30.11.2006 von saveourseeds
Ein noch geheimes “Eckpunktepapier” aus dem Hause Seehofer zur Novelle des Gentechnikgesetzes will die Gentechnik auf dem Acker fördern und zugleich die gentechnikfreie Landwirtschaft erhalten, die Wahlfreiheit der Verbraucherinnen aber auch der Bauern schützen und zugleich den Gentechnikanbau erleichtern, die Kleinbauern nicht ans Messer liefern und zugleich der Agrarchemie zu Willen sein. Das will auch dem routiniertesten Trockenpelzwäscher nicht so recht gelingen. Was jetzt kursiert und demnächst auf dem Kabinetts-Tisch liegen soll, belegt: das Runde muß kleiner sein als das Eckige, damit es hineinpaßt – widrigenfalls handelt es um die Quadratur des Kreises.
Drei wesentliche Änderungen am bisherigen Gesetz werden vorgeschlagen:
1) Forscher sollen für die Folgen experimenteller Freisetzungen von Gentechnik-Pflanzen praktisch nicht mehr haften. Nur für Schäden bei den unmittelbaren Nachbarn müssten sie künftig ihre Portokasse bemühen. Was das bedeuten kann, zeigt der Fall des illegalen Gentechnik-Reis der Firma Bayer, der bei einem Freisetzungsexperiment versehentlich in normales Saatgut geriet.… weiter lesen
30.11.2006 von saveourseeds
Dolly ist tot, eine Katzenklon-Firma in Kalifornien hat unlängst dicht gemacht, weil ihr Service auch im Sonderangebot (30.000 $) nicht recht lief. But the show must go on – Die Europäische Kommission hat ein eher zweifelhaftes Ethik-Institut in Dänemark damit beauftragt, schon mal über den nötigen “Dialog mit der Öffentlichkeit” und mögliche Gesetze und Durchführungsbestimmungen für die Klonierung von Tieren nachzudenken.
In workshops und öffentlichen Veranstaltungen wird seither darüber räsoniert, wie auch an diesem Ende des wissenschaftlichen Fortschritts Europa mit der Welt Schritt halten kann, welche Bedenken wissenschaftlicher Natur sind und welche getrost als “ethisch” abzutun sind.
Was man nicht unbedingt im Haus haben will, könnte man dennoch bald auf dem Teller haben. Wenn es nach der Firma Cyagra geht, deren “first all american clone” namens Liz 2 in den USA bereits

Preise abräumt, könnten Klon-Kühe bald unseren latte macchiato liefern oder auch ein saftiges Steak aus Texas.

29.11.2006 von saveourseeds
Derzeit tagt inm Makuhari, in der japanischen Provinz Chiba der Biotechnologie-Ausschuss eines Vereins namens Codex Alimentarius, in dem die Lebensmittel-Experten fast aller Staaten dieser Welt gemeinsame Standards für Sicherheit und Kennzeichnung festlegen. Diesmal auf der Tagesordnung: Wie sicher sind gentechnisch manipulierte Tiere?
Da die USA und die Europäische Union sich dort nicht wirklich einig sind, ist mit konkreten Ergebnissen nicht zu rechnen. Allerdings versuchen die Amerikaner diesmal aus aktuellem Anlass (Gentechnik-Reis von Bayer, den sie aus Versehen in alle Welt exportiert haben) ein Papier einzubringen, in dem die “minimale Anwesenheit ” von nicht genehmigten Gentechnik-Produkten in Lebensmitteln für unschädlich erklärt werden soll. Dass sie damit durchkommen werden, gilt als unwahrscheinlich.
Die Japaner sind keine Freunde der Gentechnik im Essen und in dieser Hinsicht mindestens so verstockt wie die Europäer. Es gibt eine traditionsreiche Bewegung gegen Gen-Food und eine Reihe gentechnikfreier Regionen. Hokkaido etwa, das größte landwirtschaftliche Anbaugebiet… weiter lesen
28.11.2006 von saveourseeds
Zur Not darf’s aber auch ein Mann sein. Hauptsache die Qualitäten und Qualifikationen stimmen. Hier finden sie die Stellenbeschreibung
28.11.2006 von saveourseeds
Vietnam und Thailand sind die beiden größten Reisexportländer der Welt. Mehr als die Hälfte der 30 Millionen Tonnen Reis, die jährlich exportiert werden, stammen aus diesen beiden Ländern. Jetzt haben sie eine Kooperation vereinbart, die verhindern soll, daß die Reispreise an den Weltbörsen unversehens fallen.
Um nicht in die selben Schwierigkeiten zu kommen, die eine illegale Reissorte der Firma Bayer den USA und die eine hausgemachte Gentechniksorte in China den Exporten dieser beider Ländern bereitet, haben die beiden Länder vereinbart, keine Gentechnik-Reissorten einzuführen.
Auch Indien, mittlerweile der drittgrößte Reis-Exporteur der Welt, hat sich mittlerweile dieser Position angeschlossen und dabei auch experimentelle Reis-Anpflanzungen ins Auge gefaßt, meldet Greenpeace und weist darauf hin, daß das spanische Unternehmen Ebro Puleva, das 30 Prozent des europäischen Reisimports kontrolliert, Importe aus den USA gestoppt hat und die Bayer AG auf Schadensersatz wegen gentechnischer Verunreinigung ihrer Reis-Bestände verklagen wird.
25.11.2006 von saveourseeds
Müssen gentechnische Versuche ausgerechnet da durchgeführt werden, wo gleichzeitig der größte Bestand wertvoller alter Sorten in Deutschland erhalten und vermehrt wird? Das Institut für Pflanzengenetik in Gatersleben (IPK) scheint dieser Ansicht zu sein. Obwohl 30.000 Beschwerden gegen einen geplanten Freisetzungsversuch des IPK mit gentechnisch verändertem Weizen beim Bundesamt für Lebensmittel und Verbraucherschutz eingegangen waren, wurde er heute genehmigt.
Das Umweltinstitut München schreibt: Der Freisetzungsstandort Gatersleben beherbergt eine der umfangreichsten Genbanken für Kulturpflanzen. Sie ist mit ca. 147.544 Mustern von verschiedenen Saatgut-Herkünften aus 2.500 Arten (davon 64.104 Muster von Getreide und Gräsern) die komplexeste Genbank weltweit. Von diesen Mustern befinden sich jedes Jahr rund 1/10 im Vermehrungsanbau im Freiland oder einem Vermehrungs-Gewächshaus der Genbank (2006: 13.557 Muster).
In seiner Pressemitteilung betont das Bundesamt, dass Entfernungsauflagen von 120 Metern zum nächsten Weizenfeld und 500 Meter zur Vermehrung der Erhaltungssorten aureichten. Warum man es unbedingt praktisch drauf ankommen lassen will, bleibt… weiter lesen
24.11.2006 von saveourseeds
Roberto Requiao, der konservative Governeur des südlichen brasilianischen Bundesstaates Parana hat “im Interesse der Öffentlichkeit” ein 120 ha großes Grundstück in Santa Tereza do Oeste, auf dem der Agrarmulti Syngenta gentechnische Experimente durchgeführt hatte, enteignet. Er will das Gelände jetzt in ein agro-ökologisches Ausbildungsbildungszentrum für Kleinbauern umwandeln.
Im März diesen Jahres, während der Internationalen Biodiversitäts-Konvention, in Paranás berühmter Hautpstadt Curitiba, hatten Mitglieder der Landlosen-Bewegeung MST das Testgelände besetzt und verlangt, daß die Gentechniksoja, die Syngenta dort testete vernichtet wird. Mit Erfolg. Wahlkampfgerecht solidarisierten sich Requiao und die Umweltministerin Marina Silva mit den Landlosen. Die Umweltbehörde IBAMA brummte Syngenta eine Strafe von 1 Millionen Real (360.000 €) auf, weil der Test zu nah am Iguacu Nationalpark gelegen war und ordnete die Vernichtung der Gentech-Kulturen an.Die Landlosen aber blieben mit ihren Familien auf dem Gelände und richteten sich dort bäuerlich ein. Anfang diesen Monats endlich… weiter lesen
22.11.2006 von saveourseeds
Die Firma Bayer Crop Science hat in einer Verteidigungsschrift gegen die Klage amerikanischer Reis-Bauern einen neuen Schuldigen für die Verunreinigung von Saatgut mit illegalen Gentechnik-Sorten aus ihrem Hause gefunden: Gott.
Bayer jedenfalls war es nicht. Die Vermischung von gentechnisch verändertem Reis mit Saatgut der Sorte “Cherniere”, die Jahre lang unentdeckt blieb und jetzt zu einer der größten Rückrufaktionen in der Geschichte der Gentechnik geführt hat, sei auf einen “act of god” zurückzuführen argumentiert die Firma. Schuld sei ausserdem die Fahrlässigkeit der Bauern, die den Reis angebaut haben. Das Ganze gehe auf “unvermeidbare Umstände zurück, die von niemandem hätten verhindert werden können,” schreibt die Firma in einer Verteidigungsschrift zum ersten von insgesamt 15 “class action” Verfahren, die von Reisbauern in den USA gegen sie angestrengt worden sind. Dies berichtet die Washington Post in ihrer heutigen Ausgabe.
Es geht um viele Millionen Dollar Schadensersatz. Die Schäden der Reis-Farmer in den USA könnten… weiter lesen
17.11.2006 von saveourseeds
Eine kleine Technologiefirma in San Diego, Kalifornien, namens Cibus könnte das bisher festgefügte Bild der Gentechnik an Pflanzen gewaltig durcheinanderschütteln. Sie präsentierte gemeinsam mit der Vereinigung von Sorghum-Anbauern in den USA, mit der sie ihre ersten Produkte auf den Markt bringen will, eine technisch revolutionäre Methode, Pflanzengene zu verändern. Sie sei schneller, besser und zulassungsfrei, weil so gut wie natürlich. … weiter lesen
15.11.2006 von saveourseeds
Die Zukunftsstiftung Landwirtschaft fördert die Entwicklung von biologischem Saatgut und zukunftsweisenden Projekten auf dem Lande. In Berlin betreibt sie ein Büro, das durch die Kampagne “Save our Seeds“, “Bantam Mais” und sonstige Informations- und Lobbyarbeit in Deutschland und Europa versucht, normales Saatgut frei von gentechnisch veränderten Organismen zu halten. Daran arbeiten wir im Verbund mit Bio- und Umweltorganisationen in einem Mikro-Team von 3 Personen.
Ab 1. Januar 2007 suchen wir jemanden, der oder die mit uns den Laden am laufen hält.
Aufgaben:
· Allgemeine Sekretariatsaufgaben
· Kommunikation mit unseren Partnern und Unterstützern
· Betreuung unseres Internet-Auftritts und unserer Datenbanken
· Mitarbeit an der Kampagnenentwicklung
· Fundraising
Erforderliche Qualifikationen:
· Verständnis für das organisatorisch Erforderliche und Wille zur schnellen, selbständigen Erledigung
· Verständnis von nachhaltiger Landwirtschaft und Gentechnik
· Erfahrung mit web-Seiten und Datenbanken
· Gute Englisch-Kenntnisse
· Kommunikationsfreude und Formulierungsfähigkeit
Bezahlung:
1300 bis 1500 € netto für 30… weiter lesen