Auch das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht hat heute das Verbot des Gentechnik-Mais Mon810 nicht aufgehoben und damit das Begehren von Monsanto, das Verbot im Eilverfahren wieder aufzuheben endgültig abgewiesen. Zur Begründung meinten die Richter, dass auch die Aussichten des Unternehmens, im Hauptverfahren zu gewinnen, gering seien. Das Hauptverfahren wird vermutlich zur diesjährigen Maisernte im Herbst beginnen. Für dieses Jahr ist nun also endgültig Ruhe an der Mon810-Front.
Archive for Mai, 2009
Ziemlich gemein, die Aktion, mit der ein paar holländische NGOs letzte Woche gegen den “Runden Tisch für verantwortungsvolle Soja” (RTRS) protestierten: Ein weinerlicher Panda, der zur Peitsche eines Monsanto-Bösewichts tanzt während die Gummibäume der Empfangshalle mit Roundup behandelt werden – und das im Hauptquartier des WWF. Der Panda, soviel steht fest, versucht sich mit Monsanto, Syngenta, Cargill, ADM, Shell und so ziemlich allem was im internationalen Soja-Business Rang und Namen hat, auf Kriterien samt Label für nachhaltige Soja-Produktion zu einigen – mit Gentechnik, versteht sich.
Als junge Frau kämpfte Krishnammal Jagannathan mit Mahatma Gandhi für Indiens Unabhängigkeit. Seither blieb sie dem Aktivismus treu. Über 50 Jahre lang setzt sie sich für die Rechte der Landlosen in Indien ein. Im vergangenen Jahr wurde sie mit ihrem Mann (links im Bild) dafür mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet. Heute abend ist Frau Jagannathanauf Einladung der ASW und der Zukunftsstiftung Landwirtschaft unter dem Titel “Genug für alle – können Kleinbauern die Welternährung sichern?” zu Gast im taz-Café (19:30, Rudi-Dutschke-Str.23, U-Bhf Kochstrasse). Kommen Sie vorbei! … weiter lesen
Der Auftrieb war gewaltig bei einer Demonstration gegen die Patentierung von Schweinen und Brokkoli vor dem Europäischen Patentamt in München. Umweltminister Söder erschien, neben einer Rotte hällischer Traditionsschweine, um sich mit den Demonstranten zu solidarisieren: Patente auf das Ergebnis herkömmlicher Zuchtverfahren, wie sie die Industrie derzeit durchzusetzen versucht, dürfe es nicht geben. Bayern unterstützt seither eine von der hessischen Regierung eingebrachten Bundesratsentschließung gegen derartige Patente. Auch Landwirtschaftsministerin Aigner sprach sich gegen Zuchtpatente aus. Doch jetzt droht die Initiative in den Ausschüssen des Bundesrats still und leise zu verenden. … weiter lesen
Nachrichten aus Tasmanien brauchen etwas länger: Schon vor einer Woche beschloss das Parlament der australischen Insel, die vor allem für ihren Beutelteufel (lebt noch, links) und den tasmanischen Tiger (ausgestorben, siehe unten) berühmt ist, keine gentechnisch veränderten Organismen auf ihr schönes Eiland zu lassen. Das sei, meinte der zuständige Minister David Llewellyn, ein Schlüsselfaktor für das Markenzeichen der Insel, die fast so gross wie Irland ist. … weiter lesen
Als die Bäurinnen vor ihrer Tür standen und “Schwester Angie” sangen, wollte sie partout nicht mit ihnen reden. Jetzt will sie sich doch noch mit Milchbauern und vielleicht auch -bäurinnen treffen: Am Freitag lädt Angela Merkel zu einem Milchgespräch ins Kanzleramt. Ihre Linie: Keine Senkung der Milchquoten, die Überproduktion soll weiterhin durch Exporthilfen in alle Welt abgesetzt werden, den notleidenden Bauern will sie mit Überbrückungsgeldern und billigerem Sprit “helfen”. … weiter lesen
Auf der Ankündigungsseite des Forschungsministeriums für seinem Runden Tisch zur Gentechnik, soll das unwillige Volk heute mal so regelrecht für dumm verkauft werden.Mit einem langen Text voller Halbwahrheiten und Verdrehungen eröffnet die Ministerin heute einen Runden Tisch “als Auftakt für einen fortgesetzten, sachorientierten Dialog über Fragen der Nutzung und Weiterentwicklung der Grünen Gentechnik. Auf der Agenda des Runden Tisches stehen zum einen die Potenziale der Grünen Gentechnik und ihr Beitrag zur Lösung drängender globaler Probleme, zum anderen die in der Gesellschaft vorhandenen Bedenken.” … weiter lesen
78 Prozent aller Deutschen lehnen Gentechnik im Essen ab, nur 19 Prozent wäre es egal, wenn auch ein Bisschen Gentechnik im Fastfood wäre. Das ergab eine Umfrage des Forsa-Instituts im Auftrag von Slow-Food. Im Osten sind es 70, im Westen 80 Prozent, bei den Männern 73, bei den Frauen 83. Gentechnik in Futtermitteln lehnen sogar 85 Prozent ab. Die wichtigsten Gründe sind Risiken für die Umwelt und grundsätzliche Erwägungen gefolgt von Gesundheitsrisiken. 81% unterstützen das Verbot des Gentechnik-Mais Mon 810, nur 10% lehnen es ab. Da bleibt für Annette Schavan und ihre Ritter der Gentechnik-Tafelrunde, die heute bei einem Runden Tisch die missliche Lage der Gentechnik in Deutschland besprechen wollen, noch eine Menge zu tun. … weiter lesen
Slow food schadet dem Bruttosozialprodukt – die OECD hat das jetzt “wissenschaftlich” bewiesen, wie ein bemerkenswerter Artikel in der New York Times berichtet: Industriestaaten, in denen die Menschen durchschnittlich weniger als 100 Minuten pro Tag mit Essen verbrachten, steigerten ihr Bruttosozialprodukt in den vergangenen acht Jahren deutlich stärker als die Nationen, in denen es beim Essen kultivierter zuging. … weiter lesen
Unter dem Titel “Gentechnik muss sein” erklärt uns heute in der Financial Times die Forschungsministerin persönlich warum es ohne Gentechnik nicht geht. Falls nämlich, nur mal angenommen, jetzt plötzlich ein Kälteeinbruch kommt, dann wächst der Mais nicht mehr so richtig und dann hilft nur noch Gentechnik… … weiter lesen