Posts Tagged ‘Schlechte Werbung’

08.03.2012 von Jakob Hein
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Auch die Abwesenheit von Frauenpower kann Männer sauer machen

von Jakob Hein

Mindestens kein Fortschritt für die Sache der Frauen

Zunächst soll hier allen Frauen zu ihrem internationalen Ehrentag gratuliert werden. Und sicher ist der wichtigste Grund für diesen Tag die leider immer noch bestehende deutliche Benachteiligung der Frauen gegenüber den Männern in Verbindung mit der stupenden Verblendetheit der letzteren für diesen Umstand und/oder seine Zusammenhänge. Insofern ist es schon klar, dass frau auch im kommenden Jahr immer mal etwas machen muss, das vielleicht nicht allen engagierten Frauen gefallen kann.

Aber: Wenn man sich schon für irgendein Werbefoto knipsen lässt, muss es dann ausgerechnet in so einer billig aussehenden abgeschnittenen Bluejeans sein? Muss man dazu auch noch einen billigen Pullover (grün mit grünem Reißverschluss) tragen, den man vor zwanzig Jahren bei cheap & awful geholt hat und der “immer noch gut ist”? Muss man dazu auch noch eine billige Spielzeugbrille kaufen, die so aussieht, als hätte man sie noch aus… weiter lesen

31.01.2012 von Jakob Hein
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Guten Appe-Beat!

von Jakob Hein

Die Genregrenzen lösen sich zunehmend auf, hätte man früher gesagt, als die Menschen noch etwas mit dem Begriff des Genres anfangen konnte. Heute, da kann man sich sofort Schauspieler nennen, wenn man nur ausreichend hysterisch ist, sofort Musiker, wenn man ein Instrument gerade halten kann, sofort Maler, wenn jemand Geld dafür bezahlt und sogar wenn man die Musik anderer Leute zu Gehör bringt, gilt man heute als Musikschaffender.

Klar, dass in so einer Welt auch Köche längst nicht mehr die Erfüllungsgehilfen irgendwelcher Traditionen sind, sondern kreative, wilde, freie Menschen, die aus dem, was der Planet so hergibt, Essen zaubern. Und wie schön ist es da, wenn DJ Cooker am Abend nicht die “Symphonie aus Sauerkraut” oder die “Arien über Apfelrotkohl” herunterleiert, sondern einfach mal ein paar frische “Hits mit Hack” auflegt. Wer freut sich nicht, wenn er ein paar “Asia Hack Muffins und mehr” appetitlich angerichtet auf seinem Tellerchen findet?… weiter lesen

13.01.2012 von Jakob Hein
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Österreich: so bleiben Besucher Fremde

von Jakob Hein

Zwei Frauen im Dirndl stehen auf einer Art Steg, der sich von den Stegen bei uns daheim darin unterscheidet, dass er nicht mit einem Ufer verbunden ist.

Die Frauen schauen sich in die Augen, entspannt schreiten sie geradeaus, der klaren Tiefe des Sees entgegen, den sicheren Tod vor sich, durch ihre traditionelle Kleidung ahnen wir, dass sie noch der Tradition folgen, dass die Madln nicht am Schwimmunterricht teilnehmen durften, es sei denn in besonderen Fällen, mit einer Sondererlaubnis vom Herrn Pfarrer.

Der Flözner-Ehi hat die Damen offensichtlich hierher gepaddelt, er muss ihnen nun beim Sterben zusehen und soll die ersoffenen Weibsbilder zum Schluss zurück zum Weiher bringen, wo ihre Körper verbrannt und ihre Herzen vom Dorf-Gspinschti im rohen Zustand verspeist werden, während die entmenschten Kinder um den Fuder springen, fröhlich “Satanas, Satanas” kreischend.

Nur mit den Kleidern soll der Ehi heuer guat aufpasche, denn die kann man allweil noch gut… weiter lesen

30.12.2011 von Jakob Hein
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Mitleid als Verkaufsargument

von Jakob Hein

Nein, ich sitze hier nur so und schaue aus dem Fenster.

Auf den ersten Blick sieht diese Ladendekoration eines Erfurter Edelgeschäftes eher etwas eigenartig aus: Statt die schicken bedruckten Kleider des Ladens zu tragen oder die edlen verzierten Gürtel, die filigran gestrickten Pullover oder die reizende Wäsche, trägt dieses Modell den grauen Schlafanzug. Dazu sitzt sie so da, das ihr Hinterteil nicht eben vorteilhaft aussieht, man kann sagen, fett sieht es aus, weil man keine Gefühle einer Person verletzt, weil es gar nicht so leicht ist, das bei einem in der Fabrik gefertigten Modell überhaupt hinzubekommen und es unmöglich ist, dass der Hintern im engeren Sinne fett ist, na gut, er besteht aus verarbeitetem Erdöl, aber das zählt nicht. Zwischen den schlampig verarbeiteten Baumwollfetzen schaut der ebenfalls aus Baumwoll gefertigte  lila Schlüpfer hervor, nicht keck oder kokett, sondern eher mit einem resignierten Seufzer.  Zwar ist der Kopf nicht… weiter lesen

01.12.2011 von Jakob Hein
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So geht es natürlich auch

von Jakob Hein

Unsterblich? - Wir haben die richtige Risikolebensversicherung für Sie

Es ist ein typisches Problem von geradezu philosophischer Tragweite. Die Menschen in den verschiedenen Berufen und Berufungen könnten ihre Arbeit in aller Ruhe und Großartigkeit machen, wenn es nur die nicht gäbe, an die ihr Beruf gerichtet ist. So klagen alle Gastronomen über ihre Gäste und könnten wunderbare Hotels und Restaurants ohne sie betreiben. Autoren klagen über ihre Leser, KfZ-Mechaniker über Autofahrer.

Und natürlich ist es auch für eine Krankenkasse immer wieder nervend, wenn ihre Mitglieder krank werden und zu Leistungsempfängern werden. Wie viel besser könnte doch die Kasse gefüllt sein, wenn die Menschen, zumindest aber die Mitglieder der Kasse gesund wären! Man könnte in aller Ruhe mal den notwendigen Schreibkram schaffen, man könnte neue Hochhäuser in den Innenstädten planen, man könnte ein neues Chipkartensystem ersinnen, auf dem man in Verbindung mit einem Kooperationspartner wie Fratzenbuch noch mehr Informationen… weiter lesen

08.11.2011 von Jakob Hein
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Lebensmittelrecht bitte etwas lockern

von Jakob Hein

Thüringen, Land ohne Prominenz

Klar, dass die Vorschriften streng sein sollen. Ein Getränk, das noch nicht einmal an einer Frucht vorbeigeführt wurde, sollte nicht “Saft” heißen dürfen und wenn etwas voll von E’s ist (E1234, E1285…), dann muss das auch deklariert werden. Und auch klar, dass Champagner nur aus der Champagne kommt. Und richtig: “Rauchen schadet Ihrer Gesundheit”.

Aber muss der Deklarationswahn so weit gehen und ist der Kloßgeschmack wirklich dermaßen normiert und patentiert, dass die armen Hersteller von Kloßersatzprodukten nun in großen Lettern darauf hinweisen müssen, dass sich beim Verzehr ihrer Tiefkühlprodukte nur ein “kloßartiger Genuss” einstellt? Das klingt doch widerlich! Oder handelt es sich um eine Gegendarstellung und die Hersteller haben in einer vorhergehenden Annonce frech behauptet, dass Zeugs würde echten Kloßgenuss hervorrufen und müssen nun widerrufen?

Nein? Das soll Werbung sein? Wofür? Für Kräuterlikör? Waas?  Für die gefrorenen Kartoffelabfälle? Selten so gelacht.

03.11.2011 von Jakob Hein
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No hell below us…

von Jakob Hein

Was ist passiert?

Der Himmel (dt.) ist selbstverständliches Ziel und verständliche Angst aller Flugreisenden. Während man dafür bezahlt hat, mit dem Gefährt in den sky (engl.) aufzusteigen, und auch generell später in den heaven kommen möchte, gibt es doch einige, die befürchten mit dem Ticket (engl.) für das eine die Fahrkarte in das andere erworben zu haben.

Für Fluggesellschaften ergibt sich natürlich die Schwierigkeit, wie sie mit dem Phänomen in ihrer Öffentlichkeitsarbeit umgehen. Gern würde man den Passagieren suggerieren, dass man sie in den Siebten Himmel zu transportieren wünsche, aber genau das ist es ja, warum einige aviophobe Menschen nicht zu Passagieren werden.

Sehr ungewöhnlich daher diese Air France-Werbung. Auf einer Wiese ist mit Blütenblättern der Umriss einer Maschine nachgebildet. Nun ist es so, dass diese Art von Umrissen dem Leser natürlich sehr vertraut sind, doch eher aus der Arbeit von Tatortermittlern im Fernsehen. Dazu liegt noch… weiter lesen

23.10.2011 von Jakob Hein
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Fotograf (gut) gesucht

von Jakob Hein

Also wenn er direkt vor mir stehen würde, hätte ich das Gefühl, ihm eine Versicherung abkaufen zu müssen.

Natürlich soll man nicht mit dem Flugzeug fliegen, wenn es sich vermeiden lässt, aber das war einer der wenigen Tage, an denen es sich nicht vermeiden ließ und ich konnte mich wieder nicht dagegen wehren, mir praktisch alle ausliegenden Zeitungen zu nehmen, durchzulesen und danach im Stadium printmedialer Totalverstrahlung sogar noch die Bordzeitung durchzulesen, weil wir immer noch nicht gelandet waren.

Es gibt diesen Groove, diese Art eine Zeitung zu lesen, die spezifisch ist. Zum Beispiel kann ich nicht die “Titanic” vor der Tagespresse lesen, weil ich danach alles für Satire halte und mich zunächst innerlich ohrfeigen oder mir mental kaltes Wasser über den Kopf gießen oder mein Ich zunächst im Stadtpark meiner Gedanken joggen gehen muss, bevor ich mich wieder einem neuen Presseerzeugnis zuwenden kann. So muss man die… weiter lesen

19.06.2011 von Jakob Hein
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Mal ganz ehrlich

von Jakob Hein

Diese neue Kampagne für den Bundesfreiwilligendienst, ist das nicht auch ein wenig chauvinistisches Nachtreten nach dem Kachelmann-Urteil? “Nichts erfüllt mehr als gebraucht zu werden”. Hier mal mein Lieblingsargument: Hallo? Ich meine ganz ehrlich: Hallo? “Gebraucht werden” ist ja nun wirklich nichts Schönes. Manche Menschen helfen vielleicht gern oder bringen sich mit ein oder wollen für andere da sein. Aber wer bitte möchte “gebraucht werden”? Ist das nicht eher etwas, das man auf dem Weg zur Emanzipation eines freien Menschen in Würde überwinden möchte? Wird nicht der Proletarier vom Kapitalisten gebraucht? Nicht das Zebra vom Löwen? Die Stridulation der Südlichen Hausgrille nicht vom europäischen Halbfinger?

Und dann das mit dem “Erfüllen”, also da möchten wir ja aus Pietätsgründen erst gar nicht darauf eingehen. Dazu ein Bild mit einer Frau voller Menschen. Abschlussargument: Hallo?

28.05.2011 von Jakob Hein
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Aus der Welt der Mode (IV)

von Jakob Hein

Die Schauspielerin Jeanette H. (42) und der Philosoph Schopenhauer (mit 72 verstorben)  hatten wenig gemeinsam. Während der eine eher so der Nachdenkliche war, ließ die andere lieber ihre “weitwilden” Gedanken irgendwie galoppieren. Aber beide hatten etwas zum Thema Stil zu sagen. Jeanette schlug zum Beispiel vor:  “Stil heisst, bei sich zu Hause zu sein”, wobei unklar blieb, ob sie dabei die Worte “Stil” und “privat” miteinander verwechselt haben mag. Denn bei sich zu Hause zu sein, heißt zum Beispiel, dass man ans Telefon gehen kann, wenn es klingelt (Festnetz). Oder dass man sich ein Ei braten kann. Aber doch nicht Stil. Gerade bei sich zu Hause können normale Menschen weniger Rücksicht auf Stil nehmen und fünfe gerade sein lassen.  Sich aber unter diesem Zitat auch noch abbilden zu lassen in einem Kleid, das unentschlossen zwischen Heidi und Monchichi changiert, das sieht vor der anthrazitgrauen Metallwand dann doch eher… weiter lesen