28.09.2012 von Jakob Hein

"SZ" v. 27.9.12
Anlässlich der heute erscheinenden “Titanic” mit dem vieldiskutierten Mohammed-Titel wird die gesamte Zeitschrift schon mal von Redakteur Klute in der “Süddeutschen Zeitung” verrissen:
“Es ist eine läppische Montage, unentschieden und hasenfüßig in der Haltung. [...] …und das ist auch das Problem der Titanic: Sie kaut ewig auf alten Kamellen rum. [...] Das Triste ist die gedankliche Schlichtheit all dieser Bildchen, Montagen und Witzchen, die ja nur aufs Sentiment zielen. Sensationell ist daran nur, dass sie in einem ganz neuen Erregungsfeld experimentieren, das deshalb so reizvoll ist, weil man nicht einschätzen kann, was passiert – nehmen die es hin oder zünden sie was an?”
Festzustellen ist, dass immerhin Satire auf der ersten Seite des Feuilletons besprochen wird, das ist uneingeschränkt gut zu heißen. Die Kritik indes geht am Ziel vorbei, schließlich kann Satire immer nur so subtil sein wie die Auseinandersetzungen, um die es geht. Trifft… weiter lesen
11.07.2012 von Jakob Hein

Keine Darstellung des Papstes
Wer berät eigentlich den Vatikan in medienrechtlichen Angelegenheiten? Irgendwelche verbohrten alten Männer ohne Humor? Angesichts der in Frage kommenden Kandidaten kann man es sich kaum anders vorstellen.
Jedenfalls ist die “Titanic” dem Papst nunmehr zu großem Dank verpflichtet. Dank der dämlichen Klage des Vatikans sollte es jetzt gelingen, die gesamte Auflage des Juli-Heftes zu verkaufen. Und das wegen einem nicht einmal besonders guten Titelbild. Die Presse stürzt sich natürlich im Sommerloch begierig auf dieses Thema und berichtet ausführlichst über das Titelbild, nebst einiger älterer Titelbilder, wenn sie nicht wie die “taz” einfach den Titel zeigen. So bekommt die “Titanic” eine Reichweite, die ohne diese Aktion nicht denkbar wäre. Lustig ist es, wenn Radio Vatikan “Die Stimme des Papstes und der Weltkirche” zum Titel erklärt: “…mit einem mittels Bildmanipulation eingefügten Urinfleck auf der Soutane”, während die “Titanic” doch sagt, es solle sich um Fanta… weiter lesen
09.02.2010 von Heiko Werning
In seinem intellektuellen Kreuzzug gegen die Islamkritikkritiker auf Perlentaucher und Welt online schrieb Thierry Chervel:
Henryk Broder ist ein Riese! Ganz allein ist er in der Mehrheit gegenüber all den kleinen Feuilletons. Die tapfere kleinere Minderheit aus Freitag, taz, Zeit, Süddeutsche, FAZ und FAS hat in den letzten Wochen ihren ganzen Mut zusammengenommen, um hinter dem anarchistischen Witz Broders den dunkel schimmernden “Fundamentalismus der Aufklärung” bloßzulegen. Broder, schriebThomas Assheuer in der Zeit, “gibt sich stets Mühe, lustig zu schreiben, aber er meint es bitterernst”. Das ist der Unterschied: Seine Gegner sind nicht mal lustig.
Kann man so sehen. Oder so sehen:
Die Titanic kommentiert Broders neustes Tätigkeitsfeld als Klimaskeptiker in der (überhaupt sehr schönen) aktuellen Februar-Ausgabe (und online hier) so:
Mensch, Henryk M. Broder,
da stellen Sie im Grunde nun schon die personifizierte Bestätigung für die Erderwärmungstheorie dar, bei all der heißen Luft, die Sie notorisch produzieren, aber es reicht
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11.11.2007 von Heiko Werning
Ich bin ja gar nicht der Einzige, der sich mit Kriech- und Krabbeltieren auch literarisch beschäftigt: Ein schönes Lurchie-Gedicht bei den Kollegen der Titanic (in der neuen, ohnehin sehr schönen Tiergedicht-Serie am Wochenende, lesen Sie dort bitte regelmäßig).
03.07.2006 von Heiko Werning
SPD-Medienpolitiker Jörg Tauss: «Karikaturisten müssen Freiräume haben und die sind auch durch die Meinungsfreiheit gedeckt.» Das sei «Teil unserer Kultur- und Werteordnung, in der Kirche, Staat und Medien getrennt» seien. «Die freie künstlerische Gestaltung von Karikaturen muss möglich sein.» «Im Zweifel bin ich aber für die Meinungs- und Informationsfreiheit.»
Aber da ging es ja auch nur um doofe Moslems.
Bei Bären ist man da in der SPD offenbar ganz anderer Meinung.

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