Posts Tagged ‘Sexismus’

23.02.2013 von Jakob Hein
blogavatar

Geheimnisse des gastronomischen Gewerbes

von Jakob Hein

Es sollte den Mitarbeitern des Familienhotels “Goldener Löwe” immer und ewiglich ein Rätsel bleiben, warum in ihrem Hotel für reisende Familien, ältere wandernde Ehepaare und Geschäftsreisende der Umsatz für den frisch gepressten Orangensaft nach Platzieren der neuen Werbeaufsteller auf jedem Frühstückstisch zurückging, hingegen die Nutzung des kostenpflichtigen Internets stieg.

09.02.2013 von Heiko Werning
blogavatar

Drei unterschiedliche Debatten, immer derselbe Harald Martenstein

von Heiko Werning

Das Jahr 2013 ist gerade mal einen Monat alt, da hat es schon drei große gesellschaftliche Debatten erlebt. Erst die Juden, dann die Neger, und jetzt auch noch die Weiber – jede noch so krude Minderheit schlägt hier inzwischen Krach, geht der Bevölkerungsmehrheit mit irgendwelchen Befindlichkeiten und Forderungen auf den Keks und sieht Probleme, wo es gar keine gibt. Wie jeder leicht erkennen kann, der noch alle Tassen beisammen hat. Also halt jeder weiße Mann, der nicht irgendwelchen exotischen Religionen anhängt.

So unterschiedlich diese Diskussionen im Detail auch sind, immer gleich sind die Reaktionen des prototypischen deutschen, weißen Mannes, den wir im Folgenden einfach Max Mustermann nennen wollen. Ach nein, das ist irgendwie zu abgegriffen, also: Nennen wir ihn doch einfach Harald Martenstein.

 

Phase 1: Worüber beschweren die sich bloß? Das ist doch alles gar kein Problem!

Was auch immer der gerade aktuelle Anlass der Debatte ist: Für die… weiter lesen

29.01.2013 von Jakob Hein
blogavatar

Absenderprobleme (II)

von Jakob Hein

Hier kann man einfach hinschauen

FDP-”Chef” Philipp Rösler stellt sich hinter Rainer Brüderle und er mahnt im Kölner Stadt-Anzeiger:

Gleichwohl sei eine gesellschaftliche Debatte über Sexismus notwendig – „denn es gibt offenbar ein breites Bedürfnis, darüber zu diskutieren, aber bitte auf der Sachebene und nicht mit aggressiver Polemik.“

Er macht auch gleich vor, wie das geht:

„Die Vorwürfe gegen ihn [Brüderle] sind durchsichtig und haltlos. Das ist eine Kampagne gegen die gesamte FDP.“

Bravo! Da ist doch mal die Sacheben präzise getroffen und jegliche Polemik außen vor gelassen.

Zweifellos gibt es Sexismus in Deutschland. Und mit hoher Wahrscheinlichkeit glaubt Rainer Brüderle an a.) grundlegende Unterschiede zwischen Männern und Frauen, aufgrund derer ihnen b.) unterschiedliche Rechte und Pflichten zukommen. Aber was Herr Brüderle laut Frau Himmelreichs Beschreibung an dieser Hotelbar gemacht hat, das war eine ekelhafte Anmache, kein Sexismus. Und wenn ihn Frau Himmelreich tatsächlich nachts an der… weiter lesen

13.12.2012 von Heiko Werning
blogavatar

Konstantin Sakkas, das Quotenmännlein von Cicero

von Heiko Werning

„Schluss mit dem Quotengejammere!“, fordert der Journalist Konstantin Sakkas ganz keck im Männermagazin „Cicero“ und findet dafür harte empirische Gründe: „Wenn ein junger Mann auf eine Party kommt, dann entweder, weil er explizit eingeladen ist, oder weil er sie selber ausrichtet. Wenn eine Frau auf eine Party kommt, dann, weil sie eine Frau ist“, führt er ein Beispiel dafür an, warum Frauen „die ersten drei Jahrzehnte ihres Lebens in einer bunten Seifenblase verleben, in der es keine Widerstände gibt, in der ihnen die Welt zu Füßen liegt und sie faktisch alles und jeden erreichen können, wenn sie nur halbwegs gut ausschauen“, und ist um weitere nicht verlegen: „Wenn ein Mann einen Job kriegt, dann, weil er erstens sehr qualifiziert ist und zweitens seine Qualifikation so geschickt zu verschleiern weiß, dass sie nicht zu sehr auffällt; wenn eine Frau einen Job kriegt, dann, weil sie eine Frau ist.“ Oder: „Wenn ein… weiter lesen

26.08.2012 von Jakob Hein
blogavatar

Übernimmt Gülcan dann später die “Emma”?

von Jakob Hein

Gestern abend im ZDF, noch zwanzig Zentimeter bis zu Alice Schwarzer (c) ZDF

Sehr geehrte Frau Schwarzer,

es ist ja nicht zu bestreiten, dass Sie vieles für dieses Land geleistet haben. Und auch wenn man es nicht begrüßen oder auch nur verstehen muss, warum Sie nun für eine der sexistischsten Zeitungen im Land schreiben, ist es doch letztendlich Ihre Privatsache, weil man das ja nicht lesen muss. Genauso muss man auch nicht verstehen, warum Sie es vorgezogen haben, Ihren Lebensabend nicht als Persönlichkeit sondern als Promi zu verbringen. Und auch das ist Ihre Privatsache, denn wer schaut denn schon das ZDF und überlebt die Sendungen, um davon erzählen zu können – es sind wenige. Aber als in der Sendung “Der Super-Champion” sich diese Drehscheibe mit den zwei Männern auf ihren Stuhl bewegte bis dieser sehr lange, leuchtende – sagen wir mal – Zeiger mit der eichelartigen Verdickung… weiter lesen

24.03.2012 von Jakob Hein
blogavatar

Schade, dass man im Fernsehen nicht demonstrieren kann

von Jakob Hein

So unterschiedlich kann man das sehen: Klosymbolik in Leipzig

Gestern war der “Equal Pay Day” so eine Art neuökonomischer Frauentag, irgendwo zwischen dem internationalen Frauentag und dem Muttertag angesiedelt. Der Equal Pay Day wird in Deutschland immer an dem Tag angesiedelt, bis zu dem Frauen theoretisch umsonst gearbeitet haben, wegen des 23% geringeren Einkommens also derzeit am 23. März. Sicher ist es zu kurz gedacht, dass die ungerechte Behandlung von Frauen beendet wäre, wenn Frauen für gleiche Arbeit gleich bezahlt werden würden. Andererseits ist es ein wichtiger Teilaspekt der Ungerechtigkeit und jedenfalls veränderungswürdig.

Einen ganz besonderen Beitrag zu diesem Tag lieferte gestern allerdings Sat 1, indem “Selbst ist die Braut” gezeigt wurde. Dies ist wirklich ein Machwerk von einem Sexismus, der in dieser Purheit schon pornoeske Qualitäten aufweist. Sandra Bullock spielt darin für 5 Minuten eine knallharte Cheflektorin. Es stellt sich heraus, dass sie Kanadierin ist und… weiter lesen

08.03.2012 von Jakob Hein
blogavatar

Auch die Abwesenheit von Frauenpower kann Männer sauer machen

von Jakob Hein

Mindestens kein Fortschritt für die Sache der Frauen

Zunächst soll hier allen Frauen zu ihrem internationalen Ehrentag gratuliert werden. Und sicher ist der wichtigste Grund für diesen Tag die leider immer noch bestehende deutliche Benachteiligung der Frauen gegenüber den Männern in Verbindung mit der stupenden Verblendetheit der letzteren für diesen Umstand und/oder seine Zusammenhänge. Insofern ist es schon klar, dass frau auch im kommenden Jahr immer mal etwas machen muss, das vielleicht nicht allen engagierten Frauen gefallen kann.

Aber: Wenn man sich schon für irgendein Werbefoto knipsen lässt, muss es dann ausgerechnet in so einer billig aussehenden abgeschnittenen Bluejeans sein? Muss man dazu auch noch einen billigen Pullover (grün mit grünem Reißverschluss) tragen, den man vor zwanzig Jahren bei cheap & awful geholt hat und der “immer noch gut ist”? Muss man dazu auch noch eine billige Spielzeugbrille kaufen, die so aussieht, als hätte man sie noch aus… weiter lesen

18.10.2011 von Jakob Hein
blogavatar

Alter vor Schönheit?

von Jakob Hein

In den letzten Wochen flatterte eine Affäre durch die bunten Spalten der deutschen Presselandschaft, die es schließlich bis zu “Menschen bei Maischberger” schaffte: Eine 40-jährige Handballtrainerin, die eine Beziehung zu einem 13-jährigen Spieler begonnen hatte und wegen sexueller Handlungen mit diesem Spieler verurteilt wurde.

Die beiden sind weiter zusammen und da sie in Österreich leben, ist der Sex zwischen ihnen seit dem 14. Lebensjahr des Knaben legal, er hat ihr auch einen Heiratsantrag gemacht und natürlich haben sie auch ein Buch veröffentlicht (hier aus Pietätsgründen nicht verlinkt). Oder wie es die “Welt” formuliert (die in dem Artikel unglücklicherweise ARD und ZDF verwechselt, aber es gibt ja so viele Sender): “Denn das junge Glück hatte nicht nur Händchen gehalten, sondern das sportliche Training vom Handballplatz auch ins Schlafzimmer verlegt. Und das vier Monate, bevor Ervin sein 14. Lebensjahr vollendete, das Alter, nach dem in Österreich Juras straffrei mit ihm… weiter lesen

15.04.2011 von Jakob Hein
blogavatar

Ausgrenzung?

von Jakob Hein

Die folgende Intervention im öffentlichen Raum ist mir nicht klar:

Warum sind die abgebildeten Frauen rechts “Sexistische Kackscheiße”, während die Blonde, die sich ja nun wirklich unappetitlich räkelt und ihr Becken paarungsbereit gen Bildrand hält, nicht das Prädikat bekommt? Sollte da nicht noch mal nachgeklebt werden, ich meine, das sehen ja auch Kinder.

29.03.2010 von Jakob Hein
blogavatar

“Welt” fragt: Ist Sex mit Kindern nicht einfach Zärtlichkeit?

von Jakob Hein

Tilmann Krause,

unter der Überschrift: „Missbrauch: der Topf kocht langsam über“ äußern Sie sich am Sonntag im Editorial der „Literarischen Welt“ vom 27. März 2010 zu der Missbrauchsdiskussion. Und Sie fragen: „Ist wahre Erziehung, echte menschliche Begegnung nicht immer Übergriff, Eingriff in die Bewusstseinsentwicklung, die junge Menschen über den Unterricht hinaus beschäftigen, bereichern? Wer das in seiner Schulzeit erlebt hat, wird dafür stets dankbar sein.“

Da setzt man erst etwas Strafbares mit etwas nicht Strafbarem gleich und fragt dann, ob denn jetzt schon das Nicht-Strafbare verboten sein soll. Das wäre so die Vergewaltigungs-Verteidigung Nummer eins. Und, Herr Krause, ist denn nicht ein kräftiger Händedruck auch nicht immer eine Gewaltausübung, die Verletzungsspuren hinterlassen kann? Soll denn da ein etwas kräftigerer Druck mit zwei Händen gegen den Hals gleich ein Verbrechen sein?

Aber das reicht Ihnen nicht, Krause. Sie haben schon einmal die Angel ins ganz trübe Wasser geworfen, jetzt wollen… weiter lesen