Posts Tagged ‘schlechte Karikaturen’

01.05.2012 von Jakob Hein
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Nachrichten vom Niedergang der politischen Karikatur XXIV – Eine Sprechblase sucht ihre Bedeutung

von Jakob Hein

Nun ist es ja schwer, eine Meinung zu den Piraten zu haben, insbesondere da die Piraten viele Meinungen aber keinen Standpunkt zu haben scheinen. In Interviews hat man oft den Eindruck, dass die Herren die Antwort lieber kurz noch googeln würden. Sie haben sich aber fest vorgenommen, eine eigene Meinung zu haben, spätestens wenn sie in einer Koalition z.B. auf Bundesebene in Regierungsverantwortung kommen sollten. Das lobt man sich doch! Für viele Wähler sicher eine Riesenerleichterung, dass am Ende ihrer Stimme doch noch Politik herauskommen könnte und fast noch besser als die gute alte FDP.

Vieles gäbe es zu kritisieren oder zumindest kritisch anklingen zu lassen. Aber man kann sich auf den Zeichner Oliver Schopf eigentlich blind verlassen, dass er sowas zu keinem Thema macht. Hier wieder exemplarisch zu den Piraten: Ein Schiff – aha, ein Laptop – jaja und die Vögel (nur für Eingeweihte: Twitter) – soso. Aber dann… weiter lesen

07.04.2012 von Jakob Hein
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Nachrichten vom Niedergang der politischen Karikatur XXIV – Mitmachspiel

von Jakob Hein

Zum morgigen Osterfest hat sich Luis Murschetz etwas ganz Besonderes ausgedacht: Er hat eine Zeichnung erstellt und die Leser müssen die dazugehörige Bedeutung mitbringen. Daher laden wir unsere geschätzten Leser zum Pointenraten ein: Was soll die obenstehende Grafik bedeuten? Berücksichtige bei Deiner Antwort Körperhaltung und Kleidung der dargestellten Personen. Welche Personen werden nicht im Bild gezeigt und warum? Interpretiere die Figur des weghoppelnden Hasen und seine Beziehung zu heidnischen Traditionen einerseits sowie zum christlichen Osterfest andererseits unter Einbeziehung des Schweizer Nationalsymbols auf einem Ei. Wofür steht das andere Ei? Wofür die Fliegen?

Antworten bitte unten als Kommentare einreichen. Frohe Ostern wünscht der Reptilienfonds.

04.04.2012 von Jakob Hein
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Nachrichten vom Niedergang der politischen Karikatur XXIII

von Jakob Hein

Die Photovoltaik im Allgemeinen und die Solarindustrie im Besonderen sind kein einfaches Thema. Einerseits klingt es zunächst naheliegend und sympathisch, aus den Strahlen der lachenden Frau Sonne Strom zu erzeugen, die letzten Endes ohnehin den Großteil der Energien erzeugt hat, die wir Menschen so verbrauchen, mal abgesehen von der Atomenergie, die von ihren Betreibern lieber Kernenergie genannt wird, weil im Kern doch immer das Gesunde sein soll, während Atomenergie so schrecklich an -krieg und -bombe erinnert. Andererseits folgt auch die Erzeugung von Solarenergie in einer kapitalistischen Gesellschaft kapitalistischen Prinzipien. Der eine macht damit Geld, das aus der Tasche eines anderen kommen muss. Da es sich niemand wagt, die milliardenschweren Energiekonzerne zur Finanzierung der Energiewende heranzuziehen, werden private Investoren gelockt, die Geld auf der nicht ganz so hohen Kante haben und parallel wird die Allgemeinheit in Form von steuerfinanzierten Subventionen herangezogen. Das heißt, um die Superreichen (Energiekonzerne) nicht zu ärgern, wird… weiter lesen

05.03.2012 von Jakob Hein
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Nachrichten vom Niedergang der politischen Karikatur XXII

von Jakob Hein

Die bayerische Gewerkschaft der Polizeit hat einen gar lustigen Karikaturenkalender erstellen, drucken und an die Dienststellen verteilen lassen, der den Polizeialltag karikieren, den Polizei-Jargon treffen und witzig sein soll. Gegen Vorwürfe des Rassismus wehrt sich die Gewerkschaft natürlich entschieden, doch einige Polizeipräsidien haben dennoch einen “latenten” Rassismus in dem Kalender erkannt und dessen Anbringung in Dienststellen untersagt. Insofern latent vom lateinischen Wort für “verborgen” abstammt, ist diese Einschätzung falsch. Kaum sind offener rassistische Karikaturen denkbar. Tatsächlich erinnert einiges an der Machart der Karikaturen an eine andere aus Bayern stammende Publikation, die 1923 in Nürnberg gegründet wurde und nach 1945 nicht mehr erschien.

(c)dpa

Am häufigsten besprochen wurde dieses Bild. Währen der gemalte Witz noch relativ harmlos ist, kann man vor allem in der zeichnerischen Darstellung des Verhafteten kaum etwas Nicht-Rassistisches erkennen. Gut, er trägt kein Bananenröckchen, aber sonst ist hier wirklich alles Schlimme zusammen gekommen. Doch es geht… weiter lesen

01.02.2012 von Jakob Hein
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Nachrichten vom Niedergang der politischen Karikatur XXI

von Jakob Hein

Robert Lembke für Fortgeschrittene: Welches Schweinderl soll eigentlich was bedeuten?

Schon mehrfach mussten wir darauf hinweisen, dass die Krise des Euros auch eine Krise der Karikatur bedeutet. Aufgabe der Karikatur ist es ja witzig zu sein, Sachverhalte zuzuspitzen, interessante Parallelen aufzuzeigen, Missstände bloßzulegen.

Die heutige Karikatur in der Süddeutschen versteht es, wohl keine dieser Aufgaben zu erfüllen. Irgendwer schüttet aus einem Riesensack Euros in einen Schweinekoben voller – Witz lass nach! – Sparschweine. Die Szenerie wird beobachtet von den EU-Regierungschefs und Anzugträgern, die die Schilder “Ban”, “ken”, “Speku” und “lanten” bei sich führen.

Was soll das bedeuten? Die Bauern, die in Milliardenhöhe über Jahrzehnte EU-Subventionen bekommen haben, schütten diese nun als Investitionen in die Sparschweine? Wer sind die Sparschweine? Der nicht zustandegekommene griechische Sparkommissar oder wir alle? Wenn es aber wir sind, warum fressen wir dann die Investitionen, die doch aus uns herauskommen müssten, um den Sack zu… weiter lesen

06.12.2011 von Jakob Hein
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Nachrichten vom Niedergang der politischen Karikatur (XX)

von Jakob Hein

War erst eingereicht als "Heilige drei Könige", wurde so aber für lustiger befunden

Nichts, absolut gar nichts erwarten wir uns noch von der politischen Karikatur in Deutschland anno 2011 ff. Aber immer wieder erhoffen wir uns, dass die Untergrenze der Geschmacklosigkeit endlich erreicht worden ist, dass es nicht mehr abwärts gehen kann, dass irgendwelche Standards, irgendeine Art nachvollziehbarer redaktioneller Arbeit verrichtet wurde.

Nun ist “K-Frage” in hohem Maße eine “so genannte”, ein hausgemachter Eintopf aus der Suppenküche für arme Journalisten, der wirklich auch nur dort gegessen wird und keinen Eingang in das große Kochbuch der Alltagssprache gefunden hat. Der Begriff “K-Frage” ist bequem, wenn man nicht zwischen Kanzlerkandidatur, Beliebtheit, Wahlchancen und hierarchischer Stellung in einer Partei unterscheiden will. Er suggeriert, dass es sich hier um ein klar definiertes Phänomen handelt, obwohl es doch Schwafelei und Schaumschlägerei vom Feinsten ist. Es gibt das “F-Wort” und es gibt das “L-Wort”,… weiter lesen

21.11.2011 von Jakob Hein
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Nachrichten vom Niedergang der politischen Karikatur (XIX)

von Jakob Hein

Humor aus München: Uga-uga

Die mit schlechten Karikaturen nie geizende “Süddeutsche” hat am Wochenende wieder einen besonderen Coup gelandet, der uns beinahe verleitet hätte, diese Karikatur mit der Jubiläumsnummer XX zu ehren. Wir haben uns dann aber doch an die mathematische Reihenfolge gehalten.

Geschenkt, dass die Karikatur vom 19.11.11 nichts über das “Engagement” der USA im Pazifik sagt, dass es hier vor allem um die Konkurrenz zu China, um den Welthandel der kommenden Jahrzehnte um die Frage von “Weltmächten” geht. In dieser Hinsicht erwarten wir nichts mehr von Karikaturen. Diese Zeichnung schafft mehr Rätsel als sie gewitzte Antworten geben will, gewissermaßen zahllose Rätsel vs. Null gewitzte Antworten.

Aber dass in der Ausgabe einer Zeitung, in der auf Seite 1,3,4 ff. über den Neonazismus in Deutschland, über rechte Gefahren und die Notwendigkeit zivilgesellschaftlichen Aufbegehrens gegen diese Phänomene geschrieben wird, gleichzeitig eine so platt rassistische Karikatur erscheint, ist schon etwas… weiter lesen

20.11.2011 von Jakob Hein
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Nachrichten vom Niedergang der politischen Karikatur (XVIII)

von Jakob Hein
SZ 18.11.11

Ridin' high

Politische Karikaturisten leben in einer Art Märchenwald, der bevölkert ist von den verschiedensten Fabelwesen und Mython. Da gibt es Europa mit dem als Stier verkleideten Zeus, Uncle Sam, Jeanne d’Arc und sogar den deutschen Michel. Alle anderen Wesen aus Märchen und Sagen wie Rotkäppchen, Sterntaler und der Zauberlehrling sind auch sehr beliebt.

Das Ganze ist ebenso verständlich wie altbacken, wird doch so ein Symbol für die Gesamtheit (das Volk, die Nation) gefunden, die auf einen bestimmten Umstand reagiert. Lustiger ist es in der Regel, kleinere Details darzustellen, die pars pro toto Zusammenhänge verdeutlichen.

Aber wenn man darstellen will, dass Herr Monti nunmehr die Nachfolge von Herrn Berlusconi übernimmt, wie kommt man darauf, dass dies durch den Aufsprung auf eine wild bockende Wölfin dargestellt werden kann? Unzweifelhaft soll es Mamma Lupa sein, die Wölfin, die der Legende nach Romulus und Remus säugte, die sagenhaften Gründer… weiter lesen

05.11.2011 von Jakob Hein
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Nachrichten vom Niedergang der politischen Karikatur (XVII)

von Jakob Hein

"Helmut, es ist wohl Zeit, mit den Witzen über die 'Polnische Wirtschaft' aufzuhören."

In Deutschland gibt es nicht nur den gewöhnlichen Nationalismus (wir haben den lebenslangen Weltmeistertitel), sondern auch den pessimistischen Nationalismus. So glauben wir, dass nirgendwo sonst die Bürokratie so bürokratisch ist wie hier – bis wir überraschte Begegnungen mit der schwedischen oder französischen Bürokratie haben und dann sagen: “Das ist ja deutscher als in Deutschland!” Wir können uns auch nicht vorstellen, dass das Fernsehprogramm irgendwo noch schlimmer ist, bis wir in Italien, den USA, China oder Russland den Fernseher anschalten. Sofort erkennen wir die verbliebene Restqualität des deutschen Fernsehens.

So fürchtet der Kritiker auch schnell, dass es nirgends sonst so schlecht mit der politischen Karikatur wie in Deutschland stehen könne. Alberne Aufschriften, an der Wirklichkeit vorbei gehende Zeichnungen und vor allem ein unkritischer Konservatismus, der Vorurteile untermauert und niemandem weh tut, das Lachen über andere.

Insofern… weiter lesen

28.10.2011 von Jakob Hein
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Nachrichten vom Niedergang der politischen Karikatur (XVI)

von Jakob Hein

Neue Rätsel: Was ist nicht falsch in diesem Bild?

Die so genannte Eurokrise und die Krise der politischen Karikatur haben vieles gemeinsam. Böse Mächte ziehen seit langem finstere Fäden, skrupellose Hintermänner bringen ihre Schäfchen ins Trockene und es leidet die unschuldige Bevölkerung, die von allem viel zu spät erfährt, als es nicht mehr zu verbergen, alles längst zu spät ist.

Und so ist es wohl auch nicht so, dass die Kultur der Karikatur erst mit der Eurokrise gestorben ist. Nur in der einen Krise wird die andere Krise erschreckend deutlich. Aber während für den Euro die Botschafter nach Brüssel brausen, karren sie für die Karikaturen nicht einmal die Kulturminister nach Kotzen, obwohl das sehr notwendig wäre und vorsorglich von hier aus mal dringend gefordert wird.

Heute wieder ein besonders lauter Hilfeschrei der gequälten Karikatur. Gabor Benedek hat sich vorgenommen, mal was zur Eurorettung zu machen und ist dabei… weiter lesen