Die Chemische Industrie startet eine neue Werbe-Kampagne für Gentechnik, deren Anzeigen sie leider der taz-Leserschaft vorenthält. Tenor: “Mit Gentechnik unabhängiger von Öl und Gas. Pflanzen können bereits heute als Energie- und Rohstoffquelle genutzt werden. Doch erst mit Gentechnik lassen sich diese nachwachsenden Rohstoffe wirklich effizient, wirkungsvoll und in ausreichender Menge herstellen.” Zwar gibt es bisher solche Gentech-Pflanzen noch nicht; aber die Wirklichkeit war ja noch nie der Maßstab der Dinge bei der Propaganda für Gentechnikprodukte. Mindestens ebenso bedenkenswert: Von der Fläche, die für einmal Volltanken eines Vierrad-Monsters benötigt wird, kann ein Mensch ein Jahr
lang ernährt werden. Derzeit hungern weltweit 823 Millionen Menschen. Die “Bio”-Sprit Fraktion arbeitet, global gesehen, zielstrebig daran, dass das diese Menschen künftig einen neuen Nahrungs-Konkurrenten bekommen: Ihr Auto.
Archive for November, 2006
Sie, kennan Sie fei den Herrn Winnacker? Ja, den kennan Sie nicht? Aber freilich, den müssen’s doch kennan, so a Kleiner, ziemlich Großer, Kompakter, wissen’s aus München, ja, ein ganz ein feiner Herr ist das. Freilich kennt der Sie nicht, aber Sie sollten ihn schon kennan, weil er nämlich ein ganz ein Schlauer und Wichtiger ist.
Also der Herr Winnacker ist ein Professor an der Ludwigs-Maximilian-Universität in München. Nein, einen Nobelpreis hat er nicht. Aber er hat viele Bücher geschrieben, weil er nämlich ein Biochemiker und Gentechniker ist, damit wir das begreifen mit dem Achten Tag der Schöpfung. Sie wissen ja, der Herrgott hat sieben Tage gebraucht um die Welt zu erschaffen. Das glauben in Amerika fei viele bis heute wörtlich. “Smart design” nennans des und glauben, der Herrgott hat das nicht einfach der Evolution überlassen mit dem Leben, sondern richtig sauber geplant und umgsetzt. Aber der Herr Professor,… weiter lesen
Der Computer führt zum papierlosen Büro – erinnern Sie sich? In Wahrheit jagt er mehr Wälder durch den Drucker als es die gute alte Schreibmaschiene das je konnte. Gentechnik hilft Tierversuche vermeiden – theoretisch wäre auch dies denkbar. Praktisch passiert das Gegenteil. Der Bundesverband Menschen für Tierrechte hat errechnet, dass 2005 etwa 2,4 Millionen Affen, Hunde, Katzen, Ratten, Mäuse, Fische und andere Tiere in deutschen Versuchslabors getötet wurden., mehr als je zuvor. Treibende Kraft: Die Gentechnik, Tendenz: Steigend.
ngo-online – Anstieg im Bereich Gentechnik Versuchstierzahlen 2005 offenbar höher als je zuvor
Nelken sind big business und die Weltfirma Florigene ist in dieser Branche führend. Für ihre “Moon Series” hat sie deshalb weder Kosten noch Mühen gescheut und mit einer aufwändigen Kaskade von gentechnischen Tricks “vollkommen neue Farben” in die Welt der Nelken eingeführt. Für ihre neueste Kreation “Moonaqua”™ hat sie soeben die Zulassung in Europa beantragt. Und weil es da neuerdings schön partizipatorisch zugehen soll, können Sie bis zum 23. November der EU Zulassungsbehörde Ihren Kommentar zukommen lassen. Dass er bei der streng wissenschaftlichen Bewertung der Nelke Berücksichtigung findet ist freilich nicht garantiert. Sage da noch einer, die Gentechnik rette uns nicht vor dem Hunger auf der Welt!
Placing on the market of GMOs – C/NL/06/01