Posts Tagged ‘Reptilienforschung’

29.08.2011 von Jakob Hein
blogavatar

Krokodil ersetzt Tiger im Tank

von Jakob Hein

Fährt bald mit Reptilienfett

Rakesh Bajpai und seine Kollegen haben herausgefunden, dass man Krokodilsfett relativ problemlos in Biodiesel umwandeln kann. Durch eine “microwave rendering” genannte Technik konnte die Arbeitsgruppe das Fett aufschlüsseln und ohne größere Probleme in Biodiesel umwandeln, der allen geforderten Qualitätskriterien entspricht.

Das klingt zunächst nach verrückter, grausamer Wissenschaft, schließlich ist in Deutschland Krokodilsleder bis heute verpönt, da diese Reptilien wegen Bejagung durch die Menschen vom Aussterben bedroht waren und man fragt sich, was man davon haben soll, dass man das Fett von dem einen oder anderen Fang, den Crocodile Dundee mit in die Hütte bringt, in Diesel umwandeln könnte. Tatsächlich aber konnte diese Bedrohung unter anderem durch den Aufbau von Krokodilsfarmen gestoppt werden, die das Wildern sinnlos machten und verpflichtet wurden,  einen bestimmten Anteil dieser Tiere regelmäßig auszuwildern. So konnten diese Arten von der Liste der bedrohten Tiere genommen werden, da die… weiter lesen

19.06.2011 von Jakob Hein
blogavatar

Mal ganz ehrlich

von Jakob Hein

Diese neue Kampagne für den Bundesfreiwilligendienst, ist das nicht auch ein wenig chauvinistisches Nachtreten nach dem Kachelmann-Urteil? “Nichts erfüllt mehr als gebraucht zu werden”. Hier mal mein Lieblingsargument: Hallo? Ich meine ganz ehrlich: Hallo? “Gebraucht werden” ist ja nun wirklich nichts Schönes. Manche Menschen helfen vielleicht gern oder bringen sich mit ein oder wollen für andere da sein. Aber wer bitte möchte “gebraucht werden”? Ist das nicht eher etwas, das man auf dem Weg zur Emanzipation eines freien Menschen in Würde überwinden möchte? Wird nicht der Proletarier vom Kapitalisten gebraucht? Nicht das Zebra vom Löwen? Die Stridulation der Südlichen Hausgrille nicht vom europäischen Halbfinger?

Und dann das mit dem “Erfüllen”, also da möchten wir ja aus Pietätsgründen erst gar nicht darauf eingehen. Dazu ein Bild mit einer Frau voller Menschen. Abschlussargument: Hallo?

19.05.2011 von Jakob Hein
blogavatar

Bindeglieder

von Jakob Hein

Verdammt! dachte Jakob H. als er die aktuellen Meldungen aus der Welt der Reptilien verfolgte. Der Kollege Heiko W. nicht da und er allein für den “Reptilienfonds”. Aber wie sollte er erklären, was den Fund von Johannes Müller und seinen Kollegen so sensationell machte?

Man muss sich das mal vorstellen: Roland Koch, grüne Soße, bisher war aus Hessen doch noch nie etwas Gutes gekommen.  Ausgerechnet dort in der Grube Messel fanden die Forscher aber ein Fossil, das ein wichtiges Bindeglied zwischen Halsbandeidechsen und Doppelschleichen darstellt. Lange war man davon ausgegangen, dass die Doppelschleichen enge Verwandte der Schlangen sind,

genetische Untersuchungen hatten aber nahegelegt, dass die kleinen Schuppenkriechtiere eher mit den Zauneidechsen verwandt sind. Aber einen Beweis für diese genetische Theorie gab es nicht. Den hat die Gruppe um Müller am Naturkundemuseum Berlin jetzt geliefert und in der “Nature” veröffentlichen dürfen. Herzlichen Glückwunsch natürlich auch vom Reptilienfonds!

(Dieser… weiter lesen

23.10.2010 von Heiko Werning
blogavatar

Angst vor Reptilien kann tödlich sein

von Heiko Werning

Was für ein bizarrer Fall: Ein wohl für den Markt bestimmtes, in einer Sporttasche transportiertes Krokodil kann sich auf einem Inlandsflug im Kongo befreien, läuft durchs Flugzeug und löst eine Panik an Bord aus. Die Passagiere flüchten vor dem Reptil, bringen damit das Flugzeug aus dem Gleichgewicht und schließlich zum Absturz in ein Haus. Resultat: 20 Tote. Lediglich ein Passagier hat überlebt – und das Krokodil. Letzteres allerdings nicht lange, dann wurde ihm von einem Mitarbeiter des Rettungsteams mit der Machete der Kopf abgeschlagen.

Ich habe ja immer schon vor dieser albernen Furcht vor Reptilien gewarnt. Na ja.

[via Ralf Sommerlad]

30.09.2010 von Heiko Werning
blogavatar

Wem gehören die Gene der Frösche?

von Heiko Werning

In meinem Artikel über den Darwinfrosch und das weltweite Amphibiensterben in der Version des Reptilienfonds’ wies ich darauf hin, dass die chemischen Substanzen in der Haut von Fröschen ein großes pharmakologisches Potenzial haben und nannte als Beispiel den Dreistreifen-Baumsteiger, Epipedobates tricolor, ein Pfeilgiftfrosch aus den Regenwäldern Ecuadors. In seinem Kommentar fragte Klaus Angerer mich nach einer Quelle für die Aussage, dass aus Epibatidin, einer Substanz im Hautsekret dieser Fröschlein, bereits ein Medikament auf den Markt gebracht wurde. Ich hatte den Fall seinerzeit, 1998, in Ecuador verfolgt, als ich zu Studienzwecken für einige Monate dort lebte; dort hatte er für ziemlichen Wirbel gesorgt. Ich hatte darüber einen Artikel für die REPTILIA geschrieben, und aus dem Gedächtnis zitiert. Da hätte ich besser nochmals nachgeschlagen – das Medikament war damals nämlich, anders als in meiner Erinnerung, noch längst nicht zur Marktreife gebracht. Wie der Stand heute ist, weiß ich nicht. Aber derweiter lesen

29.09.2010 von Heiko Werning
blogavatar

Darwinfrösche und Amphibiensterben

von Heiko Werning

Für die Jungle World schrieb ich einen Text über den Darwinfrosch und das globale Amphibiensterben, der ja schon vom Thema her natürlich auch in den Reptilienfonds eingerührt werden muss. Ich stelle hier die ungekürzte (und unredigierte) Originalfassung ein:

Es macht nicht den Eindruck, als wäre Charles Darwin während seiner berühmten Weltumsegelung auf der „Beagle“ sonderlich begeistert gewesen von seinem mehrmonatigen Aufenthalt im Süden Chiles: „1. Januar 1835. – Es erweckt keine trügerischen Hoffnungen; ein heftiger Nordweststurm mit beständigem Regen kündigt das erstehende Jahr an. Gott sei Dank, dass es uns nicht bestimmt ist, auch sein Ende hier zu erleben, sondern dass wir hoffen können, dann auf dem Stillen Ozean zu sein, wo eine blaue Luft uns sagt, dass es einen Himmel gibt – etwas jenseits der Wolken über unseren Köpfen.“ Zu dem Zeitpunkt waren Darwin und seine Leute auf der Insel Chiloe, in der Zone der kalten Valdivianischen Regenwälder.… weiter lesen

07.09.2010 von Heiko Werning
blogavatar

Wenn Froschforscher träumen

von Heiko Werning

„Ich hatte einen sehr seltsamen Traum. Ich träumte zu heiraten, doch die Braut fehlte. Schließlich entdeckte ich sie hinter einem Vorhang. Sie war ein riesiger Glasfrosch!“

(aus dem an sich wirklich sehr empfehlenswerten Bildband: Marent, Thomas (2009): Frösche und andere Amphibien.Dorling Kindersley; 280 S.; ISBN 978-3831013562; 29,95 Euro; siehe Besprechung von Sebastian Wolf in REPTILIA Nr. 85 [voraussichtlich Nr. 86; aus Platzgründen verschoben])

03.03.2010 von Heiko Werning
blogavatar

Biodiversitätsjahr 2010 – Amphibien und Reptilien auf dem Marsch an die Spitze

von Heiko Werning

Männchen des Chamäleons Furcifer timoni aus Madagaskar Foto: Jörn Köhler

Die venezolanische Tafelbergkröte Oreophrynella seegobini Foto: Philippe Kok

Niemand weiß, wie viele Tierarten es weltweit gibt. Nicht nur die Zahl der vielen Millionen unbeschriebener Insekten liegt völlig im Dunkeln, auch bei den Wirbeltieren werden ständig neue Arten entdeckt und wissenschaftlich beschrieben. Wie das Fachmagazin TERRARIA für seine März-Ausgabe durch eine aufwändige Erhebung der wissenschaftlichen Fachliteratur ermittelt hat, betragen die Zuwachsraten „neuer“ Spezies bei den Amphibien und Reptilien rund 150 Arten pro Jahr. 2009 wurden genau 310 Arten und Unterarten neu beschrieben: 163 Amphibien und 147 Reptilien. Lurche und Kriechtiere sind damit innerhalb der Landwirbeltiere die beiden am schnellsten wachsenden Gruppen. Im internationalen Jahr der Biodiversität 2010 sind nun etwa 6.600 Amphibien- und 9.100 Reptilienarten bekannt.

Westafrikanische Unterart des Prachtskinks: Lepidothyris fernandi harlani Foto: Philipp Wagner

Während die Amphibien in punkto Artenzahlen schon… weiter lesen

18.08.2007 von Heiko Werning
blogavatar

Florida Diaries (1): Unzumutbare Arbeitsbedingungen

von Heiko Werning

Jetzt endlich, fast pünktlich zum einjährigen Geburtstag des “Reptilienfonds”, wollte ich mal so richtig bloggen, so als Problogger, wie man das eben macht. Durch die Gegend fahren, Fotos und Eindrücke und Informationen aufnehmen, und alles brühwarm ins Netz stellen, total aktuell und direkt und ungeschminkt und interaktiv und überhaupt. Was böte sich dazu besser an, als eine Reise, eine Reise, die dazu dienen soll, Reptilien und andere Tiere zu finden und zu fotografieren, Informationen für Buchprojekte zu sammeln (von morgens bis nachts übrigens, nur falls jemand vom Finanzamt hier mitliest), die mich vor allem endlich die sagenumwobene Florida Scrub Lizard, Sceloporus woodi, finden lassen soll. Laptop, Digitalkamera, Ladegeräte, Speicherdingens samt DVD-Brenner, Bestimmungsbücher – mein Reisegepäck lässt an den Umzug einer Bürogemeinschaft denken.

Key Largo

Und dann das: Es ist warm, es ist sehr warm. Und, hey, es gibt WLAN-Zonen an jedem zweiten Stadtstrand. Aber habt ihr sie noch alle? Will man denn wirklich irgendwo sitzen, wo es der Vorstellung von paradiesischen Zuständen, zumindest was die natürlichen Rahmenbedingungen angeht, recht nahekommt, um dann wie zu Hause ständig irgendwas in den oder das Laptop zu tippen und in den oder das Blog zu stellen? Bei Sonnenschein, … weiter lesen

11.05.2007 von Heiko Werning
blogavatar

Sätze für die Ewigkeit (3)

von Heiko Werning

Hierodula membranacea ist praktisch die Kornnatter unter den Mantiden.”

… weiter lesen