Posts Tagged ‘Lebensmittelskandal’

12.04.2013 von Jakob Hein
blogavatar

Lecker Kutschergulasch

von Jakob Hein

 

"Iss mich bitte", sagt die Wurst (ungefähre Übersetzung a.d. Koreanischen)

Linguisten haben gewissermaßen mit archäologischen Methoden die Mutter aller indoeuropäischen Sprachen zu rekonstruieren versucht. Durch Vergleiche und interne Rekonstruktionen glauben sie, Vorstellungen von der Sprache gefunden zu haben, die einige Tausend Jahre vor unserer Zeit gesprochen wurde und auf die alle indoeuropäischen Sprachen zurückzuführen sind, sei es Sanskrit, Litauisch, Englisch oder Deutsch. Schon in dieser prähistorischen Sprache hat das Wort „skand“ einen Platz, es heißt dort so etwas wie „springen“.

Aus dieser Wurzel entwickelte sich wohl das griechische „skandalon“, das soviel wie „Falle für einen Feind“ oder „etwas, worüber man stolpern kann“ bedeutet hat. Im Lateinischen wurde dann „scandalum“ zu „Stein des Anstoßes“ im wörtlichen wie im übertragenen Sinne, um sich dann im Französischen „scandale“ zur noch heute bekannten „Empörung, ausgelöst durch Fehlverhalten oder abfälliges Reden“ zu entwickeln. Der französische scandale fand dann seinen Weg ins Deutsche,weiter lesen

14.01.2012 von Jakob Hein
blogavatar

Vielleicht kann man der Fleischindustrie auch einfach mal danken!

von Jakob Hein

Feine Doppelmoral: Bei Medikamenten für kranke Vögel meckern, aber wenn man ihnen Drogen gibt, nichts sagen.

„Keime aus dem Hühnerstall“ und „Nicht scharf auf Antibiotika“ mit solchen und ähnlichen Schlagzeilen wird in unverantwortlicher Weise durch die Journaille wieder die nächste Sau – pardon, das nächste Masthenderl durchs Dorf gejagt. Nachdem man keine Feder mehr findet, die man noch beim Bundespräsdialhahn, bzw. –Wulff rupfen kann, geht es nun zum nächsten Pseudoskandal. Wie üblich wird das Problem dabei aus einer völlig eingeengten, reißerischen Perspektive betrachtet, die journalistische Ausgewogenheit entspricht der Besonnenheit eines Lynchmobs im Alabama.
Unbestritten ist es, dass jährlich etwa 900 Tonnen Antibiotika in der Tiermast eingesetzt werden, davon aber entfällt nur ein Teil auf die knusprigen Henderl, schließlich muss auch noch für die Ochsen und Sauen etwas übrig bleiben. Klar, dass hier die üblichen Vegetarier wieder einen Grund sehen, auf die fleischverarbeitende Industrie einzuteufeln, aber das sind… weiter lesen

07.06.2011 von Jakob Hein
blogavatar

Ungewöhnliche Lagen erfordern ungewöhnliche Maßnahmen

von Jakob Hein

Daniel B. (Gesundheitsminister) hatte es sich ganz fest vorgenommen: Wenn die Ermittlungen in Richtung Sprossen wieder nichts ergeben würden, dann müsste er den deutschen Bundestag um die zwischenzeitliche Aufhebung des Panda-Würfelverbotes bitten. Denn B. war sich sicher: Wenn er den Großen Panda mit einem Großen Pasch in die Ecke zwingen könnte (der sogenannte Doppelte Gro-Pa), dann würde das Bambussprossen-vertilgende Ungeheuer sein fernöstliches Wissen über die Darmkeime preisgeben.

31.05.2011 von Jakob Hein
blogavatar

Nicht überanstrengen!

von Jakob Hein

Birgit “Biggi” K. (29), Wurstsemmel-Model, hatte gut lachen: Durch den EHEC-Skandal erlebte die Wurstsemmel ungeahnte Absatzrekorde. Einfach niemand wollte mehr Salat, Tomaten oder Gurken essen, alle griffen sie lieber wieder zum guten Fleisch, sogar für gesunde Ernährung zuständige Personen warnten nun plötzlich vor dem Verzehr von Rohkost. Menschen, die in den letzten Jahren zu Vegetariern geworden waren, kamen sich nun vor wie jemand, der Anfang Mai 1945 nach langem Zögern doch noch der NSDAP beigetreten war. Überall erschallte das laute Lachen der Karnivoren.

Dass dabei die Erreger auf dem Gemüse aus den Därmen der für die Fleischfresser gequälten Kühe stammen und die Keime vermutlich deswegen so unglaublich aggressiv und widerstandsfähig waren, weil im Rahmen einer außer Rand und Band geratenen Tierproduktion allein in Europa jährlich 9 Megatonnen Antibiotika an Tiere verfüttert werden, überwiegend nicht aus therapeutischen sondern produktionstechnischen Erwägungen, und dass ihre Freude daher so war, wie ein Architekt,… weiter lesen

25.05.2011 von Jakob Hein
blogavatar

Fast schon wie Nostradamus

von Jakob Hein

Die Enterohämorrhagischen Escherischia coli (Bakterien) hatten das Problem aller Attentäter: Einerseits wollten sie natürlich der Welt gern zeigen, wer sie waren und woher sie kamen, andererseits wollten sie auch nicht erwischt werden. Und die auf den putzigen Namen EHEC getauften Erreger freuten sich natürlich unheimlich, dass die Öffentlichkeit sie bisher in ungewaschenem Gemüse vermutete, obwohl doch die meisten Gemüsesorten keinen Darm haben, in denen EHEC wohnen könnte. Und die Perversion der Landwirtschaft war zwar weit entwickelt, dennoch warfen die Bauern den Dung immer noch auf die Saat und nicht auf das erntereife Produkt, weil Dunggeruch weiterhin eher kaufhemmend auf den Gemüsekunden wirkt. Abgesehen davon, war das Essen von ungewaschenem, rohem Gemüse nicht gerade die Hauptquelle deutscher Kalorienzufuhr, aber es war natürlich der Presse eine Freude, endlich auch mal davor warnen zu können. Und die Erreger fanden die These interessant, dass sie auf Gemüse von Norddeutschland, nach Frankfurt, Berlinweiter lesen

29.01.2011 von Jakob Hein
blogavatar

Wer war zuerst da – Huhn, Ei oder Dioxin?

von Jakob Hein

Der Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung Prof. Dr. Dr. Andreas Hensel und der Leiter der Abteilung Lebensmittelsicherheit des Bundesinstituts für Risikobewertung Dr. Dr. Alfonso Lampen haben übereinstimmend versichern können, dass die Dioxin-Belastung in den Hühnereiern absolut lächerlich war. Selbst wenn ein erwachsener Mann ein Jahr lang täglich zwei Eier mit der höchsten gemessenen Belastung verzehrt hätte, wäre der Dioxingehalt dieses Mannes um nur 4 Pikogramm je Gramm Körperfett angestiegen. Insgesamt läge dieser Mann dann bei 14 Pikogramm je Gramm Körperfett, während vor zwanzig Jahren Erwachsene noch durchschnittlich 30 Pikogramm je Gramm Körperfett gehabt hätten und dadurch keinerlei gesundheitliche Belastung nachweisbar gewesen wäre.

Aus diesen erhellenden Informationen lassen sich doch viele Schlüsse ziehen:

1. Ist also offensichtlich absolut alles in Ordnung mit der industriellen Tierkadaverproduktion. Wenn überhaupt sollte man mehr leckere Tierprodukte essen, um zurück zur guten alten Zeit zu finden. Sechzig Kilo Fleisch pro Jahr sind eben nicht genug.… weiter lesen

22.01.2011 von Jakob Hein
blogavatar

Alles klar: Stasi mischte Futterfett

von Jakob Hein

Wochenlang hielt das Rätselraten an. Wer war der Schuft, der eine ganze Branche in Misskredit gebracht hat, der der deutschen Nation ihr Frühstücksgrillhähnchen, das Omelett zur Zwischenmahlzeit und das Schnitzel zu Mittag und Abendbrot verdorben hat. Herbert Grimberg, Landesvorsitzender Niedersachsen der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten forderte: „Brunnenvergifter hart zu bestrafen“. Der ewige Bauernpräsident Gert Sonnleitner fordert ebenfalls „harte Strafen“ und gibt zu Protokoll, dass „Panscher in der Branche nichts mehr verloren haben“. Kein Wunder, dass auch die Landwirtschaftsministerin Bundes-Ilse „harte Strafen“ und „personelle Konsequenzen“ fordert.

Doch endlich kommt Klarheit in die Affäre. Die Stasi hat das Dioxin in die sonst einwandfreien Futterfette gepanscht. Die Stasi! Wer hätte das gedacht? Wie die „Süddeutsche Zeitung“ aufdeckt, hat der Geschäftsführer eine 200-seitige Stasi-Akte, in der er für seine emsige Mitarbeit gelobt wird. Die „Bild“ atmet fast auf „Dioxin-Panscher war mieser Stasi-Spitzel“. Auch alle anderen Medien picken begierig die giftigen Nachrichten… weiter lesen

09.01.2011 von Jakob Hein
blogavatar

Old McDonald had a farm, E-I-E-I-O

von Jakob Hein

Zwar berichtet die gesamte Presse darüber, dass nun den Landwirten Schäden in Millionenhöhe entstehen, weil sie die Tiere nicht mehr ausliefern dürfen, bei deren Aufzucht durch “üble Machenschaften weniger Leute” (I. Aigner)  möglicherweise Industriefette aber wahrscheinlich Dioxin verfüttert wurde. Aber wie diese Schäden entstehen, mit solchen lästigen Details hält sich niemand auf. Die kommen nämlich daher, dass eine Industriemastanlage genauso geführt wird wie eine Fabrik, in die Rohmaterial hinein kommt, dann bearbeitet wird und am Ende des Produktionsprozesses die Fabrik verlässt.

Während also der naive Beobachter sich dem Gedanken hingeben könnte, dass es für die tierlieben Rinder- und Schweinezüchter doch eigentlich eine Freude sein müsste, dass sie ihre lieben Kameraden nun ein paar Tage länger lassen können, ist es tatsächlich eher, als ob bei der genannten Fabrik plötzlich der Warenausgang zugenagelt aber weiterhin hemmungslos der Eingang beliefert wird.

Die Lebenserwartung von Mastvieh ist auf ein paar Prozent… weiter lesen

07.01.2011 von Jakob Hein
blogavatar

Ursachenforschung

von Jakob Hein

Jetzt stellt sich also heraus, dass Futtermittel mit Industriefetten an Masttiere verfüttert wurden und dabei unglücklicherweise Dioxin in die Nahrungskette gelangt ist.

Der Bauernverband erwartet jetzt “lückenlose Aufklärung“, der Bundesverband Verbraucherzentralen fordert “bessere Kontrollen“, weil offensichtlich 1 Kontrolleur für 1000 Betriebe als relativ zu wenig eingeschätzt wird. Das Ministerium, das früher Landwirtschaftsministerium hieß, sagt rigoros, “Betriebe, die derzeit unter Verdacht stehen, werden erst dann freigegeben, wenn die Aufklärung abgeschlossen ist.”

Das erinnert an einen Mann, der ohne Helm mit einem Hollandrad quer durch den Wald fährt, sich dabei verletzt und nun gegen die Wurzeln und die Fahrradhersteller und den Förster klagt. Könnte es sein, dass die industrielle Viehhaltung einen minimalen Anteil an der Ursache dieses Problems haben könnte? Minimal? Nein? Ach so, dann ist ja gut. Dann diese Meinung auch gern mal diesen feinen Herrschaften geigen.