06.04.2010 von Elena Beis
Warum der emotionale Aufruhr nach dem Mord an den weißen Rechtsradikalen Terre’blanche eine Chance für Südafrika ist
Samstagnacht ist Eugène Terre’blanche, einer der wahrscheinlich hartnäckigsten, aggressivsten und bekanntesten weißen Rassisten Südafrikas, von zwei Angestellten ermordet worden. Die Presse lief heiß – hier in Südafrika, aber auch international. Bis auf die Riesenwut auf den rechtsextremistischen Kotzbrocken Julius Malema und den ANC, der dessen rassenhassschürenden Songs und Reden toleriert, sind hier allerdings keine „Rassenspannungen“ zwischen weiß und Schwarz zu spüren, wie berichtet wird. Nach der hauptsächlich medialen Aufregung der ersten zwei Tage, haben sich die Gemüter wiederweitestgehend beruhigt und man diskutiert in südafrikanischen Radio-, Fernsehsendungen und Newsportalen bereits, wie man die Nation besser vereinen könne.
Im Stadtalltag ist von dem Vorfall absolut nichts zu merken. Die einzigen Spannungen gibt es gerade in dem kleinen Ort Ventersdorp, wo Terre’blanche zuletzt gelebt hat, und wo gerade die zwei bekennenden jugendlichen Mörder dem Haftrichter vorgeführt… weiter lesen
30.03.2010 von Elena Beis
- und obendrein werden deutsche Busse bald mit auseinanderfallenden Minitaxis nach südafrikanischem Modell ersetzt.
Ein Südafrika-Aufenthalt ist sicherlich weit nicht so lebensbedrohlich, wie es in den Medien dargestellt wird, aber wer hätte DAS gedacht? Laut der heutigen Schlagzeilen rangiert Südafrika in Punkto Reisesicherheit über Thailand, Spanien und sogar(!): Deutschland. Ich hab es hier schwarz auf weiß vor mir stehen.
Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Brite ermordet wird, sei in Deutschland mehr als doppelt so hoch verglichen zu Südafrika, heißt es in dem Aufmacher-Artikel der „Cape Times“.

Diese doch recht optimistischen Statements werden mit den Zahlen einer neuen Studie des britischen Auslands- und Commonwealth-Amtes untermauert.
In der Studie wurde verglichen, wie oft Briten in den unterschiedlichen Urlaubsländern die Hilfe ihre Konsulate in Anspruch nahmen.
Von den 663 580 Briten, die sich zwischen April 2008 und März 2009 in Südafrika aufhielten, wurden laut des Reports nur 48 Tode gemeldet – die Mehrzahl… weiter lesen
24.03.2010 von Elena Beis
Wenn ich aus meinem Bürofenster auf die Long Street schaue, stechen mir deutsche Touristen, die gerade angekommen sind, sofort ins Auge. Sie wirken immer leicht verloren und schwer misstrauisch. Sie verstecken ihr am Bankomaten abgehobenes Geld ganz auffällig in unauffällige hautfarbene Bauchbeutel. Sie drehen sich oft nach hinten um. Sie fragen sehr viel – Ist es zu gefährlich hier zu parken? Kann man hier abheben? Darf man ins Taxi steigen? – und ihnen steht die Erleichterung ins Gesicht geschrieben, wenn sie ihr Hotel abends unbeschadet erreichen. Sobald man mit ihnen ins Gespräch kommt, erzählen sie mit einer Mischung aus Faszination, Abscheu, Angst und Unglauben die grausamsten Horroranekdoten aus Südafrika. Dabei handelt es sich oftmals um Geschichten, die hierzulande unbekannt sind – wie zum Beispiel die Geschichte von der Frau aus Durban, die bei Tageslicht mitten auf der Strandpromenade von Durban vergewaltigt wurde.
Deutsche Besucher machen sich zunächst einmal überdurchschnittlich große… weiter lesen