18.03.2013 von Jakob Hein
Die “B.Z.” tut ja immer so, als würde sie die Stimmung der kleinen Leute wiedergeben, die sie in Wirklichkeit nur macht. Daher ist der Ton häufig von einer Art Gossensarkasmus geprägt, distanziert ohne Humor. “Pannen-Airport BER: Jetzt gibt’s auch noch Computerprobleme” wäre so eine Schlagzeile. “Na bravo”, soll der empörte Bürger da denken. “Mit unseren Steuergeldern können sie es ja machen.” oder auch “Geister-Angst: Die Katze flüchtet zu Mama”. “Na hallo”, denkt sich da der brave Bürger. “Sind die alle bekloppt, oda wat?”
Nun also das: “Der Papst umarmte mich wie einen Bruder”. Was soll das heißen? Sind die nicht Brüder, da im Konklave? Soll er ihn umarmen wie eine Schwester? Welche andere Art der Umarmung wäre möglich gewesen? “Der Papst umarmte mich wie ein zufällig im Weg stehendes Ölfass”? Oder soll das mit dem “Bruder” noch ganz was anderes bedeuten? Wie es auf den T-Shirts beim Australien-Besuch des vorletzten… weiter lesen
18.02.2013 von Jakob Hein

Der neue Papst soll auf jeden Fall sehr mächtig sein
Dem derzeitigen Papst wird derzeit mit einer Weihe begegnet, als sei er mindestens schon in den Himmel aufgefahren und hätte jedem von dort eine Portion Manna an Ambrosiaschaum mitgebracht. Und es wird ihm natürlich “Respekt” gezollt für seine “mutige Entscheidung”, die “beispiellos” ist, usw. usf. (Die entsprechenden Millionen von Fundstellen in der Presse bitte ich selbst zu googeln.)
Es ist aber einigermaßen erstaunlich, dass niemand ernsthaft das Naheliegende diskutiert: Nämlich, dass der Rücktritt des Papstes ein taktisches Manöver ist. Das Jahr 1978 hatte insgesamt 3 Päpste gesehen, da Johannes Paul I. seine Wahl zum Papst nur 33 Tage überdauerte. Eine gängige Verschwörungstheorie zu seinem frühen Ableben besagt, dass er wegen seines Reformwillens gegen die Vatikanbank einen so frühen Tod fand. Unter dem folgenden, polnischen Papst jedenfalls prosperierte die Vatikanbank als eine Waschanlage für Geld klar unklarer… weiter lesen
15.09.2012 von Jakob Hein
Extremisten drehen einen Film für Extremisten. Extremisten sehen Film und richten Zerstörungen an für Extremisten. Extremisten bereiten vermutlich Musical vor.
Ist so wie bei unartigen Kindern, man will es einfach nicht hören. “Aber er hat wirklich zuerst meine Schaufel weggenommen.”
“Aber erst als Du gesagt hast, dass mein Bagger blöd ist.”
“Ja! Weil Du gesagt hast, dass meine Hose ein Loch hat.”
Können die sich nicht einfach privat treffen? Anzeige schalten in der “Harten Welle”: “Extremist sucht Extremist zum extrem sein (gern extrem)”. Das mit dem Besuch von dem einen Führer in der Region von den anderen Führern ist doch ein hoffnungsvoller Anfang. Wäre gut, wenn auch ein Paartherapeut dabei wäre, denn soviel Liebe, wie hier nicht zusammenfinden kann, das gibt’s ja nicht nochmal.
“Ich habe einen Film für Dich gedreht und bekomme von Dir nichts als Ablehnung.”
“Dafür habe ich Dir ganz viele Briefe geschrieben und Du verstehst mich… weiter lesen
16.07.2012 von Heiko Werning
Man sieht es ja ganz klar vor Augen: Nach einem langen und anstrengenden Arbeitstag in seinem Hauptberuf als Papst kommt Josef Ratzinger spätabends nach Hause, wirft das unpraktische Kleidchen und die alberne Mütze, unter der man im Sommer immer so schlimm schwitzt, lässig über die Garderobe, und macht sich ein Feierabendweizen auf. Er freut sich schon darauf, gleich in seinen heiligen Stuhl fallen und die Füße mal hochlegen zu können und vielleicht vor dem Einschlafen noch ein paar Messdienervideos anzuschauen. Jetzt wirft er nur schnell noch einen Blick in den Briefkasten, und, halleluja, er richtet ein kurzes dankbares Stoßgebet zum Himmel: Die neue Titanic ist endlich da! Endlich mal wieder was zu lachen! Vorfreudig reißt er das Kuvert aus der Heimat auf – und dann das: Er selbst ziert das Titelbild, mit einem großen Pipifleck vorne auf der Soutane, dazu die auf diese elende Vatileaks-Affäre gemünzte Schlagzeile „Die undichte Stelle… weiter lesen
15.07.2012 von Heiko Werning
Andrea Seibel!
Was kümmert Sie Ihr strohdummes Geschwätz von gestern, resp. von vor anderthalb Jahren, werden Sie sich gedacht haben, wo Sie als Meinungs-Chefin der “Welt” doch jetzt in der Sache Ratzepapst vs. Titanic irgendeinen humorbefreiten Kommentator irgendwas Sauertöpfisches darüber stammeln ließen, dass die Pipimontage aber gar nicht lustig sei. Dumm nur: Wir haben ein gutes Gedächtnis. Und da fiel uns doch gleich Ihr, nun ja: nennen wir es halt mal Essay für die „Welt“ ein vom Oktober 2010, indem Sie sich so Ihre Gedanken über den Humor machen. Der zusammengefasst, Überraschung!, total toll ist. Denn: „Humor stiftet Gemeinschaft.“ Warum haben wir nicht mehr davon, könnte man jetzt fragen. „Warum haben wir nicht mehr davon? Warum sind unsere politischen Debatten nicht von mehr Gelassenheit und Humor geprägt, sondern von Ressentiment, Invektiven und Gut-Böse-Schismen? Warum ist der öffentliche Streit so schrill, so rasend, dass leise oder zweifelnde Stimmen weggefegt werden… weiter lesen
12.07.2012 von Jakob Hein

Keine Darstellung des Papstes - sowieso nicht, mit den Regenbogenfarben und all dem...
Die Klage gegen die Titanic wegen der “abartigen” (Dt. Bischofskonferenz) Darstellung des Papstes führt im Übrigen ein Herr Lehr von der Kanzlei Redeker, Sellner, Dahms, der sich damals auch so umfassend um die öffentlichkeitsrechtlichen Angelegenheiten des damaligen Bundespräsidenten Christian “Bobby Car” Wulff gekümmert hat. Was aber, wenn Herrn Lehrs Arbeit diesmal vom selben Erfolg gekrönt ist wie damals? Seinerzeit trat ja zuerst Herr Glaeseker, die “rechte Hand” (Deutschlandfunk) von Herrn Wulff zurück, laut “Stern” nannte man ihn sogar den “heimlichen Stellvertreter Wulffs”. Schließlich musste der Bundespräsident selbst das Schloß Bellevue räumen.
Was passiert, wenn die Kanzlei sich genauso gründlich um “Fleckgate” wie um die “Causa Wulff” kümmert? Vielleicht tritt zunächst der Papst zurück, aber dann? Schmeißt dann sein Boss auch die Brocken hin? Zieht sich zurück in ein Eigenheim in Großburgwackel oder… weiter lesen
11.07.2012 von Jakob Hein

Keine Darstellung des Papstes
Wer berät eigentlich den Vatikan in medienrechtlichen Angelegenheiten? Irgendwelche verbohrten alten Männer ohne Humor? Angesichts der in Frage kommenden Kandidaten kann man es sich kaum anders vorstellen.
Jedenfalls ist die “Titanic” dem Papst nunmehr zu großem Dank verpflichtet. Dank der dämlichen Klage des Vatikans sollte es jetzt gelingen, die gesamte Auflage des Juli-Heftes zu verkaufen. Und das wegen einem nicht einmal besonders guten Titelbild. Die Presse stürzt sich natürlich im Sommerloch begierig auf dieses Thema und berichtet ausführlichst über das Titelbild, nebst einiger älterer Titelbilder, wenn sie nicht wie die “taz” einfach den Titel zeigen. So bekommt die “Titanic” eine Reichweite, die ohne diese Aktion nicht denkbar wäre. Lustig ist es, wenn Radio Vatikan “Die Stimme des Papstes und der Weltkirche” zum Titel erklärt: “…mit einem mittels Bildmanipulation eingefügten Urinfleck auf der Soutane”, während die “Titanic” doch sagt, es solle sich um Fanta… weiter lesen
12.01.2012 von Jakob Hein
Gewissermaßen von Amts wegen ist der “Reptilienfonds” dazu verpflichtet, die wohl erste offizielle Audienz eines Reptils beim Heiligen Stuhl zu vermelden. Papst Benedikt traf sich vorgestern mit einem recht frisch geschlüpften Exemplar crocodylus rhombifer. Der Heilige Vater soll von der Begegnung sehr angetan gewesen sein. Dass das Reptil diese Gefühle entgegnete ist hingegen angesichts der wenig artgerechten Bedingungen im Vatikan für diese bedrohte Tierart äußerst unwahrscheinlich, aber das war ja noch nie eine Hauptsorge der katholischen Kirche bei Begegnungen mit Minderjährigen.
Sicher wird es zum Entzücken beigetragen haben, dass dem 60 cm langen Krokodil während der gesamten Audienz das Maul zugehalten wurde. Ein Modell mit Zukunft?
25.09.2011 von Jakob Hein
Zeige das obenstehende Foto 1000 Leuten, und Du kannst Dir sicher sein, dass 1000 Leute ausrufen: “Oh, guck mal: Der niedliche Koala!” Nicht eine oder einer wird ein Wort über das (höhere?) Wesen (im Bild links neben dem Koala) verlieren.
Was ist das? Eine Theodizee? Häresie? Tierliebe? Wir werden es nicht herausfinden, aber der Koala ist wirklich niedlich.
Tipp für heute: Reptilienfonds-Blogger und Hitler-Blogger gemeinsam auf einer Bühne sehen: Reformbühne Heim & Welt im Kaffee Burger, heute mit den Gaststars Jan Trottnow & Daniel Erk.
24.09.2011 von Jakob Hein

So kann man es auch sehen: Höhere Gewalt
Zunächst wurde ja über den Auftritt des Papstes im Bundestag ein wenig im Vorfeld gestritten und ein paar Abgeordnete entschieden sich immerhin dagegen, der Rede des Kirchenführers zu lauschen. Bei faz.net findet sich der interessante Satz: “Bundestagspräsident Lammert (CDU) hatte zuvor die Einladung des Papstes in den Bundestag mit den Worten gerechtfertigt, die Trennung von Staat und Kirche gehöre wie die Herausforderung des Glaubens durch die Vernunft zu den ‘unaufgebbaren Fortschritten unserer Zivilisation’.” Hätte Lammert damit nicht eher die Ausladung des Papstes begründet?
Warum aber gab es eigentlich keine Diskussion hinterher? Hat sich irgendeiner die Mühe gemacht, die Rede des “Heiligen Vaters” vor den demokratisch gewählten Abgeordneten des deutschen Volkes genauer anzusehen? Andrea Nahles nennt sie einen “herausragenden Moment in der Geschichte des Deutschen Bundestages”, wobei sie das positiv meint. Einig sind sich die Beobachter, dass die Rede… weiter lesen