Das Dekret ist auf Kyrillisch, Übersetzungen aus dem Bulgarischen hierzulande keine Massenware. Aber so viel steht fest: “Auf keinem bulgarischen Feld werden gentechnisch veränderte Pflanzen wachsen”. … weiter lesen
Archive for März, 2010
Starker Tobak für alle Abergläubischen und Flugangstgeplagten: Der Airbus 380, das grösste Flugzeug aller Zeiten, trägt jetzt das Logo des von den Vereinten Nationen ausgerufenen “Jahres der biologischen Vielfalt”. Die Konvention für biologische Vielfalt ist darauf mächtig stolz und auch EADS hält die Geste für ein gelungenes Symbol. Wir sehen das nicht anders: Dinosaurier gehören zu den populärsten Botschaftern des Wertes biologischer Vielfalt. Die Volksweisheit, sie seien wegen zu kleiner Hirne ausgestorben, ist übrigens mittlerweile wissenschaftlich einwandfrei widerlegt. … weiter lesen
Geahnt hatten wir es schon lange, behauptet noch länger, bleibt also nur noch, es jetzt auch zu beweisen: Der ganze Energieverbrauch der Welt läßt sich auch ohne Öl, Atom und Kohle decken. Alles was wir dazu brauchen ist eine “4. Revolution”. Die präsentiert der gleichnamige Film von Carl Fenchner mit einem drive, schönen Bildern und anrührenden Geschichten wie sie in dem aufsteigenden Genre des Dokumentarfilms mit Botschaft noch selten sind. Finanziert von Hunderten von Menschen und Unternehmen, unterstützt von einer wachsenden Gemeinde von “Event-Partnern” ist die 4. Revolution zudem ein fortgeschrittenes Beispiel von Medienaktivismus: Energie-Autonomie ist machbar, Herr Nachbar. Der perfekte Film zum ausbrechenden Frühling. … weiter lesen
Monsanto und die Kleinwanzlebener Saatzucht, KWS, können nochmal aufatmen: Ein Gericht in San Francisco hat am Dienstag den Antrag auf eine einstweilige Verfügung, den Anbau aller gentechnisch veränderten Zuckerrüben in diesem Jahr zu verbieten, abgelehnt. Nachdem Vertreter von Monsanto glaubhaft erklärt hatten, dass eine solche Verfügung den Zuckerpreis in den USA in die Höhe treiben, tausende von Arbeitsplätze gefährden und Verluste von 1,5 Millarden Dollar verursachen würde, hielt Richter Jeffrey White diesen möglichen Schaden für grösser als jenen, den der Anbau für Bio-Landwirte in diesem Jahr haben könnte. Er forderte allerdings die Bauern auf, sich in Zukunft mit konventionellen Rüben-Saatgut zu versorgen weil in Zukunft ein Verbot der Gentech-Rüben durchaus wahrscheinlich sei. … weiter lesen
Es begann mit gentechnisch veränderten Organismen: Anders als herkömmliche Züchtungen können sie patentiert geschützt werden. Niemand darf sie ohne Erlaubnis des Inhabers benutzen. Auch auf einzelne Abschnitte des Erbgutes erheben Gentechnikfirmen mittlerweile zu Patentansprüche. Jetzt gehen sie einen Schritt weiter: 30% der Patentanmeldungen des Marktführers Monsanto und 50% seines Konkurrenten Syngenta bezogen sich seit 2005 auf klassische Züchtung. Dagegen wendet sich No Patents on Seeds mit einem Appell gegen die Monopolisierung und weltweite Kontrolle der genetischen Ressourcen durch wenige große internationale Konzerne. Hier geht es zum Appell, der auch von Einzelpersonen unterzeichnet werden kann: „Stoppt die Monsantoisierung von Lebensmitteln, Saatgut und Tieren“
Mehr über Patente auf Leben finden sie auch beim Informationsdienst Gentechnik
Nach einem gentechnikfreien eat-in am Brandenburger Tor warf Greenpeace gestern sein “Nein zur Gen-Kartoffel” aufs nächtliche Kanzleramt. Die Reaktionen auf die erste Anbauzulassung einer Gentechnikpflanze in der EU seit 1998 machen die Fronten klar, entlang derer in Europa und Deutschland in den nächsten Monaten die Schlacht um die Gentechnik auf dem Acker wohl toben wird. SPD, Grüne und Linke kritisierten den Beschluss ebenso wie alle Umweltverbände und der Biolandbau. CDU und FDP jubelten in unterschiedlichen Tonlagen.
Allen Leserinnen und Lesern in und um München empfehlen wir kurzfristig einen Abstecher zum Europäischen Patentamt: Mittwoch, 3. Februar März (natürlich), 11 Uhr Bayernstr. 34 bei den Pschorrhöfen. Dort wird die Patentierung eines Gens verhandelt, das angeblich für noch höhere Milchleistung verantwortlich ist.
Alles Nähere finden sie beim Bundesverband Deutscher Milchviehhalter.
Dalli, Dalli – die erste öffentlich wahrnehmbare Amtshandlung des neuen Verbraucherschutz-Kommissars der Europäischen Union, John Dalli aus Malta, bei dem nach der neuen Geschäftsverteilung alle Macht in Sachen Gentechnik zusammengelegt wurde, ist eine Morgengabe an die BASF. Obwohl mittlerweile eine gleichwertige gentechnikfreie Züchtung auf dem Markt ist und die aus den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts stammende BASF-Kartoffel “Amflora” mit Antibiotikaresistenz-Genen ausgestattet ist, die eigentlich gar nicht mehr eingesetzt werden sollen, hat er heute gegen die Mehrheit der Bevölkerung, aber auch der Regierungen der Mitgliedsstaaten die Industrie-Knolle zugelassen, die es auch schon namentlich als Ausbund von Zukunftstechnologie in den Koalitionsvertag der schwarz-gelben Bundesregierung geschafft hat. Zudem kündigte er an, Monsantos MOn 810-Mais eine neue Zulassung erteilen, die alle gegenwärtigen Verbote in Deutschland, Frankreich, Ungarn, Österreich, Luxemburg, Griechenland und anderen EU-Staaten ausser Kraft setzen soll. Allerdings wolle er zuvor in “einen Reflexionsprozess” einsteigen, den Mitgliedsländern das Recht auf eigenständige Entscheidungen in Bezug auf den Anbau von GVOs einzuräumen. … weiter lesen
