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vonSchröder & Kalender 22.03.2009

Schröder & Kalender

Seit 2006 bloggen Schröder und Kalender nach dem Motto: Eine Ansicht, die nicht befremdet, ist falsch.

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Der Bär flattert in östlicher Richtung.
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Erhard Lucas, ›Märzrevolution im Ruhrgebiet. Vom Generalstreik gegen den Militärputsch zum bewaffneten Arbeiteraufstand. März / April 1920‹, engl. brosch., 360 Seiten, März Verlag 1970 (nur noch antiquarisch erhältlich), Ein zweiter Band wurde angekündigt, ist aber bei März nicht mehr erschienen.

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»Bundeswehr schießt nicht auf Reichswehr!«, erklärten die Generäle in Berlin in der Nacht zum 13. März 1920, als die Reichsregierung sie aufforderte gegen die Kapp-Putschisten vorzugehen. Die Reichsregierung floh von Berlin nach Dresden, dann weiter nach Stuttgart, während sich die Putschisten in Berlin einrichteten; im Gegeneinander der beiden Regierungen und im Generalstreik gegen den Putsch brach die Verwaltungsmaschinerie zusammen.

Im Ruhrgebiet versuchte der kommandierende General von Watter, die letzten von Militär und Polizei noch nicht besetzten Städte in den Griff zu bekommen. Doch die Arbeiter nahmen den Kampf gegen das einmarschierende Militär auf und blieben schon in den ersten Gefechten siegreich. Aus dem Generalstreik entwickelte sich ein bewaffneter Arbeiteraufstand. Die Arbeiter kämpften nicht nur gegen den Kapp-Putsch; ihr Kampf richtete sich gegen die gesamte Entwicklung nach rechts.

Erhard Lucas legte nach umfangreichen Ermittlungen in den Staats- und Stadtarchiven des Ruhrgebiets eine detaillierte Untersuchung des Aufstandes vor. Sein Buch widerlegt die gängige These, die Weimarer Republik sei zwischen links und rechts zerrieben worden. Als die von der SPD geführte Regierung mit der reaktionären Reichswehrführung einen Pakt gegen die revolutionären Arbeiter einging, hatte sie den Untergang der Republik besiegelt.

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Inhalt
Vorbemerkung
Einführung
1. Kapitel: Die Niederlage der Novemberrevolution und die Errichtung der Militärdiktatur
1.1. Die Bergarbeitergewerkschaften und die Hamborner Streikbewegung (November 1918 bis Januar 1919)
1.2. Die sozialistischen Parteien, die Arbeiter- und Soldatenräte und die politischen Entscheidungen in Berlin bis zum Januaraufstand 1919
1.3. die Essener Sozialisierungsbewegung und ihr Ende (Januar / Februar 1919)
1.4. Die Errichtung der Militärherrschaft, die Nationalversammlung in Weimar und der Generalstreik der Bergarbeiter (März / April 1919)
1.5 Das Vordringen der Konterrevolution (Mai 1919 bis März 1920)
a) Arbeit und Kapital
b) Die Arbeiterorganisationen
c) Militär und Polizei
d) die Vorbereitung des Putsches und die Stellung der Verschwörer im Verhältnis der gesellschaftlichen Kräfte

2. Kapitel: Der Putsch und die Reaktionen der bewaffneten Macht, der Staatsbeamten und der Bourgeoisie
2.1. Der Putsch
2.2. Der Kampf der beiden Regierungen
2.3. Die bewaffnete Macht
a) Die Reichswehr
b) Sipo und Einwohnerwehren
2.4. Die Staatsbeamten
2.5. Die Bourgeoisie

3. Kapitel: Der Generalstreik und die Fragen der Bündnispolitik – vier Modelle
3.1. Elberfeld
3.2. Essen
3.3. Hagen
3.4. Duisburg

4. Kapitel: Die ersten Waffensiege der Arbeiter
4.1. Die militärischen Maßnahmen Watters und die Bewaffnung der Arbeiter in Hagen, Bochum, Witten und Wetter
a) Hagen
b) Bochum
c) Witten
d) Wetter
4.2. Die Zerschlagung des Freikorps Lichtschlag und die Niederlage der Paderborner Husaren
a) Wetter
b) Herdecke
c) Kamen
d) Dortmund
4.3. Die Aufdeckung der Putschpläne und das Verhalten der gefangenen Lichtschlag-Soldaten
4.4. Der Sieg der Arbeiter in Elberfeld

5. Kapitel: Berlin und Stuttgart – die antibolschewistische Einheitsfront
5.1. Der Zusammenbruch des Putsches
5.2. Reaktionen von Militär, Zechenkapital und Staatsbürokratie im Ruhrgebiet

6. Kapitel: Die Eroberung des gesamten Ruhrgebiets durch die Arbeiter
6.1. Die Fortsetzung des Generalstreiks
6.2. Die Einkreisungsschlacht von Remscheid
a) Die Lage in der Stadt
b) Der Kampf
6.3. Der Vorstoß der Arbeiter gegen Münster und die Lage in Münster
6.4. Die Eroberung des mittleren und westlichen Ruhrgebiets
a) Die Herrschaft von Militär und Sipo bis zum 18. März
b) Die Niederlage der Sipo in Wattenscheid, Stoppenberg und Essen
c) Der Rückzug der Reichswehr aus Mühlheim und Düsseldorf und die Straßenschlacht in Duisburg und Hamborn
d) Watters Befehl zum totalen Bürgerkrieg, der Kampf um Dinslaken und der Rückzug der Reichswehr nach Wesel
6.5. Die Beerdigung der Revolutionskämpfer

Quellen- und Literaturverzeichnis
Zu den Anmerkungen
Übersichtskarten
Register
Verzeichnis der Spezialausdrücke, Fremdwörter und Abkürzungen im Text

Zu empfehlen ist die Website ›Revoluzzen‹

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(LC / BK / JS)

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