„Ich wäre froh, wenn wir ein Gentechnik freies Brandenburg hätten” sagt Landwirtschaftsminister Woidke (SPD), in dessen Land 1770 der etwa 3000 ha Gentechnikmaises MON810 stehen sollte. Sein Kollege Backhaus (SPD) aus Mecklenburg-Vorpommern, wo weitere 690 ha angemeldet wurden, verweist auf seine gemeinsame Erklärung mit dem Bauernverband, die dringend vom Anbau abrät. Beider fordern Horst Seehofer auf, die Gentechnikbauern zu entschädigen, die Monsanto’s Gentechnikmais vor 2 Wochen in die Erde brachten und jetzt Saatgut im Boden haben, dessen weiterer Verkauf vom Bundesamt für Verbraucherschutz verboten wurde. … weiter lesen
Archive for Mai, 2007
„All Ding’ sind Gift und nichts ohn’ Gift; allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist,“ wußte schon Theophrastus Bombast von Hohenheim, genannt Paracelsus. Wieviel von dem gentechnisch eingeführten Insektengift “Cry1Ab” eine Maispflanze des Typs MON810 jeweils produziert, scheint deren Hersteller Monsanto leider bis heute nicht zu wissen. Greenpeace hat die erheblich schwankende Dosis nachgemessen .
Was soll man von einem Produkt halten, dessen Verkauf vom Verbraucherschutzamt wegen mangelnder Umweltverträglichkeitsprüfung untersagt und vom Bayrischen Verwaltungsgericht gar zu einem “nicht verkehrs- und verzehrsfähigen” weil gar nicht zugelassenen Lebensmittel erklärt wurde? Monsanto’s gentechnischer Insektenkiller-Mais MON 810, erscheint wie ein vom TÜV verfolgtes Auslaufmodell. Wir empfehlen: Nehmen Sie sich ein Beispiel an Tony Blair. … weiter lesen
“Der Antragsgegner hat auf den Grundstücken (…) den Mais der Linie MON 810 vor der Blüte zu ernten oder die Pollenfahnen während der Blütezeit mehrfach so abzuschneiden, daß kein Maispollen von Bienen aufgenommen werden kann”. Diese einstweilige Anordnung des Verwaltungsgerichts Augsburg stellt den gesamten Gentechnik-Anbau in Deutschland in Frage. Stehen also demnächst konzertierte “Selbst-Befreiungsaktionen” von Gentechnik-Äckern ins Haus?
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Ein Bescheid des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit vom 27. April untersagt der Firma Monsanto in Deutschland den weiteren Verkauf der einzigen derzeit zugelassenen und auf dem Markt verfügbaren Gentechnik-Maissorte “Mon 810″ bis zum Vorliegen eines Beobachtungsplanes. Neue wissenschaftliche Informationen, so das BVL, “geben berechtigten Grund zu der Annahme, dass der Anbau von MON 810 eine Gefahr für die Umwelt darstellt.” Der Bescheid, der sofort vollziehbar ist, kommt allerdings zu einem Zeitpunkt, zu dem das Saatgut für den diesjähren Anbau längst bei seinen Kunden ist. Folgt daraus auch ein Anbauverbot? … weiter lesen
Das Europäische Patentamt hat ein strategisches Gentechnik-Patent der Firma Monsanto, das dem Konzern über 10 Jahre gute Dienste geleistet hatte, jetzt für ungültig erklärt. Gewissermaßen mit “vorgehaltener Gen-Kanone” hatte Monsanto exklusives “geistiges Eigentum” auf sämtliches gentechnisch verändertes Soja-Saatgut dieser Welt beansprucht. Jetzt wurde der Gentechnik-Monopolist mit seinen eigenen Waffen geschlagen; mit den Argumenten nämlich, die Monsanto gegen den ursprünglichen Patentinhaber (Agracetus) vorbrachte bevor es die Firma 1996 schluckte.
Die ETC Gruppe hat ihre jährliche Statistik der top ten des Saatgutmarktes herausgebracht: Monsanto, Syngenta, DuPont und Limagrain, die vier größten des Gewerbes, haben mittlerweile 49 % des weltweiten Saatguthandels unter sich aufgeteilt, die ganze Gruppe der top ten kontrolliert jetzt 64 Prozent des gewerblichen Saatgutmarktes, der für 2006 auf knapp 23 Milliarden US-Dollar geschätzt wird. 1996 hatten sie erst 37 %, 2005 49 % kontrolliert. Gemeinsam kontrollieren sie zudem auch über die Hälfte des weltweiten Agrarchemie-Geschäftes. Damit gehört der Saatguthandel zu den am höchsten konzentrierten Branchen der Welt. Keine gute Nachricht für die Vielfalt, auf die es in diesem Bereich eigentlich ankommt. Die deutschen Mitglieder dieses trustähnlichen Clubs sind die Kleinwanzlebener Saatzucht und Bayer. … weiter lesen