Monsanto-Chef Hugh Grant hat Grund zum Grinsen: Die Europäische Lebensmittelagentur EFSA hat nach Angaben der Firma deren Gentechnik-Mais “Mon 810″ im Rahmen einer überfälligen Neubewertung für sicher erklärt. Zudem befürworte sie auch den Anbau des Monsanto-Maises NK603. Der Öffentlichkeit steht der Bericht der EFSA, den Monsanto bereits gestern begrüßte, allerdings bisher nicht zur Verfügung. Dass die EFSA dem Antragsteller den Bericht vorab zur Verfügung stellte und es Monsanto überläßt ihre Entscheidungen zu veröffentlichen, wirft ein bezeichnendes Licht auf die Arbeitsweise der Agentur und ihres wissenschaftlichen Gentechnik-Ausschusses. … weiter lesen
Archive for Juni, 2009
Monsanto, der weltgrößte Saatguthersteller und Dole, der weltgrößte industrielle Hersteller und Vermarkter von Obst und Gemüse haben eine Partnerschaft verkündet, um “besseres Gemüse” zu entwickeln. Besser ist nach ihrer Lesart vor allem bunter, länger haltbar und weniger fleckig, also einfach supermarktiger und industriegängiger. Das ist keine Überraschung. Bemerkenswert ist dagegen, dass Monsanto von sich aus betont, es werde dabei keine Gentechnik eingesetzt. … weiter lesen
Die Aufregung ist gross: “EU will Klonfleisch” zulassen. Ganz so ist es allerdings bisher nicht. Was der EU Agrarministerrat beschlossen hat sind zunächst nur Vorschriften in welcher Form mögliche Anträge für den Verkauf von Fleisch und anderen Produkten von geklonten Tieren und deren Nachkommen geprüft und beschieden werden. Bisher gibt es dafür keine Regelung und das bedeutet nicht, dass “Klonfleisch” deshalb verboten wäre. Bevor der Konsens der Minister Gesetz wird, muss allerdings noch das Europäische Parlament zustimmen. Das aber hatte erst im März ein generelles Verbot für Einfuhr und Verkauf von Klonfleisch gefordert. Anbieten will derzeit sowieso niemand Fleisch, Milch oder Eier von geklonten Tieren. Wir haben hier einige Hintergrundinformationen samt Originalquellen zusammengestellt. … weiter lesen
Diesen Vorschlag zur Einführung nationaler Anbauverbote von Gentechnikpflanzen wird Österreich, unterstützt von Bulgarien, Irland, Griechenland, Zypern, Lettland, Litauen, Ungarn, Malta, Polen und Slovenien morgen im EU-Umweltministerrat einbringen. Wir hatten darüber ausführlich berichtet. Bemerkenswert ist, dass dieser Vorschlag nicht wie ursprünglich gemeldet, auch vom gentechnikfreundlichen Holland unterstützt wird, sich allerdings positiv auf deren bereits im März eingebrachten Vorschlag bezieht. Beide Vorschläge betonen, dass es Mitgliedsstaaten aufgrund sozialer und ökonomischer Erwägungen möglich sein sollte, den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen auf ihrem Territorium zu verbieten.
Update: 15 Länder unterstützten die Initiative im Ministerrat.
In einem gemeinsamen Papier werden nach einem Bericht von Reuters Österreich, Niederlande, Bulgarien, Zypern, Griechenland, Ungarn, Irland, Lettland, Litauen, Malta und Slowenien beim kommenden Umweltministerrat der EU am Donnerstag einen Vorschlag machen, der es Mitgliedsstaaten ermöglichen soll, den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen auf ihrem Territorium trotz einer EU-Zulassung zu verbieten. Dies sei angesichts der breiten Ablehnung die beste Lösung meinen die Regierungen dieser Länder. … weiter lesen
Viel ist in diesem Jahr nicht übriggeblieben an Freisetzungen gentechnisch veränderter Organismen in Deutschland. Eine Hand voll experimenteller Freisetzungen und natürlich die Vermehrung der Amflora-Saatkartoffeln der BASF für das kommende Jahr: Alles in allem gut 31 Hektar in ganz Deutschland, davon 21 in Mecklenburg-Vorpommern. Was immer es noch zu vermelden gibt, im Risiko-Register finden Freunde der elektronischen Geo-Erfassung alles was ihr Herz begehrt, liebevoll aufbereitet in Google-Maps mit einem grossen Fundus an historischen Daten und auch unbeabsichtigten Freisetzungen, etwa von gentechnisch verändertem Raps, neuerdings sogar gefördert von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt.
Tausende füllten die Jurahalle in Neumarkt als gestern Vandana Shiva und das Ehepaar Percy und Louise Schmeiser auf Einladung der Neumarkter Lammsbrauerei und von Zivilcourage vor Gefahren und Abhängigkeiten durch die Gentechnik warnten. … weiter lesen

Der bayrische Umweltminister Söder hat nach einem Treffen mit Vandana Shiva und dem Ehepaar Schmeiser heute zugesichert, er werde den Beitritt des Freistaates zum europäischen Netzwerk Gentechnikfreier Regionen prüfen, das heute im italienischen Urbino tagte. Bayern sei in dieser Hinsicht jedenfalls Vorreiter in Deutschland, meinte Söder auch wenn es schwer sei (besonders beim Tierfutter) völlig gentechnikfrei zu werden. … weiter lesen
Weil “Saveourseeds” an dieser Erklärung in mancher Hinsicht mitgewirkt hat, heute aber unterwegs ist und nicht vor Ort berichten kann, begehen wir einen kleinen Tabubruch und veröffentlichen eine gemeinsame Erklärung verschiedener Entwicklungs-, Bauern-, Umweltwelt- und Wissenschaftsorganisationen zu einer Agarexport-Konferenz verschiedener Ministerien und Agarindustrievereinigungen einfach mal im Wortlaut. Sie müssen das ja nicht lesen. Aber echt mal wichtig ist es schon. … weiter lesen
