Greenpeace & Gentechnik: Kumi Naidoo präzisiert
von saveourseeds
War wohl doch nix mit dem vom Spiegel herbeifabulierten “Strategiewechsel” bei Greenpeace. Wegen vielfacher Pressenachfragen stellte der neue internationale Geschäftsführer der Organisation in einem Kommentar zu dem Spiegel-Interview klar: “Gen-Pflanzen sind eine Bedrohung für die Umwelt und bergen deutliche Risiken für den Menschen,” und “Der sogenannte Yellow Rice ist nicht die richtige Antwort auf Mangelernährung.” Dennoch danken wir den vielen KommentatorInnen auf unsere erste Meldung für ihre herzliche Anteilnahme: Bleiben Sie uns treu! Vielleicht klappts ja doch noch mal.
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Haha! Das klingt ja regelrecht rechthaberisch!
Viel Spaß beim Rückzugsgefecht. Ich bin schon seit Jahren der Meinung, dass die Umweltorganisationen sich beim Thema Gentechnik ins eigene Bein geschossen haben. Statt auf die Chancen zu setzen, hat man sich in einer sinnlosen Fundamentalopposition versucht. Mehr und mehr lichten sich nun die mutmaßlichen Gegenargumente und die positiven Erfahrungen überwiegen.
Meine Hoffnung ist, dass wir nun endlich die blödsinnige “Man weiß ja gar nicht”-Debatte beenden können. Diese Debatte lenkt nur von viel kritischeren Problemen ab. Das Monopol von Monsanto ist doch erst durch Greenpeace und Konsorten möglich geworden, indem die Entwicklung von Alternativen behindert wurde.
Statt auf haltlosen Argumenten herumzureiten sollten wir kreative Lösungen für unser überkommenes Patentrecht finden. Die Basis allen Lebens auf der Erde ist grün! Ein jeder Mensch braucht gleichberechtigten Zugang zu dieser Ressource.
Welches Pferd dich auch immer geritten hat lieber GreenHU, aber die Folgen des Eingriffs von Menschen in das Genom von Pflanzen sind alles andere als absehbar – zu komplex ist unser Organismus, als das wir die Wechselwirkungen von veränderten Proteinen wirklich nachvollziehen können. Und so lange das so ist, bedeutet der Anbau von GMO lediglich das Tatsachen geschaffen werden, die nicht mehr oder nur sehr schwer rückgängig gemacht werden können, denn niemand kann die zufällige Auskreuzung von GMO-Pflanzen im Freiversuch verhindern. Das heißt aber auch nicht, dass GMOs grundsätzlich und kategorisch abgelehnt werden sollten, nur stehen wir vor einer neuen Technologie deren Folgen wir nicht absehen können. Und solange wir nicht wissen, was mit uns passiert, wenn wir GMOs zu uns nehmen, sollten wir darauf verzichten.
Denken Sie dochl mal an die Entdeckung der Röntgenstrahlen, wie lustig und schön so eine Röntgenparty war, bei der man seine eigenen Knochen sehen konnte. Den Teilnehmern war Jahren später als sie elendigst am Krebs verreckt sind nicht mehr zum Feiern zumute. Mir ist auch nicht nach feiern zumute, wenn ich daran denke, dass GMOs nicht nur Auswirkungen auf ein Individuum, sondern auf unsere gemeinsame und einzigartige Umwelt haben. Gerade deswegen müssen wir jedes Risiko minimieren, dass wir einen Fehler machen.
Lieber Jürgen,
Diese Diskussion wird zunehmend öde. Fällt Ihnen denn nichts besseres ein, als das ewige “wir können die Folgen nicht absehen”? Dieses Argument wird durch gebetsmühlenhaftes Wiederholen nicht richtig.
Ihre Analogie hinkt an entscheidender Stelle. Modifikationen von Proteinen und Röntgenstrahlen kommen beide in der Natur vor. Wenn Sie nicht ein Kreationist sind, werden Sie akzeptieren, dass zufällige Mutation die Basis der Vielfalt des natürlichen Lebens ist. Wie aber kann eine gezielte, kontrollierte Änderung der Sequenz eines Proteins eine Folge haben, die schwerer abzusehen ist, als eine zufällige, unbeobachtete Änderung, wie sie jederzeit überall neu auftritt?
Wenn unser Körper mit zufälligen und gezielten Mutationen umgehen kann, genau wie mit Röntgenstrahlen, wo liegt dann die Krux? Die Dosis macht das Gift! Röntgenstrahlen in hohen Dosen sind nun leider mutagenisierend, also karzinogen. Gälte das selbe für Proteine, die unserem Körper unbekannt sind, stünde es schlecht um die Menschheit und das Leben im Allgemeinen auf diesen Planeten.