fall verwickelt. Er trifft ein Mädchen, das kein Deutsch spricht und elternlos durch den Baumarkt irrt. Stellbrink nimmt das Mädchen bei der Hand und verspricht im Baumarkt, sich darum zu kümmern. Draußen auf dem Parkplatz bemerkt er, wie das Mädchen angsterfüllt zu einem Billighotel in Baumarktnähe hinüber schaut. Da werden die Eltern schon sein, denkt sich Stellbrink und bringt das Mädchen dorthin. Als sie sich dem Hotel nähern, sehen sie auch einen verdächtig aussehenden Araber. Da sich das Mädchen vor ihm versteckt, schlussfolgert der Kommissar, dass dies der Vater ist, folgt dem Mann ins Hotel und klopft an… weiter lesen
15.09.2012 von Jakob Hein
Extremisten drehen einen Film für Extremisten. Extremisten sehen Film und richten Zerstörungen an für Extremisten. Extremisten bereiten vermutlich Musical vor.
Ist so wie bei unartigen Kindern, man will es einfach nicht hören. “Aber er hat wirklich zuerst meine Schaufel weggenommen.”
“Aber erst als Du gesagt hast, dass mein Bagger blöd ist.”
“Ja! Weil Du gesagt hast, dass meine Hose ein Loch hat.”
Können die sich nicht einfach privat treffen? Anzeige schalten in der “Harten Welle”: “Extremist sucht Extremist zum extrem sein (gern extrem)”. Das mit dem Besuch von dem einen Führer in der Region von den anderen Führern ist doch ein hoffnungsvoller Anfang. Wäre gut, wenn auch ein Paartherapeut dabei wäre, denn soviel Liebe, wie hier nicht zusammenfinden kann, das gibt’s ja nicht nochmal.
“Ich habe einen Film für Dich gedreht und bekomme von Dir nichts als Ablehnung.”
“Dafür habe ich Dir ganz viele Briefe geschrieben und Du verstehst mich… weiter lesen
24.08.2012 von Jakob Hein
Heute wird das Urteil gegen den norwegischen Islamhasser und Massenmörder Breivik erwartet. Besonderes Interesse findet dabei die Frage, ob das Gericht den Angeklagten für psychisch krank erklärt oder nicht. Professor Einar Kringlen hielt ihn zunächst für schizophren, nun aber nicht mehr, weil er logische Antworten auf die gestellten Fragen gegeben hat. Tatsächlich ist dies nach norwegischem Recht die entscheidende Kategorie. Wenn jemand an einer Schizophrenie leidet, ist er in Norwegen schuldunfähig. Punkt. Was für ein Fehler und was für eine dringende Gegebenheit, diesen Umstand zu korrigieren. Denn es ist vollkommen unerheblich, ob man Breivik mit einer Diagnosenummer nach psychiatrischer Klassifikation beziffern kann oder nicht. Er ist überzeugt davon, mit seinen Morden das Richtige getan zu haben und man sollte ihn daher auch nicht mit 54 Jahren wieder in die Gesellschaft zurück entlassen, der er so militant feindlich gegenübersteht.
Hinter den norwegischen Gesetzen steht eine ebenso sorgsam tradierte wie falsche Auffassung… weiter lesen
16.07.2012 von Heiko Werning
Man sieht es ja ganz klar vor Augen: Nach einem langen und anstrengenden Arbeitstag in seinem Hauptberuf als Papst kommt Josef Ratzinger spätabends nach Hause, wirft das unpraktische Kleidchen und die alberne Mütze, unter der man im Sommer immer so schlimm schwitzt, lässig über die Garderobe, und macht sich ein Feierabendweizen auf. Er freut sich schon darauf, gleich in seinen heiligen Stuhl fallen und die Füße mal hochlegen zu können und vielleicht vor dem Einschlafen noch ein paar Messdienervideos anzuschauen. Jetzt wirft er nur schnell noch einen Blick in den Briefkasten, und, halleluja, er richtet ein kurzes dankbares Stoßgebet zum Himmel: Die neue Titanic ist endlich da! Endlich mal wieder was zu lachen! Vorfreudig reißt er das Kuvert aus der Heimat auf – und dann das: Er selbst ziert das Titelbild, mit einem großen Pipifleck vorne auf der Soutane, dazu die auf diese elende Vatileaks-Affäre gemünzte Schlagzeile „Die undichte Stelle… weiter lesen
16.04.2012 von Heiko Werning
Jahrelang haben sie uns davor gewarnt, und wir haben uns darüber lustig gemacht, wollten die Gefahr nicht wahrhaben, waren blind in unserer Ignoranz. Und plötzlich schlagen sie zu, eiskalt, aus dem Hinterhalt. Jetzt ist er also unvermittelt da, der islamistische Terror: In unseren Fußgängerzonen wird der Koran verteilt!
Ist es also wieder soweit? Werden mitten in Deutschland wieder Bücher – verschenkt?
24.08.2011 von Jakob Hein

Nach wem greift der Handschuh?
Berlin ist eine Stadt der polyvalenten Intoleranz. Die Berliner finden außer ihrem Nachbarn von gegenüber irgendwie alle dämlich, was aber im Ergebnis von Toleranz kaum nicht mehr zu unterscheiden ist. Man findet Vegetarier genauso blöd wie Griller, Busfahrer so blöd wie Radfahrer, Schnösel so blöd wie Arme und Araber so blöd wie Schwaben. Das Klima in der Stadt ist insgesamt entspannt und gegenseitig desinteressiert.
Schwierig in einem Wahlkampf für Oppositionsparteien, wenn es nichts gibt, was das Volk erregt. Da versucht man eben verbrannte Autos zu zeigen oder nennt eben Berlin mal schnell die “Hauptstadt der Angst”. Und tatsächlich, der vermummte Mann mit dem Lederhandschuh sieht nicht gerade nett aus. Aber was will uns pro-deutschland mit ihm sagen? Pro Deutschland ist ja die Partei, die uns vorschlagen wollte: “Wählen gehen für Thilos Thesen”, was das Landgericht Berlin ihr aber nun untersagt hat. Doch ist… weiter lesen
12.08.2011 von Heiko Werning
Wenn, sagen wir, ein heutiger, topaktueller Nazi mit der Mauser seines Großvaters in eine Synagoge ginge, um dort so viele Menschen zu erwischen, wie er kriegen kann, dann wäre es sicher nicht unberechtigt, von einem Verrückten zu sprechen, einem durchgeknallten, ja, vielleicht auch: Einzeltäter. Trotzdem würde die Überraschung sich in Grenzen halten, wenn die Eingebung, einen Schwung Juden zu töten, nicht einfach mal nur so in seinem, nennen wir es der Einfachheit halber mal: Kopf plötzlich erschienen wäre, sondern wenn sich hinterher herausstellte, dass der Mann vorher jahrelang allerlei Werturteile über das Judentum gelesen hat, die dieses nicht unbedingt im günstigsten Licht erscheinen ließen. Wäre immerhin möglich.
Täte ein zottelbärtiger Islamerer dasselbe, wäre auch hier vermutlich rasch ein Literaturverzeichnis aufzufinden, das eine gewisse Nähe aufzeigt zur antisemitischen Traditionslinie von Mufti Mohammed bis zu Ayatollah Ahmadidingsda oder wer auch immer das ewig gleiche Lied vom bösen… weiter lesen
01.08.2011 von Jakob Hein

Keine Art, einen verdienten ehemaligen Senator zu bezeichnen
der RBB hat bestimmt Recht und Frau Balci hat mindestens die Regeln des journalistischen Anstands, vielleicht sogar den Vertrag mit dem RBB verletzt, indem sie schon mal für “Aspekte” mit Thilo Sarrazin durch Kreuzberg gelaufen ist.
Aber: Zeigen Sie doch den Film trotzdem, bevor irgendwelche Mythen entstehen, wie wunderbar dieser Film vielleicht ist, wie unterdrückt und ausgenutzt Frau Balci ist und der gleichen Verschwörungstheoretisches mehr. Zwar ist die Exklusivität verletzt, aber durch die jetzige Hysterie wird dem Film trotzdem die gewünschte Aufmerksamkeit zuteil.
Wir haben an dieser Stelle schon referiert, wie stark sich der mediale Hype um Herrn S.s Auftritte und die abgebildete Wirklichkeit unterscheiden können. So lange kein Attest für ihn vorgelegt wird, darf Herr Sarrazin sich durch Hilfe seiner Äußerungen doch selbst bloßstellen, nehmen Sie ihm nicht diese Möglichkeit.
29.07.2011 von Jakob Hein
Wenn Sie glauben, dass hinter der Bluttat von Oslo in Wirklichkeit Muslime und europäische Linke stehen, wenn Sie glauben, dass Anders Breiviks Manifest inhaltlich vollkommen in Ordnung ist, wenn Sie der Meinung sind, dass die ermordeten Norweger nicht gerade unschuldig an der Tat sind und dass hinter den Anschlägen in Wahrheit eine Verschwörung steht, mit dem Ziel, ganz Europa zu islamisieren und die Kritiker dessen durch die Straßen zu hetzen, dann vertreten Sie keine abwegige Außenseiterposition, sondern sind herzlich willkommen im Kreis Ihrer “islamkritischen Freunde” von “Welt”, “Politically Incorrect” und “Achse des Guten”.
Glauben Sie nicht? Dann jetzt gut festhalten:
In der “Achse des Guten” stellt Bernd Zeller erstmal fest, dass man gewissermaßen zugibt, der Terror von Al-Quaida habe mit dem Islam zu tun, wenn man denkt, dass Breiviks Tat mit seiner Ideologie zu tun habe:
“deshalb bleibt das Verständnis solcher Aussagen wie „Die… weiter lesen
28.07.2011 von Jakob Hein
Nach dem norwegischen Massaker war zunächst allerorten die Vermutung, dass natürlich wieder islamistische Terroristen zugeschlagen hätten. Als sich herausstellte, dass der Terrorist sich auf Islamfeindlichkeit und den Kampf gegen das Gutmenschentum berief, wurde Kritik gegen die Stimmen laut, auf die sich Breivik offensichtlich zu berufen scheint. Der Antiislamismus von Autoren wie Geert Wilders, Thilo Sarrazin und Blogs wie „Politically Incorrect“ sowie „Achse des Guten“ wird in Beziehung zu der Bluttat von Breivik gesetzt , der diese Beziehung für sich selbst in Anspruch nimmt. Alan Posener führt aus: „Ideen haben Konsequenzen. Worte haben Folgen.“
Verständlicherweise wehren sich die angesprochenen Publizisten gegen diese Vorwürfe. So schreibt der Schriftsteller Richard Wagner :
In unserer permissiven Gesellschaft gibt es nicht wenige junge Männer, die nach der großen Aufgabe suchen. Die einen wollen das Abendland retten, die anderen wollen es zerstören, kommt es aber bei ihrem Tun nicht aufs Gleiche heraus?… weiter lesen