04.02.2009 von Schröder & Kalender
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Es ist dunstig, wir sehen nicht, wie der Bär flattert.
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Das neue Buch mit Collagen und Gedichten des Universalgenies Werner Büttners ›Lohn des Schweigens‹ hat uns sehr gefallen. In seiner Nachbemerkung schreibt er: »Wir, die wir laut Platon federlos über zwei Beine herrschen, besitzen auch die Fähigkeit, wohltuende Geräusche im lyrischen Rahmen hervorzubringen. Man vermutet, dass diese Fähigkeit aus dem Bestreben entwickelt wurde, sich Balzvorteile zu verschaffen. Früh war einem Teil der Gattung offenbar, dass man die Frauen am besten mit Hilfe ihrer eigenen, meist schönen Ohren zu Fall bringt. In dieser lyrischen Tradition nun bewegen wir uns mit traumwandlerischer Sicherheit, denn sie ist ein weites, zertrampeltes Feld.« Seine Gedichte besingen die Erotica, Dionysiaca und Vanitatia. … weiter lesen
18.10.2008 von Schröder & Kalender
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Wir sehen nicht, wie der Bär flattert, wir sind in Frankfurt.
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Heute empfehlen wir ein Buch, das bisher leider noch nicht auf deutsch erschienen ist: ›Het Bureau‹ von J.J. Voskuil.
Gerd Busse schickte uns Übersetzungen von einigen Kapiteln. Hier eine kleine typische Passage aus dem Opus magnum:
(Maarten Koning im Gespräch mit seiner wissenschaftlichen Hilfskraft. Het Bureau, Bd. 1; Seite 656 f.)
»›Angefangen habe ich mit den Wichtelmännchen. In den Aufsätzen, die ich darüber las, verstand ich nichts – und ich verstehe noch immer nichts.‹ Er lachte. ›Ich habe noch nie einen Aufsatz über diese Dinge gelesen, von dem ich auch nur ein Wort verstehe. … weiter lesen
17.10.2008 von Schröder & Kalender
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Wir sehen nicht, wie der Bär flattert, wir sind in Frankfurt.
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Es soll Leute geben, die manchmal zu Besuch nach Berlin kommen, denen gibt Annett Gröschner den Hinweis: »Nicht, dass Berlin nicht auch manchmal piefig, unerträglich und provinziell sein kann. Aber wenn schon Provinz, dann wenigstens die Hauptstadt.« Jedenfalls sollten alle, die etwas mehr über die Stadt erfahren wollen, ihr neues Buch ›Parzelle Paradies. Berliner Geschichten‹ lesen.
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16.10.2008 von Schröder & Kalender
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Der Bär flattert in nordöstlicher Richtung.
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Noch sind wir in Berlin und haben gerade ›Die Springer-Bibel. Ein Panorama der Mediengeschichte‹ von Gerhard Henschel gelesen.

Nach dem Erscheinen der ›Bild-Volksbibel‹, der ›Bild-Gold-Bibel‹ und der ›Bild Benedikt Bibel‹ hatte Gerhard Henschel die Idee in seiner ›Springer-Bibel‹ die bewegte Geschichte dieses Verlagshauses zu erklären und zwar nach biblischem Muster: ›Das Hohe Lied Katjas‹, ›Die Offenbarung des Kai‹, ›Das Scheckbuch‹ und … weiter lesen
15.10.2008 von Schröder & Kalender
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Der Bär flattert in nördlicher Richtung.
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Neben unserem Sofa liegen die Neuerscheinungen von Autoren oder aus Verlagen, die wir schätzen. Bei Philo Fine Arts erschien soeben ›Kuba. Bilder einer Revolution‹.

Das Buch kommt zur rechten Zeit, denn wir nehmen gerade Abschied von einer Revolution, mit der unsere Generation aufgewachsen ist. Bilder vom allgewaltigen Commandante en Jefe wie in diesem Band wird es von seinem Nachfolger, dem Reformer Raúl nicht geben. Zu den Fotos von Raúl Corrales, Alberto Korda, Liborio Noval sowie Osvaldo Salas und dessen Sohn Roberto, die der Herausgeber Harald Falckenberg zuerst in seiner Sammlung zeigte, schreibt er im Vorwort: »Der entscheidende Punkt scheint mir zu sein, dass wir in den Fotografien nicht so sehr das Regime, sondern die Menschen sehen. Es ist das in jedem steckende revolutionäre Element, das von Interesse ist, nicht die konkrete politische Lage. Die Momente der Befreiung sind in unserem Bewusstsein, mehr noch im Unbewussten verankert, so wie die Bilder der französischen Revolution 1789 oder der Fall der Berliner Mauer 1989. Mit dem Ruf ›Wir sind das Volk‹ werden in solchen Momenten im Einzelnen Kräfte freigesetzt, über die er sonst nicht verfügt. Diese Freiheit besteht nur für Augenblicke. Danach wird – in revolutionär-kommunistischen wie in demokratischen Staaten – das Regelwerk wieder in Kraft gesetzt, dem keiner entgeht. Der wahre Held der Revolution ist … weiter lesen
21.08.2008 von Schröder & Kalender
Der Bär flattert in nordöstlicher Richtung.
Gestern fand ich, daß es im Studio ziemlich dunkel ist, und wir dauernd das Licht anmachen müssen. Also rauf auf die große Leiter und alle Rollos hochgezogen. Das ist immer das erste Zeichen: Der Sommer ist bald vorbei.
Die Römer haben die Zeit vom 23. Juli bis 23. August Hundstage genannt wegen des Sternbilds Großer Hund. Sirius ist der hellste Stern, und die alten Griechen dachten, daß die große Hitze wegen der Verschmelzung der Sonne mit dem »Feuer« des Sirius entsteht. … weiter lesen
09.11.2006 von Schröder & Kalender
Der Bär flattert in östlicher Richtung.
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Es ist nie zu spät: Endlich bin ich Covergirl! Aber leider erkennt mich niemand mit der abgefahrenen, leicht verrutschten Perücke (im Original tizianrot, auf dem Foto natürlich gelb hinterlegt). Warum ich das Ding trage, auf der Jagd nach einem Foto vom jungen Herrn Reemtsma, steht gleich am Anfang im neuen ›Kultur & Gespenster. Heft Nr. 2‹. Die Geschichte heißt ›Schröder erzählt: Arno-Schmidt-Touristen‹. Was auf den folgenden opulenten 400 Seiten zu lesen und zu sehen ist, findet man hier.

Ein Zitat aus der Geschichte und ein Foto, auf dem nicht nur Jan Philipp Reemtsma zu sehen ist, sondern auch Jörg Schröder: »Endlich, als wir bereits unten vor der schweren Eichentür standen, sagte ich zu Barbara, schon mit leicht hochgeschobener Perücke: »So, jetzt fotografier mich noch ein letztes Mal!«, drückte sie auf den Auslöser, und was soll ich dir sagen,… weiter lesen
12.08.2006 von Schröder & Kalender
Der Bär flattert schwach in nördlicher Richtung.
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Soeben ist ein Buch von Jürgen Roth im Oktober Verlag (http://www.oktoberverlag.de) erschienen: ›Anschwellendes Geschwätz. Kleine Chronik des kommunikativen Krawalls‹. Der Titel enthält auch ein längeres Interview über das ›Wahnsystem Feuilleton‹, das Jürgen Roth mit mir für ›Konkret‹ führte:

Eine Korrektur zur Konkret-Bildunterschrift: Ich habe natürlich gesagt: »Debile alte Säcke werden von solchen Hyänen plattgemacht.« Und hier ist das Konkret-Interview vom Juni 2004:
Wahnsystem Feuilleton
Hochstapelei, Nazipornos, verbotene Bücher und hysterisch diskutierte Verlagswandlungen und -wechsel scheinen die These zu bestätigen, daß der Literaturbetrieb endgültig auf den Hund gekommen ist. Jörg Schröder, der 1969 den März Verlag gründete, die hiesige Verlagslandschaft prägte, durch spektakuläre Publikationen und camouflageartige Aktionen für allerhand Wirbel sorgte und seit 1990 zusammen mit Barbara Kalender viermal jährlich etwa dreihundert Subskribenten mit der Serie Schröder erzählt beglückt, äußert sich zu den zahllosen jüngeren Fällen literarischer und feuilletonistischer Skandalisierung – und zwar auch aus dem Anlaß, daß im area Verlag jetzt die wichtigsten Bücher des März Verlags wiedererschienen sind
Jürgen Roth: In den aufgeregten Feuilletons ist von einer neuen Zeit der Literaturskandale und einer „neuen Klagelust“ (Frankfurter Rundschau) die Rede. Warum dieser Lärm um das ganze Kuddelmuddel von Maxim Biller über die offenbar erfundenen Spionageabenteuergeschichten der Pseudonyma Nima Zamar bis zu Thor Kunkel, um Fragen der Urheberschaft oder der Verquickung von Authentizität und Dichtung? Man könnte doch auch einfach sagen: Na ja, es geht halt mal was in die Hose, und damit hat es sich. Oder interessiert dich das alles überhaupt nicht?
Jörg Schröder: Was heißt interessieren? Interessieren tut mich das in der Weise, wie einen ein Feuilleton immer interessiert. Man liest das sehr intensiv, und wenn man’s weglegt, ist es egal, ob man’s gelesen hat oder nicht. Deswegen heißt das ja Feuilleton. Und jetzt wird halt alles mögliche versucht, weil die Zahlen rot sind und weil sich die Leute in den Feuilletons ihrer Nichtigkeit wenigstens in ökonomischer Hinsicht bewußt werden. Da treibt man eben ein Schwein nach dem anderen durchs Dorf, ob Walser und Reich-Ranicki oder wen und was auch immer. Nun haben sie vor allem die alte Geschichte mit der Würde der Person am Wickel. Zu den Feuilletons gesellen sich dann aber noch die Nachfolgetäter. Wenn es ernstgenommen wird, daß sich die ehemalige Freundin von Biller in dessen Roman wiedererkennt und deshalb die Justiz anruft, kommen sofort zwei, drei andere Figuren angewackelt. Die Feuilletons steigen darauf natürlich ein, weil man da nicht viel nachzudenken braucht. Was auf der Boulevardebene Bohlen ist, wird im Feinfeuilleton mit Biller abgehandelt. … weiter lesen
03.08.2006 von Schröder & Kalender
Der Bär flattert in nordöstlicher Richtung.
Endlich! Gestern haben wir neun gelbe Kästen mit der Sackkarre zur Postfiliale am Bundesplatz gerollt: Auslieferung unserer achten Folge aus der Schwarzen Serie von Schröder erzählt. Der Titel: ›Klasse gegen Klasse. Zweiter Teil‹.
Und heute ist in der Post ein Sonderdruck unseres Freundes Martin Klaußner, des berühmten Fürther Antiquars. Es ist ein kritischer Aufsatz über den Egozentriker und Freund Kurt Hiller, der uns so gut gefallen hat, daß wir die ersten zwei Seiten hier bringen. (BK / JS)
Martin Klaußner, Kurt Hiller zwischen ›Logos‹ und ›Eros‹. Einige Anmerkungen
Für Dr. Ursula Bär, Cambridge
Noch ein Artikel über Kurt Hiller, diesen ›Vordenker des 21. Jahrhunderts‹ frugen die Bären erstaunt, die mir beim Schreiben über die Schulter sahen. »Der letzte«, antwortete ich. »Wozu«, sagte sie, »seine Hagiographen und Proselyten werden sich ärgern und bleiben unüberzeugbar, sonst wird das sowieso niemand lesen. Dir selbst ist das alles bis zum Überdruß bekannt, wozu also und zu welchem Zweck?« »Man vergilt einem Lehrer schlecht, wenn man immer nur Schüler bleibt?« »Wissen wir schon, Nietzsche«, sagten sie, ist aber dummes Zeug, wie das böse Wetter von Zollern bemerken würde, weil Du ja nie in diesem Sinn sein Schüler gewesen bist.« Und zitierten ironisch im Chor: »›Nietzsche ist ein Heroenbild‹, ›der größte und verehrungswürdigste Denker‹, ›man hat nicht nur zu beten vor ihm‹, ›in Nietzsches heiligem Werk‹ finden sich, ›denn keines Lehrers Lehre entnahm ich‹, bereits so viele ›Gedanken zum neuen Adel und zur Herrschaft der Geistigen.‹« … weiter lesen
13.07.2006 von Schröder & Kalender
Der Bär flattert heute nicht.
In der Post war ein Belegexemplar von Thomas Kapielski, Emolumente. Sammler zeigen Ihre Kapielskis (Künstlerhaus Bethanien GmbH in Berlin, ISBN 3-932754-71-9). Für die Ausstellung hatten wir ›Die Brücke von Arnhelm 1 und 2‹ eingeliefert. Zur Potenzierung des Erwähnungsgeschäfts bringen wir hier Kapielskis Katalogtext: »In den Berliner Gemächern des März Verlages von Barbara Kalender und Jörg Schröder hängt so manch beachtliches Werk um die zwei noblen Stücke des meinigen Werkes herum. Man aß dort auch schon sehr fein! Ich ließ es mir ja angelegen sein, den größten Teil der Bilder für die hier dokumentierte Ausstellung eigenhändig abzuholen; das brachte so manch gutes Gespräch, etliche Klafter Kaffee, immer auch Wohnungsbesichtigung, kastenweise Bier, Schnaps und bei Kalender und Schröder letztes und dazu noch ein Dreigängemenü ein. Eine famose Tournee, aber zurück habe ich lieber alles schicken lassen, sonst kommt man ja zu nichts mehr, und die eigene Wohnung… weiter lesen