Der Agrarausschuss des Bundesrates hat auf seiner Sitzung am 28. Februar einen Entschließungsantrag angenommen, der die Bundesregierung auffordert durch „Verwaltungsvorschrift eine für alle Wirtschaftsbeteiligten praktikable technische Lösung für die Nulltoleranz bei Saatgut baldmöglichst zu definieren“. Mit anderen Worten: Ein Bisschen Gentechnik soll jetzt auch ins normale Saatgut. … weiter lesen
Also ich weiss nicht ob Sie’s schon wissen … Am nächsten Samstag gibt es in Berlin eine Premiere: „Wir haben es satt!“ die Demonstration gegen alle Übel der Agrarpolitik – Gentechnik, Hunger, Tierfabriken, Bauernsterben usw. … weiter lesen
Es ist wieder soweit: Steigende Preise für Mais (+60%), Weizen (+43%), Soja (+45%) Öl und Zucker lassen die globalen Lebensmittelpreise in die Höhe schnellen. Für Reis ist eine Preisexplosion glücklicherweise bisher ausgeblieben. Der globale Lebensmittel-Preisindex hat dennoch die Rekordwerte des Hungerjahres 2008 erreicht. Wer 60 bis 70 Prozent seines Einkommens für das tägliche Brot aufwenden muss, sieht harten Zeiten entgegen. … weiter lesen
Die Sonne brennt auf Europa nieder. Urlaub hat den Kontinent fest im Griff. Nur ein kleines gallisches Dorf in der Mitte Berlins leistet erbitterten Widerstand und bereitet unverdrossen die 6. Europäische Konferenz gentechnikfreier Regionen vor. Vom 16. bis 18. September soll die Party steigen, in Brüssel, der Hauptstadt des Gentechnik-Imperiums. Der Ober-Gentechnik-Druide und EU-Kommissar John Dalli wird ebenso erwartet wie die Widerständler aller Regionen Europas. Vandana Shiva wird den Segen sprechen, Percy Schmeiser den Zaubertrunk gegen Monsanto verteilen und José Bové alle anderen gallischen Tugenden hochhalten. Wenn Sie dabei sein wollen, können Sie sich hier informieren und anmelden.

Ein Hähnchenleben von dem moderne Industriehühner und Industriefleisch-Junkies nicht einmal mehr zu träumen wagen.
Die meisten Masthähnchen in Deutschland kommen längst nicht mehr vom Bauernhof, sondern werden in riesigen Anlagen als sogenannte Turbohühner in rund einem Monat schlachtreif gemästet. Obwohl der Markt so gut wie gesättigt ist, investiert die Agrarindustrie bundesweit in neue Schlachthöfe und immer neuen Mastanlagen, zum Teil mit staatlicher Unterstützung. Das gute Hühnerfleisch bleibt im Land, minderwertige Hähnchenteile gehen zu Dumpingpreisen ins Ausland und ruinieren dort die heimische Produktion, vor allem in Westafrika. Widerstand gegen die Mastanlagen regt sich besonders in Ostdeutschland unter der Landbevölkerung, die wirtschaftlich mehr auf den Tourismus setzt.
ZDF- FRONTAL 21, Dienstag 27.7.2010, 21.00h
Die heute von der EU-Kommission vorgestellte Änderung der EU-Gesetze zum Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen wird seit Monaten von Freunden wie Feinden der Gentechnik auf dem Acker höchst kontrovers diskutiert. Das ist vielleicht schon ihr wichtigster Erfolg. Die Botschaft der Kommission: Die Mitgliedsstaaten haben jetzt die Freiheit den Gentechnikanbau selbst zu regeln. Inhaltlich ist der Vorschlag eine Leer-Nummer, es sei denn die Regierungen der Mitgliedsstaaten und das Parlament machen daraus in den kommenden Monaten eine tatsächliche Veränderung. … weiter lesen
Mit einem streckenweise amüsant zu lesenden Urteil hat der Europäische Gerichtshof die Patentansprüche der Firma Monsanto auf Sojaschrot, der aus Argentinien nach Rotterdam verschifft wurde, vor die Wand laufen lassen. Der Hintergrund: Seit Jahren ärgert sich der weltweite Gentech-Kaiser über die Praktiken der lateinamerikanischen Soja-Barone, ihre “RounupReady” Soja einfach nachzubauen und dafür keine Patentgebühren zu bezahlen. Während US-Farmer mit einem “technology agreement” beim Saatgutkauf sämtliche Rechte daran abgeben müssen und Monsanto rücksichtslos jeden Nachbau mit Hilfe von “Pinkerton”-Detektiven und drastischen Schadensersatzforderungen verfolgt, sind solche Praktiken im wilden Süden Amerikas nicht durchsetzbar.
Heute abend noch frei? Lust auf eine geistige Schlägerei? Interessiert an Fragen der Gentechnik und Welternährung? Dann empfehlen wir heute abend um 19 Uhr:
“Herausforderung Welternährung. Welche Pflanzenforschung brauchen wir?”
Mit den Professoren Hans Herren (World Food Price, Präsident des Weltagrarberichts), Bernd Müller-Röber (Sprecher der AG Gentechnologie der Berlin Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften), Michael Krawinkel (Justus-Liebig-Universität Gießen) und einem Vertreter des deutschen Bioökonomierates, samt Debatte mit dem Publikum. Hamburgische Landesvertretung in Berlin Jägerstraße 1-3 (Ecke Mauerstraße), 10117 Berlin (Mitte)
Es kommt nicht alle Tage vor, dass “Save Our Seeds” einen Ausflug in die Kunst macht. Gemeinhin kauen wir hier ja eher auf dem trockenen Brot des politischen Geschehens herum. Aber “Ich bin gerne Bauer und möchte es auch gerne bleiben” hat uns so begeistert, dass wir ihrem Lockruf nicht widerstehen konnten. Hier ist das Ergebnis. Der Text ist auch in der aktuellen “Unabhängigen Bauernstimme” nachzulesen. Die Bilder finden sich unter www.ichbingernebauer.eu und das Gesamt-Oevre unter www.antjeschiffers.de … weiter lesen

Prof. Dr. Folkhard Isermeyer (rechts) übergibt seine Koexistenz-Strategie dem Staatssekretär Robert Kloos (Mitte) und nicht Ilse Aigner, der Herr links heißt Olaf Christen Foto: BMELV
„Ein Bisschen schwanger geht nicht“ ist die regelmäßige Antwort derer, die partout keine gentechnisch veränderte Pflanzen und andere Organismen in ihrem Essen, vor allem aber auf ihren Feldern haben wollen auf die Behauptung der Industrie, eine einvernehmliche Koexistenz zwischen gentechnischer und gentechnikfreier Landwirtschaft sei nur eine Frage des guten Willens aller Beteiligten. Der wissenschaftliche Beirat für Agrarpolitik des Verbraucherschutz- und Landwirtschaftsministeriums hat jetzt in einer Stellungnahme seine Definition von „ein Bisschen schwanger“ vorgestellt. Seiner Meinung nach „hat sich jedoch herausgestellt, dass es in einer Welt, in der auch GV-Produkte existieren, illusorisch ist, vollständige GV-Freiheit zu realisieren.“ Faktisch fordert er deshalb eine schleichende Erhöhung der Toleranz für Gentechnik in Lebens- und Futtermitteln, in Rohstoffen und vor allem im Saatgut. … weiter lesen


