Gates again: Bill & Melindas schmutzige Millarden

von saveourseeds

Vor einer Woche enthüllte die  Los Angeles Times  nicht unbedingt Erstaunliches ab er doch  Peinliches über die Investitionen der Bill and Melinda Gates Foundation. Selbst die FAZ wiegt bedenklich den Kopf und Spiegel Online  (“aussen hui, innen pfui”) weiss zudem, daß ihre Anlagepolitik das “schmutzige Geheimnis” vieler Stiftungen ist. Wie kann man zig Millionen in Firmen investieren, die genau das was die Stiftung bekämpfen will, verursachen: Hunger und Elend auf der Welt, Krankheit und frühen Tod?

Die Gates Foundation verfügte, noch bevor weitere 30 Milliarden aus dem Vermögen des Investment-Gurus Warren Buffett dazukamen, über ein Kapital von 31,6 Milliarden Dollar, das nach eigenen Angaben in den vergangenen Jahren jährlich 8,5 % abwarft. 2006 wären das also etwa 2,5 Mrd $. Ausgegeben wurden aber jeweils nur knapp über 5 % für Gesundheit (AIDS) und Ausbildung und eine Vielzahl gemeinnütziger Aktivitäten. Ein neuer Schwerpunkt der Stiftung, den wir in diesem blog verfolgen, ist die Förderung der landwirtschaftlichen Entwicklung, v.a. in Afrika, die sie zusammen mit der Rockefeller-Foundation betreibt und die von hochrangigen Vertretern des “Microsoft der Gentechnik”, Monsanto geleitet werden.

Verwaltet werden die Milliarden-Investitionen, strikt getrennt von den Stiftungsaktivitäten, von Gates privater Investmentfirma BGI, die auch sein eigenes Vermögen mehrt. Einen guten Teil zu dem Ergebnis trugen Aktien von Öl-, Chemie-, Pharma- und Gentechnik-Konzerne bei, denen Verstösse gegen Menschenrechte, Umweltzerstörung und inakzeptable Ausbeutungspraktiken aber auch eine für die Armen dieser Welt tödliche Preispolitik mit ihren Medikamenten und Patenten vorgeworfen wird. Der 4714 Seiten lange, detaillierte Anlagenbericht der Stiftung liest sich unter anderem wie ein who-is-who von multinationalen “Schurkenfirmen” und Dreckfinken.

Nachdem nun das Flaggschiff des amerikanischen Stiftungswesens iin Erklärungsnot gerät und wohl kaum umhin kommen wird, sich in dieser Frage zu positionieren, hoffen viele auf eine Debatte über ethisches Investment auf finanziell höchstem Niveau. Eine “Minima moralia” der Milliarden von Gates und Buffett hätte gewiss erhebliche Strahlkraft unter den oberen 10.000 dieser Welt.


2 Kommentare zu "Gates again: Bill & Melindas schmutzige Millarden"

  1. Ich durfte ebenfalls schon schlechte Erfahrungen mit sogenannten Foundation´s machen, allerdings mehr im Bereich Tierschutz – und wenn man sich näher umsieht, stellt man erschreckt fest, daß fast alles mehr oder weniger aus Fassade zu bestehen scheint.
    Überall wo angeblich geholfen wird, wird oftmals sehr gut verdient, während nur ein Bruchteil bei den wirklich Hilfebedürftigen ankommt…
    Das ganze erinnert mich an einen Tierschutzfunktionär, der in seiner Freizeit der Jagd nachgeht, um dort genau das zu erschiessen, was er angibt zu schützen und dafür kräftig Spendengelder von gutgläubigen Menschen kassiert.

    MfG. H. Rentsch

  2. Pingback: SPIEGEL promotet den Pharma- und Monsanto-Lobbyisten Bill Gates - und bezeichnet ihn zu Unrecht als “Philanthropen” | ZivilCourage Tirol/Oberland - Blog-Community

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