Posts Tagged ‘Merkel’

22.01.2013 von Jakob Hein
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Nachrichten vom Niedergang der politischen Karikatur XXXVI – Zwischen Froschfressern und boches

von Jakob Hein

Gefeiert wird also eine erfolgreiche Zwangshochzeit von zwei Staaten, die sich prononcé gegen Zwangsehen aussprechen. Dabei hat es nie geklappt zwischen Franzosen und Deutschen. Die Ehen resultierten in Scheidungen und während einige Deutsche versuchten, französische Lebensart zu imitieren, gibt es bisher keinen Franzosen, der mit besonders deutscher Lebensart von sich reden zu machen versucht hätte.

Vielleicht mögen uns die Franzosen, man kann ihre Sprache ja kaum verstehen, weil sie immer nur ein Drittel davon zu Gehör bringen, vielleicht hassen sie uns auch und haben uns deshalb das Saarland ins Kuckucksnest gelegt. Ausgebrütet wäre es jetzt, ihr könnt es wieder holen.

Nichts illustriert die Beziehung zwischen Deutschen und Franzosen so schön wie die heutige caricature in der “Süddeutschen Zeitung”. Es ist ein Gastgeschenk der Karikaturenabteilung von Le Monde, einer täglich erscheinenden Speisekarte mit aktuellen Kommentaren, vergleichbar vielleicht mit unseren Zeitungen. Und jetzt wissen wir nicht: Macht sich der Franzose lustig über… weiter lesen

11.10.2012 von Heiko Werning
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Riexingers Demo-Reise nach Athen: kurzum Landesverrat

von Heiko Werning

Linke-Chef Riexinger nimmt an den Anti-Merkel-Demonstrationen in Athen teil, und sogleich sind deutsche Regierung und Boulevard ganz außer sich. Völlig zu Recht – den Griechen geht es nun wahrlich schon schlecht genug, da muss man ihnen nicht auch noch den Besuch einer Figur wie Riexinger zumuten, der seine gedankliche Tiefe in einem rührseligen Besinnungsaufsatz im „Neuen Deutschland“ auslotet: „Als ich das letzte Mal vor rund sechs Jahren in Athen war, wäre ich beinahe im Verkehrschaos der griechischen Hauptstadt überfahren worden. Als ich heute früh durch Athen gelaufen bin, ist mir zuerst aufgefallen, wie leer die Straßen selbst im Berufsverkehr geworden sind. Das hat nicht nur mit der extrem gestiegenen Arbeitslosigkeit zu tun, sondern auch mit den wegen Steuererhöhungen drastisch gestiegenen Benzinpreisen.“ Und während er also für das Recht der Griechen, endlich wieder unter die eigenen Räder kommen zu dürfen, durch Athen läuft, versichert er der „Berliner Zeitung“ eilfertig, worum es… weiter lesen

06.10.2012 von Heiko Werning
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Gorleben und Merkel: Alles wird noch viel perfekter!

von Heiko Werning

1977 beschloss die Bundesregierung unter Helmut Schmidt, mit Erkundungen darüber zu beginnen, ob der Salzstock im niedersächsischen Gorleben dazu geeignet sei, als Endlager für radioaktive Abfälle deutscher Atomkraftwerke zu dienen. Schon drei Jahre später beginnen die praktischen Vorarbeiten für Erkundungen. Weitere drei Jahre später starten die Erkundungen selbst. Als Laie macht man sich ja ganz falsche Vorstellungen von so einem Salzstock. Oder von Erkundungen. Jedenfalls mahnte die Politik zur Eile. Bereits 1995 kam das Bundesumweltministerium unter Ministerin Angela Merkel anlässlich eines Gutachtens der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) über mögliche Alternativstandorte zu dem Schluss, „dass aus geowissenschaftlicher Sicht keine Notwendigkeit besteht, Ersatzstandorte zu Gorleben zu untersuchen“, eine Erkenntnis, die sich auch auf „die konkreten 17jährigen Untersuchungen über die Eignungshöffigkeit des Salzstocks Gorleben“ stützt. Als Laie macht man sich womöglich auch ganz falsche Vorstellungen über die, äh, Eignungshöffigkeit. Daher beginnen wir mal lieber mit Erkundungen über das Wort, bei den… weiter lesen

04.04.2012 von Jakob Hein
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Nachrichten vom Niedergang der politischen Karikatur XXIII

von Jakob Hein

Die Photovoltaik im Allgemeinen und die Solarindustrie im Besonderen sind kein einfaches Thema. Einerseits klingt es zunächst naheliegend und sympathisch, aus den Strahlen der lachenden Frau Sonne Strom zu erzeugen, die letzten Endes ohnehin den Großteil der Energien erzeugt hat, die wir Menschen so verbrauchen, mal abgesehen von der Atomenergie, die von ihren Betreibern lieber Kernenergie genannt wird, weil im Kern doch immer das Gesunde sein soll, während Atomenergie so schrecklich an -krieg und -bombe erinnert. Andererseits folgt auch die Erzeugung von Solarenergie in einer kapitalistischen Gesellschaft kapitalistischen Prinzipien. Der eine macht damit Geld, das aus der Tasche eines anderen kommen muss. Da es sich niemand wagt, die milliardenschweren Energiekonzerne zur Finanzierung der Energiewende heranzuziehen, werden private Investoren gelockt, die Geld auf der nicht ganz so hohen Kante haben und parallel wird die Allgemeinheit in Form von steuerfinanzierten Subventionen herangezogen. Das heißt, um die Superreichen (Energiekonzerne) nicht zu ärgern, wird… weiter lesen

01.02.2012 von Jakob Hein
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Nachrichten vom Niedergang der politischen Karikatur XXI

von Jakob Hein

Robert Lembke für Fortgeschrittene: Welches Schweinderl soll eigentlich was bedeuten?

Schon mehrfach mussten wir darauf hinweisen, dass die Krise des Euros auch eine Krise der Karikatur bedeutet. Aufgabe der Karikatur ist es ja witzig zu sein, Sachverhalte zuzuspitzen, interessante Parallelen aufzuzeigen, Missstände bloßzulegen.

Die heutige Karikatur in der Süddeutschen versteht es, wohl keine dieser Aufgaben zu erfüllen. Irgendwer schüttet aus einem Riesensack Euros in einen Schweinekoben voller – Witz lass nach! – Sparschweine. Die Szenerie wird beobachtet von den EU-Regierungschefs und Anzugträgern, die die Schilder “Ban”, “ken”, “Speku” und “lanten” bei sich führen.

Was soll das bedeuten? Die Bauern, die in Milliardenhöhe über Jahrzehnte EU-Subventionen bekommen haben, schütten diese nun als Investitionen in die Sparschweine? Wer sind die Sparschweine? Der nicht zustandegekommene griechische Sparkommissar oder wir alle? Wenn es aber wir sind, warum fressen wir dann die Investitionen, die doch aus uns herauskommen müssten, um den Sack zu… weiter lesen

25.08.2011 von Jakob Hein
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Nachrichten vom Niedergang der politischen Karikatur (IIX)

von Jakob Hein

Wir finden es prinzipiell richtig, dass sich der Bundespräsident …, ach je, wie hieß der jetzt gleich, einmischt in die Euro-Debatte. Aber gerade als Staatsoberhaupt darf er nicht vergessen, auch die schrecklichen Auswirkungen auf die politische Karikatur, die diese Krise hervorruft, zu geißeln. Gestern wieder: Merkel, Schäuble und Rösler (der immerhin ohne Strohhut) brausen mit einem Auto, auf dem Säcke und Rettungsringe liegen, geschwind an einem Pförtnerhäuschen vorbei, auf dem “Deutscher Bundestag” steht. Ihre Richtung ist klar, denn auf dem Wegweiser steht “Staatskasse”.

Ist das Kritik an Sir Norman Foster, dass sein Reichtstag nicht gut aussieht? Wer ist der aus der Pförtnerloge springende Mann? Er sieht so aus wie Schäuble, aber der sitzt ja im Fahrgastraum. Warum sollte ihn die Eurokrise einerseits verdoppeln und andererseits seine Lähmung verschwinden lassen? Und vor allem: Warum sollten die drei Gauner mit einem Auto voll Geld zur Staatskasse rasen? Ist es nicht eher so,… weiter lesen

21.08.2011 von Jakob Hein
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Nachrichten vom Niedergang der politischen Karikatur (VII)

von Jakob Hein

Was für eine Welt! Wenn man kein Talent zum Backen hat, kann man immer noch Bäcker in Berlin werden, wenn man kein Talent zum Singen oder Tanzen hat, kann man immer noch “Superstar” werden und wenn es einem fast unmöglich ist, eine politische Karikatur zustande zu bringen, kann man immer noch Karikaturist bei einer der auflagenstärksten Zeitungen Deutschlands werden.

Doch um ihre Talentlosigkeit noch besonders zu feiern und auszustellen, versuchen sie sich regelmäßig an schwierigsten Themen, in den letzten Wochen oft aus dem Bereich der Wirtschaft. Uncle Sam, der sich wie Baron von Münchhausen aus dem eigenen, brennenden Hut zieht, bedient unglaublich viele Assoziationen und bleibt dabei vollkommen bedeutungsfrei. Ist der brennende Hut die Wirtschaftskrise? Soll Uncle Sam nun Obama sein oder das amerikanische Volk? Ist das “Am-eigenen-Schopf-Ziehen” ein Symbol für die beispiellose Krise, in die die Tea-Party-Neocons das amerikanische Volk gestürzt haben? Soll der Hut eine Art… weiter lesen

30.05.2011 von Jakob Hein
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Ausstiegsszenarien

von Jakob Hein

Natürlich war es auch für Angela M. (Bundeskanzler) ärgerlich, dass sie nun aus dem Ausstieg vom Ausstieg wieder aussteigen musste. Abwägen wollte sie aber im Kollegium, ob es auch ein dramatisches Ereignis geben könne, dass eine erneute Kehrtwendung der Energiepolitik notwendig machen könnte. Was wäre, wenn plötzlich Wesen aus dem All auf der Erde landen würden und unerschöpfliche Mengen von Atomenergie verlangen würden und Deutschland plötzlich nicht mehr liefern könnte? Oder wenn sich Tausende von Windrädern von ihren Achsen lösen und durchs Land rollen würden, eine Schneise der Vernichtung hinter sich lassend? Das waren so die Diskussionspunkte.Aber es kam doch darauf an, dass die Politik der Regierung nicht nur ein einziges Hin- und Her-Agiere, auf die jeweiligen Umfragen-Reagiere, die verschiedenen Lobbys-Befriedige und was gerade so dran ist – Gemache war, sondern dass ein erkennbarer Plan, klare Absichten und eine deutliche Linie das Handeln bestimmten.

03.05.2011 von Jakob Hein
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Coole, geradezu eiskalte Christen

von Jakob Hein

Eine angenehme Überraschung, dass die Christen offensichtlich auch locker und entspannt mit dem Tod umgehen könnne. Bundeskanzlerin und Pastorentochter Angela Merkel (CDU) lässt sich mit dem Satz zitieren: ” Ich freue mich darüber, dass es gelungen ist, bin Laden zu töten.” Das Staatsoberhaupt der Bundesrepublik Bundespräsident und Ex-Messdiener Christian Wulff  (CDU) sagt:  “Ich halte die Ausschaltung von Osama bin Laden für einen unschätzbaren Erfolg im weltweiten gemeinsamen Kampf gegen den menschenverachtenden Terrorismus.”  und Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) sagt schlicht: “Bei mir war es auf jeden Fall ein Gefühl der Freude”.

Ist das Christentum 2.0? Dürfen wir jetzt auch Sachen klauen, die wir echt schön finden oder unsere Ehefrau betrügen, weil wir es echt nötig hatten? Super, danke!

Niemals hätte bin Laden ahnen können, wie umfassend sein Sieg über das christliche Abendland ausfallen würde.