Ist Tchibo ein Tendenzbetrieb?
von saveourseeds
Die Sache hat uns keine Ruhe gelassen: “Zensur bei Tchibo” beklagte sich “NOVO”, ein techno-libertäres Fortschritts-Magazin wider das ökologisch verschwiemelte Gutmenschentum. Der Autor hatte versucht, im online shop des Kaffee- und Gemischtwarenkonzerns sein ganz persönliches T-Shirt zu gestalten: “Gentechnik – ja bitte” sollte draufstehen und auf der Rückseite „Gentechnik hilft gegen den Hunger auf dieser Welt“. Dies habe Tchibo rundweg abgelehnt. Politisch nicht korrekt? Der NOVO-Aktivist hakte nach und fand seinen Verdacht bestätigt. Tchibo wollte sein Geld einfach nicht. Schlimmer noch: Heute bekamen wir Post vom Tchibo Versand, daß unser T-Shirt mit der Aufschrift “Gentechnik? Nein Danke!”, das wir zur Überprüfung der Sachlage bestellt hatten, soeben in den Versand gegangen ist. Wir leiden mit NOVO und haben ihnen deshalb für’s Erste einen superschicken virtuellen Ersatz gestrickt.
Schlimm, was Tchibo da mit NOVO macht. Denn die Jungs sind ohnehin schon reichlich paranoide in Sachen Gentechnik. “Wir schreiben gegen selbstgefällige Volkserzieher, bürokratische Kleingeister, apokalyptische Rufer und neoreligiöse Moralisten,” verkünden sie über sich selbst und führen in ihrer Autorenliste so ziemlich jeden zweiten Pro-Gentechnik-Aktivisten, den unsere Republik zu bieten hat, von Miersch über Schiemann bis Happach-Kasan und Spelsberg.
NOVO Chefredakteur Thomas Deichmann hat das Thema zur Mission gemacht und wettert gegen Politiker, die sich hündisch dem Volke anpassen, statt Führungswillen zu zeigen. Ein ganzes Buch hat er soeben zu dem Thema “Warum Angst vor Grüner Gentechnik? Wie Fortschritt in den Biowissenschaften verhindert wird” verfaßt. Mit Zeittafel und einem Vorwort des “Golden Rice” Erfinders Ingo
Potrykus schildert er darin “wie die Grüne Gentechnik in den Mühlen der deutschen Angstindustrie zerrieben wird.” Deichmann fiehl uns vor einem Jahr durch eine Vorabkritik unseres Kongresses “Planet Diversity” auf. Der Schaum, den er dabei vor den Munde nahm, vemittelte uns damals das trügerische Gefühl irgendwie ins Schwarze getroffen zu haben.
Und diesem wackeren Eckermann der Antigentechnik-Bewegung, Feind des “Ökologismus”, treuen Freund der Atomkraft, Klima-Skeptiker und Experten für vielerlei mehr pinkelt nun ausgerechnet Tchibo so ans Bein! Dahinter steckt System! Wir fordern deshalb nachdrücklich: T-Shirt-Freiheit für NOVO! Schluss mit der Tchibo-Zensur!!!
Übrigens zensiert Tchibo nicht nur Gentechnikfreunde. Auch die Mode-Expertin Kirsten Brodde bekam heuer nicht was sie bestellt hatte: “Bio aber unfär” hätte sie gerne auf ihrem shirt gehabt. Aber selbst mit dem Falschschreib-Trick kam sie diesmal nicht durch. Letztes Jahr hatte ihr der Konzern noch anstandslos “Tchibo-Shirts, gefertigt für Hungerlöhne” und “Dieses T-Shirt hat ein Kind für Tchibo genäht” geliefert. Weil sie damit auch noch vor eine Tchibo-Filiale gezogen war, kam sie damit gross im Spiegel raus und verführte Tchibo dazu, dieses Jahr die Hälfte seiner Kollektion in Bio-Baumwolle anzubieten (Oh, Gott Herr Deichmann, fast hätten Sie ja so ein Eckel-Zeug bekommen!). Ihre neue Aktion, schreibt der Spiegel diesmal, zeige wie schwer der Weg zum perfekten T-Shirt ist. Eigentlich ist Kirsten Brodde auf die Fortschritte bei Tchibo ganz stolz: Auch
in Sachen Sozialstandards habe sich bei dem Konzern mittlerweile einiges, aber eben noch nicht genug bewegt.
Tja, man hat’s schwer als Kaffee-Röster in der Mode und auf dem Markt der Überzeugungen und Internet-Zensur. Allen kann man’s einfach nicht recht machen. Nur uns, mit diesem blöden “Gentechnik – Nein Danke” T-Shirt, das wir ganz bestimmt nie anziehen werden. Hinterhältig, uns plötzlich so im mainstream schwimmen und ins Leere laufen zu lassen. Auch bei Tchibo liest man wahrscheinlich Umfragen und paßt sich dem Geschmack der Kundschaft genauso charakterlos an wie Frau Aigner. Da steckt bestimmt schon wieder System dahinter. Und deshalb fordern wir gleiches Recht für alle: Zensur für “Gentechnik – Nein Danke!”, sofort!

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Hallo und vielen Dank für die Buchempfehlung, klingt auf jeden Fall gut
Liebe “SeedSaver” – jetzt dachte ich schon fast, dass wir zum Thema “Zensur” einer Meinung seien – wieder nichts
Vom “Schaum vorm Mund” können Sie gerne weiterträumen. Ich fands eher grottenpeinlich, dass sich erwachsene Menschen zu solch geballtem Misanthropen-Mist namens “Planet Diversity” zusammentrommeln lassen. Haben Sie fleißig Lieder für eine „Genfreie Welt“ gesungen? Meine Vorabkritik findet sich übrigens im Buch, das Sie erwähnen. Auch “Save our Seeds” wird dort gewürdigt – samt Verbindungen zur durchgeknallt-esoterischen Heilslehre des Anthroposophen -Gurus Rudolf Steiner. Denken Sie dran: Der nächste Vollmond kommt bestimmt! Viel Spaß beim Hornraspeln und mächtige Astralkräfte wünscht Ihrer Gemeinde TD (www.novo-argumente.com)
Auch ich habe das Buch von dem Herrn Deichmann bestellt, bin ganz gespannt, denn so ganz glaube ich auch der TAZ nicht, was die so alles über Gentechnik schreibt, ist alles so einseitig und bio-duselig.
Lisa
Tolle Idee, Euer T-Shirt “NOVO Find ich Doof”! Wollt Ihr das nicht selbst in Serie produzieren? Dann wäre Eure Welt wieder im ganzheitlich-nachhaltigen Gleichgewicht – und wir hätten kostenlose Werbeträger! Aber stimmt ja, das brauchen wir ja gar nicht, im Gegensatz zu Euch wird Novo als Speerspitze der Weltzerstörungsbewegung ja von allen Leugnern dieser Welt finanziert. Naja, vielleicht gewinnt Ihr ja so wenigstens Tchibo als Trikotsponsor – da geht bestimmt was. Wie dem auch sei, ich hätte das Shirt gerne.
Liebe NOVO-Redaktion (Herr Deichmann und Matthias),
Das geile “NOVO? Find ich doof” T-Shirt bekommen Sie in 1a Bioqualität fürs Kind oder Spaghetti-Ausführung wie gezeigt bei Tchibo. Selbst ist der Mann!
Zum Thema Zensur sind und bleiben wir einer Meinung: Weg damit! Da sollten Sie die Gemeinsamkeiten also nicht verwischen.
Bei unserem “Misanthropen-Mist” haben sich ein paar tausend Kinder und 15.000 Erwachsene, darunter der Bonner Bürgermeister und der Chef der UN Konvention für biologische Vielfalt eigentlich ganz wohl gefühlt. Auch die 700 TeilnehmerInnen aus 100 Ländern machten bei der anschließenden Konferenz eigentlich einen ziemlich gesunden Eindruck. Gesungen haben sie leider nicht, Hörner wurden auch nicht geraspelt, aber, ja doch, so ein “durchgeknallt-esoterischer” Ägypter berichtete z.B. darüber wie sein Verein SEKEM dort die Wüste urbar macht und dabei 2000 Arbeitsplätze geschaffen hat. Das war schon ziemlich astral. Die Sache mit dem Vollmond haben die Ägypter ja auch ohne Steiner schon vor ein paar Tausend Jahren gecheckt.
Ist eben immer so ne Sache mit Berichten über Ereignisse, bei denen man nicht war, erst recht in Büchern Jahre später. Dass alles so kommt, wie’s der Guru voraussagt und nicht sein kann was nicht sein darf, glauben wohl doch eher die messerscharfen Techno-Mystiker auf der libertären Wolke 7 des Diamat. Es ist wie in der Mode: alles kommt wieder, nix geht unter.
Aber wo Sie Recht haben, haben Sie recht: Der nächste Vollmond kommt bestimmt und die Welt dreht sich derweil schmunzelnd weiter.
So long! Benny Haerlin
Hallo Harry Baerlin,
ist das Ihr Sekem-Projekt? Aus Schrott und Schmarrn, der Öko-Prawda:
” Insgesamt sind etwa 50 Millionen ägyptische Pfund Schulden aufgelaufen.”
“Weit ist der Spagat zwischen der sozialen Realität und den sozialen Zielen. Zum Beispiel ist jeder dagegen, dass Kinder für ihren Lebensunterhalt arbeiten müssen. Andererseits will niemand, dass Kinder hungern.”
“Soll ich mich darüber ärgern, dass auch der Bio-Tee, wie so viel anderer Müll, am Ende die Landschaft verschandelt?”
Quelle Ökoprawda: schrotundkorn.de/2001/sk0101l1.htm www nicht vergessen..
Hallo Alexander,
da haben wir ja in ein regelrechtes Wespennest von Hassbeuteln gestochen. Nur fürs nächste Mal: Der Ton macht die Musik. Aber zur Sache: Ja, genau das Sekem meine ich und Sie sollten, wenn Sie schon aus Artikeln von 2001 zitieren vollständig bleiben. Hier deshalb der Kontext aus dem noch immer lesenswerten Artikel – Der Rest ist peanuts; aber bei Kinderarbeit hört der Spass dann irgendwann mal auf, Sie kleiner, virtueller Kinderschänder!
“Weit ist der Spagat zwischen der sozialen Realität und den sozialen Zielen. Zum Beispiel ist jeder dagegen, dass Kinder für ihren Lebensunterhalt arbeiten müssen. Andererseits will niemand, dass Kinder hungern. Was tun in einem Land wie Ägypten, in der Kinderarbeit für viele Familien und die Kinder selber der einzige Weg ist, dem Hunger zu entgehen? Und in dem der Staat keine klaren Regeln gegen Kinderarbeit vorgibt und durchsetzt?
SEKEM bemüht sich, den Teufelskreis zu durchbrechen. Industrielle Kinderarbeit ist tabu, aber es werden 40 “Kamille-Kinder” beschäftigt. Sie sind zwischen 9 und 14 Jahre alt und ihre Familien zwingen sie, die Schule zu verlassen, um den Familienunterhalt zu sichern. SEKEM hat sie dann eingestellt und zahlt ihnen den üblichen Lohn, darüber hinaus Kleidung und Mittagessen. Allerdings arbeiten die Kinder nur etwa die Hälfte des Tages, die andere Hälfte werden sie unterrichtet – von der Körperhygiene über Koranstunden bis zur Eurhythmie. Vielleicht ist dies nicht 100 Prozent politisch korrekt – aber für 40 Kinder ein Ausweg aus der Misere. Nicht nur für heute, sondern durch die Ausbildung auch für ihre Zukunft.”
@sos
Wer wie Sie andere als kleine virtuelle kinderschänder bezeichnet, fühlt sich meiner Ansicht nach eher in ein “Wespennest von Hassbeuteln gestochen”.
Ansonsten sind Sie sicher für die Abteilung “Anderen das Wort im Mund rumdrehen” zuständig
Ich war bei “Planet Diversity” in Bonn und habe den Schmarren durchlebt, vom Inder-Missbrauch der Deccan-Leute über Vendana Shiva´s peinliches Hof halten bis zu Andrioli´s Schmierentheater und die inszenierten Veranstaltungen, in denen andere Meinungen nicht einmal angehört, sondern lautstark beschimpft wurden. Besonders vom IFOAM-Workshop zum Thema ob der organische Landbau die Welternährung sicherstellen kann, war ich enttäuscht, denn statt belastbarer und nachvollziehbarer Zahlen gab es nur Propaganda.
Während ich zu Beginn offen und interessiert an der Veranstaltung war, haben mich doch am Ende die Selbstgefälligkeit und die Borniertheit dieses Events doch eher befremdet.
Aber die Macher und Teilnehmer deswegen “hassen” (wegen Haerlins “Hassbeutel”-Begriff)? Eher nicht, eher eine Mischung aus Mitleid und Ratlosigkeit.
Was SEKEM angeht, so gibt es Berichte von Leuten, die dort waren, und die von Byzantinismus und Personenkult des ägyptischen Gründers und Obergurus abgestossen waren und die sich eher wie in einem Camp von Davidianer-Sekten vorkamen als auf einem Entwicklungsprojekt. Vielleicht meldet sich ja mal ein Aussteiger…
Novo: Propagandablatt der Umweltzerstörungslobby
Mit neuen Durchsetzungsstrategien, Greenwash, Neusprech, industriegesteuerten “Bürgerinitiativen” und geschickter Propaganda sollen Menschen an Atomkraftwerke, Gentechnik, Kriege für Öl und Umweltzerstörung gewöhnt werden. Die gut organisierte Lobby der Öl- und Kohlekonzerne, die immer noch den menschengemachten Klimawandel leugnet und die industriegelenkten PR – Initiativen der Atom- und Genlobby finden sich immer wieder in der “Zeitschrift” Novo.
Mehr Infos: http://vorort.bund.net/suedlicher-oberrhein/idx-greenwash.html
Vielen Dank Herr Haerlin, über Ihren Kommentar an die Novo-Redaktion habe ich herzlich gelacht!
Wie heißt es so schön in einem Slogan der Schuh-Branche: “gutes geschäft Deichmann”. Das trifft bestimmt auch auf so manchen “Hassbeutel” unter den Lobbyisten zu: http://www.lobbywatch.org/profile1.asp?PrId=161
… beruhigen Sie sich, lieber Herr Mayer und Herr oder Frau Salzmann (und denken auch Sie an den Hinweis zum Tonfall). Living Marxism und die RCP gibt es seit +- 15 Jahren nicht mehr. Den konspirativen Lobbywatchern ist das und vieles anders entgangen, was für die Qualität und Zielsetzung des Vorhabens spricht. Wir sind ein unabhängiges Debattenmagazin – schaun Sie lieber mal rein und setzen Sie sich mit den Argumenten auseinander, statt sich den Rest des Lebens zu gruseln (www.novo-argumente.com). mfgTD
Nun bin ich aber überrascht: Was ist NOVO denn nun? Ein “techno-libertäres Fortschritts-Magazin” oder ein “kommunistisches Kampfblatt”. Ihr, die immer alles besser wissen wollt, einigt Euch doch mal bitte und seid dem Geiste der Aufklärung dienlich!
Ach wie ist das doch alles so lustig!
Dazu noch zwei – drei Verse:
Ich hätt gern Biostrom aus Atom.
oder:
Werft den Reaktor an 1 -2 -3 und schon reduziert ihr das CO2
oder.
Sind die Gene erst richtig manipuliert läuft das Wachstum wie geschmiert. oder:
Der üble Hunger hier auf Erden kann nur mit grüner Gentechnik verhindert werden.
usw. usw. …