“Thick as a brick”? Diese Jungs aus China posieren auf der letzten iGEM, der International Genetically Engineered Machine competition, einem jährlich am MIT in Boston ausgetragenen Wettbewerb für Studenten um die genialsten synthetischen biologischen Systeme. Den Sommer über werkeln sie mit DNA-Teilen an ihren Kreationen, die ihnen vom Standard Registry of Biological Parts der Bio-Brick-Stiuftung im Open Source Verfahren per Post zugeschickt wird. Im Herbst treffen sich die Nachwuchs-Kreationisten des 21. Jahrhunderts dann zur grossen Jamboree, auf der die beste Do-it-Yourself-Gentechnik-Kreation prämiert wird. Gesponsort wird das biologische Legospiel von Gentechnikfirmen, dem Massachuchets Institute for Technology, aber auch dem FBI. … weiter lesen
Archive for Februar, 2010
Grün und europäisch, irgendwie dynamisch brav, so kommt das neue Biosiegel der EU daher, das ab 1. Juli alle Bioerzeugnisse schmücken soll. Designerisch ist es gegenüber dem alten logo fraglos ein Fortschritt; auch wenn es inhaltlich (wie auch das deutsche Biosiegel) das Zeichen für den niedrigsten verfügbaren Biostandard nach der EU-Öko-Verordnung bleibt.

Werden Leonardo DiCarprio und Michail Gorbatschow am Montag abend dem schwedischen Dokumentarfilmer Frederik Gertten den diesjährigen “Green Film Award” des Cinema for Peace überreichen oder geht der vielleicht doch eher an den ebenfalls nominierten Avatar? Wie auch immer die Jury entscheidet, Gerttens Film “Bananas!” ist ein erschütternder, mutiger und kontroverser Film. Berlinale Besucher sollten ihn nicht verpassen. Denn noch ist ungewiss ob er je in deutschen Kinos zu sehen sein wird. Die Weltfirma Dole, von deren Bananenarbeitern er handelt, versucht ihn mit allen Mitteln zu unterdrücken; zumindst solange die Öffentlichkeit sich dies gefallen läßt. Erst Boykottaufrufe gegen Dole in Schweden konnten Dole davon überzeugen, eine Klage, die sie gegen Gertten in den USA angestrengt hatten, wieder zurückzunehmen. Das wirft Fragen über die Freiheit von Film und Meinung auf, die weit über diesen Fall hinausgehen. Dole ist der größte von fünf internationalen Bananen-Unternehmen, die 90 Prozent des weltweiten Bananenhandels kontrollieren. … weiter lesen
Schon mal einen interkulturellen Garten gesehen? Allein in Berlin gibt es mittlerweile 20 davon, 10 weitere sind hier im Aufbau. Deutschlandweit wird das Netzwerk interkultureller Gärten demnächst sein 100. Mitglied begrüssen. In einem Satz gesagt bewirtschaften hier Mitglieder unterschiedlicher Kulturen gemeinsam einen Garten und kommen sich so praktisch und vielfältig näher, mehren ihren materiellen wie kulturellen Wohlstand und ihre Genüsse, erweitern den gärtnerischen wie geistigen Horizont und sind darauf dann gemeinsam stolz. Die Stiftung Interkultur fördert deren Aufbau und Vernetzung, sorgt auch dafür, dass solches Treiben jenseits der Gärten schon mal “kosmopolitan und transkulturell” genannt wird und hat für alle, die sich dem erdigen Subjekt erst mal virtuell nähern wollen, eine tolle Webseite gebaut.
(die Bilder stammen von der empfohlenen Webseite) … weiter lesen
Was macht die schwarzbunte Kuh mittags auf dem Eis vor dem Hambuger Rathaus? Das hat ihr Bauer ja schon hingeschrieben: Die beiden sind mal wieder gegen Gentechnik. Ganz so einsam wie auf diesem Foto waren sie eigentlich gar nicht heute morgen. Aber ihre Freundinnen mussten wegen der Bannmeile leider draussen bleiben. Drinnen forderte derweil eine ganz grosse Koalition aus CDU und GAL, SPD und Linken in einem gemeinsamen Antrag ein gentechnikfreies Hamburg. … weiter lesen
“Bt-Brinjal”, eine Gentechnik-Aubergine aus dem Hause Monsanto sollte die Tür zur Gentechnik-Landwirtschaft in Indien aufstossen. Doch fürs erste, so verkündete heute der indische Umweltminister Jairam Ramesh nach heftigen Auseinandersetzungen im ganzen Lande, bleibt diese Türe geschlossen: “Die Öffentlichkeit ist dagegen. Es ist meine Pflicht, eine vorsichtige, vorsorgende und prinzipienfeste Herangehensweise zu garantieren,” sagte er heute und verkündete stattdessen ein Moratorium, um weitere Tests und einen breiteren gesellschaftlichen Konsens in der Frage zu ermöglichen. … weiter lesen
Morgen um 17.40 gibt es bei arte’s X:enius magazin in 26 Minuten alles was Sie schon immer über Milch, ihre Herstellung und ihre HerstellerInnen wissen wollten.
Für die Firma Bayer wurden letzte Woche die nächsten 1,5 Millionen $ Schadensersatz für die Verunreinigung von amerikanischem Langkornreis mit einem nicht zugelassenen Gentechnik-Konstrukt fällig. Im Dezember war die Firma in einem ersten Fall zu 2 Millionen verdonnert worden. Gewonnen haben damit allerdings erst 5 von insgesamt 500 klagenden Reisbauern. (Das Bild stammt von der Coordination gegen Bayer-Gefahren) … weiter lesen

Wenn “China Daily”, die größte englischsprachige Zeitung der chinesischen Regierung ein Thema diskutiert, signalisiert dies im Reich der Mitte zunächst eines: Kritik ist erlaubt. Keine Selbstverständlichkeit in einem Land, in dem die Zensur noch immer den öffentlichen Diskurs bestimmt. Am vergangenen Donnerstag berichtete China Daily erstmals über Widerstand und Bedenken gegen das im November erteilte Sicherheitszertifikat der nationalen Biosicherheitsbehörde, das dazu führen könnte, dass gentechnisch veränderter Reis in drei bis fünf Jahren im größten Reisland der Erde kommerziell angebaut wird. … weiter lesen
