16.04.2010 von Elena Beis
- die Fotos vom Afrikaans-Kulturfest KKNK!
Letzte Woche fand in dem kleinen verschlafenen Ort Oudtshoorn das Klein Karoo Nasionale Kunstefees-Kulturfestival (KKNK) statt. Hier treffen sich einmal im Jahr Afrikaans-sprachige Südafrikaner, um ihre Musik, Sprache, Küche und Theaterstars zu feiern. Die offizielle Mission des Festivals ist es, Afrikaanse Kultur am Leben zu erhalten – die inoffizielle sich zehn Tage lang bei Volksmusik und Sonnenschein gemeinsam zu betrinken. Jedes Jahr finden auch andere Kunstfestivals in Südafrika statt, die den Schwerpunkt auf die anderen Kulturen des Landes legen.
Da sich das KKNK ausschliesslich auf Afrikaans Kultur konzentriert, haftet ihm der Ruf einer konservativen weiß-Bauern-Veranstaltung an. In Wirklichkeit hat sich aber das KKNK über die Jahre zum Multi-Kulti-Event gemausert. Sogar Chinesen und Nigerianer (plus Qualitätsverkaufswaren) sind mittlerweile mit von der Partie.
Während sich also vor zwei Wochen die Welt um die angespannten Rassenverhältnisse in Südafrika sorgte, feierten 50.000 Buren ganz entspannt mit… weiter lesen
14.04.2010 von Elena Beis
Vor ca. zehn Tagen wurde der weiße Rechtsextreme Eugene Terreblanche auf seiner Farm von zwei schwarzen Arbeitern ermordet. Zunächst gaben die beiden jugendlichen Mörder als Tatmotiv an, Terreblanche hätte sich geweigert, ihre Löhne auszuzahlen, änderten aber ihre Geschichte, und behaupten mittlerweile, Terreblanche habe sie sexuell belästigt. Die Fakten sind noch unklar. Das Einzige, was einigermaßen sicher scheint, ist, dass hinter der Tat kein politisches Motiv steckte.
Die Medien stürzten sich auf die Geschichte – und die Berichte klangen, als ob die Rassen hier bald Amoklaufen und sich gegenseitig abschlachten. In Wirklichkeit lief aber nur die Presse ein bisschen Amok.
Allen voran die britische Klatschpresse. Im “Daily Star” wurden Engländer davor gewarnt nach Südafrika zu reisen, weil auf den Straßen bereits ein “Machete-Rassen-Krieg ” tobe. Englische Fußballfans seien selbstverständlich (und logischerweise) Zielscheibe Nummer eins. Die WM müsse wegen dem brutalen Bürgerkrieg auf das nächste Jahr verschoben werden – usw.

Die… weiter lesen
06.04.2010 von Elena Beis
Warum der emotionale Aufruhr nach dem Mord an den weißen Rechtsradikalen Terre’blanche eine Chance für Südafrika ist
Samstagnacht ist Eugène Terre’blanche, einer der wahrscheinlich hartnäckigsten, aggressivsten und bekanntesten weißen Rassisten Südafrikas, von zwei Angestellten ermordet worden. Die Presse lief heiß – hier in Südafrika, aber auch international. Bis auf die Riesenwut auf den rechtsextremistischen Kotzbrocken Julius Malema und den ANC, der dessen rassenhassschürenden Songs und Reden toleriert, sind hier allerdings keine „Rassenspannungen“ zwischen weiß und Schwarz zu spüren, wie berichtet wird. Nach der hauptsächlich medialen Aufregung der ersten zwei Tage, haben sich die Gemüter wiederweitestgehend beruhigt und man diskutiert in südafrikanischen Radio-, Fernsehsendungen und Newsportalen bereits, wie man die Nation besser vereinen könne.
Im Stadtalltag ist von dem Vorfall absolut nichts zu merken. Die einzigen Spannungen gibt es gerade in dem kleinen Ort Ventersdorp, wo Terre’blanche zuletzt gelebt hat, und wo gerade die zwei bekennenden jugendlichen Mörder dem Haftrichter vorgeführt… weiter lesen