18.01.2007 von saveourseeds
Darauf hat die Welt gewartet: Antikörper, die gentechnisch in Erbsen eingeschleust wurden, sollen bestimmte Bakterien im Schweinedarm daran hindern, dem armen Vieh Durchfall zu bescheren. Die gentechnisch veränderten Erbsen sollen jetzt ausgerechnet auf dem Gelände der Genbank in Gatersleben erstmals freigesetzt werden, in der auch etwa 5500 alte Erbsensorten erhalten und vermehrt werden. Gegen mögliche Einkreuzungen soll ein Sicherheitsabstand helfen.
Bis zum 7. März dürfen wir Bürger gegen den Versuch unsere Einwände erheben, die dann von Wissenschaftlern des Bundesamtes für Verbraucherschutz geprüft, aber nicht unbedingt ernst genommen werden. Das Umweltinstitut in München organisiert den Widerstand und lädt zur Beteiligung ein.
Die “Gentechnik ist doch gar nicht so schlimm”-Seite des Forschungsministeriums weist auf einen interessanten Hintergrund der Erbsenversuche hin: Weil die EU seit einem Jahr den gewohnheitsmäßigen Einsatz von Antibiotika in Futtermitteln verbietet, sucht die Fleisch-Industrie jetzt nach Alternativen, die möglichst nicht in einer veränderten Massenhaltung der… weiter lesen
13.01.2007 von saveourseeds
Vor einer Woche enthüllte die Los Angeles Times nicht unbedingt Erstaunliches ab er doch Peinliches über die Investitionen der Bill and Melinda Gates Foundation. Selbst die FAZ wiegt bedenklich den Kopf und Spiegel Online (“aussen hui, innen pfui”) weiss zudem, daß ihre Anlagepolitik das “schmutzige Geheimnis” vieler Stiftungen ist. Wie kann man zig Millionen in Firmen investieren, die genau das was die Stiftung bekämpfen will, verursachen: Hunger und Elend auf der Welt, Krankheit und frühen Tod?
Die Gates Foundation verfügte, noch bevor weitere 30 Milliarden aus dem Vermögen des Investment-Gurus Warren Buffett dazukamen, über ein Kapital von 31,6 Milliarden Dollar, das nach eigenen Angaben in den vergangenen Jahren jährlich 8,5 % abwarft. 2006 wären das also etwa 2,5 Mrd $. Ausgegeben wurden aber jeweils nur knapp über 5 % für Gesundheit (AIDS) und Ausbildung und eine Vielzahl gemeinnütziger Aktivitäten. Ein neuer Schwerpunkt der Stiftung, den wir… weiter lesen
10.01.2007 von saveourseeds
Unter dem Titel verbotene genetische Codes berichtet Telepolis-Autor Wolf-Dieter Roth über eine neue Disziplin der Molekularbiologie: Die Suche nach dem, was es nicht gibt. Gesucht werden “Nullomere” und “Primen” des genetischen Codes von AT und GC – Sequenzen, die nirgends im menschlichen Genom (Nullomere) oder im gesamten bisher bekannten Genom von Lebewesen (Primen) auftauchen. Diese Forschung wird von Prof. Greg Hampinkian an der Boise State University in Idaho betrieben und vom US Verteidigungsministerium finanziert. Hampinkians Hypothese: Wenn bestimmte Sequenzen gegen jede statistische Wahrscheinlichkeit in der Natur nie vorkommen, muß es dafür einen Grund geben. Die Hypothese des Verteidigungsministeriums: Der könnte tödlich sein und zudem unverwechselbar. Der New Scientist berichtet, daß die kürzesten bisher gefundenen nicht-existenten Seuquenzen nur elf Nukleotide lang sind.
09.01.2007 von saveourseeds
Die Bill und Melinda Gates Stiftung hat nach dem Vize-Chef von Monsanto, Robert Horsch, einen weiteren “St. Louisianer” in ihr Team zur Bekämpfung des Hungers in Afrika berufen. Diesmal kommt er vom Donald Danforth Centre für Pflanzenforschung in Monsantos Heimatstadt St. Louis, das den philantropischen Bedarf des Unternehmens deckt.
Kent Lawrence, kennt sich zwar nicht mit Pflanzen aus, dafür aber mit Gesetzen, Politikern, Bürokraten und Medien und damit wie man ihnen Gentechnik verkauft. Sein Spezialgebiet ist Afrika, wo er seit Jahren versucht, gentechnisch veränderte Cassava, zu Deutsch Maniok, heimisch zu machen; bislang ohne Erfolg, dafür aber mit umso mehr Presseaufwand und noch mehr Geld: 30 Millionen Dollar haben Monsanto und die Bill und Melinda Gates Foundation seinem bisherigen Arbeitgeber für die gentechnische Bearbeitung der robusten und in ganz Afrika verbreiteten Knolle zur Verfügung gestellt. Das ist sehr viel Geld, wenn es um Agrarforschung geht.
Herausgekommen ist bisher… weiter lesen
08.01.2007 von saveourseeds
Terra Madre 2006
ANARCHIA E GUSTO
„nessun potere, un po’ di sapere, un po’ di sapienza e tanto, tanto sapore.“, keine Macht, ein wenig Wissen, ein wenig Weisheit und viel, viel Geschmack.
Vom Genuss zur Ernährungsrevolution – eine Erfolgsgeschichte
Im gigantischen Oval, dem futuristisch gläsernen Olympiapalast von Turin, hängt ein riesiges Photo. Es zeigt einen alten Hirten, wie er aus dem Nebel auftaucht, seine Hand, in welcher der bedrohlich kurze Rest einer Zigarette die Finger anzubrennen droht, zeigt in die Richtung, die er beschreitet. Es drängt dem Betrachter eine mehrdeutige Symbolik auf. Einerseits scheint der Hirte auf einen vorbestimmten Weg zu weisen und anderseits auch aus dem Nichts nach Rettung zu verlangen.
Das authentische Bild wirbt für den ‚Zweiten Terra-Madre-Kongress“, der Ende Oktober 5’000 Bauern, 1600 Produktionsgemeinschaften, 1000 Köche und 500 Hochschuldozenten aus allen Kontinenten zu einem fünftägigen Erfahrungsaustausch nach Turin eingeladen hatte.
Ob gewollt oder nicht, das Photo… weiter lesen