31.12.2006 von saveourseeds
Roboter werden in wenigen Jahren unsere Maisfelder durchstreifen auf der Suche nach Unkraut und anderem vernichtenswerten Leben, wenn die Vision des Osnabrücker Professors Arno Ruckelshausen, Gewinner der diesjährien Feldroboter-Weltmeisterschaften, Wirklichkeit wird. Nomen ist bisher noch omen was opto-maizers Fähigkeiten im Felde betrifft. Aber auch die ersten Autos waren schließlich lächerliche Konstruktionen und der Mut zur Peinlichkeit ist, wie wir alle wissen, der Schlüssel zum Erfolg. In der nächsten Generation soll der Robo-Knecht jedenfalls tatsächlich Unkraut jäten können und mit der Querhacke Quecken zu Leibe rücken.
Die dumm-dreiste Grundprogrammierung, mal wieder alles kurz und klein zu hacken was da nicht hinzugehören scheint, haben opto-Maizer und sein großer Bruder “Weedy” noch von den Menschen. Doch an diesem Punkt muß die Entwicklung nicht stillstehen. Die nächsten Informationen und Programme könnten wirklich schlaue Computer statt von notorisch kriegerischen Menschen von den Pflanzen selbst beziehen. Einem neuen Zeitalter der Pflanzen-Maschienen-Symbiose stünde dann nichts mehr im… weiter lesen
21.12.2006 von saveourseeds
Es ist wohl doch noch nicht alles Müller oder was in Deutschland. Greenpeace darf die Milch des Branchen-Führers nach einem Urteil des Oberlandesgerichts Köln auch weiterhin als “Gen-Milch” bezeichnen, weil sie von mit Gentechnik gefütterten Kühen stammt. Müller hatte dagegen mit der nicht weniger bezeichnenden Auffassung, es sei eine «gesicherte, durch mehrere Bundesforschungsanstalten bestätigte Tatsache, dass die Art des Tierfutters (…) für die Milch und ihre Qualität vollkommen irrelevant ist».
Das Gericht hält die Äußerungen von Greenpeace für einen legitimen «Beitrag zum Meinungskampf in einer die Öffentlichkeit wesentlich berührenden Frage». Nicht entscheidend war für das Gericht die Frage, ob sich ein Übertrag
gentechnisch veränderten Materials aus dem Futter in die Milch belegen lasse. Die Geschichte der Wissenschaft wie etwa das Beispiel Galileis zeige, dass sich mit der Zeit neue Erkenntnismöglichkeiten mit neuen Ergebnissen einstellen könnten.
Dagegen will Müller jetzt vor den Bundesgerichtshof ziehen. Greenpeace freut sich… weiter lesen
18.12.2006 von saveourseeds
Alle Mitgliedsstaaten der EU bis auf Schweden, Großbritannien, Tschechien und Holland haben sich soeben hinter das österreichische Verbot von Monsanto’s Gentechnikmais Mon810 sowie ein anderes (auf dem Markt gar nicht verfügbares) Gentechnikkonstrukt namens T25 von Bayer gestellt. Damit hat eine sogenannte qualifizierte (2/3) Mehrheit der Mitgliedsländer die EU-Kommission zum zweiten Mal in dieser Frage vor die Wand laufen lassen. Auch Deutschland, das letzte Woche noch als Wackelkandidat galt, stimmte gegen die Zwangsbeglückung Österreichs.
Der erneute Sieg des Wiener David gegen den Brüsseler Goliat in dem seit Jahren schwelenden Streit, bei dem es nicht nur um Monsanto’s ungeliebte Pflanzen, sondern um Grundsätzliches geht, ist ein wichtiger Durchbruch der Gentechnik-Gegner. “Damit können wir in die Zukunft segeln,” freute sich Österreichs Umwelt- und Landwirtschaftsminister Josef Pröll.
Der Fall ist nicht ohne internationale Brisanz. Denn das jetzt von den Ministern bestätigte nationale Verbot eines EU weit zugelassenen Gentechnik-Konstruktes wurde unlängst… weiter lesen
15.12.2006 von saveourseeds
“Wie ein Löwe” will der österreichische Landwirtschafts- und Umweltminister am Montag in Brüssel dafür kämpfen, daß sein Land das Verbot von Monsanto’s Gentechnikmais Mon810 aufrecht erhalten darf. Der Wiener Standard berichtet, dass die Chancen auf die dafür erforderliche Zweidrittelmehrheit der EU Mitgliedsstaaten allerdings schlecht stehen. Es sei denn Deutschland stellt sich doch noch an die Seite seiner Nachbarn. Nur Tschechien, Grossbritannien, Holland und Schweden wollen gegen Österreich stimmen, Finnland sich enthalten. Gemeinsam bringen diese Gentechnik-Freunde bisher nur 71 von 321 Stimmen auf die Abstimmungs-Waage. Stimmt Deutschland dagegen mit seinen 29 Stimmen auch noch gegen Österreich oder enthält sich, würden die 100 Stimmen dieser 6 von 25 Staaten ausreichen, um der Kommission zum Erfolg zu verhelfen. Diese braucht nach den Regeln der europäischen “Komitologie” für die Durchsetzung ihres Vorschlages nämlich keine Mehrheit, wie demokratisch geschulte Menschen annehmen mögen, sondern muß nur verhindern, 232 der 321 Stimmen gegen sich zu haben.
Wer… weiter lesen
15.12.2006 von saveourseeds
Daß Mars-Männchen grün sind, war bis heute ein wissenschaftlich nicht belegtes, freilich weit verbreitetes Vorurteil. Seit Matthias Berninger seinen Wechsel zum Schokoriegel- und “Katzen würden Whiskas kaufen”-Giganten Mars ankündigte, wissen wir es genau – und begrüßen dies auf das Schärfste.
Berninger, der als Staatssekretär im Verbraucherministerium wesentlich zu dem nun auch von Horst Seehofer mehr und mehr akzeptierten deutschen Gentechnikgesetz mit allen seinen Vorzügen und auch Mängeln beigetragen hatte, sah man an der Nasenspitze an: Der Mann weiss nicht wie das wirkliche Leben geht. Eine Kreatur der Politik. Mit 23 in den Bundestag gewählt, schlau wie Meyer, schlagfertig wie Harry – aber eben ohne Lebenserfahrung jenseits von Parteitagen, Plenarsitzungen und großen und kleinen Kungelrunden. Derartige Karrieren machen Politik, selbst bei bestem Willen, heute oft so unerträglich. In allen Parteien streben lebenserfahrungsfreie Gestalten mit penetranter Zielstrebigkeit, aber letztlich ohne Mission und Bodenhaftung, nach oben.
Berninger hat den Absprung jetzt geschafft… weiter lesen
13.12.2006 von saveourseeds
Wir hatten bereits darüber berichtet: Am Abstimmungsverhalten der Deutschen wird es am kommenden Montag im EU-Umweltministerrat hängen, ob Österreich Monsanto’s Gentechnikmais per Ukas aus Brüssel aufgezwungen wird oder nicht. Dabei scheint es so als wolle Angela Merkel persönlich zum Auftakt ihrer EU Ratspräsidentschaft den rot-schwarzen Kollegen aus Österreich den ungeliebten Mais förmlich reinwürgen. Wie sagte die Kanzlerin am Montag bei Beckmann? “Ich habe den Eindruck, daß es für das Muster was ist eine Machtgeste einer Frau noch viel weniger Erfahrungswerte gibt.”
Die Kommission will Österreich das Gentechnikverbieten verbieten. Im Juni 2005 lief sie mit diesem Ansinnen bei den Ministern vor die Wand: Mit mehr als zwei Dritteln der Stimmen (die sind dazu erforderlich) lehnte der Rat den Vorschlag der Kommission ab. Zur Zwangsbeglückung mit dem in der EU zugelassenen, in Österreich aber verbotenen Gentechmais wollte damals ausser England, Schweden und Finnland keiner greifen. Seither hat in Deutschland die… weiter lesen
12.12.2006 von saveourseeds
Alles was man zur künstlichen Herstellung eines tödlichen Virus heute braucht ist Zugang zum internet, ein hinlänglich ausgerüstetes Labor und etwas Knowhow. Mit “Synthetic Genomics”, synthetischer Biologie lassen sich DNA Basenpaare auf chemischem Weg aneinanderreihen, und dann in Bakterien zur Expression bringen. Bald sollen ganze Lebewesen folgen – vom Bildschirm über den DNA-Syntheziser direkt ins Leben. Wegen der enormen Sicherheitsrisiken ist es den Betreibern dieser Technik mittlerweile selbst unwohl geworden. Anfang Dezember trafen sich die Größen der synthetischen Biologie, allen voran der Mann, der als erster mit einer privaten Screening-Firma das menschliche Genom (sein eigenes in diesem Falle) sequenzierte, Craig Venter . Heute leitet er u.a. die Firma Synthetic Genomics. Das Thema der illustren Runde: Wie läßt sich verhindern, daß Terroristen diese Technologie zur Herstellung tödlicher Viren und anderer gefährlicher Biowaffen mißbrauchen?
Die ersten, nur wenige Nukleotide langen synthetischen Viren und Gene aus der Retorte wurden bereits… weiter lesen
11.12.2006 von saveourseeds
Im Mutterland der Agro-Gentechnik steht die Nation keineswegs wie ein Mann und schon gar nicht wie eine Frau hinter den gentechnisch manipulierten Segnungen ihrer Landwirtschaft. Die Mehrheit hat von Gentechnik im Essen noch gar nichts gehört, ist gegen ihren Einsatz und würde auch nix Gentechnisches essen, wenn sie wüßte wo es drin ist. Das zeigt eine Umfrage, die dieses Jahr zum 5. Mal im Auftrag der PEW-Initiative in den USA durchgeführt wurde.
Der kleine, aber feine Unterschied zwischen Europa und den USA liegt weniger in der Wahrnehmung und den Einstellungen der Bürgerinnen und Bürger als vielmehr in der Tatsache, daß in den USA gentechnisch veränderte Lebensmittel nicht gekennzeichnet werden müssen. Weil die Verbraucher nicht erfahren wo GVOs drin sind, machen sich Händler und Supermärkte auch nicht die Mühe, ihnen eine Wahl anzubieten.


Quelle: PEW Initiative – Public Sentiments About Genetically Modified Foods in the USA (2006 Update)
11.12.2006 von saveourseeds
“Wir müssen vom Anbau gentechnisch veränderten Saatguts abraten. Und genau das wollte die Bundesregierung. Ich kann doch Landwirten nicht etwas empfehlen, was unabsehbare Risiken birgt. Zudem wollen die Verbraucher die Produkte auch nicht. Warum sollen wir etwas produzieren, was niemand will?”
Gert Sonnleitner, Präsident des Deutschen Bauernverbandes in bbv-net
08.12.2006 von saveourseeds
Am 18. Dezember werden die Umweltminister der Europäischen Union zum zweiten Mal zu einer Abstimmung darüber gebeten, ob die Republik Österreich das Recht hat, Monsanto’s Gentechnikmais “Mon 810″ in ihrem Lande zu verbieten oder nicht. Ein erster Anlauf der EU-Kommission, der Alpenrepublik, in der von rechts bis links keiner die Gentechnik nicht will, den Monsanto-Mais aufzuzwingen war im Juni vergangenen Jahres kläglich gescheitert. Mit einer selten zustande kommenden Zweidrittelmehrheit hatte der Ministerrat das Ansinnen abgelehnt.
Seither ist der Mais zwar weder sicherer noch beliebter geworden. Doch die Welthandelsorganisation WTO hat auf Klage der USA und anderer ein Urteil erlassen, demzufolge die nationalen Verbote von Gentechnik-Produkten, die von der Europäischen Gemeinschaft für sicher befunden und zugelassen wurden, gegen die Prinzipien des Freien Welthandels verstossen. Am 21. November hat die EU-Kommission die Frist zum Widerspruch gegen dieses Urteil verstreichen lassen. Diese Entscheidung war innerhalb der Kommission umstritten. Es setzten sich… weiter lesen